mit
Élodie Brochier (Stimme), tbc.
Christina Fuchs (Saxofon)
Gerhard Gschlößl (Posaune, Sousafon)
Mani Neumaier (Schlagzeug)
Uli Partheil (Piano)
Jürgen Wuchner (Bass)
Was sind die Jazz Conceptions?
Die Darmstädter Jazz Conceptions, 1992 zum ersten Mal durchgeführt, gehören heute zu den wichtigsten Jazzworkshops in Deutschland. Erfolgreich sind sie wegen ihres Konzepts genauso wie wegen der einmaligen Atmosphäre: Die Teilnehmer erhalten keine verschulten Instrumentalstunden, sondern werden von Anbeginn an in gemischte Ensembles zusammengefasst, die je nach Dozent unterschiedliche Stücke erarbeiten, sich mit Improvisation befassen, musikalische Abläufe planen, über die Philosophie von Jazz und improvisierter Musik diskutieren. Das alles geschieht in der Bessunger Knabenschule, einem soziokulturellen Zentrum, das in dieser Woche quasi ganz dem Jazz gehört. In allen Räumen wird musiziert, auf dem Hof trifft man sich zum extra für den Anlass organisierten gemeinsamen Frühstück, zum vor Ort zubereiteten ausgiebigen Mittagessen, zum Reden über Erlebtes oder zum Planen und Absprechen weiterer musikalischer Aktionen.
Kurzbiografien der Dozenten 2009
Die Teilnahme-Modalitäten finden sich hier!
(Foto: Wilfried Heckmann)Die Darmstädter Jazz Conceptions bieten die einmalige Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit professionellen Musikern im wahrsten Sinne des Wortes etwas aus der Werkstatt des Jazz zu erfahren. Da werden in Gruppen-Workshops Stücke erarbeitet, da wird über die richtige Art des Übens gesprochen, da werden harmonische Feinheiten erklärt, solistische oder kollektive Improvisationen geprobt und besprochen. Jeweils am späten Nachmittag fasst ein "Orchesterworkshop" sämtliche Teilnehmer der Jazz Conceptions in einem vielköpfigen Großensemble zusammen. Zwischen den Gruppensitzungen besteht die Möglichkeit des individuellen Übens mit anderen Teilnehmern oder des lockeren Gesprächs in der ganzen Tag nur für den Workshop geöffneten Cafeteria. Begleitend werden theoretische und jazzhistorische Programmpunkte angeboten (letztere verbunden mit einem obligatorischen Besuch im Jazzinstitut). An jedem Abend der Woche gibt es bei Sessions in verschiedenen Darmstädter Clubs die Möglichkeit, die Ergebnisse der täglichen Arbeit vor Publikum zu zeigen oder einfach nur zu jammen.
Die Darmstädter Jazz Conceptions sind nicht nur bei den Teilnehmern beliebt, von denen viele Jahr für Jahr wiederkommen, sondern auch bei den Dozenten, die hier gern unterrichten, weil sie die kreative Atmosphäre schätzen, die an sechs Tagen das Kulturzentrum Bessunger Knabenschule mit jazzmusikalischem Leben füllt. Wie immer konnten auch für 2009 herausragende Dozenten gewonnen werden, die jeder für sich ihr eigenes Konzept entwickelt haben, ob als Solist oder in der Gruppe, ob individuell oder im Kollektiv.
Die Dozenten 2009:
Élodie Brochier (Stimme)
... kommt eigentlich garnicht aus dem Jazz, wenngleich sie vor allem in letzter Zeit durch ihr multi-stilistisches Programm "nur nicht aus Liebe weinen" mit der "Kölner Saxophon Mafia" auf sich aufmerksam gemacht hat. Brochier ist Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin. Vor allem ist Brochier auch Puppenspielerin, die ihre Figuren selbst entwirft und baut. Als Sängerin arbeitete sie bei unzähligen internationalen Theaterproduktionen mit u.a. Tanztheater Délires d’Oiseaux,
Agmes Nefesh Ansambl (Klezmer Musik), A+JV la compagnie (Poitiers), Liquid Penguin Ensemble, Blowin’up Stones, Fuga del Diavolo (Revue nach Wilhelm Busch), Theater auf Tour (Darmstadt), Théatre du Soleil (Vincennes), Compagnie Avis de Tempete (La Rochelle), Compagnie La Légende de Zanzibar (Marseille).
Christina Fuchs (Saxofon, Großensemble)
..., in München geboren, aufgewachsen im Breisgau, lebt seit vielen Jahren in Köln, wo sie an der Musikhochschule studierte. Dort hat sich Christina Fuchs inzwischen zu einer der herausragenden Instrumentalistinnen, vor allem aber auch Komponistinnen des deutschen Jazz entwickelt. Sie ist Mitbegründerin und Co-Leiterin des United Women Orchestra, war Stipendiatin des BMI Composers Program, studierte bei Jim McNeely, Maria Schneider, Michael Abene und George Russell in Boston. 2001 war Christina Fuchs Preisträgerin des Kompositionswettbewerbs „jazzart (NRW)“ in der Sparte Jazzorchester, 2002 schließlich Preisträgerin des Julius Hemphill Composition Awards for Large Ensemble in den USA. Seitdem folgten mehrere Auftragskompositionen für die NDR- und andere renommierte Bigbands. Christina Fuchs arbeitet seit 1987 als Saxophonistin, Komponistin und Pädogogin in verschiedensten Formationen und unterschiedlichen Bereichen; Jazz, Big Band, Theater, Film und improvisierte Musik.
Website: www.christinafuchs.de
Gerhard Gschlößl (Posaune, Sousaphon)
... .. zog es, wie einige andere Musiker der aktuellen Berliner Jazzszene vor einigen Jahren von Mainburg in Niederbayern nach Berlin. Der Posaunist und Sousaphonist gilt als einer der aktuellen und großen Innovatoren der Europäischen Jazz- und Avantgarde-Szene. Mit zwölf Jahren erhielt seinen ersten Posaunenunterricht und spielte sein erstes Konzert mit der lokalen Blaskapelle. Gschlößl studierte Jazzposaune und Komposition in Würzburg. Nach seinem Abschluss erhielt er 1997 das Kulturpreisstipendium der Stadt München, womit er in New York seine Studien fortsetzte. In seiner bisherigen musikalischen Laufbahn arbeitete Gschlößl mit zahlreichen, namenhaften Musikern wie Albert Mangelsdorff, Sam Rivers, Michael Mantler zusammen. Seit 2004 lebt er in Berlin und arbeitet an seinen eigenen Projekten wie der Band "Vierergruppe Gschlößl" Daneben ist er Teil des innovativen "Jazzkollektiv Berlin" aus dem unter anderem auch das ANDROMEDA MEGA EXPRESS ORCHESTRA hervorging.
Website: www.gerhardgschloessl.de
Mani Neumaier (Schlagzeug)
... ist eine Legende. Punkt. Ausrufezeichen! Bekannt wurde Neumaier natürlich als Schlagzeuger der legendären Krautrock-Formation GuruGuru Anfang der 70er Jahre. Aber schon zuvor war der 1940 in München geborene Schlagzeuger, Sänger und Multikünstler ein klangvoller Name in der deutschen Improvisatorenszene. Alexander von Schlippenbach holte ihn 1966 für den ersten Auftritt seines Globe Unity Orchestras beim Jazzfest Berlin in sein Ensemble. Neumaier spielte danach mit Musikern wir George Gruntz, Daniel Humair oder Manfred Schoof, war Teil des Irène Schweizer Trios Ende der 60er Jahre oder in der Band von Wolfgang Dauner. Nach seiner Hochzeit bei GuruGuru entwickelte Neumaier ab Mitte der 90er Jahre legendäre Soloprogramme, in denen er seine improviasatorischen Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellte. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet Neumaier je zu einem Teil des Jahres in Japan und im Odenwald, wo er mit dem Finkenbach-Festival jeden Sommer ein alternatives Festival organisiert, dessen Höhepunkte Auftritte in der alten Besetzung von GuruGuru sind.
Website: http://mani-neumaier.de
Uli Partheil (Piano)
... ist nicht zum ersten Mal bei den Darmstädter Jazz Conceptions dabei. Alle paar Jahre bringt sich der Darmstädter Pianist in den Sommer-Workshop ein und jedesmal hat er sich musikalisch noch weiter entwickelt, bereit mit seinen Gruppen neue Ideen umzusetzen. Außerordentlich erfolgreich in den vergangenen Jahren waren besonders Partheils Vertonungen von Texten südamerikanischer Dichter wie Eduardo Galeano oder Pablo Neruda, aber auch sein Country-Jazz Crossover Projekt "Western Circus" sorgt für Aufsehen. Partheil studierte an der Musikhochschule Mannheim bei Jörg Reiter und leitet inzwischen mit Jürgen Wuchner die Jazz und popschool Darmstadt. Im Jahr 2002 wurde Partheil für die Teilnahme am Concours Martial Solal in Paris, dem wichtigsten europäischen Wettbewerb für Nachwuchs-Jazzpianisten, nominiert. Im vergangenen Jahr erhielt er den Darmstädter Musikpreis. Seine Musik ist geprägt durch Offenheit für verschiedenste Atmosphären, Klarheit und Schlichtheit auf der einen, sowie Spannungsreichtum und Sperrigkeit auf der anderen Seite.
Website: www.uli-partheil.de
Jürgen Wuchner (Kontrabass)
... schließlich ist der eigentliche Initiator der Jazz Conceptions. Wuchner spielte u.a. mit Hans Koller, Heinz Sauer und dem Vienna Art Orchestra und tritt im Rhein-Main-Gebiet vor allem mit seinen eigenen Bands in Erscheinung, mit denen er sich immer wieder neuen Projekten widmet. Er besitzt einen erdigen, ungemein warmen und persönlichen Basston, viele seiner Kompositionen kann zumindest die Darmstädter Jazzgemeinde mitpfeifen. In Darmstadt ist er außerdem als langjähriger Leiter eines regelmäßigen kleineren Jazz-Workshops bekannt. Für seine Arbeit als Musiker und Pädagoge wurde Wuchner 1996 mit dem Hessischen Jazzpreis ausgezeichnet. Wuchner leitet zusammen mit Uli Partheil die Jazz & Pop School und unterrichtet an der Darmstädter Akademie für Tonkunst.
Die Darmstädter Jazz Conceptions sind eine Gemeinschaftsveranstaltung des Trägervereins Bessunger Knabenschule und des städtischen Jazzinstituts Darmstadt.
Alle Dozenten der Darmstädter Jazz Conceptions von 1992 bis 2008:
Johannes Bauer, Harry Beckett, Han Bennink, Karl Berger, Rüdiger Carl, Graham Collier, Marty Cook, Thomas Cremer, Christopher Dell, Axel Dörner, Reimer von Essen, Peter Giger, Rachel Gould, Carola Grey, Michael Griener, Gunter Hampel, Gabriele Hasler, Allen Jacobson, Ute Jeutter, Sven-Ake Johansson, Ekkehard Jost, Wollie Kaiser, Günter Klatt, Hans Koller, Peter Kowald, Steve Lacy, Tony Lakatos, Christoph Lauer, Martin LeJeune, Rudi Mahall, Krzysztof Misiak, Frank Möbus, Angelika Niescier, Tom Nicholas, Uwe Oberg, Uli Partheil, Elvira Plenar, Wolfgang Puschnig, Gerd Putschögl, Adam Pieronczyk, Wolfgang Reisinger, Michael Sagmeister, Heinz Sauer, Ack van Rooyen, Joe Sachse, Uli Scherer, Matthias Schubert, Thomas Siffling, Günter 'Baby' Sommer, Janusz Stefanski, John Tchicai, Christof Thewes, Gebhard Ullmann, Philipp van Endert, Peter Weiss, Jürgen Wuchner ... (to be continued)