Jazzbrief aus Darmstadt
Jazzletter from Darmstadt

Oktober 2008


"Der Jazzbrief" hieß eine Publikation, die Aktivitäten des Jazzinstituts Darmstadt beleuchtete, kleinere Beiträge publizierte, die sich aus der täglichen Arbeit des Jazzinstituts ergaben. Wir haben uns entschlossen, den Jazzbrief fürs erste elektronisch fortzuführen. Hier wollen wir Gedanken und Diskussionen öffentlich machen, die wir im Jazzinstitut führen, laden alle Leser dazu ein, sich an diesen Diskussionen zu beteiligen und uns ihre eigene Meinung mitzuteilen. Wir berichten über Sammlungszuwächse und sonstige Aktivitäten. Es handelt sich bei den Beiträgen auf dieser Seite nirgends um feststehende "Wahrheiten" über den Jazz, sondern um eine Sammlung von Notizen, Gedanken und Diskussionsbeiträgen.

"The Jazzletter" was a publication in which the Jazzinstitut Darmstadt reported about some of its activities and published short essays, results from the daily work at the Jazzinstitut. We decided to continue the Jazzletter electronically, publishing some of our thoughts and internal discussions and inviting everyone to participate and tell us what they think. We also report about additions to the jazz collection of the Jazzinstitut and other acitivities. This is a collection of notes, thoughts and discussions more than a statement of "truths" about jazz.


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Erratum:
Buddy Bolden, Bunk Johnson und Co.

Vor wenigen Tagen erschien der 10 Band der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung mit dem Titel "Begegnungen. The World Meets Jazz". Die Herausgabe eines solchen bandes macht jede Menge Arbeit, und der eine oder andere Fehler unterläuft einem dabei auch schon mal. Um also einen der aus meiner Sicht als Herausgeber eklatantesten Fehler zu korrigieren (der dummerweise auch noch auf meine eigene Nachlässigkeit zurückzuführen ist, hier eine kleine Abhandlung über zwei wichtige Blechbläser des frühen Jazz.

Buddy BoldenBuddy Bolden ist der grand old man des Jazz in New Orleans. Man habe sein Kornett über den Lake Pontchatrain gehört, sagt die Legende, also hatte er wohl einen recht starken Ton. Was genau er gespielt, hat, darüber sind einige Bücher geschrieben worden, doch Tondokumente gibt es nicht, da Bolden 1907 in eine Psychiatrie eingewiesen wurde und dort bis zu seinem Tod im Jahr 1931 lebte. Das Buddy Bolden Orchestra hatte meist sieben Mitglieder. Ein Foto aus den frühen Jahren des 20sten Jahrhunderts etwa zeigt den Kornettisten Bolden mit den beiden Klarinettisten Frank Lewis und Willie Warner, dem Ventilposaunisten Willie Cornish, dem Gitarristen Jefferson Mumford sowie dem Kontrabassisten James Johnson. Das Foto hat vielen Forschern Rätsel aufgegeben, weil sowohl der Gitarrist wie auch der Kontrabassist zumindest dem Foto nach Linkshänder gewesen sein müssten (oder aber vom Fotografen entsprechend drapiert wurden). Buddy Boldens Orchester spielte zu vielen Tänzen in New Orleans; er war bei den Mardi-Gras-Bällen und bei Umzügen zu hören^. Um 1900 kannte man ihn in New Orleans erst als Kid Bolden, später als King Bolden. Er spielte schnelle Ragtime-Stücke, Varieté-Songs, Stücke, die als Walzer, Polka oder Mazurka daherkamen. Zwei Musiker, die besonders von seinem Spiel beeinflusst waren, waren Freddie Keppard und Bunk Johnson. Johnson erzählte später, dass Bolden in jeder Tonart spielen konnte, aber keine Ahnung davon gehabt habe, was eine Tonart eigentlich sei. Boldens Band habe durchgehend improvisiert.

Bunk JohnsonNach Bunk Johnsons eigenem Zeugnis spielte er um die Jahrhundertwende mit Bolden. Auf jeden Fall war er um 1906/1907 Mitglied der Eagle Brass Band, die damals von Frankie Dusen geleitet wurde, der nach der Einweisung Buddy Boldens Orchestra übernommen hatte. Während andere New-Orleans-Musiker die Stadt um 1917 in Richtung Norden verließen und schließlich in Chicago seßhaft wurden, wirkte Johnson in Texas, Kansas City und reiste mit Zirkuskapellen und Minstrel-Shows umher. Als der Jazzhistoriker Bill Russell die Frühzeit des Jazz für das Buch "Jazzmen" recherchierte, entdeckte er durch den Ratschlag Louis Armstrongs, Sidney Bechets und Clarence Williams' 1938 den Trompeter, besorgte ihm neue Zähne und eine neue Trompete und ermöglichte ihm so ein erstaunliches Comeback. 1942 ging Johnson mit dem Klarinettisten George Lewis in New Orleans ins Studio, ging dann für eine Weile nach San Francisco und schließlich nach New York, wo er bis 1947 etliche Aufnahmen einspielte. Johnson starb 1949 und wird von der Jazzgeschichtsschreibung als ein Bindeglied zwischen dem nicht dokumentierten frühen Jazz Buddy Boldens und dem auf Schallplatten festgehaltenen Jazz King Olivers, Jelly Roll Mortons oder des frühen Louis Armstrong angesehen. Auf dem Bild links ist er mit dem Superior Orchestra in einem Foto von 1910 zu sehen. Der Posaunist ist Buddy Johnson, der Klarinettist 'Big Eye' Louis Nelson, der Kontrabassist Billy Marrero, der Schlagzeuger Walter Brundy, der Geiger Peter Bocage und der Gitarrist Richard Payne.

Diese beiden Bilder also haben wir auf Seite 73 unseres Buches leider miteinander verwechselt und das Foto Johnsons und des Superior Orchestras mit einem Verweis auf Buddy Boldens Band versehen. Ein ärgerliches Versehen, das wir zu entschuldigen bitten und zumindest hier, im Oktober-Jazzbrief, richtig stellen wollen.


Jazzmusiker als bildende Künstler

Anfrage:

Von Miles Davis ist bekannt, dass er auch als Maler agierte. Gibt es andere Jazzmusiker, die als bildende Künstler aktiv waren oder sind. Gibt es eine Art Anthologie dieses Genres oder einzelne Veröffentlichungen dazu?

Antwort:

Allgemein
Eine Monographie zum Gesamtthema , also den bildnerischen Zweittalenten von Jazzmusikern, existiert unseres Wissens bislang nicht. Klaus Wolbert geht in einem Absatz seines Beitrags über "Jazzmotive zwischen Kitsch und Kunst" im Darmstädter Ausstellungskatalog "That's Jazz" von 1988 immerhin auch auf malende Musiker ein.

Literatur:

  • Gérard Legrand: Jazz et surrealisme, in: Gérard Legrand: Puissances du Jazz, Paris 1953, p. 153-213
  • Martin Williams: Jazz and the Other Arts, in: Leonard Feather: The New Yearbook of Jazz, New York 1958 [Horizon Press], p. 57-59
  • Klaus Wolbert: Jazzmotive zwischen Kitsch und Kunst, in: Ekkehard Jost & Annette Hauber & Klaus Wolbert (eds.): That's Jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts, Darmstadt 1988 [Mathildenhöhe Darmstadt], p. 607-628
  • Krin Gabbard (ed.): Representing Jazz, Durham 1995
  • Eberhard Müller-Arp: "Wenn Du keinen Maler zum Freund hast, bist Du verloren!". Über Morton Feldman, ein Bild von Piet Mondrian, Pierre Bourdieu und die New Yorker Kunst der 50er Jahre, in: Annette Kreutziger-Herr & Manfred Strack (eds.): Aus der Neuen Welt. Streifzüge durch die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts, Hamburg 1997 [Lit Verlag], p. 165-181
  • Philipp Gutbrod: Oop Bop Sh'Bam. Die Wechselwirkungen zwischen dem deutschen Informel und der Jazzmusik nach 1945, in: Christoph Zuschlag & Hans Gercke & Annette Frese: Brennpunkt Informel. Quellen, Strömungen, Reaktionen, Köln 1998 [Wienand Verlag], p. 178-183
  • Alfred Appel Jr.: Jazz Modernism. From Ellington and Armstrong to Matisse and Joyce, New Haven 2002 [Yale University Press]
  • James Leggio (ed.): Music and Modern Art, New York 2002 [Routledge]
  • Wolfgang Sandner: Der Jazz und die Künste, in: Wolfgang Sandner (ed.): Jazz. Handbuch der Musik im 20. Jahrhundert, Laaber 2005 [Laaber], p. 255-311 (F); especially p. 273-281 (F: sub chapter "Transponierte Synkopen. Jazz und die Bildende Kunst"); p. 282-287 (F: sub chapter "Jazz-Fotografie und Cover-Art")
  • Howard S. Becker & Robert R. Faulkner & Barbara Kirshenblatt-Gimblett (eds.): Art from Start to Finish. Jazz, Painting, and other Improvisations, Chicago 2006 [University of Chicago Press]

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Tatsächlich haben sich etliche Jazzmusiker auch als bildende Künstler versucht. Hier eine Liste von Musikern, bei denen uns bekannt ist, dass sie nicht nur als Hobby malen, sondern ihre Bilder bereits in Ausstellungen zu sehen waren oder von namhaften Museen angekauft wurden. Diese Liste ist wahrscheinlich um etliches erweiterbar, und tatsächlich werden wir sie im Laufe der Zeit um weitere Beispiele erweitern.

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Louis Armstrong
Louis Armstrong machte regelmäßig Collagen, die jüngst in der Zeitschrift "Paris Review" gewürdigt wurden und im nächsten Frühjahr in einem umfangreichen Buch der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden sollen. Armstrong hat dabei weniger gemalt als vielmehr Bilder, Fotos, Texte ausgeschnitten und neu zusammengefügt, in Scrapbooks genauso wie auf den Covers der von ihm gestalteten Tonbandcovern.

Literatur:

  • Louis Armstrong: Cut & Paste. Reel to Reel, in: The Paris Review, #184 (Spring 2008), p. 63-79 (photos of Armstrong collages as used as reel-to-reel tape covers)

Weblink:
www.theparisreview.com/viewmedia.php/prmMID/5835

Han Bennink
Ähnliches gilt für den Schlagzeuger Han Bennink. Bennkink hatte in seiner Jugend eine klassische Ausbildung an einer Kunsthochschule absolviert.

Literatur:

  • Jörg Fischer: "Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann". Zur stilistischen Entwicklung Han Benninks unter besonderer Berücksichtigung von Einflüssen aus den bildenden Künsten, Mainz 1997 [diploma thesis]
  • Hans-Jürgen von Osterhausen: Musik und Bildende Kunst. Gemeinschaftsausstellung Peter Brötzmann / Han Bennink im Remscheid, in: Jazz Zeitung, 31/3 (Mar.2006), p. 4
  • Ben van Melick: Han Bennink. Cover art for ICP and other labels, Rimburg/NL 2008 [book: Uitgeverij Huis Clos]

Weblink:
www.hanbennink.com

Peter Brötzmann
Der Saxophonist Peter Brötzmann begann ursprünglich als bildender Künstler: Maler und Bildhauer.

Literatur:

  • E. Dieter Fränzel & Dietrich Rauschtenberger: Peter Brötzmann. "Wir hatten den Willen, so weit wie möglich zu gehen", in: E. Dieter Fränzel & JAZZ AGe Wuppertal (eds.): sounds like whoopataal. Wuppertal in der Welt des Jazz, Essen 2006 [Klartext], p. 171-181
  • Hans-Jürgen von Osterhausen: Musik und Bildende Kunst. Gemeinschaftsausstellung Peter Brötzmann / Han Bennink im Remscheid, in: Jazz Zeitung, 31/3 (Mar.2006), p. 4

Weblink:
youenoch.wordpress.com/2008/06/06/beyond-the-word

Miles Davis
Miles Davis wurde in der Anfrage bereits erwähnt. Seine Gemälde wurden 1991 in einem eigenen Buch reproduziert.

Literatur:

  • Josef Woodard: Miles Smiles. The Prince of Darkness lightens up and talks about life, music and painting, in: Jazziz, 6/5 (Aug/Sep.1989), p. 44-46, 48
  • Miles Davis & Scott Gutterman: The Art of Miles Davis, New York 1991
  • François-René Simon: La coleur Miles, in: Jazz Magazine, #478 (Feb.1998), p. 3-5
  • George Cole: The Dark Arts, in: Jazzwise, #85 (Apr.2005), p. 24-30 (interview with Jo Gelbart about Miles Davis' paintings)

Weblink:
www.milesdavis.com/art.asp

Duke Ellington
Duke Ellington begann als Schilder- und Plakatmaler, bevor er als Pianist und Komponist Karriere machte. Später "malte" er allerdings vor allem mit Noten, Harmonien und den Klangfarben seiner Orchestermusiker.

Literatur:

  • Duke Ellington: Music Is My Mistress, Garden City 1973 [Doubleday]
  • Mark Tucker: Ellington. The Early Years, Urbana 1991 [University of Illinois Press]

Weblink:
www.dukeellington.com

Joe Hackbarth
Die Ölgemälde des Schlagzeugers Joe Hackbarth wurden in einem eigenen Katalog gewürdigt.

Literatur:

  • NN: Kunst für Jazzfreunde, in: Schlagzeug, 3/11 (Jul.1958), p. 10 (Hackbarth produces silkscreen art)
  • NN: Hackbarth-Gemälde für Jazz-Bildband, in: Westjazz, 4/39 (Nov.1958), p. 2
  • NN: Jazz und Malerei als die Dominanz des Lebens. Der Künstler Joe Hackbarth ist nach einer schweren Krankheit gestorben, in: Darmstädter Echo, 31.Aug.2000

Weblink:
www.joe-hackbarth-museum.org

Milt Hinton
Der Bassist Milt Hinton war zugleich ein angesehener Fotograf – seine Bilder finden sich mittlerweile ebenfalls in namhaften Sammlungen.

Literatur:

  • Milt Hinton & David G. Berger: Bass Line. The Stories and Photographs of Milt Hinton, Philadelphia 1988
  • David G. Berger: Milt Hinton on Photography, in: Mississippi Rag, Nov.1988, p. 1-3
  • Ulrich Roth: Milt Hinton als Fotograf. Bass line fotografisch, in: Jazz Podium, 38/5 (May 1989), p. 24
  • Floyd Levin: The Milt Hinton Award for Excellence in Jazz Photography at the Los Angeles Classic Jazz Festival / Mona Clayton Hinton at the Los Angeles Classic Jazz Festival, in: Jersey Jazz, 21/9 (Nov.1993), p. 10-11
  • Coen de Jonge: De man die alles zag. Foto's van bassist Milt Hinton op het North Sea, in: Jazz (Nu), 24/3 (Summer 2001), p. 44-50
  • Patricia Willard: Filming Time. David G. Berger and Holly Maxson turn the camera on bassist and photographer Milt Hinton in their new documentary, in: Jazz Times, 33/4 (May 2003), p. 33-34
  • Milt Hinton, David G. Berger and Holly Maxson: Playing the Changes. Milt Hinton's Life in Stories and Photographs, Nashville/TN 2008 [Vanderbilt University Press]

Weblink:
www.milthinton.com

Jutta Hipp
Die in Leipzig geborene und 1955 in die USA ausgewanderte Pianistin Jutta Hipp malte und zeichnete viel, insbesondere nachdem sie ihren Musikerberuf an den Nagel Ende der 1950er Jahre gehängt hatte. Ihre Zeichnungen wurden immer wieder in Zeitschriften veröffentlicht.

Literatur:

  • Bill Donaldson: An Interview with Jutta Hipp, in: Marge Hofacre's Jazz News, 14/96 (May/Jun.1998), p. 13-15
  • Jutta Hipp – Painter, Pianist & Poet, Newark/NJ 2006 [MA thesis: Rutgers University]

Weblink:
www.katekaiser.com/articles/Jutta_Hipp_Jazz_Podium_July_2006_new.pdf

Ralf Hübner
Ralf Hübner ist ein weiterer der vielen Schlagzeuger, die neben Stöcken und Besen auch den Pinsel schwingen.

Weblink:
www.festwochen.de/jazzfest/2002/drummer.html

Daniel Humair
Genauso bekannt sind auch die Malkünste seines Schlagzeugkollegen Daniel Humair, dessen abstrakte Gemälde sich in namhaften Sammlungen befinden.

Literatur:

  • Jean-Yves Picoron: Daniel Humair, in: Jazz Magazine, #318 (1983), p. 16 (about exhibition)
  • NN: Humair au Musée, in: Jazz Hot, # 410 (May 1984), p. 6
  • Daniel Humair: Le jazz européen s'affiche, Toulouse 1991 [Pérégrinateur]
  • Daniel Humair: Jazz en images, in: Les Cahiers du Jazz, #11 (1997), p. 93-96

Weblink:
www.danielhumair.com/peintures.htm

Herbert Joos
Die Grafiken des Trompeters Herbert Joos schmückten etliche Cover des Jazz Podiums.

Literatur:

  • Hans Kumpf: Jazz in Form und Farbe (in Kirchheim/Teck), in: Jazz Podium, 32/6 (Jun.1983), p. 17
  • Hans Kumpf: Graphics by Joos, in: Jazz Forum, #89 (1984), p. 10
  • Volker Doberstein: Herbert Joos. Dem diskreten Klangillustrator zum 60. Geburtstag, in: Jazz Podium, 49/4 (Apr.2000), p. 10-11

Weblink:
www.kind-of-blue.de

Hans Koller
Hans Koller stellte seine Bilder in regelmäßigen Ausstellungen vor.

Literatur:

  • Herbert Lindenberger: Hans Koller, der Maler, in: Jazz Podium, 11/2 (Feb.1962), p. 35
  • Klaus Schulz: Hans Koller zum 70. Paint me a picture and play me a song, in: Jazz Podium, 40/2 (Feb.1991), p. 23
  • Ingrid Karl (Hg.): Hans Koller. The Man Who Plays Jazz, Wien 1993 [Wiener Musik Galerie]
  • Martin Schuster: Painter's Lament. Zum 80. Geburtstag von Hans Koller, in: Concerto, Apr/May 2001, p. 31

Weblink:
www.braeunlingen.de/de/resource/Flyer%20Koller-aktuell-00000531-00000005.pdf

Peter Kowald
Gleiches gilt für den zweiten "großen" Wuppertaler, den Kontrabassisten Peter Kowald, der auch in seinen musikalischen Kontakten gern über das Medium der Musik hinausblickte und mit Künstlern anderer Sparten zusammenarbeitete und der außerdem ebenfalls seine eigenen Plattencover und Plakate entwarf.

Literatur:

  • Peter Kowald: Almanach der "365 Tage am Ort", Luisenstraße Wuppertal, Köln 1998 [Buchhandlung Walther König]
  • Nicole Aders: Sehen sehen, Köln 1998 [Verlag der Buchhandlung Walther König]
  • Jan Sting: Bilder eines malenden Musikers. Der Kontrabassist Peter Kowald war auch ein kolossaler Maler. Seine Bilder zeigt die Galerie am Werk, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 27.Oct.2004
  • E. Dieter Fränzel & JAZZ AGe Wuppertal (eds.): sounds like whoopataal. Wuppertal in der Welt des Jazz, Essen 2006 [Klartext]

Weblink:
www.kowald-ort.com

Volker Kriegel
Der Gitarrist Volker Kriegel war ein wunderbarer Karikaturist (seine Karikaturen sind heute im deutschen Ernst-Busch-Museum in Hannover).

Literatur:

  • Volker Kriegel: Manchmal ist es besser, man sagt gar nix, Zürich 1998 [Haffmans]
  • Thomas Garms: Ein Gitarrist mit Zeichenstift. Volker Kriegel, in: Wolfgang Sandner (ed.): Jazz in Frankfurt, Frankfurt/Main 1990 [Societäts-Verlag], p. 128-132

Joachim Kühn
Auch der Pianist Joachim Kühn, mit dem Humair seit den 70er Jahren regelmäßig zusammenspielt, trat in den vergangenen Jahren auch als Maler in Erscheinung.

Literatur:

  • Hans-Jürgen von Osterhausen: Die Farben werden zu Klängen. Joachim Kühn. Der prominente Jazzmusiker pendelt nun zwischen der Musik und der Malerei, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 27.Dec.2002
  • Hans-Jürgen von Osterhausen: In Farbe verwandelte Klänge. Der Pianist Joachim Kühn tritt auch als Maler in Erscheinung, in: Jazz Zeitung, 28/3 (Mar.2003), p. 14

Weblink:
www.joachimkuehn.com/pictures.html

Walter Malli
Der Wiener Saxophonist Walter Malli war als Maler aktiv; im Jazzinstitut befindet sich ein Katalog seiner Arbeiten.

Literatur:

  • Klaus Peham: Der weige Post-Modernist. Ein unvollständiges Hologramm von Walter M. Malli, in: Bestände, #16/17 (Winter 1990), p. 11-12
  • Susanne Berchtold (ed.): Walter Malli. Zeichner und Musiker, Wien 2002 [exhibition catalogue: Schloß Schönbrunn]
  • Andreas Felber: Die Wiener Free-Jazz-Avantgarde. Revolution im Hinterzimmer, Wien 2005 [Böhlau]

Weblink:
archiv.hofmobiliendepot.at/malli/malli.html

Tony Oxley
Der in Deutschland lebende britische Schlagzeuger Tony Oxley hat sich auch als Maler hervorgetan.

Weblink:
www.festwochen.de/jazzfest/2002/drummer.html

Charlie Parker
Von Charlie Parker erzählt man, dass er gelegentlich zum Pinsel gegriffen habe.

Sun Ra
Sun Ra gestaltete Plattencover selbst. Und von seiner Musik sagte er, mit ihr male er Bilder der Unendlichkeit.

Literatur:

  • Sun Ra: The Immeasurable Equation, Philadelphia 1980 [Sun Ra]
  • Hartmut Geerken & Bernhard Hefele (Hgg.): Omniverse Sun Ra, Herrsching 1994 [Waitawhile]
  • John F. Szwed: Space Is the Place. The Lives and Times of Sun Ra, New York 1997 [Pantheon Books]
  • Graham Lock: Blutopia. Visions of the Future and Revisions of the Past in the Work of Sun Ra, Duke Ellington, and Anthony Braxton, Durham/NC 1999 [Duke University Press]
  • Aurélien Tchiemessom: Sun Ra. Un Noir dans le cosmos, Paris 2004 [l'Harmattan]
  • James L. Wolf & Hartmut Geerken (eds.): Sun Ra. The Immeasurable Equation. The Collected Poetry and Prose, Wartaweil 2005 [Waitawhile]
  • John Corbett (ed.): The Wisdom of Sun Ra. Sun Ra's polemical broadsheets and streetcorner leaflets, Chicago 2006 [WhiteWalls / University of Chicago Press]

Weblink:
www.hydeparkart.org/exhibitions/2006/10/sun_ra_el_saturn_chicagos_afro.php

Larry Rivers
Larry Rivers war wahrscheinlich als Maler noch bekannter denn als Musiker; in seinem New Yorker Studio aber trafen sich etliche Jazzmusiker. Insbesondere angesichts seiner ausführlichen Biographie ist er eine Aufnahme in diese Liste wert, auch wenn er vielleicht eher als musikmachender Maler und nicht als malender Musiker gesehen werden sollte.

Literatur:

  • Michael Zwerin: Larry Rivers. A Look Into Two Camps of the Painter-Jazzman, in: Down Beat, 33/16 (11.Aug.1966), p. 20-22, 37; response, by Ted Joans, in: Down Beat, 33/21 (20.Oct.1966), p. 8
  • Larry Rivers & Arnold Weinstein: What Did I Do? The Unauthorized Autobiography, New York 1992 [Thunder's Mouth Press]
  • David Amram: Offbeat. Collaborating with Jack Kerouac, New York 2002 [Thunder's Mouth Press]
  • Dong-Yeon Koh: Larry Rvers and Frank O'Hara. Reframing Male Sexualities, New York 2006 [PhD thesis: The City University of New York]

Weblink:
www.marlboroughgallery.com/artists/rivers/artwork.html

Vladimir Tarasov
Der Schlagzeuger Vladimir Tarasov hat ebenfalls als Bildender Künstler gearbeitet; seine Bilder waren bei vielen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu sehen.

Literatur:

  • Hans Kumpf: Kabakov und Tarasov verursachen eine Wassermusik. Zwischenfall im Hessischen Landesmuseum, in: Jazz Podium, 43/5 (May 1994), p. 32
  • Jens Rönnau: Ilya Kabakov/Vladimir Tarasov. Musik auf dem Wasser - Dauerinstallation, Performance und Ausstellung im Schleswig-Holsteinischen Landeskulturzentrum Salzau, in: Kunstforum, #134 (May/Sep.1996), p. 346-253

Weblink:
www.vladimirtarasov.com

George Wettling
Die Malkünste des Schlagzeugers George Wettling sind bekannt.

Literatur:

  • NN: Wettling Doubles With Brushes, in: Down Beat, 14/22 (22.Oct.1947), p. 3
  • George Wettling: "Man, don't you know everything's the blues", in: James Poling (ed.): Esquire's World of Jazz, London 1962 [Arthur Baker], p. 165-167 (portrait of Wingy Manone)
  • Hank O'Neal: A Note on the Cover Art, in: Brilliant Corners, 9/2 (Summer 2005), p. 4-5, cover

Weblink:
www.festwochen.de/jazzfest/2002/drummer.html


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