Ausstellungen

Jazz @ 100 | (K)eine Heldengeschichte

Arne Reimer
My Encounters with American „Jazz Heroes“

Fotoausstellung zum 15. Darmstädter Jazzforum
Vom  1. September
bis 5. Oktober 2017 im Foyer des Literaturhauses Darmstadt

Der Fotograf Arne Reimer (hinten) und Jon Hendricks

Auf mehreren Reisen quer durch Amerika porträtierte der deutsche Fotograf und Journalist Arne Reimer 100 Protagonisten des Jazz. Sie sind alle jenseits der 70 und gestalteten die Geschicke des Jazz im vergangenen Jahrhundert entscheidend mit.

Arne Reimer besuchte die vergessenen Idole in ihrem vertrauten zu Hause oder fotografierte sie an ihren Arbeitsplätzen. Er näherte sich ihnen fotografisch mit Respekt und Würde und ist mit seinen kunstvoll ästhetischen Bildern weit entfernt von gängigen fotografischen Klischees und Inszenierungen. Die mitreißend authentischen Porträts beschönigen nichts von der Rauheit des Lebens als Jazzmusiker, entfalten eine eindringliche Intimität, die berührt und den Raum zur Musik öffnet. Oft musste Reimer lange auf Antworten der Musiker warten, bevor er sie in ihren Wohnungen und Häusern besuchen durfte. Bei seinen „Besuchen bei Jazzlegenden“ blieb er aber stets unaufdringlich, hielt sich zurück und ließ den Musiker sprechen.

Ornette Coleman

Mit fotografischen Mitteln nähert sich Arne Reimer den Mythen und Brüchen, die die amerikanische „Jazz-Helden“ Geschichte umgibt. Er porträtiert Stars wie Sonny Rollins oder Ornette Coleman, aber auch weniger bekannte, historisch dennoch wichtige Künstler wie Freddie Redd oder Sonny Simmons. Nicht „Helden“, sondern Individuen mit einer großen musikalischen Lebensleistung, begegnen dem Betrachter in den ergreifend ehrlichen Bildern. Denn „das Beste was man werden kann, ist man selbst“! (Yuseef Lateef)

Arne Reimers Fotografien erschienen kombiniert mit anekdotenreichen Gesprächsaufzeichnungen auch in zwei Fotobänden: „American Jazz Heroes“, Volume 1 und 2 herausgegeben von JazzThing.

Über Arne Reimer
Arne Reimer studierte Fotografie in Leipzig und schloss seinen Master of Fine Arts mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums in Boston ab. Von 2006 bis 2012 war er künstlerischer Mitarbeiter im Fachbereich Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Als freischaffender Fotograf arbeitet er für diverse Magazine und Plattenfirmen.

Arne Reimer Preisverleihung  2017

Arne Reimer bekommt  renommierte Auszeichnung für Jazzkünstler
 Arne Reimer wurde als Fotograf und Autor für die Produktion der beiden Porträtbände ,American Jazz Heroes‘ geehrt und bekommt den Sonderpreis des ECHO Jazz. Preisverleihung war am am 1. Juni auf dem Werftgelände Blohm + Voss im Hamburger Hafen.
Der Echo zählt zu den international wichtigsten und renommiertesten Musik-Awards der Welt. Die Deutsche Phono-Akademie ehrt damit die erfolgreichsten und besten nationalen und internationalen Künstler.

Zu sehen: 1. 9. bis 5. 10. 2017,  dienstags 11-13 Uhr und donnerstags 16 bis 18 Uhr und zu den Veranstaltungen im Foyer des Literaturhauses Darmstadt

Interview mit Arne Reimer über diese Ausstellung vom 7.9.2017  im Bayrischen Rundfunk.

 

Arne Reimer "Archie Shepp "
Arne Reimer "Archie Shepp "
"Ich bin in der Tradition aufgewachsen, wo man sich gut gekleidet hat. Leute wie Ellington, Earl Hines, Miles Davis, Roy Haynes, Max Roach waren meine Vorbilder."
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Aktuelle Ausstellung

Deutscher Jazz / German Jazz

Die Fotodokumentation zum deutschen Jazz ist endlich auch im Jazzinstitut zu sehen.
Ab 1. April in der Galerie des Jazzinstituts Darmstadt

Der Jazz kam in den 20er Jahren nach Deutschland, war im Dritten Reich verboten, stand nach dem Krieg für Demokratie und Freiheit, emanzipierte sich in den 60er Jahren von seinen amerikanischen Vorbildern, ist heute eine aus dem Musikleben der Bundesrepublik nicht mehr wegzudenkende Musik.

Die umfassende Fotodokumentation „Deutscher Jazz / German Jazz“, die ab ersten  April in der Galerie des Jazzinstituts Darmstadt zu sehen ist, spürt dafür auf insgesamt 30 großformatigen Tafeln der Entwicklung und der Stimmung der deutschen Jazzszene nach. Erzählt wird die Geschichte dieser Musik bis in unsere Zeit, mit ihren Clubs und Festivals, Plattenlabels oder der Rolle des Rundfunks und stellt prägende Persönlichkeiten und stilistische Tendenzen vor.

Vor ein paar Jahren für das Goetheinstitut entwickelt, tourte die Ausstellungsdokumentation zum deutschen Jazz einige Jahre durch Welt. Jetzt ist sie erstmals auch an ihrem Entstehungsort dem Jazzinstitut Darmstadt zu sehen.

Jazz hat sich im Kulturleben Deutschlands einen festen und wichtigen Platz erobert. Musiker wie Albert Mangelsdorff, Peter Brötzmann oder Till Brönner sind international bekannt. Die Rundfunk-Bigbands des NDR, WDR oder HR geben einem ganzen Genre, dem modernen Bigbandjazz, wichtige Impulse. Plattenlabels wie Enja, ECM oder ACT haben mit ihrem musikalischen Programm Weltruf erlangt – sie stellen ihrem internationalen Publikum neben amerikanischen Künstlern immer auch spannende Projekte aus Deutschland vor. „Deutscher Jazz / German Jazz“ erzählt, wie es dazu kam, dass die Jazzszene in Deutschland heute eine der lebendigsten Europas ist. Die Ausstellung erzählt von Einzelleistungen und Regionalszenen, von Strukturen in West und Ost, vom Wandel einer Musik, die über die Jahre ein Selbstbewusstsein entwickelt hat, das sich in den Musikern, ihrer Musik und dem Publikum widerspiegelt.

Fast 50 Hörbeispiele, passend zu den jeweiligen Tafeln, begleiten diese Ausstellung als stimmungsvolle Kulisse und verdeutlichen immer wieder, worum es eigentlich geht: die Musik. Ebenfalls ist eine Ausstellungsbroschüre im Jazzinstitut erhältlich.

Zu sehen während der Öffnungszeiten des Jazzinstituts: Mo, Di, Do 10-17 Uhr, Frei 10-14 Uhr

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