Darmstadt Jazz News

1. - 31. August 2010


Wir lesen die Morgenzeitung für Sie!
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24. August 2010

Mulgrew Miller

Mark Stryker spricht mit dem Pianisten Mulgrew Miller (Detroit Free Press) darüber, wie man das Profil des Jazz stärken könne (die Musik sollte mehr in populären Shows präsentiert werden wie etwa "Oprah"); wie man musikalische Klischees vermeiden könne (man solle immer versuchen, nach der Schönheit in einer Melodie zu suchen); was er von Art Blakey und Tony Williams gelernt habe; über das Schlagzeug in Jazz (Schlagzeuger sollten ihre Bands mehr von der Ride-Cymbal aus antreiben) und darüber, wie man eine Band leite (man solle seine Musiker in Ruhe lassen).

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Mulgrew Miller.

Mark Stryker talks to the pianist Mulgrew Miller (Detroit Free Press) about how to raise the profile of jazz (the music should be presented more in public, on "Oprah" or other talk shows); about how to avoid musical clichés (always try to look for the beauty in a melody); about what he had learned from Art Blakey and Tony Williams; on drums in jazz (drummers should drive their bands more from the ride cymbal); and about leading a band (you should leave your musicians alone).

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Mulgrew Miller.

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23. August 2010

Der Musikgeschmack von Politikern / Musical taste of politicians

Andreas Grieß schaut auf die musikalischen Vorlieben deutscher Politiker (Spiegel Online). Klassische Musik scheint die am häufigsten genannte Lieblingsmusik bei ihnen zu sein; Renate Künast (Die Grünen), Bodo Ramelow (Die Linke) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hörten auch gerne Jazz. Hier werden allerdings keine spezifischen Künstler oder Jazz-Stilrichtungen benannt, während wir, wenn es um Pop oder Rock geht, von eindeutigeren Geschmacksvorlieben lesen, also von Politikern, die Fans von AC / DC, den Rolling Stones, den Pet Shop Boys oder Pinx sind.

Andreas Grieß examines the musical tastes of German politicians (Spiegel Online). Classical music seems to be top with most of them; Renate Künast (Green Party), Bodo Ramelow (The Left) and the German Chancelor Angela Merkel (CDU) also like to listen to jazz. No specific artists or jazz styles are named, though, whereas when it comes to pop or rock, we hear about politicians being fans of AC/DC, the Rolling Stones, the Pet Shop Boys or Pinx.

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22. August 2010

William Savory Collection (2)

Anschließend auf das große Interesse an der Übernahme der William Savory Sammlung durch das National Jazz Museum in Harlem und die Probleme, die damit verbunden wären, diese wichtigen Tonaufzeichnungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, fordert ein Leitartikel der New York Times den amerikanischen Kongress auf, das Urheberrecht zu überarbeiten, "um diese historischen Dokumenten von übertriebenen gesetzlichen Fesseln zu befreien". Der Leitartikel schlägt vor, die Aufnahmen den "verwaisten Werken" zuzuordnen, für die ein angemessener Passus im Urheberrechtsgesetz 2008 zwar vom Senat, nicht aber vom Housse of Representatives verabschiedet wurde. Das Jazz Museum sei "zuversichtlich, dass durch eine Pauschalzahlung an die American Federation of Musicians dieses Problem gelöst werden" könne, lesen wir im Artikel, was eine gute Nachricht wäre, denn "Niemand sollte länger warten müssen, um Herschel Evans' Tenorsaxophon zu hören".

Following up the big interest in the story about the William Savory collection unearthed by the National Jazz Museum in Harlem and the problems of making the rare but important sound recordings it contains available to the public, an editorial in the New York Times calls for Congress to revisit copyright laws "and free historical documents from excessive legal fetters". The editorial suggests to include these recordings among "orphan works" for which a reasonable copyright bill has been passed in 2008, but only by Senate, not by the House. The Jazz Museum's officials "are hopeful that a blanket payment to the American Federation of Musicians might solve this problem", we read in the editorial, which would be good news, because, "No one should have to wait to hear Herschel Evans’s tenor sax".

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21. August 2010

Dr. John

Abby Ellin trifft sich mit Dr. John und erfährt, dass, wenn er scherzhaft sagt: "Ich kann nicht mal richtig Englisch", das vielleicht gar kein Scherz ist (New York Times). Seine Sprache sei voller selbsterfundener Worte, und immer wieder gebe er Antworten, die vager als vage wirken, etwa auf die Frage, wieviel Kinder er nun eigentlich habe ("Eine Menge"). Dr.John spricht über die Ölpest im Golf von Mexiko, und sieht die Reaktion der Regierung als eine Fortsetzung ihrer Politik von Vernachlässigung für New Orleans und die Golfanreinerstaatennach dem Hurrikan Katrina an.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Dr. John.

Abby Ellin meets with Dr. John and learns that when he kiddingly says "I don't even speak English", he seems not to be kidding really (New York Times). His language is full of self-made words and he gets vaguer than vague, for instance when asked how many children he has ("A lot"). Dr. John speaks out about the BP oil spill in the gulf, and sees the government's response to it as a continuation of the neglect for New Orleans and the Gulf coast countries after Hurricane Katrina.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Dr. John.

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20. August 2010

John Edward Hasse

Eric R. Hendry berichtet über John Edward Hasse, den Musikkurator der Smithsonian Institution und seine tägliche Arbeit, mit der er Menschen aus der ganzen Welt den Jazz näher bringt (Smithsonian Magazine). Während der Jazz in den USA zunehmend Konkurrenz von Musikrichtungen ausgesetzt ist, fände er im Ausland neue Zielgruppen, erklärt Hendry. Allerdings hätten "Fans im Ausland nur wenig Möglichkeiten, sich über die amerikanischen Wurzeln des Genres" zu unterrichten, und hier setze Hasses Arbeit an. Er halte seine Vorträge oft über Satellit, aber er reise auch gern, sei in den letzten jahren etwa in Südafrika, Ägypten und Kenia gewesen und plane fürs nächste Frühjahr eine Reise nach Moskau. Louis Armstrong mache immer direkten Eindruck auf auf sein Publikum, wie wir lernen, aber die neue Ausgabe von "Jazz. The Smithsonian Anthology", die bald erscheinen soll, werde auch alle anderen Stile des Jazz enthalten und sei außerdem durch die Tatsache beeinflusst, dass "viele andere L#nder ihren eigenen Jazz-Stil entwickelt" hätten.

Eric R. Hendry writes about John Edward Hasse, the Smithsonian's music curator and his daily task to teach people from all over the world about jazz (Smithsonian Magazine). While facing increasing competition from other music genres in the USA, jazz finds new audiences abroad, Hendry explains. Still, "enthusiasts abroad have few opportunities to learn about the genre’s American roots", and here Hasse's work sets in. He often delivers his lectures via satellite, but he also like to travel, having recently been to South Africa, Egypt and Kenya and planning a trip to Moscow next spring. Louis Armstrong directly makes an impact on his audience everywhere, we learn, but the upcoming new edition of "Jazz. The Smithsonian Anthology" will also cover all other styles of jazz as well and also was influenced by the fact that "many nations have developed their own jazz style".

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19. August 2010

Stephanie Stone

Martin Johnson berichtet über Stephanie Stone, die "wahrscheinlich einzige up-and-coming 89-jährige Pianistin auf der New Yorker Jazzszene" (Wall Street Journal). John Zorn benannte seinen Club "Stone" nach ihrem Ehemann Irving Stone, und Stephanie Stone tritt dort immer mal wieder auf. Beide waren immer große Anhänger der experimentellen Jazzszene der Stadt. In den 1950er Jahren arbeitete sie als Pianistin und Sängerin in verschiedenen Clubs in ganz New York und lernte sie ihren Ehemann 1957 bei einem Konzert Sonny Rollins' im Village Vanguard kennen. Sie behielt immer ein offenes Ohr für die Avantgarde des Jazz, spielt in ihrer eigenen Musik vor allem Standards, wobei sie, wie Johnson erklärt, "die Hörer in die Feinheiten der Songs einführt und in ihren Soli die nachdenklichen Seiten der Standards" offenbart.

Martin Johnson reports about whom he calls "probably the only up-and-coming 89-year-old pianist on the New York jazz scene", Stephanie Stone (Wall Street Journal). John Zorn named his club, the "Stone" after her husband Irving Stone and Stephanie Stone performs there from time to time. Both of them have been big supporters of the experimental jazz scene of the city. In the 1950s she performed as a pianist and singer in clubs all over New York, and she met her husband at a Sonny Rollins performance at the Village Vanguard in 1957. She always kept an open ear for jazz's avant-garde, and in her own music plays standards, guiding, as Johnson explains, "the listeners into the nuances of the songs, using her solos to reveal the standard's pensive sides".

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18. August 2010

Guillermo Klein

Larry Blumenfeld unterhält sich mit dem argentinischen Pianisten Guillermo Klein, der sich gern an die zweite Hälfte der 1990er Jahre erinnert, als er in New York lebte und in seiner Musik frei experimentieren konnte (Wall Street Journal). Damals leitete er jeden Sonntagabend eine Bigband im Club Small's; in den letzten Jahren arbeitet er gern mit einer 11-köpfigen Band, deren Musiker es nicht stört, dass sie nur wenig Raum für Soli haben, weil, wie der Gitarrist Ben Monder bezeugt, Kleins Musik von Anfang an "radikal war, sowohl rhythmisch wie auch harmonisch". Mit seinem aktuellen Oktett spielt Klein die Musik des argentinischen Komponisten Gustavo Leguizamón. Aber es gibt auch sonst deutlich spürbare argentinische Elemente in seiner Musik, vor allem in seiner Rhythmik, "die mehr auf dem 6/8-Rhythmen fußt, wie er sie im Chacarera seiner Jugend gehört hatte, als auf den im Jazz gebräuchlichen swingenden 4/4", wie Blumenfeld erklärt.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Guillermo Klein.

Larry Blumenfeld talks to the Argentinean pianist Guillermo Klein who recalls the time in the second half of the 1990s when he lived in New York and was able to experiment in his music (Wall Street Journal). At that time he had a Sunday night big band playing the club Small's. He performed with an 11-piece band in recent years whose musicians don't mind that they don't get a lot of room for soloing, because "from the start, Guillermo's music was radical, both rhythmically and harmonically", as the guitarist Ben Monder testifies. With his current octet Klein plays the music of Argentinean composer Gustavo Leguizamón. But there is a palpable Argentinean element in general in his music, especially in its rhythmic ideas that rely "more on the 6/8 rhythms found in the chacarera of his youth than on jazz's swinging 4/4", as Blumenfeld explains.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Guillermo Klein.

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17. August 2010

The Savory Collection

Das National Jazz Museum in Harlem hat die legendäre Savory Collection erworben, Mitschnitte von Radiosendungen, die in den späten 1930er Jahren durch den Toningenieur William Savory gemacht wurden und die ausgedehnte Soli von Musikern wie Louis Armstrong, Benny Goodman, Billie Holiday, Coleman Hawkins, Lester Young und anderen enthalten, wie Larry Rohter berichtet (New York Times). Dan Morgenstern kommentiert, die Sammlung von etwa 1.000 Platten sei "genau der Schatz, der wir hofften, dass er es wäre". Savory hatte nur ein paar wenige Tracks von Benny Goodman für eine kommerzielle Veröffentlichung herausgegeben (Savory war mit dem Klarinettisten befreundet und mit der Goodman-Sängerin Helen Ward verheiratet ), die Sammlung ansonsten kaum jemandem geöffnet. Nach seinem Tod im Jahr 2004 entschied sein Sohn, die Sammlung an das Jazz Museum in Harlem zu verkaufen. Savory zeichnete die Rundfunksendungen auf 12- und sogar 16-Zoll-Schallplatten auf, manchmal bei Geschwindigkeiten von 33 1/3 U/min, so dass er auch lange Stücke in voller Länge aufnehmen konnte, die auf der üblichen Schellackplatte mit ihrem Zeitlimit von drei oder dreieinhalb Minuten keinen Platz gefunden hätten. Rohter erwähnt ein "Sechs-Minuten-Coleman-Hawkins-Solo über 'Body and Soul' vom Frühjahr 1940", aber auch Material vom Carnival of Swing, dem ersten Freiluft-Jazzfestival von 1938. Es gibt aber auch etwa ein Duett von Benny Goodman mit Teddy Wilson am Cembalo. Das National Jazz Museum in Harlem arbeitet zurzeit daran, die Aufnahmen mit Hilfe des Toningenieurs Doug Pomeroy digital zu sichern und möchte das Material der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, sofern sich die damit verbundenen urheberrechtlichen Fragen klären lassen. Der Artikel in der New York Times enthält einen Filmbeitrag über die Sammlung, ein begleitender Beitrag ebenfalls in der New York Times enthält kurze Hörbeispiele sowie einen kompletten Titel, die betörende "Blues Jam" mit Louis Armstrong, Fats Waller und Jack Teagarden, und auch die Website des Jazz Museum erlaubt bereits jetzt kurze Höreindrücke. Ben Ratliff wird neugierig und konzentriert sich in seinem Artikel für die New York Times vom Tag drauf auf Coleman Hawkins' Version von "Body and Soul" von 1940.

The National Jazz Museum in Harlem has acquired the legendary Savory Collection, recorded from radio broadcasts in the late 1930s by the audio engineer William Savory which includes extended performances by musicians such as Louis Armstrong, Benny Goodman, Billie Holiday, Coleman Hawkins, Lester Young and many others, as Larry Rohter reports (New York Times). Dan Morgenstern calls the collection of about 1,000 discs "the treasure trove we had hoped it would be". Savory only made a few tracks by Benny Goodman commercially available (Savory was a friend of the clarinetist and married Goodman's singer Helen Ward), otherwise kept the collection private. After his death in 2004, his son decided to sell the collection to the Jazz Museum in Harlem. Savory recorded the broadcasts on 12- and even 16-inch discs and sometimes at speeds of 33 1/3 r.p.m., thus allowing him to record longer performances in their entirety at a time when the usual playing time of a 78 r.p.m. record was no longer than three or three-and-a-half minutes. Rohter mentions a "six-minute Coleman Hawkins performance of 'Body and Soul' from the spring of 1940"; the collection also contains material from the 1938 Carnival of Swing, considered the first outdoor jazz festival. Other examples include a duet of Benny Goodman with Teddy Wilson on harpsichord. The National Jazz Museum in Harlem is now making digital transfers of the recordings with the help of sound engineer Doug Pomeroy and would like to make the material available to the public, if all copyright questions can been cleared. The article in the New York Times also contains a short film clip about the collection, an accompanying article in the same New York Times contains short sound files and a wonderful complete "Blues Jam" (with Louis Armstrong, Fats Waller and Jack Teagarden), and the Jazz Museum's website also offers several half-minute excerpts. Ben Ratliff got curious and for the next day's edition of the New York Times concentrates on Coleman Hawkins' extended version of "Body and Soul" from 1940.

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16. August 2010

Billy Eckstine (Matthew Kenneth Eckstine)

Corey Kilgannon berichtet über Matthew Kenneth Eckstine, den Stiefsohn des Sängers Billy Eckstine, der als Obdachloser vor allem im New Yorker DeWitt Clinton Park anzutreffen sei (New York Times). Die meisten seiner Geschwister hätten erfolgreiche Karrieren im Showbusiness gehabt, schreibt Kilgannon, während Matthew Eckstine nie auch nur sein eigenes Haus besessen habe. Seine Mutter habe Billy Eckstine geheiratet, als Matthew zehn Jahre alt war. Er sei in Kalifornien aufgewachsen, ein erfolgreicher Basketballspieler gewesen, bis er in die Armee eingetreten sei. Nach seiner Entlassung habe er in den Künstlerkreisen von Kalifornien und Las Vegas verkehrt, bis er dann nach New York gezogen sei, wo er sporadische Jobs als Assistent eines Fotografen ausübte oder als Modell für Zeitungsanzeigen. Auf der Straßen spiele er oft seine Flöte oder eine Kontrabass-Blockflöte, und erklärt, dass "selbst Miles Davis (...) ihn um ein Band seiner Musik gebeten" habe. Er sei voller Geschichten, aber er sei auch voll, schreibt Kilgannon von "einigen der Verschwörungstheorien und Paranoia, die man oft unter denen antrifft, die auf den Straßen der Stadt leben". Er erhält keinerlei Sozialleistungen, habe sich aller Dokumente entledigt, die seinen Namen tragen und lebe vom Geld, das ihm Freunde und Fremde geben.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Billy Eckstine.

Corey Kilgannon reports about Matthew Kenneth Eckstine, the stepson of singer Billy Eckstine, who lives as a homeless person mostly in New York's DeWitt Clinton Park (New York Times). His siblings forged prosperous careers in show business, writes Kilgannon, whereas Matthew Eckstine never had his own home. His mother had married Billy Eckstine when Matthew was ten. He grew up in California, was a successful basketball player until he joined the army. After his discharge he "fell in with an artsy set in California and Las Vegas", then moved to New York where he worked sporadic jobs as a photographer's assistant or a model in print advertisements. On the streets he often plays his flute or a contrabass recorder, and explains that "even Miles Davis (...) asked for a tape of his music". He is full of stories, but he is also, writes Kilgannon "possessed by some of the conspiracy theories and paranoia not uncommon among those who choose to live on the city’s streets". He receives no government benefits, has gotten rid "of all documentation bearing his name" and lives of money from friends and strangers.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Billy Eckstine.

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15. August 2010

Abbey Lincoln (Gesang / vocal)
(born: 6.Aug.1930, Chicago/IL; died: 14.Aug.2010, New York

Die Sängerin Abbey Lincoln starb im Alter von 80 Jahren in New York, und alle größeren Zeitungen bringen Nachrufe, die sowohl auf ihre musikalischen wie ihre politische Aktivitäten verweisen, aber auch ihre Filmkarriere in den 1960er Jahren erwähnen. Lincoln wurde in Chicago geboren und wuchs im ländlichen Michigan auf. Von Anfang an verfolgte sie sowohl eine Karriere als Schauspielerin und Sängerin, und arbeitete als Vokalistin bald mit einigen der Topmusiker des modernen Jazz zusammen, etwa Sonny Rollins oder mit Max Roach, mit dem sie 1960 "We Insist! Max Roach's Freedom Now Suite "aufnahm und mit dem sie von 1962 bis 1970 verheiratet war. Sie spielte in Filmen wie "For Love of Ivy" mit (neben Sidney Poitier) und war immer wieder im Fernsehen zu sehen. In den Jazz brachte sie ein politisches Element ein und wurde als Fürsprecherin der Bürgerrechtsbewegung wahrgenommen. In den 1960er Jahren allerdings nahm sie nur wenige Platten auf, und nach 1970 zog sie sich fast vollständig aus der Musikwelt zurück, um ihre kranke Mutter zu pflegen. In den 1980er Jahren feierte sie ein Comeback, und nahm in der Folge 10 Alben für das Label Verve auf, die sowohl kommerziell als auch bei den Kritikern erfolgreich waren. Lincoln litt unter gesundheitlichen Problemen, seitdem sie sich 2007 einer Herzoperation unterziehen musste. Ihre Stimme wirkte in ihrer Fähigkeit, sowohl Freude wie auch Schmerz zu vermitteln, ähnlich wie die von Billie Holiday. Und doch war Lincolns Sound sofort erkennbar; und in ihren Songs klang immer persönlichen Erfahrung durch. Nachrufe: Washington Post (1), Washington Post (2), Los Angeles Times (1), Los Angeles Times (2), New York Times, Wall Street Journal (1), Wall Street Journal (2), The Guardian, Frankfurter Allgemeine Zeitung, The Independent.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Abbey Lincoln.

The singer Abbey Lincoln died in New York at the age of 80 and all major newspapers carry obituaries pointing out her musical as well as her political activities, also mentioning her film career in the 1960s. Lincoln was born in Chicago and raised in rural Michigan. She took both an actor's and a singer's career from early on, and in her vocalist career soon worked together with some of the top names of modern jazz, namely Sonny Rollins and Max Roach which whom she recorded "We Insist! Max Roach’s Freedom Now Suite" in 1960 and to whom she was married from 1962 to 1970. She worked in movies such as "For Love of Ivy" (alongside Sidney Poitier) and on television. She had brought a political element into jazz and was an advocate for the civil right movement. She hardly recorded in the 1960s and in the 1970s mostly withdrew from the music world to care for her ill mother. She celebrated a comeback in the 1980s after which she recorded 10 albums for the Verve label with both commercial and critical success. Lincoln had been in declining health since having open-heart surgery in 2007. Her voice was often compared to the effectiveness of Billie Holiday's voice in its ability to convey both joy and pain. But her voice was instantly recognizable, and her songs always rang of personal experience. Obituaries: Washington Post (1), Washington Post (2), Los Angeles Times (1), Los Angeles Times (2), New York Times, Wall Street Journal (1), Wall Street Journal (2), The Guardian, Frankfurter Allgemeine Zeitung, The Independent.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Abbey Lincoln.

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14. August 2010

Vijay Iyer

Chris Barton spricht mit dem Pianisten Vijay Iyer darüber, wie sich der Erfolg seines Albums "Historicity" ausgewirkt habe (Los Angeles Times). "Der größte Unterschied ist, dass die Leute jetzt bereit sind, mich zu engagieren", sagt Iyer. Er gelte nun bereits seit 10 bis 15 Jahren als vielversprechender "Nachwuchs"-Künstler, erklärt er, und das, obwohl sein neues Solo-Album, das Ende August erscheint, bereits sein elftes Album seit 1995 sein wird. Der Trompeter Wadada Leo Smith lobt Iyers musikalische Konzepte, aber auch seine breiten Kenntnisse in anderen Bereichen. In seiner Musik will Iyer zeigen, dass "es auch diese anderen Arten gibt, den Jazz zu verstehen", versucht, die Musik aus der Schublade zu holen, in die die Leute sie gerne stecken. Auf seinem neuen Album spielt er Songs von Michael Jackson, Thelonious Monk und Duke Ellington, was sich, wie Barton schreibt, anfühle "wie eine Zusammenfassung all dessen, was ihn bis zum heutigen Zeitpunkt gebracht" habe. Iyer, der einen Master-Abschluss in Physik (und einen interdisziplinären Doktor in Technologie / Kunstwissenschaft) besitzt, sieht seine wissenschaftliche Arbeit ungern mit seiner Musik verquickt: "Das wird immer mehr zu einer Art Klischee: dieser asiatische Streber, der sich mit Zahlen beschäftigt." Trotz "dieses Rufs als kopflastiger Mathe-Streber" aber gelinge es Iyer, seine Musik selbst an unmöglichen Orten unterzubringen. So habe ihn etwa der Sportkanal ESPN damit beauftragt, Musik aufzunehmen, die dann zwischen den Sport-Highlights des Kabelsenders erklingen soll.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Vijay Iyer.

Chris Barton talks to the pianist Vijay Iyer about the effect of the success of his album "Historicity" (Los Angeles Times). "The biggest difference it's made is that people are willing to give me gigs now", says Iyer. He had been categorized as an "emerging" artist for the last 10 or 15 years, he explains, although his new solo album due in late August will already be his 11th album since 1995. Trumpeter Wadada Leo Smith praises Iyer for his musical concepts as well as for his knowledge in other areas. In his music Iyer wants to show that "there are these other perspectives on [jazz]" and tries to get the music out of the pigeonhole people like to associate with it. His new album includes tunes by Michael Jackson, Thelonious Monk and Duke Ellington, and thus feels, writes Barton, "like a summation of all that's brought him to this point". Iyer who holds a master's degree in physics (and an interdisciplinary PhD in Technology and Arts), doesn't like his scholarly career being mixed up with his music too much: "I find it more becomes this kind of stereotypical marker like, this Asian nerd who deals with numbers." Yet despite "this whole reputation as a brainy math-nerd", he succeeds in getting his music being asked for by even unlikely candidates such as the sports channel ESPN which approached him to record original music to be heard between sports highlights of the cable network.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Vijay Iyer.

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13. August 2010

Gunther Schuller

Tom Service sprach mit Gunther Schuller, der stolz darauf ist, in den letzten 50 oder 60 Jahren gleich sieben vollwertige Karrieren durchlebt zu haben: als Komponist, Dirigent, Hornist, Produzent, Verleger, Jazz-Historiker und Musikwissenschaftler (The Guardian). Er habe mit Arturo Toscanini und mit Miles Davis gespielt, und er habe den Begriff "Third Stream" für die Fusion zwischen Jazz und Klassik geprägt. Schuller spricht über sein neuestes Orchesterwerk, "Where the World Ends", eine viersätzige Symphonie ohne Pausen. Er kritisiert Leopold Stokowski dafür, dass er bei der Uraufführung von Charles Ives' Vierter Sinfonie drei Dirigenten verwandt habe, und er spricht über die Gefahr, dass der Jazz aussterben könne, weil er nicht in gedruckter Form veröffentlicht werde wie klassische Musik. Als er jung war, sagt er, "gab es 127 Jazzclubs in New York. Nun gibt es siebeneinhalb." Schließlich sieht er die Idee des Third Stream in vielen ganz unterschiedlichen Bereichen nach wie vor am Leben, auch in der Fusion mit ethnischen Musikstilen und Weltmusik.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Gunther Schuller.

Tom Service talked to Gunther Schuller who is proud of having had seven full-time careers over the last 50 or 60 years: as a composer, a conductor, a horn player, a producer, a publisher, a jazz historian and a musicologist (The Guardian).He has played with Arturo Toscanini and with Miles Davis, and he has coined the term "Third Stream" for the fusion between jazz and classical. Schuller talks about his latest orchestra piece, "Where the World Ends", a four-movement symphony without breaks. He criticizes Leopold Stokowski for using three conductors when he premiered Charles Ives' Fourth Symphony, and he talks about the danger of jazz dying because it is not published in print like classical music. Also, when he grew up, "there were 127 jazz clubs in New York. Now there are seven and a half." Finally, he sees the idea of Third Stream surviving in many different spheres, including the fusions of ethnic and world musics.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Gunther Schuller.

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12. August 2010

Christian Scott

Jonathan Fischer trifft den Trompeter Christian Scott und stellt fest, dass der mit der "Eleganz eines Muhammad Ali" verbale Schläge austeile, wenn es um Rassismus oder das Gefängnissystem in den USA gehe (Spiegel Online). Scott selbst, schreibt Fischer, stelle provokant in Frage, ob er denn überhaupt Jazz spiele. "Was heute Jazz heißt, sind doch meist nur blutleere Fingerübungen. Nein, ich spiele den Blues. Der Blues ist die ehrlichste Ausdrucksform für die menschliche Angst, den menschlichen Schmerz." Fischer zählt einige der politisierten Songtitel in Scotts Repertoire auf, und der Trompeter erklärt, dass er nicht plane, sich einer rückständigen Musikideologie anzupassen. Fischer vergleicht Scotts verbale Fähigkeiten mit denen von Louis Armstrong, Charles Mingus und Miles Davis. Er habe erst nach dem Hurrikan Katrina seine Wut entdeckt, erklärt Scott, und wir erfahren, dass er sein Instrument "Katrina" getauft hat. Zum Schluss merkt Scott noch an, künstlerische Avantgarde und politisches Engagement sollten wenigstens im Jazz immer Hand in Hand gehen.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Christian Scott.

Jonathan Fischer meets the trumpeter Christian Scott, and recognizes "the elegance of Muhammad Ali" in the way Scott verbally confronts racism or the US prison system (Spiegel Online). Scott himself, Fischer relates, questions whether what he plays really is jazz. "What's called jazz today is just anaemic exercises. No, I play the blues. The blues is the most honest form of expression for human fear, for human pain." Fischer recalls some of Scott's politicized song titles, and the trumpeter explains that he doesn't plan to conform to a backward music ideology. Fischer compares Scott's verbal skills to those of Louis Armstrong, Charles Mingus and Miles Davis. He only really became angry after Hurricane Katrina, Scott explains, and we learn that he named his instrument "Katrina". Finally Scott argues that artistic avant-garde and political engagement at least in jazz should go hand in hand.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Christian Scott.

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11. August 2010

Heinz Werner Zimmermann

Guido Holze berichtet über Heinz Werner Zimmermann, der heute seinen 80sten Geburtstag feiert. (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Zimmermann sei vor allem für seine Kirchenmusik bekannt, habe aber immer auch Jazzelemente in seine Musik eingebaut. So fänden sich bereits in frühen Kompositionen aus den 1950er Jahren Walking-Bass-Passagen und jazzige Blechbläser-Einwürfe. Seine "Missa Profana", die im Jahr 1981 uraufgeführt wurde, stelle Chor, Solisten, Symphonieorchester, elektronische Geräusche sowie eine Dixieland-Band gegenüber. Anders als bei anderen Komponisten im Bereich der Neuen Musik habe Zimmermann für seine Musik allerdings nie Gebrauch vom Free-Jazz-Idiom der 1960er und frühen 1970er Jahren gemacht.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Heinz Werner Zimmermann.

Guido Holze writes about Heinz Werner Zimmermann who celebrates his 80th birthday today (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Zimmermann is a classical composer who is especially known for his church music but who always incorporated jazz elements into his music. From early on he used walking bass passages in his compositions as well as jazz-like brass sections. His "Missa Profana" which was premiered in 1981, was written for choir, soloists, symphony orchestra, electronic noises as well as a Dixieland band. Different from other composers in the field of contemporary classical composition, though, Zimmermann did not use the free jazz idiom of the 1960s and early 1970s in his music.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Heinz Werner Zimmermann.

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10. August 2010

Dave Brubeck & Wynton Marsalis

Der 89-jährige Dave Brubeck feiere zwar erst im Dezember seinen 90. Geburtstag, habe aber bereits jetzt beim Newport Jazz Festival ein Geburtstagsständchen durch das Wynton Marsalis Quintett erhalten, als Brubeck bei Marsalis' Band einstieg, wie Charles Gans berichtet (Washington Post). Sie spielten Brubecks "Blues for Newport", "These Foolish Things, ein von Frédéric Chopin inspiriertes Klaviersolo sowie "Take The 'A' Train ". Festivalorganisator George Wein erklärt, Brubeck habe ein wenig Angst gehabt, mit Marsalis zu spielen; er habe gefragt: "Der ist ein Genie! Kann ich denn mit dem überhaupt spielen?"

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Dave Brubeck.
Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Wynton Marsalis.

89-year-old Dave Brubeck only will turn 90 in December, but during a recent concert at the Newport Jazz Festival Wynton Marsalis' quintet played an early "Happy Birthday" for him when Brubeck sat in with Marsalis' band, as Charles Gans reports (Washington Post). They played Brubeck's "Blues for Newport", "These Foolish Things", a piano solo inspired by Frédéric Chopin and "Take the 'A' Train". Festival organizer George Wein explained that Brubeck had been afraid to play with Marsalis, asking, "He's a genius, can I play with him?"

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Dave Brubeck.
Bibliography Jazz Index: Bibliography on Wynton Marsalis.

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9. August 2010

Till Brönner

Christian Seidl spricht mit dem Trompeter Till Brönner, der ab Mitte August in der Jury einer TV-Casting-Show sitzen wird (Bild am Sonntag). Brönner erklärt, man könne ja auch Casting-Shows mit Qualität produzieren, und man sollte den Geschmack des Publikums nicht unterschätzen. Brönner spricht über die wenigen Helden seiner Kindheit, die keine Jazzmusiker waren, wie etwa die Spider Murphy Gang. Er erklärt, warum es wahr sein könnte, dass Trompeter besser küssen (die Lippenmuskeln seien stärker ausgebildet und die Lippen fühlten sich deshalb möglicherweise etwas fester an), und warum Trompeter meist so männliche Typen seien. Er sieht den Jazz als selbstverständlichen Teil der aktuellen Kulturszene und findet, dass der Satz "Der Jazz ist schwer im Kommen", keinen Sinn mehr mache. Er spricht auch über die Besonderheiten seines Instruments, über die Unterschiede verschiedener Trompetenmodelle, über sein erstes Instrument und darüber, warum er keine Haustiere hat.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Till Brönner.

Christian Seidl talks to the German trumpeter Till Brönner who will be part of the jury for a TV casting show starting later in August (Bild am Sonntag). Brönner thinks that even casting shows can deal with quality, and one should not underestimate the taste capabilities of their audience. Brönner talks about the few childhood heroes outside of jazz, among them the German pop band Spider Murphy Gang. He explains why it might be true that trumpeters kiss better (The lips are a bit more muscular and might feel harder), and why trumpeters are usually so masculine. He insists that jazz is part of today's culture and statements like "Jazz is coming back" don't make sense. He also talks about the specifics of his instrument, about the differences in trumpet models, about his first instrument and about why he doesn't have pets.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Till Brönner.

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8. August 2010

MPS Jazz Concert '69

Die jüngste Ausgabe des Jazzbriefes aus dem Jazzinstitut enthält den Zeitplan einer All-Star-Tournee des Plattenlabels MPS aus dem Jahr 1969. Die darin abgebildeten Dokumente stammen aus der Clay-Sherman-Sammlung des Jazzinstituts Darmstadt.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu MPS.

The newest edition of the Jazzinstitut's Jazzletter contains the tour plan for a 1969 All-Stars tour co-organized by the record label MPS. The shown documents are part of the Clay Sherman collection of the Jazzinstitut Darmstadt.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on MPS.

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7. August 2010

Newport Jazz Festival

Eric Tucker spricht mit Bill Calhoun, der seit 25 Jahren als Klavierstimmer fürs Newport Jazz Festival tätig ist (San Francisco Chronicle). Seine Aufgabe sei, so erklärt Calhoun, "alles so herzurichten, dass [die Pianisten] volles Vertrauen darin haben, was das Klavier für sie tun kann und es klingt". Er habe wenig Kontakt zu den Künstlern, wenn auch Chick Corea einmal gebeten habe, sich mit ihm zu treffen, um ein Gefühl für das Klavier zu kriegen, das er spielen sollte. Auch habe er Dr. John getroffen. Calhoun sei wohl für fast alle Pianisten tätig gewesen, die während der letzten 25 Jahre beim Newport Jazz Festival aufgetreten seien, mit Ausnahme von Bruce Hornsby, der "darauf bestand, dass sein eigener Keyboard-Spieler sein 9-Fuß Baldwin Piano stimmte".

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Newport Jazz Festival.

Eric Tucker talks to Bill Calhoun who has been tuning the pianos for the Newport Jazz Festival since 25 years (San Francisco Chronicle). His task, Calhoun explains, is "to make it so that [the pianists] have total trust in what the piano can do for them and how the piano sounds". He has little interaction with the artists, though, although Chick Corea asked to meet him once to get a sense of the piano he'd be playing, and he also met Dr. John. Calhoun had tuned the piano for nearly every Newport performer in the last 25 years, except for Bruce Hornsby, who "enlisted his own keyboard player to tune his 9-foot Baldwin piano".

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Newport Jazz Festival.

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6. August 2010

Franz Hautzinger

Samir H. Köck spricht mit dem Trompeter und Komponist Franz Hautzinger, der sich in den letzten Jahren mehr auf Elektronik und Avantgarde konzentrierte habe, nun aber beim Jazzfestival in Saalfelden ein neues Jazz-Projekt aufführen werde (Die Presse). Hautzinger spricht über das Album "Manafon", das er mit David Sylvian aufgenommen habe, über die CD "Impassive Skies", die er mit Patrick Pulsinger eingespielt habe sowie über den Einfluss von Radu Malfattis Philosophie einer Musik der Stille. Vor kurzem habe er einen Kompositionsauftrag von einer katholischen Kirche in Villach erhalten. Hautzinger erklärt, warum er sich eine Weile vom Jazz distanziert habe: Es habe in den 1980er Jahren eine Tendenz unter den Musikern gegeben, sich von den traditionellen Stilen abzuwenden und stattdessen eigene ästhetische Welten zu bauen. In den 1980er Jahren habe der Jazz in einer tiefen Krise gesteckt, aber heute sehe das alles wieder ganz gut aus: "Diese Musik hat eine wahnsinnige Kraft und Tiefe."

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Franz Hautzinger.

Samir H. Köck talks to trumpeter and composer Franz Hautzinger who had concentrated more on electronic and avant-garde music in recent years but now works on a jazz project again which he will perform at the Saalfelden Festival in Austria (Die Presse). Hautzinger talks about the album "Manafon" which he recorded with David Sylvian, about the CD "Impassive Skies" which he recorded with Patrick Pulsinger and about the influence of Radu Malfatti's philosophy of a music of silence. He was recently commissioned for a composition by a Catholic church in Villach, Austria. Hautzinger explains why he distanced himself from jazz for a while: there was a tendency among musicians in the 1980s to get away from traditional styles and build their own aesthetic worlds. Jazz in the 1980s was in a deep crisis, but today everything seems to be alright: "This music has an enormous power and depth."

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Franz Hautzinger.

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5. August 2010

Jazz Dance

Martin Wainwright berichtet über einen Amateurtänzer, "der die Steuerzahler um fast 20.000 Britische Pfund betrogen habe" aber von einer Gefängnisstrafe verschont geblieben sei, "nachdem der Richter erfuhr, wie seine Leidenschaft für Jazz und Swing ihn zu regelmäßigen Auftritten in Pflegeheimen gebracht hätten" (The Guardian). Der Tänzer hatte Sozialleistungen erhalten, nachdem er im Alter von nur 25 Jahren an Arthritis erkrankt war, hatte es dann aber, als sich sein Zustand veränderte, versäumt, dies dem zuständigen Amt mitzuteilen. Er "wurde ein ausgezeichneter Tänzer, nahm drei Jahre lang an öffentlichen Wettbewerben teil, bis er im Jahr 2008 erwischt wurde". Der Richter entschied, die sozialen Aktivitäten des Tänzers rechtfertigten, ihn nicht ins Gefängnis zu schicken, und verurteilte ihn stattdessen zu einem Jahr Bewährung, 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit sowie zur Rückzahlung seiner Schulden in Raten.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zum Tanz.

Martin Wainwright reports about an amateur dancer "who swindled taxpayers out of nearly £20,000 in disability benefits" but was spared jail, "after a judge heard how his passion for jazz and swing led to regular performances at care homes" (The Guardian). The dancer in question had claimed disability benefits after developing arthritis aged only 25, but then his condition changed, yet he failed to tell the Benefits Agency. He "became an accomplished dancer, enjoying public contests for three years until he was caught in 2008". The judge decided that the social activities of the dancer warranted not sending him to jail and instead sentenced him to a year's community order and 120 hours of unpaid work, aside from agreeing on a plan to settle the balance of his debts.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Dance.

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4. August 2010

Al Jarreau

Al Jarreau, der nach Atemproblemen in den französischen Alpen am 23. Juli ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat zwei Tage nach seiner Entlassung aus dem Marseiller Krankenhaus, in dem er die letzte Woche behandelt wurde, seinen ersten Auftritt in Hanau absolviert (www.bild.de).

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Al Jarreau.

Al Jarreau who had been hospitalized in France July 23rd after suffering from breathing problems in the French Alps has performed his first gig in Hanau, Germany, only two days after being released from the Marseille hospital he was treated in for the last week (www.bild.de).

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Al Jarreau.

Notorious BIG

Der Rap-Sänger Notorious BIG sei von Jazz-Musikern wie Cannonball Adderley, Charlie Parker und Ella Fitzgerald beeinflusst worden, behauptet Saxophonist Donald Harrison, der Nachbar des 1997 ermordeten Rappers war, ihn auf der Treppe des Nachbarhauses getroffen und ihm, nachdem er von seinem Interesse an der Musik hörte, Hausaufgaben gegeben habe, etwa zu einem Adderley-Saxophonsolo zu singen. "Wir haben auf verschiedenen Stimmübungen gemacht und an Schnelligkeit und Beweglichkeit gearbeitet", erklärt Harrison in einem Feature für den Rundfunksender NPR (NPR music).

The rap singer Notorious BIG had been influenced by jazz musicians such as Cannonball Adderley, Charlie Parker and Ella Fitzgerald, claims saxophonist Donald Harrison who had been a neighbor of the rap star killed in 1997, met him on the stoop and, learning about his interest in music, gave him homework such as scatting along to an Adderley saxophone solo. "We worked on various tonguing and speed and agility", Harrison explains in an NPR feature (NPR music).

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3. August 2010

Ahmad Alaadeen

Der Tenorsaxophonist Ahmad Alaadeen wird wegen Blasenkrebs behandelt und befindet sich in ernstem Zustand, wie Steve Penn berichtet (The Kansas City Star). Nach einem Nierenversagen Anfang Juli werde er nun zu Hause von seiner Frau mit alternativer Medizin gepflegt. Alaadeen, fährt Penn fort, habe einst Unterricht bei Leo H. Davis genommen, zu dessen Schülern auch Charlie Parker gezählt habe. Seinen ersten wichtigen Job habe er als Baritonsaxophonist in Jay McShanns Band gehabt. Freunde wie der Saxophonist Najee oder Gerald Dunn vom American Jazz Museum sehen Alaadeen als "die Brücke zwischen Kansas Citys Jazzvergangenheit und der Kansas-City-Szene heute".

The tenor saxophonist Ahmad Alaadeen is treated for bladder cancer and is in serious condition, as Steve Penn reports (The Kansas City Star). After kidney failure in early July he now is home treated by his wife with alternative medicine. Alaadeen, Penn continues, took lessons from Leo H. Davis who also had taught Charlie Parker. His first major job had been playing baritone saxophone with Jay McShann's band. Friends such as the saxophonist Najee and Gerald Dunn of the American Jazz Museum see Alaadeen as "the bridge from Kansas City's jazz past to the Kansas City scene now".

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2. August 2010

Bobby McFerrin

In einem Interview mit Julian Hofer spricht Bobby McFerrin über das Glücksgefühl, das er beim Singen verspüre; über Musik als Medizin; über seine Zusammenarbeit mit Musikern wie Yo-Yo Ma und Chick Corea; über sein Chopin-Projekt, das er zusammen mit der NDR Bigband während des Schleswig-Holstein Musik Festivals aufführte; darüber, dass es auch in klassischer Musik möglich sei, Stücke immer wieder neu zu interpretieren; sowie über seine Entscheidung, den Taktstock niederzulegen, nur noch ausnahmsweise symphonische Orchester zu dirigieren und sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was er am besten könne: das Singen (Welt Online).

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Bobby McFerrin.

In an interview with Julian Hofer, Bobby McFerrin talks about the feeling of happiness he gets from singing; about music as medicine; about his collaborations with musicians such as Yo-Yo Ma and Chick Corea; about the Chopin project he performed together with the NDR Bigband during the Schleswig-Holstein Musik Festival; about how it is possible to always give a new interpretation, even in classical music; and about the fact that he has decided to put down the conductor's baton, only sporadically conduct some more symphonies and orchestral compositions, and concentrate on what he's an expert in: singing (Welt Online).

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Bobby McFerrin.

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1. August 2010

Bill Gottlieb

Die Library of Congress kaufte 1995 die Sammlung an Jazzaufnahmen des Fotografen William P. Gottlieb. Gottlieb selbst hatte festgelegt, dass seine Sammlung am 16. Februar 2010 in öffentlichen Besitz übergehen, also rechtefrei sein solle, und nun hat die Library of Congress die ersten 200 der insgesamt 1.600 Fotos auf ihrer Flicker-Seite historischer Fotos veröffentlicht. Doch ganz unbedenklich ist die Nutzung nicht, wie die LoC auf ihrer Gottlieb-Website mitteilt: "Nutzer von Fotografien aus der Gottlieb-Sammlung sind für die Abklärung der Rechte abgebildeter Personen verantwortlich". Die Sammlung umfasst viele legendäre Fotos Gottliebs, die dieser zwischen 1938 und 1948 in New York und Washington, DC, aufgenommen hatte, Bilder von Künstlern wie Louis Armstrong, Duke Ellington, Charlie Parker, Billie Holiday, Dizzy Gillespie, Earl Hines, Thelonious Monk, Stan Kenton, Ray McKinley, Benny Goodman, Coleman Hawkins, Ella Fitzgerald und Benny Carter.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Bill Gottlieb.

The Library of Congress had purchased photographer William P. Gottlieb's collection of jazz photographs in 1995. Gottlieb himself stipulated that his collection enter into the public domain on February 16, 2010, and now the Library of Congress has put the first 200 of a total of 1,600 photos on their historic photos Flicker page. Nevertheless, as the LoC states on their Gottlieb website, "users of photographs in the Gottlieb collection are responsible for clearing any privacy or publicity rights associated with the use of the images". The Gottlieb collection includes some legendary photographs of the New York and Washington, D.C., jazz scenes from 1938 to 1948, pictures of artists such as Louis Armstrong, Duke Ellington, Charlie Parker, Billie Holiday, Dizzy Gillespie, Earl Hines, Thelonious Monk, Stan Kenton, Ray McKinley, Benny Goodman, Coleman Hawkins, Ella Fitzgerald, and Benny Carter.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Bill Gottlieb.

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