Jazz Nachrufe 2010
Jazz Obituaries 2010

 


Wir erhalten oft Anfragen nach verstorbenen Jazzmusikern. Wir haben uns daher entschlossen, auf diesen Seiten nach Jahren geordnete Listen zu veröffentlichen (seit 2005). Auch diese Seiten werden täglich aktualisiert. Wenn Sie an den kompletten Artikeln (Nachrufen) zu den auf dieser Seite gelisteten Musikern interessiert sind, wenden Sie sich bitte per e-mail an uns. Darüber hinaus verweisen wir auf unseren Jazz-Index, die weltweit größte computergestützte Bibliographie zum Jazz, in der neben Büchern und Zeitschriften auch aktuelle Presseberichte aus Tages- und Wochenzeitungen gelistet sind. Sie können Auszüge aus dem Jazz-Index zu bestimmten Stichworten (also beispielsweise konkreten Musikernamen) kostenlos per e-mail erhalten.

We are so often been asked about deseased jazz musicians that we decided to publish death dates on this page (since 2005). As for all of our website, this page is being updated on a daily basis. If you are interested in complete articles on some of the musicians listed on this page, write us an e-mail. You may also be interested in our Jazz-Index, the world's largest computer-based bibliography on jazz, which lists books, jazz periodicals, but also essays from daily and weekly newspapers. You can order excerpts from the Jazz-Index on specific musicians for free by sending us a mail with the respective name(s).


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Obituaries July 2010

Fritz Trippel (Piano)
(born: 10.Dec.1937, Chur/Switzerland; died: 28.Jul.2010, Chur/Switzerland)

Nachruf / Obituary: www.suedostschweiz.ch.

Art Mineo (Piano, Bass, Arrangement)
(born: 28.Aug.1918, Broklyn/NY; died: 27.Jul.2010, Tacoma/WA)

Nachruf / Obituary: Tacoma News Tribune.

Manfred Schulze (Baritonsaxophon / baritone saxophone)
(b: 17.Aug.1934, Schweizerthal/Germany; d: 25.Jul.2010, Berlin/Germany)

Willem Breuker (Saxophon / saxophone)
(born: 4.Nov.1944, Amsterdam/Netherlands; died: 23.Jul.2010, Amsterdam/Netherlands)

Der Saxophonist Willem Breuker verstarb am letzten Freitag im Alter von 65 Jahren. Breuker gehörte zur europäischen Free-Jazz-Avantgarde der 1960er Jahre und entwickelte ab den frühen 1970er Jahren zusammen mit seinem "Kollektief" seine eigenen musikalische Konzepte, die mit Humor Traditionen aus Jazz, Klassik, Folklore und vielen andere Quellen kombinierten. Das Kollektief trat dabei in Konzertsälen genauso auf wie in Fußgängerzonen. Breukers Musik besaß in ihrer Mischung aus scheinbarem Lärm und Chaos immer eine gehörige Portion Optimismus, sie spielte liebevoll mit populären Moden, sezierte Schlager genauso wie Opernarien und verwandelte diese dabei in etwas ganz anderes. Nachrufe / Obituaries: Parool, De Volkskrant, Süddeutsche Zeitung, FAZ, New York Times, www.npr.org, The Guardian.

Die zu knappe Lebenszeit
Nachtrag zu den Nachrufen über Wilhelm Breuker

Gerade mal 65 Jahre alt ist er geworden, dieser verschmitzte Kreativbrocken Willem Breuker. Das ist – wie für viele Künstler, egal, wie alt sie werden – eine knappe Zeit. Doch am Beispiel Breuker zeigt sich noch ein anderes Phänomen von Zeitknappheit:
   Er war nicht nur ein großartiger Orchesterleiter und -manager, sondern auch ein wunderbarer Saxophonist, doch blieb bei ihm die (öffentliche) Arbeit mit "seinem“ Instrument im Hintergrund. Konnte man ihn einmal im Trio oder Quartett hören, war man immer wieder erstaunt ob der stupenden Ideen und frappierenden Treffsicherheit, mit dem er ein solches Konzert zu einem großen Ereignis werden lassen konnte in aller Bandbreite zwischen unglaublich gepflegtem Wohlklang und gewagtesten Ausbrüchen, mit denen er – mild und wild zugleich – die brüchige Harmonie unserer Welt nicht schlicht abbildete, sondern sie beispielhaft verdichtete in Momenten höchster Musikalität.
   Auf die Frage, weshalb er nicht öfters in kleinen Besetzungen spiele, zuckte Willem die Achseln (und es wirkte leicht gequält): Er müsse halt das "Kollektief“ unterhalten.
   Damit meinte er keinen Begriff aus der Branche des Entertainments, sondern die schnöden „Unterhaltszahlungen“, die das Zusammenhalten einer musikalischen Großformation erheischt. Für ihn bedeutete dies, dass er so viele Gigs und Projekte mit seinen Musikern absolvieren musste, dass diese zwar davon leben konnten, für ihn aber wenig Zeit und Energie blieb für andere Aktivitäten.
   So ist sein Name kein persönlicher mehr, sondern Synonym für das Aufgehen des Individuums im Übergeordneten: Als "Willem Breuker-Kollektief“ ist er in die Musikgeschichte eingegangen, nicht als Einzelperson – für Weiteres war zeitlebens die Lebenszeit zu knapp (Michael Rieth, 28. Juli 2010)

The saxophonist Willem Breuker who died last Fiday at the age of 65 belonged to the European free jazz avant-garde of the 1960s and from the early 1970s together with his "Kollektief" developed his own musical concepts that humorously combined traditions from jazz, classical music, folklore and many other sources. The Kollektief performed in concert halls as well as pedestrian malls. Breuker's music always had a certain kind of optimism in its seeming noisiness and chaos, and it played lovingly with popular tastes, dissecting pop hits just as well as opera arias and thus transforming them to something else. Obituaries: Parool, De Volkskrant, Süddeutsche Zeitung, FAZ, New York Times, www.npr.org, The Guardian.

Philipp Walker (Gitarre, Gesang / guitar, vocals)
(born: 11.Feb.1937, Welsh/LA; died: 22.Jul.2010, Palm Springs/CA)

Dick Buckley (Radiomoderator / rado dj)
(born: 1924, Willshire/OH; died: 22.Jul.2010, Chicago/IL)

Nachruf / Obituary: Chicago Tribune.

Harry Beckett (Trompete / trumpet)
(born: 30.May 1935, St.Michael Parish, Barbados/West Indies; died: 20.Jul.2010, London/England)

Der Trompeter Harry Beckett verstarb am vergangenen Dienstag im Alter von 75 Jahren. Von Barbados aus, wo er geboren wurde, wollte Beckett ursprünglich nach Amerika gehen; es sei aber leichter gewesen, ein Visum für England zu erhalten, wo er 1954 anlangte. Er spielte in Latin- und Dancebands, aber auch mit der Avantgarde seiner neuen Heimat, mit Musiker wie Graham Collier oder Barry Guy. Außerdem wirkte er jahrelang in der Brotherhood of Breath des im Exil lebenden südafrikanischen Pianisten Chris McGregor. Beckett nennt Charlie Parker und Miles Davis als frühe Einflüsse, aber auch die Hymnen, die er als Kind überall auf Barbados gehört habe. Er besaß einen wunderbar warmen Sound, der in späteren Jahren mehr Untertöne bekam, schon mal fast brüchig wirkte, dabei aber überall sein Feingespür fürs Melodische bewahrte. Es war ihm immer wichtig, in seinen Soli eine Geschichte zu erzählen. Er spielte mit einer sehr besonderen Art von Understatement, in der Pausen und Freiräume genauso wichtig waren wie die Melodien, die er darin ausklingen ließ. 1961 wirkte Beckett als Komparse in einem Film mit, für den Charles Mingus die Musik geschrieben hatte. In einer Szene musste er einen Trompeter zu bereits eingespielter Musik mimen. Als Mingus ihn am Abend in einem Club hörte, war er überrascht und bat ihn, bei Teilen des Soundtracks mitzuwirken. Dabei gab er dem jungen Beckett einen wertvollen Ratschlag: "Versuch nicht, wie Gillespie, Miles oder sonst jemand so spielen, spiel einfach dein eigenes Harry-Beckett-Ding! Weißt du, ich, Mingus, habe mit all den Typen gespielt, also versuch nicht, mir zu zeigen, dass du wie sie spielen kannst. Mach dein eigenes Ding, das ist alles, was ich verlange." Beckett machte sein eigenes Ding, bis zum Schluss. Wir hatten das Glück, ihn öfters in Darmstadt erleben zu können, bei Konzerten und Workshops, bei denen er seine Erfahrungen weitergab. Er wird uns fehlen. (Wolfram Knauer) Nachrufe: londonjazz.blogspot.com, The Guardian.

The trumpeter Harry Beckett died last Tuesday at the age of 75. Becket was born in Barbados and had originally planned to go to America but as it was easier to get a visa for England he moved there in 1954. He played in Latin and dance bands but also with the avant-garde of his new home country, musicians such as Graham Collier or Barry Guy. He also played for years in the Brotherhood of Breath of exiled South African pianist Chris McGregor. Beckett cited Charlie Parker and Miles Davis as early influences and also the hymns which he had heard in Barbados as a child. He had a wonderful warm sound, which in later years seemed to become more fragile than before but in its fragility nevertheless conveyed his sense for melody. He always made sure to tell a story in his solos. He played with a specific kind of musical understatement in which silence was just as important as the melodies which he let resonate into the silence. In 1961, Beckett had been hired as an extra for a movie for which Charles Mingus had written the music. He had to mime a musician in one scene, moving his fingers to pre-recorded music. When Mingus heard him at a local club in the evening, he was surprised and used the "real Harry Beckett" for further parts of the soundtrack. And he gave the young trumpeter some valuable piece of advice: "Don’t try to play like Gillespie, or Miles or anyone like that, just do your own Harry Beckett thing! Because I’m Mingus, and I’ve played with these people, so don’t try to show me you can play like them, just do your thing, that’s all I’m asking.“ Beckett did his own thing till the end. We were lucky to have had him play in Darmstadt several times, in concerts and several workshops in which he gave his experiences to yet another generation. He will be missed. (Wolfram Knauer) Obituaries: londonjazz.blogspot.com, The Guardian.

Rudy Wooten (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: 13.Nov.1958, Pinetops/NC; died: 12.Jul.2010, Inglewood/NJ)

Paulo Moura (Klarinette, Altsaxophon / clarinet, alto saxophone)
(born: 15.Jul.1932, Sao José do Rio Preto/Brasil; died: 12.Jul.2010, Rio de Janeiro/Brasil)

Nachruf / Obituary: New York Times (1), New York Times (2), The Guardian.

Harvey Pekar (Kritiker / critic)
(born: 8.Oct.1939, Cleveland/OH; died: 12.Jul.2010, Cleveland Heights/OH)

Nachrufe / Obituaries: Washington Post (1), Washington Post (2), Washington Post (3), Wall Street Journal, New York Times, The Guardian, The Atlantic, Spiegel Online, The Independent, Wall Street Journal.

Robbie Jansen (Saxophon / saxophone)
(born: 5.Aug.1949, Cape Town/South Africa; died: 7.Jul.2010, Kuils River/South Africa)

Fuqua, Harvey (Produzent / producer)
(born: 27.Jul.1929, Louisville/KY; died: 6.Jul.2010, Detroit/MI)

Nachruf / Obituary: The Independent.

Dave Chapman (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: 10.Jan.1929, Fall River/MA; died: 3.Jul.2010, Boston/MA)

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Obitiaries June 2010

Joya Sherrill (Gesang / vocals)
(born: 20.Aug.1927, Bayonne/NJ; died: 28.Jun.2010, Great Neck/NY)

Nachruf / Obituary: Newsday, New York Times.

Earl Clark (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: Tulsa/OK; died: 28.Jun.2010, Tulsa/OK

Nachruf / Obituary: Tulsa World.

Benny Powell (Posaune / trombone)
(born: 1.Mar.1930, New Orleans/LA; died: 26.Jun.2010, New York)

Nachruf / Obituary: The Guardian, New York Times, Los Angeles Times.

Chuck Hedges (Klarinette / clarinet)
(born: 21.Jul.1932, Chicago/IL; died: 24.Jun.2010, Waukesha/WI)

Nachruf / Obituary: Milwaukee Journal-Sentinel.

Francis Dreyfus (Produzent / producer)
(born: 1940, Raincy/France; died: 24.Jun.2010, Paris/France)

Nachruf / Obituary: Billboard.

Fred Anderson (Tenorsaxophon / tenor saxophone)
(born: 22.Mar.1929, Monroe/LA; died: 24.Jun.2010, Chicago/IL)

Wir erfuhren heute morgen, dass der Tenorsaxophonist und Clubbesitzer Fred Anderson, zugleich eine legendäre Integrationsfigur für den Chicagoer Jazz gestorben ist. Anderson lag nach einem schweren Herzanfall in einem Krankenhaus, wie wir an anderer Stelle unseren JazzNews (siehe 22. Juni) berichteten. Nachrufe: Chicago Tribune, New York Times.

We just learned that tenor saxophonist and club owner Fred Anderson, probably the most universally respected figure on the Chicago jazz scene, died yesterday. He had been hospitalized after a heart attack as we reported elsewhere in our JazzNews (see June 22nd). Obituaries: Chicago Tribune, New York Times.

Allyn Ferguson (Piano)
(born: 18.Oct.1924, San Jose/CA; died: 23,.Jun.2010, Westlake Village/CA)

Nachruf / Obituary: Los Angeles Times, San Francisco Chronicle.

Tam White (Gitarre, Gesang / guitar, vocal)
(born: 12.Jul.1942, Edinburgh/Scotland; died: 21.Jun.2010, Edinburgh/Scotland)

Nachruf / Obituary: Scotsman, The Independent.

Freddie Syer (Altsaxophon / alto saxophone)
(d: ca. Jun.2010)

Nachruf / Obituary: The Guardian.

Dixon, Bill (Trompete / trumpet)
(born: 5.Oct.1925, Nantucket/MA; died: 15.Jun.2010, North Bennington/VT

Nachrufe / Obituaries: Washington City Paper, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Bannington Banner, New York Times, The Guardian.

Wendell Logan (Komponist, Pädagoge / composer, educator)
(born: 24.Nov.1940, Thomson/GA; died: 15.Jun.2010, Cleveland/OH)

Nachruf / Obituary: New York Times, (Northern Ohio) Morning Journal.

Tony Cennamo (Radiomoderator / Jazz radio DJ)
(born: Brooklyn/NY; died: 8.Jun.2010, Boston/MA)

Nachruf / Obituary: The Boston Globe.

Johnny Parker (Piano)
(born: 6.Nov.1929, Beckenham, Kent/England; died: 4.Jun.2010, London/England)

Nachruf / Obituary: The Guardian, The Independent.

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Obitiaries May 2010

Bobbejaan Schoepen (Gitarre / guitar)
(born: 16.May 1925, Antwerp/Belgium; died: 17.May 2010, Antwerp/Belgium)

Nachruf / Obituary: The Independent.

Edgar Bateman (Schlagzeug / drums)
(born: St.Louis/MO; died: 17.May 2010, Philadelphia/PA)

Hank Jones (Piano)
(born: 31.Jul.1918, Vicksburg/MS; died: 16.May 2010, New York)

Der Pianist Hank Jones starb im Alter von 91 Jahren in New York. Jones trat bis kurz vor seinem Tod regelmäßig auf und stand auf dem programm des New Yorker Jazzclubs Birdlands für nächste Woche. Die Jazzwelt verliert einen Meister der Musik mit großartiger Technik aber noch mehr mit der Bereitschaft, immer musikalische Risiken einzugehen, einen Gentleman auf der Bühne und dahinter und einen Musiker, der die seltene Gabe besaß, seine Kollegen besonders gut klingen zu lassen. Ein paar persönliche Erinnerungen:

Henry 'Hank' Jones wurde 1918 in Vicksburg, Mississippi, geboren. Er wuchs in Pontiac, Michigan, auf, und zwar in einer überaus musikalischen Familie: Seine jüngeren Brüder, der Trompeter und Arrangeur Thad Jones und der Schlagzeuger Elvin Jones, schrieben, wie er, Jazzgeschichte. Seine Einflüsse waren die Einflüsse der 30er Jahre: das mitreißend swingende Stridepiano Fats Wallers, die hohe Kunst des Klaviervirtuosen Earl Hines, die Eleganz Teddy Wilsons. In den 40er Jahren kam Hank Jones nach New York, um mit der Band des Trompeters Hot Lips Page in einem Club auf der legendären 52sten Straße zu spielen. Dort reihte sich Jazzclub an Jazzclub, man konnte in den Lokalen Künstler des ausgehenden Swing und des neuen Bebop hören. Sie müssen sich das vorstellen: Ein junger Musiker kommt auf die 52nd Street, wo in angrenzenden Lokalen seine Heroen spielen: Art Tatum, Nat King Cole, Teddy Wilson, Erroll Garner, Bud Powell. Aber Jones machte sich bald seinen eigenen Namen. Er spielte mit allen Bands. Andy Kirk, John Kirby und Billy Eckstine waren Arbeitgeber, aber auch Coleman Hawkins, Buster Bailey und Charlie Parker. 1947 verpflichtete ihn die First Lady of Song, Ella Fitzgerald, in ihr Trio. 6 Jahre lang begleitete er sie, spielte daneben in den Jam-Session-Bands der Jazz at the Philharmonic-Truppe von Norman Granz, die auch in Europa große Erfolge feierte.

In den 50er Jahren wurde Hank Jones zum meistbeschäftigten Pianisten des Jazz. Platteneinspielungen, an denen er teil hatte, sind nicht mehr zu zählen, sie übersteigen die Tausend bei weitem. Fast jeder Musiker, aus Swing genauso wie aus den modernen Stilrichtungen, nutzte seine Begleitkunst. Er war auf unzähligen Aufnahmen für das Savoy-Label und andere Plattenfirmen zu hören, tourte mit Coleman Hawkins, Benny Goodman, spielte mit Cannonball Adderley genauso wie mit Lester Young. 1959 nahm ihn dann die Fernsehfirma CBS unter Vertrag. Für die nächsten 16 Jahre spielte Hank Jones in Liveshows und mit Studiobands, trat regelmäßig in der Ed Sullivan Show und anderen populären TV-Sendungen auf. Er verließ aber nie den Jazz, war in New York ansässig und dauernd auf Platten mit anderen großen Musikern zu hören. Mitte der 70er Jahre wurde er wieder zum Freelance-Musiker, allerdings zu einem der gefragtesten. Sein Trio mit Ron Carter und Tony Williams überraschte die Jazzwelt mit einer Modernität und musikalischen Reife, wie sie kaum ein anderes Trio besaß. Das "Great Jazz Trio", wie man es nannte, belebte Mitte der 70er Jahre die Kunst des Klaviertrios im Jazz wieder.

1978 dann nahm Hank Jones einmal mehr einen regelmäßigen Job an. Er spielte in der Band der Broadway-Show "Ain't Misbehavin'". Das war eine Art Musical, obwohl der Begriff Revue es wohl besser fassen würde: Drei Sängerinnen, 2 Sänger, darunter die wunderbare Nell Carter, eine siebenköpfige Kapelle mit Arvell Shaw am Kontrabass, Virgil Jones an der Trompete und Seldon Powell am Saxophon. Hank Jones war Pianist und künstlerischer Leiter der Band, die an sechs Abenden die Woche und Mittwochs und Sonntags auch noch zu nachmittaglichen Vorstellungen von hinten auf einer kleinen Fahrbühne nach vorne gerollt wurde. Der Vorhang hob sich, vom Band erklang die Musik der originalen Fats Waller Band, "Ain't Misbehavin'". Hank Jones betrat langsam die Bühne, ganz im Klischee der 30er Jahre gekleidet, Ärmelschoner um die Arme, holte ein Taschentuch hervor, mit dem er den Klavierhocker und die Tasten abstaubte, setzte sich und "übernahm" sozusagen von seinem Vorfahr, und plötzlich wurde die Musik der 1930er Jahre zu einer unglaublich gegenwärtigen Musik.

Damals hatte ich Hank Jones bereits gekannt. Ich hatte ihn beim Festival in Nizza kennengelernt, bei dem er seit 1976 regelmäßig und an mehreren Abenden zu hören war. Als ich Ende der 70er Jahre eine ganze Weile in New York lebte, ging ich oft in "Ain't Misbehavin'" – damals war New York noch erschwinglich, man konnte ohne Probleme eine Broadway-Show und zwei Jazzclubs erleben und danach noch in die Disco gehen (naja... ich war damals noch jung). Und wenn ich Heimweh hatte, gab es zwei Anlaufstellen, die mich mit der Anonymität der Großstadt versöhnten: die Carnegie Tavern, in der Ellis Larkins auftrat, der vor kurzen verstorbene Pianist, der wie Hank Jones einst ein kongenialer Begleiter Ella Fitzgeralds war; und das Ziegfeld Cafe gegenüber dem Plymouth Theatre auf 45sten Straße, in dem "Ain't Misbehavin'" gegeben wurde. Dort nämlich trat Hank Jones jeden Abend nach der Show auf, in einer kleinen Bar, in die das Publikum der Broadwaystücke nach dem Theater strömte, von denen allerdings niemand, aber wirklich absolut niemand wusste, welch ein legendärer Pianist hier auftrat. Das führte dazu, dass, wenn ich da war, ich meist sein einziger wirklicher Zuhörer war, und nach einer Weile hatte ich die Ehre, Stücke seiner Sets aussuchen zu dürfen. Er fragte mich, "Was willst Du hören?", und ich traute mich kaum, mir etwas zu wünschen.

Mehr als zwei jahrzehnte später traf ich Hank Jones bei einem Konzert in Deutschland, bei dem er von einem weniger als adäquaten Bassisten begleitet wurde, der normalerweise in Dixielandbands spielte und eine harte Zeit hatte, Hanks harmonischen Ausflügen zu folgen. Trotzdem lächelte Hank Jones den ganzen ersten Set lang, und als ich ihn während der Pause ein wenig bedauerte, meinte er nur, "Ach, ich habe meinen Spaß!", zwinkerte mir zu und sagte: "Wart's ab...!" Und tatsächlich, im zweiten Stück des zweiten Sets sagte er ein "Basssolo unseres großartigen Kontrabassisten" an. Er hatte diesem vorher gesagt, er solle einfach nur Pfunsnoten auf 1 und 3 spielen und ihm den Rest überlassen. Der tat genau dies, und Hank Jones füllte den Rest mit pianistischen Verzierungen auf – nicht zu viel, nicht zu wenig –, und, man mochte es kaum glauben: Das Basssolo klang wunderbar! Da begriff ich, dass ich eine der Fähigkeiten Hank Jones' erlebt hatte, die er in den jahren gelernt hatte, als er in den Studios oft zweitklassige Sängerinnen begleiten musste. Während des ersten Sets war ich noch verärgert darüber gewesen, wie man ihm einen so schlechten Musiker beiseitestellen konnte; danach war ich froh darüber, erlebt zu haben, wie Hank Jones' große Kunst einen Kollegen weit über seine Fähigkeiten gut klingen lassen konnte. Ich traf Hank ein paar weitere Male, zuletzt im vergangenen Sommer in Salau. Er hatte große Ohren, Musik war sein Leben, und wir, die ihn im Konzert erleben durften, können uns glücklich schätzen. Danke, Hank Jones!

(Wolfram Knauer)

Nachrufe: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Washington Post (1)Washington Post (2), San Francisco Chronicle, New York Times, Bloomberg News, Detroit Free Press, The Independent, The Guardian, Le Figaro.

Pianist Hank Jones died in New York at the age of 91. Jones had been traveling and performing up to recently and had originally been scheduled to perform a week at New York's Birdland jazz club next week. He will be missed as a master musician with a great technique but even more love for taking risks, as a gentleman on and off the stage, as a musician who could make others on stage with him shine like few others. Let me add some personal memories:

Henry 'Hank' Jones was born in 1918 in Vicksburg, Mississippi. He grew up in Pontiac, Michigan, grew up in a highly musical family: his younger brothers, trumpeter Thad Jones and drummer Elvin Jones wrote jazz history just like himself. His influences were influences of the 1930s: the swinging stride piano of Fats Waller, the high art of piano virtuoso Earl Hines, the elegance of Teddy Wilson. In the 1940s Hank Jones came to New York to join the band of trumpeter Hot Lips Page in a club on legendary 52nd Street in which you could find jazz club next to jazz club and hear all the best artists of the late swing era and the upcoming bebop style. Just imagine: A young musician coming to 52nd Street playing next door to his musical heroes: Art Tatum, Nat King Cole, Teddy Wilson, Erroll Garner, Bud Powell. But Jones soon made his own marks. He played with bands such as those of Andy Kirk, John Kirby and Billy Eckstine, Coleman Hawkins, Buster Bailey or Charlie Parker. In 1947 the First Lady of Song, Ella Fitzgerald, engaged him for her trio. He accompanied her for six years, at the same time playing in Norman Granz's celebrated Jazz at the Philharmonic with which he also toured Europe with high success.

In the 1950s Hank Jones became one of the busiest pianists of jazz. You can't count the recordings he participated in, they by far exceed the thousand. Nearly every musician, from swing to modern jazz, made use of his art. He was heard on innumerable records for the Savoy label and other record companies, toured with Coleman Hawkins, Benny Goodman, played with Cannonball Adderley as well as with Lester Young. In 1959 he became a studio musician for CBS. For the next 16 years, Hank Jones appeared in live shows and played with studio bands, was seen regularly on the Ed Sullivan show and other popular TV broadcasts. He never, though, neglected jazz. He lived in New York and he continued to participate in records with other great musicians. In the mid-1970s he became a freelance musician, but one of those most in demand. His trio with Ron Carter and Tony Williams surprised the jazz world with a kind modernity and musical maturity, which no other trio possessed. The Great Jazz Trio, as it was known in the mid-1970s, revived the art of the piano trio in jazz.

In 1978, Hank Jones got another regular job. He played in the pit band of the broadway show "Ain't Misbehavin'". This was a kind of musical, although the term revue might be more fitting: three female, two male singers, among them the wonderful Nell Carter, a seven piece band with Arvell Shaw at the double bass, Virgil Jones at the trumpet and Seldon Powell at the saxophone. Hank Jones was pianist and musical director of the band which on six evenings a week and on Wednesday and Sunday afternoon for matinee performances was rolled onstage. The curtain rose, music sounded from the loudspeakers, the original Fats Waller band playing "Ain't Misbehavin'". Then Hank Jones entered the stage, dressed in a cliché of the 1930s, sleeve protectors around his arms, took out a handkerchief, dusted off the piano chair and the keyboard of the piano, sat down and "took over", so to say, from his tape predecessor, and suddenly the music from the 1930s became very much today's music.

I had met Hank Jones before, at the festival in Nice, France, where he appeared regularly since 1976 and usually played at more than one evening. When I lived in New York in the late 1970s I often attended performances of "Ain't Misbehavin'" – at that time New York was quite reasonable, you could afford to see a broadway show, go to two jazz clubs and end the night at a disco (I was still young, then). And whenever I felt homesick, there were two places to go to: Carnegie Tavern where Ellis Larkins performed, the late pianist who like Hank Jones had been a congenial accompanist of Ella Fitzgerald, and the Ziegfeld Café across the street from the Plymouth Theatre on 45th Street, which was where "Ain't Misbehavin'" played. There, Hank Jones performed every evening after the show, in a small bar frequented by theatregoers, none of whom, and I mean absolutely none of whom, had an idea what a legendary pianist was performing. The result was that often I was the only customer really listening to the music. Hank came over during intermission, talked to me and asked "So, what would you like to hear?", and I hardly dared to ask for anything.

More than 2 decades later I met Hank Jones in a concert in Germany in which he was accompanied by a less than adequate bass player, a musician who usually played in trad bands and had a hard time following Hank's harmonies. Yet, Hank Jones smiled through the whole first set, and upon my question during intermission how he could bear the situation, he just responded, "Oh, I'm having fun!" and then winked at me and said "Just wait...!" True, for the second piece of the second sethe announced, "Now, you will hear a bass solo by our great bass player...". He had briefed the amateur musician to just play pount notes and leave the rest to him. That's what the guy did, and Han Jones embellished these notes with his pianistics – not too much, not too little –, and, believe it or not, the bass solo sounded wonderful! That's when I realized that this was what Hank Jones had been doing for years when he had been accompanying less than adequate singers. I had been angry about the choice of accompanists during the first set but was grateful to have been witness to hear how Hank was able to make someone sound great far above his capacities. I met Hank a couple of more times, the last times in Salzau, Germany during the summer of last year. He had big ears; music was his life, and we, who were lucky to have witnessed his art in concert, can count ourselves blessed. Thank you, Hank Jones!

(Wolfram Knauer)

Obituaries: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Washington Post (1)Washington Post (2), San Francisco Chronicle, New York Times, Bloomberg News, Detroit Free Press, The Independent, The Guardian, Le Figaro.

Gilbert Rost (Trompete / trumpet)
(born: 1933, Paris/France; died: 13.May 2010, Paris/France)

Rosa Rio (Orgel / organ)
(born: 2.Jun.1902, USA; died: 13.May 2010, Sun City/FL)

Nachruf / Obituary: New York Times, Washington Post.

Francisco Aguabella (Perkussion / percussion)
(born: 10.Oct.1925, Matanzas/Cuba; died: 7.May 2010, Los Angeles/CA)

Nachruf / Obituary: San Francisco Chronicle.

Lena Horne (Gesang / vocal)
(born: 30.Jun.1917, Brooklyn/NY; died: 9.May 2010, New York)

Nachrufe / Obituaries: Washington Post; San Francisco Chronicle (1); San Francisco Chronicle (2); Wall Street Journal; The Independent; The Guardian (1); The Guardian (2); The Guardian (3); Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Roy Carrier (Akkordeon, Gesang / accordeon / vocal)
(born: 11.Feb.1947, Lawtell/LA; died: 3.May 2010, Opelousas/LA)

Rob McConnell (Posaune / trombone)
(born: 14.Feb.1935, London, Ontario/Canada; died: 1.May 2010, Toronto/Canada)

Nachruf / Obituary: Examiner, Los Angeles Times.

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Obitiaries April 2010

Mike Arena (Tenorsaxophon / tenor saxophone)
(born: 10.Oct.1927, Rochester/NY; died: 30.Apr.2010, Sanford/FL)

Nachrufe / Obituaries: Orlando Sentinel (1), Orlando Sentinel (2)

Jean Saumonde (Trompete / trumpet)
(born: 11.May 1920, France; d: 29.Apr.2010, Limoges/France)

Morris Pert (Perkussion / percussion)
(born: 9.Sep.1947, Arbroath/Scotland; died: 27.Apr.2010, Sutherland/Scotland)

Nachruf / Obituary: The Independent.

Rudi Fuesers (Posaune / trombone)
(born: 26.Jul.1928, Waldniel, near Mönchengladbach/Germany; died: 29.Apr.2010, near Heidelberg/Germany)

Gene Lees (Kritiker / critic)
(born: 8.Feb.1928, Hamilton, Ontario/Canada; died: 22.Apr.2010, Ojay/CA)

Nachrufe / Obituaries: Los Angeles Times, Washington Post, New York Times, The Independent.

Guru (Rap-Gesang / rap vocals)
(born: 17.Jul.1962, Boston/MA; d: 19.Apr.2010, New York)

Nachruf / Obituary: Washington Post, San Francisco Chronicle, New York Times, The Guardian, The Independent.

Milt Kabak (Arrangement)
(died: 16.Apr.2010, Mahopac/NY)

George Melvin (Orgel / organ)
(born: 13.May 1946, Lynchburg/VA, died: 15.Apr.2010, Lynchburg/VA)

Nachruf / Obituary: Charlottesville Weekly, Charlottesville Jazz Society, Charlottesville Daily Progress..

Steve Reid (Schlagzeug / drums)
(born: 29.Jan.1944, Bronx/NY; died: 13.Apr.2010, New York)

Nachruf / Obituary: RTT News, Los Angeles Times (Blog).

Eddie Johnson (Tenorsaxophon / tenor saxophone)
(born: 11.Dec.1920, Napoleonville/LA; died: 7.Apr.2010, Chicago/IL)

Nachruf / Obituary: Chicago Tribune, Examiner.

Graciella (Gesang / vocal)
(born: Havana/Cuba; died: 7.Apr.2010, New York)

Nachruf / Obituary: New York Times, The Guardian.

Luigi Waites (Schlagzeug / drums)
(born: 10.Jul.1927, Omaha/NE; died: 6.Apr.2010, Omaha/NE)

Nachruf / Obituary: www.kptm.com.

Geraldine Gay (Piano)
(b: 1931, Chicago/IL; d: 6.Apr.2010, Aurora/IL)

Nachruf / Obituary: Chicago Tribune.

Mike Zwerin (Bass-Trompete, Kritiker / bass trumpet, critic)
(born: 18.May 1930, New York; died: 2.Apr.2010, Paris/France)

Nachruf / Obituary: www.bloomberg.com, Jazz Beyond Jazz, New York Times, The Guardian.

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Obitiaries March 2010

Nicola Arigliano (Gesang / vocals)
(born: 6.Dec.1923, Squinzano/Italy; died: 30.Mar.2010, Calimera/Italy)

John Bunch (Piano)
(born: 1.Dec.1921, Tipton/IN; died: 30.Mar.2010, New York)

Nachruf / Obituary: New York Times, The Guardian.

Laurie Wright (Jazzhistoriker / jazz historian)
(born: 3.Feb.1929, Hertfordshire/England; died: 28.Mar.2010, London/England)

Herb Ellis (Gitarre / guitar)
(born: 4.Aug.1921, Farmersville/TX; died: 28.Mar.2010, Los Angeles/CA)

Der Gitarristen Herb Ellis starb am 28. März im Alter von 88 Jahren. Ellis litt an Alzheimer. Ellis begann seine Karriere in den 1940er Jahren in Bigbands wie dem Casa Loma Orchestra oder der Band von Jimmy Dorsey, wurde dann Mitglied im klassischen Oscar Peterson Trio der 1950er Jahre, tourte mit Ella Fitzgerald und ließ sich schließlich in Kalifornien nieder, wo er in den Film- und Fernsehstudios arbeitete. Daneben rourte er mit eigenen Bands, insbesondere mit dem Trio "Great Guitars", in dem er zusammen mit seinen Gitarrenkollegen Barney Kessell und Charlie Byrd spielte. Nachrufe: Washington Post, Los Angeles Times, New York Times, The Independent, The Guardian, Frankfurter Allgemeine Zeitung.

The guitarist Herb Ellis died on March 28th at the age of 88. Ellis had Alzheimer's disease. Ellis started playing in big bands such as the Casa Loma Orchestra and Jimmy Dorsey in the 1940s, then became the guitarist in the classic Oscar Peterson trio in the 1950s, toured with Ella Fitzgerald and later settled in California to work in movie and television studios. He also toured with his own groups and especially with the trio "Great Guitars" together with fellow jazz guitarists Barney Kessel and Charlie Byrd. Obituaries: Washington Post, Los Angeles Times, New York Times, The Independent, The Guardian, Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Oscar 'Lucky' Wesley (Gesang / vocals)
(died: 27.Mar.2010, Kansas City/MO)

Nachruf / Obituary: The Kansas City Star.

Peter Herbolzheimer (Posaune, Arrangement / trombone, arrangement)
(born: 31.Dec.1935, Bucharest/Romania; d: 27.Mar.2010, Köln/Germany)

Der Posaunist, Arrangeur und Bigbandleiter Peter Herboluheimer starb am Samstag im Alter von 74 Jahren. Er begann seine Karriere als Posaunist in der Band von Bert Kaempfert. 1969 gründete er seine Band Rhythm Combination & Brass, mit der er neue Klangfarben ins Bigbandrepertoire einbrachte und seit den 1970er Jahren regelmäßig sowohl in Konzerten wie auch in populären Fernsehshows zu sehen war. 1987 wurde er der erste Leiter des Bundesjazzorchesters, eine Position, die er bis 2007 bekleidete. Während dieser Zeit gingen viele junge Musiker durch diese Band, die heute selbst den jazz in Deutschland voranbringen, unter ihnen Till Brönner, Peter Weniger, Ingolf Burkhardt, Michael Wollny und andere. Nachrufe: Spiegel Online, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung (I), Frankfurter Allgemeine Zeitung (II), Welt Online, Focus Online, Tagesspiegel, Washington Post.

The trombonist, arranger and big band leader Peter Herbolzheimer died last Saturday at the age of 74. He started his career as a trombonist in the band of Bert Kaempfert. In 1969 he founded his own band Rhythm Combination & Brass with which he introduced new sound colors into the big band repertoire, and from the 1970s on he regularly performed both in concerts and on popular TV shows. He became the first musical director of the Bundesjazzorchester, the youth big band of Federal Republic of Germany, in 1987, a job which he kept until 2007. During that time many young musicians went through his band, who are helping German jazz to move on today, among them Till Brönner, Peter Weniger, Ingolf Burkhardt, Michael Wollny and others. Obituaries:Spiegel Online, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung (I), Frankfurter Allgemeine Zeitung (II), Welt Online, Focus Online, Tagesspiegel, Washington Post.

Jerry Valburn (Tontechniker, Sammler / sound engineer, collector)
(died: 26.Mar.2010, Deerfield Beach/FL)

Jim Marshall (Fotograf / photographer)
(born: 3.Feb.1936, Chicago/IL; died: 24.Mar.2010, San Francisco/CA)

Nachruf / Obituary: The Guardian.

Alfred Krondraf (Kritiker / critic)
(d: 23.Mar.2010, Austria)

Marva Wright (Gesang / vocal)
(born: 20.Mar.1948, New Orleans/LA; died: 23.Mar.2010, New Orleans/LA)

Nachruf / Obituary: San Francisco Chronicle.

Jackie Mills (Schlagzeug / drums)
(born: 11.Mar.1922, New York; died: 22.Mar.2010, Beaumont/CA)

Diz Disley (Gitarre / guitar)
(born: 27.May 1931, Winnipeg, Manitoba/Canada; died: 22.Mar.2010, England)

Nachruf / Obituary: The Guardian (1), The Telegraph, The Independent, The Guardian (2).

Kenny Baldock (Bass)
(born: 5.Apr.1932, Chiswick, London/England; died: 22.Mar.2010, England)

Bernard 'Bunchy' Johnson (Schlagzeug / drums)
(born : 1952; died: 21.Mar.2010, New Orleans/LA

Erwin Lehn (Piano)
(born: 8.Jun.1919, Grünstadt/Germany; died: 20.Mar.2010, Stuttgart/Germany)

Der Pianist und Big Band-Leiter Erwin Lehn starb im Alter von 90 Jahren. Er hatte seine Karriere im 1945 als Pianist, Arrangeur und später Co-Leader des Radio-Berlin Tanzorchesters begonnen, und im Jahre 1951 das Südfunktanzorchester in Stuttgart gegründet. Die Band wurde zu einer der führenden Bigbands in Deutschland, die genauso Stars aus der Welt des Jazz begleitete wie solche aus der Welt der populären Musik. Lehn komponierte Musik für Film und Fernsehen und unterrichtete an der Musikhochschule Stuttgart. Nachrufe: SWR, Stuttgarter Nachrichten, Frankfurter Allgemeine Zeitung.

The pianist and big band leader Erwin Lehn died at the age of 90. He had started his career in 1945 as pianist and arranger, and later co-leader for the Radio-Berlin Tanzorchestern, then in 1951 founded the Südfunktanzorchester in Stuttgart. The band became one of Germany's leading big bands accompanying stars from the jazz world just as such from the world of popular music. He also composer music for movies and TV and taught at the Musikhochschule Stuttgart. Obituaries: SWR, Stuttgarter Nachrichten, Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Carol Ventura (Gesang / vocal)
(died: 15.Mar.1910, Nutley/NJ)

Cas Jeekel (Posaune / trombone)
(born: 1923, Netherlands; died: 13.Mar.2010, Betherlands)

Rockie Charles (Gitarre, Gesang / guitar, vocal)
(born: 12.Nov.1939, Boothville/LA; died: 12.Mar.2010, New Orleans/LA)

Doris Eaton Travis (Tänzerin / dancer)
(born: 14.Mar.1904, Norfolk/VA; died: 11.Mar.2010, Commerce/MI)

Nachruf / Obituary: The Independent.

George Webb (Piano)
(born: 8.Oct.1917, Camberville, London/England; died: 10.Mar.2010, Erith, Kent/England)

Nachruf / Obituary: The Independent.

Harold Kaufman (Piano)
(born: 28.Jun.1932, Elizabeth/NJ; died: 10.Mar.2010, Washington/DC)

Nachruf / Obituary: Washington Post.

Tony Campise (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: 22.Jan.1943, Houston/TX; died: 7.Mar.2010, Austin/TX)

Nachruf / Obituary: Austin American-Statesman)

Etta Cameron (Gesang / Vocals)
(born: 21.Nov.1939, Nassau/Bahamas; died: 4.Mar.2010, Copenhagen/Denmark)

Nachruf / Obituary: Politiken.

Johnny Alf (Komposition / composition)
(born: 19.May 1929, Rio de Janeiro/Brasil; died: 4.Mar.2010, near Sao Paulo/Brasil)

Nachruf / Obituary: San Francisco Chronicle, New York Times, The Guardian, The Independent.

Claude Dorsey (Piano)
(born: 10.Jan.1914, Gainesville/GA; died: 3.Mar.2010, Milawukee/WI)

Nachruf / Obituary: Milwaukee Journal-Sentinel.

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Obitiaries February 2010

Skrim Skrimshire (Gitarre / guitar) * real name: Nevil Wadman Skrimshire; b:
(born: 11.Apr.1923, Beckenham, Kent/England; died: 24.Feb.2010, Southend, Essex/England)

Art van Damme (Akkordeon / accordion)
(born: 9.Apr.1920, Norway/MI; died: 15.Feb.2010, Roseville/CA

Nachruf / Obituary: Los Angeles Daily News.

Tom Saunders (Trompete / trumpet)
(born: 1938, Detroit/MI; died: 13.Feb.2010, Detroit/MI)

Jake Hanna (Schlagzeug / drums)
(born: 4.Apr.1931, Roxbury/MA; died: 12.Feb.2010, Los Angeles/USA)

Nachruf / Obituary: The State, Los Angeles Times, The Independent.

Maria Toledo (Gesang / vocals)
(born: 30.Jun.1937, Belo Horizonte, Minas Gerais/Brasil; died: 3.Feb.2010, Rio de Janeiro/Brasil)

Kurt P. Ardrey (Flöte, Bass / flute, bass)
(born: Bristol/CT; died: 3.Feb.2010, Toledo/OH)

Nachruf / Obituary: The Toledo Blade.

Roger Guérin (Trompete / trumpet)
(born: 9.Jan.1926, Sarrebruck/Saarbrücken; died: 6.Feb.2010, Saintes-Marie-de-la-Mer/France)

Nachruf / Obituary: Agence France Press, Le Monde.

Sir John Dankworth (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: 20.Sep.1927, Woodford, Essex/England; died: 6.Feb.2010, London/England)

Der britische Altsaxophonist und Komponist Johnny Dankworth starb in London im Alter von 82 Jahren. Er hatte seit den 1940er Jahren Jazz gespielt, bald mit eigenen Bands und oft mit amerikanischen Musikerkollegen, darunter auch seinem Idol Charlie Parker. 1958 heiratete er die Sängerin Cleo Laine, die seit 1951 in seiner Band sang. Neben seiner Arbeit als Saxophonist machte sich Dankworth auch als Komponist für Film und Fernsehen einen Namen, schrieb etwa die Musik zur Serie"Mit Schirm, Charme und Melone". Er wurde 2006 von Königin Elisabeth II zum Ritter geschlagen. Seine Witwe gab seinen Tod am Ende eines Konzerts in dem von ihr und ihrem Mann 40 Jahre zuvor mitbegründeten Saal The Stables bekannt, was einen seiner Nachruf-Schreiber zur Bemerkung veranlasste: "Wie die Dankworths lebten, so werden sie sterben: und die Musik klingt weiter." Nachrufe: The Guardian (I); The Guardian (II); The Guardian (III); The Independent; Washington Post (I); Washington Post (II), New York Times.

The British alto saxophonist and composer Johnny Dankworth died in London at the age of 82. He had been playing jazz since the 1940s, soon leading his own bands and often performing with American jazz musicians, including his idol, Charlie Parker. In 1958 he married the singer Cleo Laine whom he had auditioned for his band in 1951. Besides his stage work, Dankworth had also composed music for films and TV shows, among them the TV series "The Avengers". He was knighted by Queen Elizabeth II in 2006. His widow broke the news of his death only at the end of a concert at The Stables, the venue she and her husband had set up 40 years earlier, making the author of on obituary write, "As the Dankworths lived so they will die, with the melody lingering on". Obituaries: The Guardian (I); The Guardian (II); The Guardian (III); The Independent; Washington Post (I); Washington Post (II), New York Times.

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Obitiaries January 2010

Edi Grötzinger (Baritonsaxophon / baritone saxophone)
(born: 1939, Germany; died: Jan.2010, Willich/Germany)

Nachruf / Obituary: RP-Online.

Peter Bocking (Gitarre / guitar)
(died: Jan.2010, England)

Nachruf / Obituary: The Guardian.

John Norris (Kritiker, Produzent / critic, producer)
(born: 9.Jan.1934, West Clandon, Surrey/England; died: 31.Jan.2010, Toronto/Canada)

Nachruf / Obituary: Jazz Times.

Simon Schott (Piano)
(born: 28.Nov.1917, München/Germany; died: 30.Jan.2010, München/Germany)

Jane Jarvis (Piano)
(born: 31.Oct.1915, Vincennes/IN; died: 25.Jan.2010, Englewood/NJ)

Nachruf / Obituary: New York Times.

Sam Brown (Piano)
(born: 26.Jan.1928, Newport/Jamaica; died: 25.Jan.2010, Jamaica)

Mark Gulley (Schlagzeug / drums)
(born: Mobile/AL; died: 19.Jan.2010, Dallas/TX)

Nachruf / Obituary: Dallas Morning News.

Ian Christie (Klarinette / clarinet)
(born: 24.Jun.1927, Blackpool/England; died: 19.Jan.2010, England)

Nachruf / Obituary: The Telegraph.

Jimmy Wyble (Gitarre / guitar)
(born: 25.Jan.1922, Port Arthur/TX; died: 16.Jan.2010, Altadena/CA

Nachruf / Obituary: Houston Press (Music Blog), Los Angeles Times.

Bruno De Filippi (Mundharmonika / harmonica)
(born: 1922, Milano/Italy; died: 16.Jan.2010, Milano/Italy)

Nachruf / Obituary: Cronica Qui.

Bobby Charles (Komposition / composition)
(born: 1938; died: 14.Jan.2010, New Orleans/LA)

Ed Thigpen (Schlagzeug / drums)
(born: 28.Dec.1930, Chicago/IL; died: 13.Jan.2010, Copenhagen/Denmark)

Nachruf: Los Angeles Times, Telegraph, Chicago Tribune, New York Times.

Teddy Pendergrass (Gesang / vocals)
(born: 26.Mar.1950, Philadelphia/PA; died: 13.Jan.2010, Philadelphia/PA)

Nachruf / Obituary: The Independent.

Dennis Stock (Fotograf / photographer)
(born: 24.Jul.1928, Bronx/NY; died: 11.Jan.2010, Sarasota/FL)

Nachruf / Obituary: Washington Post, New York Times, The Guardian.

Georgy Garanyan (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: 15.Aug.1934, Moscow/Russia; died: 11.Jan.2010, Krasnodar/Russia

Nachruf / Obituary: Armenian News, All About Jazz, Pravda.

Earl A. Barthé (Bildhauer / sculptor)
(died: 11.Jan.2010, USA)

Nachruf / Obituary: New York Times.

Pierre Wijnnobel (Posaune, Bass / Trombone, Bass)
(b: 5.Aug.1916, Leiden/Netherland; d: 9.Jan.2010, Netherlands)

Dick Johnson (Altsaxophon, Klarinette / alto saxophone, clarinet)
(born: 1.Dec.1925, Brockton/MA; died: 10.Jan.2010, Boston/MA)

Nachruf / Obituary: Enterprise News.

Ned Theall (Trompete / trumpet)
(born: 1937, Abbeville/LA; died: 8.Jan.2010, Lafayette/LA)

Gigi Campi (Impresario)
(born: 15.Dec.1928, Köln/Germany; died: 6.Jan.2010)

Der Impresario und Restaurantbesitzer Gigi Campi starb am 6. Januar im Alter von 81 Jahren. Campi, der Sohn italienischer Eltern, fand 1948 durch eine Platte Charlie Parkers zum Jazz. Ein Jahr später eröffneten seine Mutter und er ein Eiscafé in Köln, das bald zu einem Treffpunkt von Künstlern und insbesondere Jazzmusikern wurde. 1954 gründete Campi das erste unabhängige Jazzlabel Europas, Mod-Records, auf dem er insbesondere viele junge und moderne deutsche Jazzensembles aufnahm, etwa Hans Koller mit Albert Mangelssdorff oder Jutta Hipp. Vion 1953 bis 1956 betrieb er außerdem den Jazzclub "Bohème" in Duisburg. In den 1960er Jahren gründete er ein einmaliges internationales Bigband-Projekt, die Kenny Clarke-Francy Boland Bigband (CBBB), die bis 1972 zusammenblieb und bald zu einer der originellsten europäischen Bigband-Stimmen wurde. Nachruf: Kölner Stadtanzeiger.

The impresario and restaurant owner Gigi Campi died January 6th at the age of 81. Campi, the son of Italian parents, became interested in jazz when he heard a Charlie Parker record in 1948. One year later his mother and him opened an icecream café in Cologne which soon became a meeting place for artists and jazz musicians. In 1954 Campi founded Europe's first independent record company, Mod-Records, recording some of Germany young modern jazz ensembles such as Hans Koller with Albert Mangelsdorff or Jutta Hipp. He also operated the jazz club "Bohème" in Duisburg from 1953-1956, and in the 1960s he initiated a unique international big band project, the Kenny Clarke-Francy Boland Bigband (CBBB) which stayed together until 1972 and became one of the most original European large ensembles in the big band idiom. Obituary: Kölner Stadtanzeiger.

Willie Mitchell (Produzent / producer)
(born: 23.Mar.1928, Ashland/MS; died: 5.Jan.2010, Memphis/TN)

Nachruf / Obituary: The Independent.

Ad Van Pelt (Posaune)
(born: 1931, Netherlands; died: 2.Jan.2010, Netherlands)

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