Darmstadt Jazz News

1. - 31. JULY 2009


Wir lesen die Morgenzeitung für Sie!
Die Presseberichte, die wir in dieser Rubrik zusammenfassen, finden sich übrigens in unserem Archiv in herkömmlicher (papierner) sowie in digitaler Form. Wenn Sie an den kompletten Artikeln zu den auf dieser Seite notierten Meldungen interessiert sind, wenden Sie sich bitte per e-mail an uns. Darüber hinaus verweisen wir auf unseren Jazz-Index, die weltweit größte computergestützte Bibliographie zum Jazz, in der neben Büchern und Zeitschriften auch aktuelle Presseberichte aus Tages- und Wochenzeitungen gelistet sind. Sie können Auszüge aus dem Jazz-Index zu bestimmten Stichworten (also beispielsweise konkreten Musikernamen) kostenlos per e-mail erhalten. Noch ein Hinweis zu den Links auf dieser Seite: Einige der verlinkten Artikel sind ohne Anmeldung nicht einsehbar; bei vielen Online-Zeitungen ist die Lektüre älterer Artikel kostenpflichtig. Bitte beachten Sie, dass die Zusammenfassungen und die Übersetzungen auf dieser Seite unsere Zusammenfassungen und Übersetzungen sind. Wenn Sie die hier gelisteten Artikel zitieren wollten, sollten Sie zu den Originalquellen greifen.

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31. Juli 2009

Albert Mangelsdorff

Alle zwei Jahre veranstaltet das Jazzinstitut Darmstadt sein Darmstädter Jazzforum, eine themenorientierte Veranstaltung, die eine internationale Konferenz, eine Konzertreihe, eine Ausstellung und Filmvorführungen beinhaltet. Das Thema in diesem Jahr ist die Musik und der Einfluss des Posaunisten Albert Mangelsdorff, der zu den wichtigsten europäischen Jazzmusikern des 20sten Jahrhunderts zählt. Zum Symposium vom 1. bis 3. Oktober 2009 werden Musikwissenschaftler, Historiker, Journalisten, Kollegen aus angrenzenden Fachgebieten, vor allem aber auch Musiker eingeladen. Als Referenten sind vorgesehen: der Musikwissenschaftler William Bares (Cambridge, USA, Harvard University) mit einem Beitrag über das Selbstbewusstsein des europäischen Jazz und die Probleme, die sich daraus ergeben; die Soziologin Silvana Figueroa (Konstanz) mit einem Beitrag über soziale Ordnung in Free-Jazz-Improvisation; der Kunsthistoriker René Grohnert (Essen) über Plakatkunst, Günter Kieser und den Jazz; der Journalist Harald Justin (Wien) mit einem Beitrag über Biographien und Autobiographien von Jazzmusikern (mit Bezug auf Bruno Paulots Albert-Mangelsdorff-Biographie); der Musikwissenschaftler Harald Kisiedu (New York, Columbia University) mit einem Beitrag über die transatlantischen Bezüge des Free Jazz in den 60er und 70er Jahren; der Musikwissenschaftler Wolfram Knauer (Darmstadt) mit einem Beitrag über Probleme und Projekte deutscher Jazzmusiker mit deutschen Volksmusikweisen; der Musikwissenschaftler Kai Lothwesen (Frankfurt) mit einem Beitrag zur Diversität des europäischen Jazz heute; der Musikwissenschaftler Martin Pfleiderer (Weimar) mit einem Beitrag über die vokale Expressivität im instrumentalen Jazz; der Journalist Michael Rieth mit einem Beitrag über Jazzkritik; der Osteuropa-Forscher Rüdiger Ritter (Berlin) mit einem Beitrag über den polnischen Pianisten Krzysztof Komeda; der Journalist Michael Rüsenberg (Köln) mit einem Beitrag über "The Making Of" der Albert-Mangelsdorff-Rolle, einer Filmdokumentation über Mangelsdorff; der Journalist, Musikwissenschaftler und langjährige Freund des Posaunisten Wolfgang Sandner (Frankfurt) mit einem Grundsatzreferat über Albert Mangelsdorff; der Musiker und Musikwissenschaftler Jürgen Schwab (Hanau) mit einem Beitrag über das Jazzensemble des Hessischen Rundfunks; sowie der Posaunist Nils Wogram (Zürich) in einem Gespräch über Posaunentechnik und den Einfluss Albert Mangelsdorffs. Die Konzertreihe zum 11. Darmstädter Jazzforum sieht vor: einen JazzTalk mit dem Emil Mangelsdorff Quartet (am 25. September im Jazzinstitut Darmstadt), einen JazzTalk mit dem Wolfgang Schlüter / Boris Netsvetaev Duo (am 30. September in der Fabrik Frankfurt), ein Konzert mit Roswell Rudd und Lafayette Harris (am 2. Oktober in der Bessunger Knabenschule, Darmstadt), sowie ein Doppelkonzert mit dem Trio Nils Wogram / Florian Ross / Dejan Terzic und dem Duo der beiden Gitarristen Joe Sachse & Uwe Kropinski (am 3. Oktober in der Bessunger Knabenschule, Darmstadt). Das Konzert am 3. Oktober wird vom Hessischen Rundfunk mitgeschnitten. Weitere Details auf unserer Website: www.jazzinstitut.de.

The Jazzinstitut Darmstadt stages its Darmstadt Jazzforum every two years, a topical international conference, concert series, exhibition and film screening. This year's subject is the music and the impact of the late German trombonist Albert Mangelsdorff who is considered one of the most original European jazz musicians of the 20th century. The conference from 1. to 3. October 2009 will gather musicologists, historians, journalists and scholars from other fields as well as musicians. This year's speakers include: the musicologist William Bares (Cambridge, USA, Harvard University) talking about the growing assertiveness of European jazz and problems arising from it; the sociologist Silvana Figueroa-Dreher about social order in free jazz improvisation; the art historian René Grohnert (Essen) about poster art in jazz and the graphic designer Günter Kieser; the journalist Harald Justin (Wien) talking about biographies and autobiographies of jazz musicians (and especially looking at Bruno Paulot's Albert Mangelsdorff biography); the musicologist Harald Kisiedu (New York, Columbia University) reflecting upon music and politics in the work of Peter Brötzmann; the musicologist Wolfram Knauer (Darmstadt) talking about how German musicians dealt with their national folkloric traditions; the musicologist Kai Lothwesen (Frankfurt) reflecting upon the diversity of today's European jazz; the musicologist Martin Pfleiderer (Weimar) about vocal expressiveness in instrumental jazz; the journalist Michael Rieth talking about jazz criticism; the historian Rüdiger Ritter (Berlin) with a paper about the Polish pianist Krzysztof Komeda; the journalist Michael Rüsenberg (Köln) explaining "The Making Of" of a lengthy Albert Mangelsdorff film documentary; the journalist, musicologist and long-time friend of Mangelsdorff Wolfgang Sandner (Frankfurt) giving a keynote speech about the trombonist; the musicologist Jürgen Schwab (Hanau) reflecting about the Jazzensemble des Hessischen Rundfunks; and the trombonist Nils Wogram (Zürich) showing trombone techniques and talking about Albert's influence on trombonists. The concert series will feature the alto saxophonist Emil Mangelsdorff, Albert's older brother, in concert with his quartet and in conversation (Sep. 25, 2009); the duo of vibraphonist Wolfgang Schlüter and pianist Boris Netsvetaev in another concert plus conversation event (Sep. 30, 2009); the American trombonist Roswell Rudd in a duo with the pianist Lafayette Harris (Oct. 2, 2009); the German guitar duo of Joe Sachse and Uwe Kropinski; as well as a trio by trombonist Nils Wogram, organist Florian Ross and drummer Dejan Terzic (Oct. 3, 2009). The concert on October 3rd will be recorded by Hessen Radio. More details on our website: www.jazzinstitut.de.

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30. Juli 2009

Bill Laursen

In einem langen Artikel schreibt Peter Rugg über den Pianisten und Musiklehrer Bill Laursen aus Kansas City, der sich schuldig erklärt hat, auf seinem Computer Kinderpornographie gespeichert zu haben (Kansas City Pitch). Der Artikel berichtet sowohl über Laursens Biographie als Pianist, der seit den frühen 1980er Jahren in der Jazzszene Kansas Citys aktiv ist, als auch über seine persönlichen Probleme und darüber, wie er selbst in einem Brief an Freunde seine Faszination an Kinderpornographie zu erklären versuchte. Bevor er ins Gefängnis ging, gab Laursen noch eine Abschiedsfeier für Freunde, zu der auch einige seiner Schüler mit ihren Eltern kamen. Die Mindeststrafe für Kinderpornographie in den USA beträgt fünf Jahre ohne Bewährung in einem Bundesgefängnis; als Höchststrafe können bis zu 110 Jahre ohne Bewährung sowie eine Geldstrafe von bis zu 1,5 Millionen Dollar verhängt werden.

Peter Rugg in a long article writes about the Kansas City pianist and music teacher Bill Laursen who pleaded guilty to child-porn charges (Kansas City Pitch). The story both is about Laursen's biography as a pianist on the Kansas City jazz scene since the early 1980s and about some of his personal problems and how he himself explains his attraction to child porn in a letter to his friends. Before he went to prison, Laursen gave a goodbye celebration to friends which was also attended by some of his students with their parents. Laursen faces a mandatory minimum sentence of five years in federal prison without parole or as many as 110 years without parole, plus a fine of $1.5 million.

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29. Juli 2009

Hamburg, Louis Moreau Gottschalk, Hank Jones

Die Stadt Hamburg hat angekündigt, ihre Fördergelder für Musik zu erhöhen und insbesondere ein Projekt mit Namen "Fokus Jazz" für 2010/2011, innerhalb dessen ein Subkulturfestival, interkulturelle Projekte sowie Kirchenveranstaltungen geplant sind. Die Stadt plant außerdem für Live-Musik-Clubs die GEMA-Gebühr zu übernehmen und einen Club Award auszuloben, mit dem ambitionierte Liveprogramme ausgezeichnet werden sollen (Welt Online, Hamburger Abendblatt). Der Green-Wood Friedhof in Brooklyn hat eine neue Skulptur für das Grab des Komponisten und Pianisten Louis Moreau Gottschalk in Auftrag gegeben, die an Stelle des marmornen Musikengels stehen soll, der vor über einem halben Jahrhundert von seinem Grab verschwunden war (New Orleans Times-Picayune). Francis Marmande spricht mit dem Pianisten Hank Jones über seine musikalische Zusammenarbeit mit Cheick Tidiane Seck, die Geburt des Bebop, seine Jugend in Michigan, Art Tatum, Miles Davis, Barack Obama (für den er während der Wahlkampagne dreimal gespielt hat), Michael Jackson, musikalische Treffen mit Brad Mehldau und Joe Lovano und erzählt schließlich eine lustige Geschichte über Fats Navarro in Billy Eckstines Band (Le Monde).

The city of Hamburg has announced that it wants to increase its funding of music and especially plans a project called "Fokus Jazz" for 2010/2011 comprising a festival involving the city's alternative music scene, intercultural projects and concerts in churches. The city plans to pay for the GEMA (live music copyright) fees for live music clubs and establish a club award to support ambitious club programs (Welt Online, Hamburger Abendblatt). Brooklyn's Green-Wood Cemetery is commissioning a new sculpture to honor the composer and pianist Louis Moreau Gottschalk to replace the marble Angel of Music marker on top Gottschalk's grave which disappeared a half-century ago (New Orleans Times-Picayune). Francis Marmande talks to the pianist Hank Jones about his musical collaboration with Cheick Tidiane Seck, the birth of bebop, his youth in Michigan, Art Tatum, Miles Davis, Barack Obama (for whom he has played three times during his campaign), Michael Jackson, musical meetings with Brad Mehldau and Joe Lovano and a funny story involving Fats Navarro in Billy Eckstine's band (Le Monde).

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28. Juli 2009

George Russell (Piano, Komponist / piano, composer)
(b: 23.Jun.1923, Cincinnati/OH; d: 27.Jul.2009, Boston/MA)

Der Pianist und Komponist George Russell starb am 27. Juli im Alter von 86 Jahren an den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung. Russell gehörte in den 1940er Jahren zum Birth-of-the-Cool-Kreis um Miles Davis und schrieb etwa zur selben Zeit die ersten seiner Aufmerksamkeit erregenden Arrangements, darunter "Cubaba Be / Cubana Bop" für die Bigband Dizzy Gillespies oder "A Bird in Igor's Yard" für Buddy DeFranco. 1953 veröffentlichte er ein Buch über mit seinen musiktheoretischen Überlegungen unter dem Titel "The Lydian Chromatic Concept of Tonal Organization", das enorm einflussreich war und die Experimente mit modaler Improvisation vorwegnahm, die Miles Davis und John Coltrane wenig später realisierten. Russell unterrichtete an der Lenox School of Jazz, nahm seine eigenen Kompositionen mit Musikern wie Bill Evans, Art Farmer oder Eric Dolphy auf und zog in den 1960er Jahren nach Schweden, wo er mit Jan Garbarek und Don Cherry arbeitete. Zurück in den USA komponierte und spielte er bis vor kurzem und erhielt zahlreiche Preise, darunter den prestigeträchtigen MacArthur-Preis und zwei Guggenheim-Stipendien. Nachruf: Washington Post, The Guardian, The Boston Globe, Los Angeles Times, New York Times, Frankfurter Allgemeine Zeitung, The Independent, Le Monde.

The pianist and composer George Russell died July 27th at the age of 86 of complications from Alzheimer's. Russell was part of the Birth of the Cool circle around Miles Davis in the 1940s and wrote some his first remarkable arrangements around the same time, among them "Cubana Be / Cubana Bop" for Dizzy Gillespie's big band or "A Bird in Igor's Yard" for Buddy DeFranco. In 1953 he published a book about his musical theories entitled "The Lydian Chromatic Concept of Tonal Organization" which became enormously influential and predated Miles Davis' and John Coltrane's experiments with modal improvisation. Russell taught at the Lenox School of Jazz, recorded his own compositions with musicians such as Bill Evans, Art Farmer or Eric Dolphy and moved to Sweden in the 1960s where he worked with Jan Garbarek and Don Cherry. Back in the USA, he continued to compose and perform until recent years and collected numerous awards, among them the prestigious MacArthur prize and two Guggenheim fellowships. Obituaries: Washington Post, The Guardian, The Boston Globe, Los Angeles Times, New York Times, Frankfurter Allgemeine Zeitung, The Independent, Le Monde.

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27. Juli 2009

Lincoln Center Jazz Orchestra

Das Lincoln Center Jazz Orchestra wird ab nächstem Jahr in regelmäßigen Abständen Konzert- und Arbeitsaufenthalte in der Barbican Konzerthalle in London abhalten, wie John Fordham berichtet (The Guardian). Während dieser Residencies werden die Mitglieder des Orchesters "in lokalen Clubs spielen, dabei helfen ein neues East London Jugendorchester aufzubauen und in die Schulen gehen".

The Lincoln Center Jazz Orchestra will be a periodical resident at London's Barbican concert hall from next year, as John Fordham reports (The Guardian). During its residencies it will be "running local gigs, helping to found a new east London youth orchestra, working in schools".

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26. Juli 2009

Jackie Paris

David Patrick entdeckt die Geschichte des Sängers Jackie Paris im Dokumentarfilm "Tis Autumn. The Search for Jackie Paris", der 2006 erschien und nun als DVD erhältlich ist (Philadelphia Inquirer). Er verfolgt das Leben und die Karriere des Sängers, der bei anderen Musikern hoch angesehen war, aber in der breiteren Musikwelt immer unbekannt blieb.

David Patrick Stearns discovers the story of the singer Jackie Paris in film documentary "Tis Autumn. The Search for Jackie Paris", released in 2006 and now available on DVD (Philadelphia Inquirer). It chronicles Paris' life and career as a singer who was held in high esteem by other musicians but stayed an obscure person in the wider music world.

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24. Juli 2009

Teddy Washington, Business

Der Trompeter Teddy Washington starb am 22. Juli in Jacksonville, Florida, im Alter von 78 Jahren. Er hatte mit James Brown, B.B. King gespielt, war aber auch mit Count Basie und Dizzy Gillespie aufgetreten (Jacksonville News). Die Wirtschaftsautoren Robert D. Austin und Lee Devin argumentieren in einem Aufsatz, dass Künstler ganz allgemein mehr Geld verdienen sollten (Montreal Gazette) und nennen Miles Davis als Beispiel für einen Künstler, der lange vor allem seine eigene Ästhetik verfolgt und die Musik weiter erforscht habe anstatt seinen Erfolg auch kommerziell auszunutzen. "In einer besseren Welt", schlussfolgern die beiden Autoren, "wird Kunst zu einem fairen Preis gehandelt werden, werden die besten Jazzmusiker der Welt genauso viel verdienen wie die Partner in einer Consulting-Firma, und werden auch die Jobs um diese Wertkette so gut bezahlt werden, dass man davon leben kann."

The trumpeter Teddy Washington died July 22nd in Jacksonville at the age of 78. He had played with James Brown, B.B. King, but also performed with Count Basie and Dizzy Gillespie (Jacksonville News). The business authors Robert D. Austin and Lee Devin argue in a recent paper that artists deserve to make money (Montreal Gazette), naming Miles Davis as an example for someone who followed his own aesthetic route exploring the music while he could easily have exploited his success. "In a better world," the authors write, "art will command fair prices, best-in-the-world jazz musicians will make as much as partners in consulting firms, and jobs up and down the value chain around such activities will pay a living wage."

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23. Juli 2009

Champion Jack Dupree; Mose Allison; Keith Jarrett

Nada Weigelt erinnert an den Pianisten und Sänger Champion Jack Dupree, der vor genau 100 Jahren in New Orleans geboren wurde und 1960 nach Europa zog, wo er zuerst in Zürich, später in Hannover lebte (Schaffhauser Nachrichten). Lawrence B. Johnson spricht mit dem Pianisten und Sänger Mose Allison darüber, dass er sich selbst nie als durch die Bebopper vom Schlage eines Charlie Parker oder Bud Powell beeinflusst sah, sowie darüber, wie er denkt, dass man sich an ihn erinnere ("Ich ahne, dass man mich für die falschen Dinge erinnern wird") (Detroit News). Wolfgang Sandner berichtet von einem Konzert des Keith Jarrett Trios im französischen Juan-les-Pins, bei dem weder das Zirpen der Zikaden noch der Lärm der benachbarten Cafés und Kneipen den sonst recht lärmempfidlichen Musiker zu stören schienen. Sandner war begeistert vom Konzert und insbesondere von Gary Peacocks Bassspiel (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Nada Weigelt remembers the pianist and singer Champion Jack Dupree, who was born exactly 100 years ago in New Orleans and moved to Europe in 1960, where he first lived in Zurich, Switzerland, then in Hannover, Germany (Schaffhauser Nachrichten). Lawrence B. Johnson talks to the pianist and singer Mose Allison about how he didn't really see himself as a follower of beboppers like Charlie Parker or Bud Powell and how he thinks he's going to be remembered ("I expect to be remembered for the wrong things") (Detroit News). Wolfgang Sandner reports about a Keith Jarrett Trio concert in Juan-les-Pins, France, where neither the chirping of the cicadas nor the noise from neighboring cafés and pubs seemed to disturb the usually very noise-sensitive musician. Sandner was enthralled by the concert and especially by Gary Peacock's bass playing (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

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22. Juli 2009

Ron Carter

In einem offenbar nicht allzu redseligen Interview spricht der Bassist Ron Carter mit Samir H. Köck über Miles Davis, Materialismus und den im Jazz möglichen finanziellen Erfolg, sowie über seine Mitwirkung beim Album "Low End Theory" der HipHop-Gruppe A Tribe Called Quest (Die Presse).

In an obviously not very loquacious interview, bassist Ron Carter talks to Samir H. Köck about Miles Davis, materialism and the potential for financial success of jazz, as well as about his participation in the album "Low End Theory" by the hip-hop group A Tribe Called Quest (Die Presse).

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21. Juli 2009

Quincy Jones

Als Apollo 11 vor 40 Jahren auf ihre historische Mondlandung zusteuerte, hörte der Astronaut Buzz Aldrin Quincy Jones' Arrangement von Frank Sinatras Song "Fly Me to the Moon", wie Michael Weinfeld berichtet (Washington Post). Und während die Astronauten auf dem Mond spazieren gingen, nahm Jones im Studio das Album "Walking in Space" auf.

While Apollo 11 was approaching its historic moon landing 40 years ago, astronaut Buzz Aldrin listened to Quincy Jones' arrangement of Frank Sinatra's "Fly Me to the Moon", as Michael Weinfeld reports (Washington Post). Also, while the astronauts walked on the moon, Jones was in the studio recording "Walking in Space".

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20. Juli 2009

MPS (Musik Produktion Schwarzwald)

Das Plattenstudio des MPS-Labels im Schwarzwald wurde unter Denkmalschutz gestellt (Südkurier). Die Stadt Villingen hat beschlossen, dass die wissenschaftliche wie heimatgeschichtliche Bedeutung des Studios diese Entscheidung rechtfertige. In den 1960er und 1970er Jahren hatte Hans-Georg Brunner-Schwer viele bedeutende Jazzalben in dem Studio aufgenommen, darunter Platten mit Oscar Peterson, Monty Alexander, aber auch mit europäischen Musikern wie Hans Koller, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner und vielen anderen. MPS war für die hohe Tonqualität der Aufnahmetechnik bekannt, aber auch für die hervorragende Pressung und die Gestaltung der Plattenhüllen.

The recording studio of the MPS label in the Black Forest has been listed with landmark status (Südkurier). The city of Villingen has decided that both the academic and the local importance of the studio warrant this decision. In the 1960s and 1970s Hans-Georg Brunner-Schwer recorded many jazz albums in the studio, among them important recording sessions with Oscar Peterson, Monty Alexander, but also with European musicians such as Hans Koller, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner and many others. MPS was renowned for its high level of recording technique as well as for the exquisite printing quality both of the records and the covers.

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19. Juli 2009

Arturo O'Farrill

Der Pianist Arturo O'Farrill bekam den Auftrag, eine Komposition zu Ehren der neuen Richterin am Obersten Gericht der Vereinigten Staaten, Sonia Sotomayor, zu schreiben (New York One). O'Farrill wird ein Stück schreiben, das der "lateinamerikanischen Kultur durch Anklänge an Mambo und Cha Cha" Tribut zollen soll, wie der Komponist erklärt. Die Komposition soll ihre Premiere im November im Symphony Space auf der Upper West Side New Yorks haben.

The pianist Arturo O'Farrill has been commissioned to write a composition in honor of the new Supreme Court judge Sonia Sotomayor (New York One). O'Farrill will pen a piece paying "tribute to Latin culture with flourishes of mambo and cha cha", the composer said. The new work is to be premiered in November at Symphony Space on New York's Upper West Side.

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18. Juli 2009

Lena Horne, Wynton Marsalis, Billie Holiday, Russ Freeman

John Simon schreibt über James Gavins neue Biographie der Sängerin Lena Horne (New York Times). Nicholas Wroe spricht mit dem Trompeter Wynton Marsalis über kulturelle Bildung in den USA, Jazz at Lincoln Center, darüber, wie es war, in einem Haus voller Jazz aufzuwachsen, über seinen ersten Eindruck der professionellen New Yorker Jazzszene, seine oft sehr ausgeprägten ästhetischen Urteile und über die gegenwärtige Tournee, Workshops und Masterclasses des Lincoln Center Jazz Orchestra (The Guardian). Die Associated Press berichtet, dass die Billie-Holiday-Statue in Baltimore aus Anlass des 50sten Todestages der Sängerin neu enthüllt wurde, diesmal mit zwei zusätzlichen Tafeln - eine zeigt einen gelynchten Mann, die andere ein neugeborenes Baby -, die bereits für die erste Enthüllung 1985 geplant, dann aber nicht angebracht wurden. Jerry Fink spricht mit Carolyn Freeman, der WItwe des Pianisten Russ Freeman, die die Las Vegas Jazz Connection als eine Initiative gegründet hat, um wieder mehr Jazz in die Stadt zu bringen (Las Vegas Sun).

John Simon reviews James Gavin's new biography of the singer Lena Horne (New York Times). Nicholas Wroe talks to the trumpeter Wynton Marsalis about cultural education in the USA, Jazz at Lincoln Center, growing up with jazz around the house, his first view of the professional jazz world in New York, his strong aesthetic opinions, and his current tour of playing and giving workshops and classes with the Lincoln Center Jazz Orchestra (The Guardian). The Associated Press reports that the Billie Holiday statue in Baltimore has been rededicated on the 50th anniversary of the singer's death with two panels - one of a lynched man and the other of a newborn baby - that had been part of the original design but weren't included when the piece was erected in 1985. Jerry Fink talks to Carolyn Freeman, the widow of the late pianist Russ Freeman, who founded the Las Vegas Jazz Connection as an initiative to bring jazz back to the city (Las Vegas Sun).

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17. Juli 2009

Lionel Ferbos; Roy Ayers; Earma Thompson

Der Trompeter Lionel Ferbos feiert seinen 98sten Geburtstag mit einem Konzert seiner Palm Court Jazz Band im Snug's Harbor in New Orleans (New Orleans Times-Picayune). Der Vibraphonist Roy Ayers spricht über Jazz, disco und aktuelle Bands, die seine Songs samplen, über Instrumentalistinnen, about female instrumentalists, Erykah Badu und Lionel Hampton (die tageszeitung). Die Pianistin Earma Thompson starb am 16. Juli in Chicago im Alter von 86 Jahren (ABC Chicago).

Trumpeter Lionel Ferbos celebrates his 98th birthday playing with the Palm Court Jazz Band at Snug's Harbor in New Orleans (New Orleans Times-Picayune). Vibraphonist Roy Ayers talks about jazz, disco and current bands sampling his songs, about female instrumentalists, Erykah Badu and Lionel Hampton (die tageszeitung). The pianist Earma Thompson died July 16th in Chicago at the age of 86 (ABC Chicago).

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16. Juli 2009

Werner Seifert, Abd Al Malik, Blue Note, Las Vegas

Sebastian Walther spricht mit Werner Seifert, dem ehemaligen Chef der Deutschen Börse, der außerdem als Pianist und Organist auftritt und sich seit seinem Rückzug von seinem Finanzjob 2005 auf die Musik konzentriert (Fuldaer Zeitung). Bärbel Nückles spricht mit dem Rapsänger Abd Al Malik, der als Kind kongolesischer Eltern in Paris geboren wurde, in Strassburg aufwuchs und gleichermaßen von Jazz, Slam Poetry und dem französischen Chanson beeinflusst ist (Badische Zeitung). Martin Gayford wirft einen weiteren Blick auf das Blue Note Label, das in diesem Jahr seinen 70sten Geburtstag feiert (The Telegraph). Jerry Fink schaut besorgt auf die Situation des Jazz in Las Vegas und sieht, dass diese Musik dort kräftig zu kämpfen hat (Las Vegas Sun [1]). Fink besucht auch ein jazzsymposium, bei dem vor allem darüber geklagt wird, dass der Jazz nicht genügend wertgeschätzt wird und dass man unbedingt jüngere Zuhörer an den Jazz heranführen müsse (Las Vegas Sun [2]).

Sebastian Walther talks to Werner Seifert, the former boss of the German Stock Exchange who is also a pianist and organist and since he quit his finance job in 2005 mainly concentrates on music (Fuldaer Zeitung). Bärbel Nückles talks to the rap singer Abd Al Malik, born in Paris to parents from the Congo and grown up in Strasbourg, who has been equally influenced by jazz, slam poetry and French chanson (Badische Zeitung). Martin Gayford gives another look at the Blue Note record label which celebrates its 70th birthday this year (The Telegraph). Jerry Fink looks at the situation of jazz in Las Vegas and finds it struggling (Las Vegas Sun [1]). Fink also visits a jazz symposium that mainly laments the state of the appreciation for this music and emphasizes the need to expose younger people to it (Las Vegas Sun [2]).

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15. Juli 2009

Ein Appell gegen den Jazz (... oder auch nicht?) / A plea against jazz (... or is it?)

Der konservative kanadische Parlamentarier Brad Trost hat sich kürzlich gegen öffentliche Förderung der schwulen und lesbischen Gay Pride Parade in Toronto ausgesprochen, und Tabatha Southey folgt seinem Beispiel und wendet sich gegen die Förderung von Jazzevents mit öffentlichen Geldern (Toronto Globe and Mail). Es gäbe doch eh schon viel zu viel Jazz, sagt sie, die Leute sollten diese Musik doch lieber hinter verschlossenen Türen hören. Sie fordere ja kein Gesetz gegen Jazz, aber der Anblick von Jazzfans und diese unangenehme Art, wie die sich anziehen, verderbe einem doch den ganzen Tag im Stadtpark von Toronto. Sie wolle nicht, dass ihre Kinder laufend mit "kopfnickenden Thelonious Monk Fans zusammentreffen, die selbstgefällig einen Cranberrysaft in irgendeiner fehlgeleiteten Bar trinken" und hoffe, dass es im nächsten Jahr keine Jazzfestivals mehr gäbe. Bevor Sie aber protestieren oder Beifall zollen ... all das ist nur ein satirischer Kommentar, der sich gegen die Homophobie von MP Trost und dem Institut für kanadische Werte wendet und die Lächerlichkeit ihrer Argumente vor Augen führen will.

Canadian Conservative MP Brad Trost opposed government support for Toronto's Gay Pride parade, and Tabatha Southey takes up his example to oppose the public funding of jazz events (Toronto Globe and Mail). There is too much jazz around already, she claims, and people should rather listen to this music behind closed doors. She doesn't demand a law against jazz, but the sight of jazz fans and the way they dress, she says, is ruining her stroll along Toronto's city park. She doesn't want her kids to be around some "nodding Thelonious Monk fan, smugly nursing a cranberry juice in some misguided bar" and hopes that next year there will be no more jazz festivals. But before you protest or applaud ... it is all a satirical op-ed column aimed against and ridiculing the homophobia of MP Trost and the Institute for Canadian Values.

Ein Appell für den Jazz / A plea for jazz

Rachel Strassel berichtet über einen Appell für den Jazz durch den Trompeter Irvin Mayfield, der die Musik als Vehikel sieht, "dem negativen Image [der Stadt New Orleans] außerhalb der Stadtgrenzen positive Seiten entgegenzustellen" (New Orleans City Business). Jazz, sagt Mayfield, "ist unser Öl". Nashville und Memphis haben ihre Städtenamen zu Markenzeichen um die Musik gemacht und es geschafft, darum herum eine Industrie aufzubauen. New Orleans sollte dasselbe tun, so schwer das auch sei, wenn man bedenke, dass "die Leute kaum Geld mit ihrer Musik machen". Strassel berichtet vom Jazz Emporium Night Club in New Orleans, der kürzlich geschlossen wurde und unter anderem Namen und mit wenig bis gar keinem Jazz im Programm wiedereröffnen soll. Louis Armstrong besaß ein Baseball Team, und Miles Davis' Platten verkaufen sich immer noch in enormen Stückzahlen, also hat das Markenzeichen des Jazz immer funktioniert und funktioniert auch heute noch, argumentiert Mayfield.

Rachel Strassel reports about a plea for jazz by trumpeter Irvin Mayfield who sees the music as a vehicle to throw some "positive light to counter the negative attention [the city of New Orleans] receives outside the city" (New Orleans City Business). Jazz, Mayfield says, "is our oil". Nashville and Memphis are branded around music and have been able to build an industry around it. New Orleans should do the same as difficult as that is regarding the fact that "people have trouble making money from [the music]". Strassel reports about the Jazz Emporium Night Club in New Orleans which closed recently to reopen under a new name and with little to no jazz. Louis Armstrong owned a baseball team and Miles Davis' records are still going platinum today, so the jazz brand has always worked and is still working, argues Mayfield.

Jazz Times

Gerade erfuhren wir, dass Jazz Times, das Magazin, das vor kurzen sein Erscheinen eingestellt hatte, in Madavor Media einen neuen Besitzer gefunden hat, eine "marktführende Firma aus Boston, die sich auf Publikationen für Enthusiasten und Messen spezialisiert hat". Die gegenwärtigen Herausgeber Lee Mergner und Evan Haga werden weiterarbeiten und sollen damit für Kontinuität und den Rückhalt in der Jazzszene sorgen. Die nächste Ausgabe wird eine Coverstory über Joe Lovano haben, außerdem einen Artikel von Marc Hopkins über die ökonomische Situation von Jazzfestivals. Die erste Ausgabe, die auch nach außen das Madavor-Logo tragen wird, erscheint dann im September.

We just learned that Jazz Times, the magazine which had folded earlier this year, has found a new owner in Madavor Media, "a market-leading enthusiast publishing and trade-show group based in Boston" The current editors Lee Mergner and Evan Haga will remain with the publication to maintain continuity and connection within the jazz community. The next issue will feature a cover story on saxophonist Joe Lovano, as well as a piece by investigative reporter Marc Hopkins on the effect of the current economic climate on jazz festivals. The first issue bearing the real imprint of Madavor will be the September issue.

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14. Juli 2009

Smoke Jazz Club

Der New Yorker Smoke Club musste letzte Woche geschlossen werden, weil eine Sprinkleranlage im sechsten Stockwerk des Gebäudes ausgelöst wurde und das Wasser die Decke, den Boden und die Soundanlage des Clubs Ecke Broadway und 106ste Straße zerstört habe, wie Ben Sisario berichtet (New York Times). Die Besitzer hoffen, dass die Reparaturarbeiten schnell vonstatten gehen und sie schon nächste Woche wieder eröffnen können.

The New York Smoke Jazz Club had to be closed because last week a sprinkler system that had been set off six floors above destroyed the ceiling, flooring and sound system of the club on Broadway and 106th Street, as Ben Sisario reports (New York Times). The owners hope that restoration is fast and they can reopen next week.

Zeke Zarchy (Trompete / trumpet)
(b: 12.Jun.1915, New York; d: 11.Apr.2009, Irvine/CA)

Der Trompeter Zeke Zarchy starb bereits am 11. April im Alter von 93 Jahren, wie wir erst heute im The Guardian lesen. Zarchy machte sein Plattendebut 1935 und spielte mit Benny Goodman, Artie Shaw, Bob Crosby, Red Norvo und Mildred Bailey sowie in Glenn Millers berühmter Air Force Band. Nach dem Krieg arbeitete er für die Hollywood Studios, tourte international mit verschiedenen Bands und nahm Alben auf, "in denen er Note für Note die Soli von Armstrong und Bix Beiderbecke nachspielen konnte".

The trumpeter Zeke Zarchy died on April 11th already, at the age of 93, but we only found an obituary in today's The Guardian. Zarchy made his recording debut in 1935 and played with Benny Goodman, Artie Shaw, Bob Crosby, Red Norvo and Mildred Bailey as well as in Glenn Miller's famous air force band. After the war he worked in the Hollywood Studios, toured internationally with different bands and recorded some albums "recreating note-perfect versions of solos by Armstrong and Bix Beiderbecke".

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13. Juli 2009

Herbie Hancock

Sascha Lehnartz spricht mit dem Pianisten Herbie Hancock über seine jüngste Zusammenarbeit mit dem klassischen Pianisten Lang Lang, über seinen eigenen Weg vom klassischen Wunderkind zum Jazz, über Miles Davis, Funky Music, Jazz im 21sten Jahrhundert sowie über Michael Jackson (Die Welt).

Sascha Lehnartz talks to the pianist Herbie Hancock about his recent collaboration with the classical pianist Lang Lang, about practicing, about his own road from a classical Wunderkind to jazz, about Miles Davis, funky music, jazz in the 21st century and Michael Jackson (Die Welt).

Jazz: Past or Future?

Bob Karlovits beklagt die Tendenz vieler Jazzfans in die Vergangenheit zu blicken statt sich der Gegenwart oder gar der Zukunft der Musik zu widmen (Pittsburgh Tribune-Review). Ausgangspunkt seines Artikels ist das Erscheinen eines Albums auf Sony/Legacy mit dem Titel "1959 -- Jazz's Greatest Year" mit Musik von Dave Brubeck, Charles Mingus und Miles Davis. Warum war 1959 besser als die 50 Jahre zuvor oder die 50 Jahre danach, fragt Karlovits und argumentiert, dass Davis wahrscheinlich genervt gewesen wäre, in solch eine Schublade gesteckt zu werden, weil er bis an sein Lebensende "immer versucht hat neue Wege zu finden, seine Musik zu präsentieren". Er resümiert: "Wäre Miles mit den Lorbeeren der Vergangenheit konfrontiert worden, dann hätte er vielleicht mit Sarkasmus den Titel eines seiner berühmtesten Stücke bemüht: 'So What'."

Bob Karlovits laments about the tendency of jazz fans to look back rather than look to the present or even the future of the music (Pittsburgh Tribune-Review). He bases his article on the recent release of a Sony/Legacy album entitled "1959 -- Jazz's Greatest Year" containing music by Dave Brubeck, Charles Mingus and Miles Davis. Why was 1959 better than the 50 years before or the 50 years thereafter, Karlovits asks and argues that Davis would be bored by being put into a box and that up to his death Miles "kept working at finding new ways to present his music". He resumes, "Had Miles been caught up in the glories of the past, there would be a bit of sarcasm to the title of one of his most famous songs: 'So What'."

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12. Juli 2009

Plattensammler / Record Collectors

Amanda Petrusich schreibt über das seltsame Hobby des Schallplattensammelns und darüber, dass das Geschäft mit seltenen Platten trotz der Wirtschaftskrise zu boomen scheint (New York Times). Sie spricht mit John Heneghen aus New York, der alte Schellackplatten sammelt und irgendwann das kritische Gefühl hatte, etwas stimme nicht mit ihm, weil er sich mit niemandem sonst über seine Leidenschaft austauschen konnte. Heneghen sammelt seltene Bluesplatten, von denen einzelne auf dem Markt bis zu 20.000 Dollar wert sind. Ein anderer Sammler, John Tefteller, verteilte 2002 "Flugblätter an alle Haushalte in einem Umkreis von 100 Meilen um die ehemaligen Paramount-Studios in Grafton, Wisconsin", schreibt Petrusich, und wartete dann in seinem Hotelzimmer auf Anrufe, die ihm hoffentlich von einem Schatz in irgendeinem Keller oder Dachboden berichten würden. Mark Berresford, der das Sammlermagazin VJM Jazz & Blues Mart herausgibt, empfiehlt jedem potentiellen Sammler, "professionellen Rat einzuholen" -- und damit meint er nicht etwa einen Psychiater, sondern jemanden, der ihm sagen könne, was man kaufen solle und von wem. Der deutsche Plattensammler und international renommierte Jazzhistoriker Rainer Lotz sucht derweil ein Archiv, das seine Sammlung ankauft (Bonner General Anzeiger). Ein Teil seiner Platten wurden bereits von der Library of Congress übernommen; für den Rest seiner einmaligen Sammlung an frühem Jazz und schwarzer Musik in Europa schwebe ihm ein Preis von 700.000 Euro vor. Preston Jones schließlich berichtet davon, dass Vinyl-LPs immer noch produziert werden und weit davon entfernt sind, die Schellackplatten unserer Tage zu sein, und dabei schreibt er gar nicht über die Welt des Jazz, sondern über das allgemeine Popmusikgeschäft (Fort Worth Star-Telegram).

Amanda Petrusich writes about that strange hobby of record collecting and the rare-record business which, according to some, is booming despite the economic crisis (New York Times). She talks to John Heneghan from New York who collects 78 rpm records, and who tells her how at one point he thought perhaps something was wrong with him because he could not relate to any other single person about his passion. Heneghen collects rare blues records, some of which would bring up to 20,000 dollars on the collectors' market. Another collector, John Tefteller, in 2002 "mailed fliers to every resident within 100 miles of Paramount’s former studio site in Grafton, Wis.", she writes, and then waited in his hotel room for calls to come him and hopefully advert him of rare treasures found in someone's cellar or attic. Mark Berresford, who edits the collectors' magazine VJM Jazz & Blues Mart, recommends potential collectors to "seek professional advice" -- and that statement does not refer to a psychiatrist, but "as to what should be purchased and from whom". The German record collector and internationally renowned jazz historian Rainer Lotz meanwhile is looking for an archive to purchase his collection (Bonner General Anzeiger). Part of his records have already been bought by the Library of Congress; for the rest of his unique collection of early jazz and Black music in Europe he hopes to raise a price of about 700.000 Euro (approximately 975,000 US-$). As an addendum, Preston Jones reports that vinyl LPs are still being produced and far from being the 78 RPM of today, and he's not writing about the jazz world, but the popular music business in general (Fort Worth Star-Telegram).

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11. Juli 2009

State Department Tourneen / State Department Tours

Carla Murphy berichtet über eine Ausstellung zu den Jazztourneen des State Department, des amerikanischen Außenministeriums, die zurzeit im Louisiana State Museum in New Orleans zu sehen ist und danach erst die USA und später die Welt bereisen wird (Christian Science Monitor). Sie spricht mit dem Saxophonisten Paul Jeffrey, der bereits mit Thelonious Monk und Dizzy Gillespie unterwegs war und ein wenig von seinen Erinnerungen an State Department Tourneen berichtet, außerdem mit dem irakischen Journalisten Ali Adeep, der bestätigt, dass auch heute noch amerikanische Musik einen enormen Einfluss auf die jungen Leute in seinem Land hätte.

Carla Murphy reports about an exhibition about the State Department's jazz tours which is on display at the Louisiana State Museum in New Orleans at the moment and afterwards will tour the country and go abroad (Christian Science Monitor). She talks to the saxophonist Paul Jeffrey who toured with Thelonious Monk and Dizzy Gillespie and shares some of his State Department tour memories, but also to the Iraqi journalist Ali Adeep who confirms the importance of American music for young people in his country.

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10. Juli 2009

Terence Blanchard

In einem kurzen Interview mit Christopher John Farley spricht der Trompeter Terence Blanchard über sein neues Album "Choices", auf dem unter anderem der "Neo-Soul-Sänger Bilal, der Wissenschaftler Cornel West und drei Versionen des Titel-Tracks" zu hören sind (Wall Street Journal). Musik mit Gesang, sagt Blanchard, erreiche die Aufmerksamkeit der Hörer immer etwas besser, und er plädiert für eine (instrumentale) Musik, die "interessant anzuhören ist. Ich glaube, die Leute lechzen richtig danach."

In a short interview with Christopher John Farley trumpeter Terence Blanchard talks about his new album "Choices" which features "neo-soul singer Bilal, scholar Cornel West and three versions of the title track" (Wall Street Journal). Music with vocals, Blanchard says, always grabbed the listeners' attention more, and pleads for an (instrumental) music "that's interesting to listen to. I really believe the public is dying for it".

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9. Juli 2009

NPR über die Jazz News aus Darmstadt / NPR on the Darmstadt Jazz News

Felix Contreras berichtet in seinem Jazzblog für National Public Radios über die Darmstädter Jazz News, also über die Zeilen, die Sie gerade lesen (NPR Jazz Blog).

In his jazz blog for National Public Radio Felix Contreras writes about the Darmstadt Jazz News, i.e. about what you are reading right now (NPR Jazz Blog).

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8. Juli 2009

New York Jazz Festival

Charles J. Gans berichtet von einem neuen Sponsor für das frühere JVC Jazz Festival New York, das vor einigen Monaten abgesagt wurde, nachdem der japanische Elektronikriese bekannt gegeben hatte, dass er 2009 keine Jazzevents finanzieren würde (Washington Post). Der neue Sponsor ist CareFusion Corp., "eine medizintechnische Firma und eine Tochter des Konzerns Cardinal Health". Der Deal wurde von George Wein in die Wege geleitet, der das Festival (in Newport) 1954 gegründet hatte und seine eigene Produktionsfirma, Festival Productions, erst vor kurzem verkauft hatte. CareFusion wird außerdem das diesjährige Jazzfestival in Newport, Rhode Island, finanzieren sowie andere Jazzevents in Chicago, Monterey, Paris und Manly/Australien.

Charles J. Gans reports about a new sponsor for the former JVC Jazz Festival New York which had been cancelled earlier this year after the Japanese electronics company said it would not be sponsoring any jazz events in 2009 (Washington Post). The new sponsor is CareFusion Corp, "a medical technology company that is being spun off from Cardinal Health". The deal has been arranged by George Wein who had founded the festival (in Newport) in 1954 and sold his company, Festival Productions, only recently. CareFusion will also sponsor this year's jazz festival in Newport, Rhode Island, as well as other jazz events in Chicago, Monterey, Paris, and Manly/Australia.

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1. Juli 2009

Michael Jackson

Im Gespräch mit Jim Fusilli erklärt Quincy Jones technische Aspekte des musikalischen Erfolgs Michael Jacksons (Wall Street Journal). Jones erklärt vor allem wie er als erfahrender Arrangeur versuchte, "all die unterschiedlichen Sounds [so] zu organisieren", dass sie die gewünschte Wirkung beim zielpublikum hätten.

Talking to Jim Fusilli, Quincy Jones explains the technical aspects of the Michael Jackson's musical success (Wall Street Journal). Jones especially explains how he as an experienced arranger tried to "organize all the sounds" in a way that would make the music reach its intended audience.

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