Neue Bücher / New Books 2004
|
|
|
|
Hier stellen wir Neuerscheinungen vor, die im laufenden Jahr im Jazzinstitut eingetroffen sind. Wir erhalten regelmäßig Buchveröffentlichungen von Autoren und Verlagen und werden in Zukunft alle bei uns eingehenden Veröffentlichungen hier kurz vorstellen. Wenn Sie Ihr Buch auf dieser Seite vorgestellt sehen möchten, senden Sie bitte ein Exemplar an die untenstehende Adresse.
This page lists new books received by the Jazzinstitut. We regularly receive new books and publications from authors and publishers which we will introduce on this page.If you want your book listed here, please send one copy to the address below.
Jazzinstitut
Darmstadt, Bessunger Strasse 88d, D-64285 Darmstadt, Germany, e-mail:
jazz@jazzinstitut.de
Übrigens: Die meisten der hier besprochenen Bücher sind erhältlich über:
Norbert Ruecker (orders@jazz-book.com)
|
|
Inhalt / Content:
|
Jazz.
Jazzstatements in Wort und Bild
von Dietmar Hoscher & Wolfgang Gonaus
Wien 2004, Dr. Peter Müller Verlag
160 Seiten, viele Farbphotos, 32 Euro
ISBN 3-900784-33-7
Jazzstatements verspricht
das von Dietmar Hoscher herausgegebene Buch mit Fotos von Wolfgang Gonaus.
Von (John) Abercrombie bis (Joe) Zawinul sind alle dabei, die im letzten Jahrzehnt
in Europa zu hören waren. Die Fotos sind farbige Konzertimpressionen,
Stilleben und Actionbilder der Musiker, die kurzen Texte Statements der Musiker
aus Interviews zu ihrer musikalischen Haltung, zu New York, der Jazzgeschichte,
den Problemen der Gegenwart, zu ihren letzten Alben etc. Kurze Statements,
knappe Lektüre, zum Blättern einladend und zum Betrachten und Weiterblättern
und Zurückblättern. Und ein Vorwort vom Bundespräsidenten...
Felix Austria! (Wolfram Knauer, April 2005)

|
Lost Grooves. The
Rise & Fall. Jazz-Rock, Fusion, Soul-Jazz, Jazz-Funk
von Franz Ertl
Dessau 2004 (Wilhelm Herbst Verlag)
286 Seiten, 22 Euro
ISBN: 3-923925-71-9
Als
Miles Davis 1969 "Bitches Brew" einspielte, regte sich die Jazzwelt
auf: Die Verbindung jazzmusikalischer Improvisation mit Sounds, die aus dem
Umfeld von Rock- und Popmusik stammten, schien wie ein Verrat an der langen
Tradition afro-amerikanischer Musik. Heute ist die Fusion der 1970er Jahre
ein historischer Stil, eine Entwicklung der Jazzgeschichte, die ihre Meriten
hat, spannende genauso wie langweilige Ergebnisse zeitigte, Einfluss hatte
oder auch nicht, eine Facette eben unter vielen anderen. Immerhin hat sie
einmal mehr bewusst gemacht, dass der Jazz als Kunstmusik auf den dauernden
Kontakt, die Kommunikation mit anderen musikalischen Genres zurückgreifen
kann (wenn nicht gar muss, um up-to-date zu bleiben). Franz Ertls Buch "Lost
grooves" ist eine Art Wegweiser durch die Welt von Fusion, JazzRock,
Soul-Jazz, Jazz-Funk oder wie immer die Verbindungen aus Jazz und der Popmusik
der 1950er bis 1980er Jahre genannt wurden. Es ist ein Buch für Fans:
alphabetisch gegliedert nach den Künstlern und Bands, die in dieser Musik
eine Rolle spielten. Von "A" wie "John Abercrombie" bis
"Z" wie "Joe Zawinul" geht es da querbeet: Cannonball
Adderley ist genauso dabei wie Stanley Clarke, George Duke findet sich, aber
auch Steve Gadd, Herbie Hancock oder Bob James, Nils Landgreen und Kool &
The Gang, Herbie Mann und Wes Montgomery, Maceo Parker, Esther Phillips, Tom
Scott und Gabor Szabo. Wie immer bei solchen Sammelwerken lässt sich
trefflich über die Auswahl der Künstler streiten: Walter Bishops
"Fusion"-Ausflüge in den 1970er Jahren waren wohl eher stilistische
Ausrutscher des Pianisten, Albert Ayler aber beispielsweise fehlt, obwohl
der mit "New Grass" ein durchaus diskutierenswertes Album im Metier
zwischen Free Jazz und Soul vorgelegt hatte. Aber da wird jeder Leser seine
eigenen Lücken entdecken oder über Namen streiten: Ein solches Buch
kann nicht dem Geschmack und Detailwissen eines jeden Lesers gerecht werden.
Ertl gibt jedem der Musiker zwischen einer und drei Seiten, eine kurze musikalische
Biographie, die Namen von Band- und Plattenprojekten enthält, bei denen
diejenigen Musiker mitgewirkt haben, eine kurze musikalische Einschätzung
und eine "CD-Auswahl" mit Plattentitel und Label. Seine Texte sind
nüchtern, selten kritisch, beschreibend, kaum wertend. Nur selten setzt
er musikalische Entwicklungen miteinander in Beziehung, versäumt dabei
ein wenig die Chance, den Leser zum gezielten Weiterblättern zu verleiten.
Vielleicht auch wäre statt der etwas sehr knappen Plattenliste eine wenigstens
ein wenig ausführlichere Diskographie wünschenswert gewesen (wenigstens
das Jahr der Veröffentlichung und die Original-Plattennummern gehören
eigentlich dazu). Ein nützliches Nachschlagewerk ist Ertls Buch allemal,
auch wenn man für weiterführende Informationen dann doch wieder
auf andere Quellen zurückgreifen muss. (Wolfram Knauer, August 2005) 
|
Marc Pendzich:
Von der Coverversion zum Hit-Recycling.
Historische, ökonomische und rechtliche Aspekte eines zentralen
Phänomens der Pop- und Rockmusik
Münster 2004 (LIT Verlag)
439 Seiten, 49,90 Euro
Im
Jazz ist die dauernde Überarbeitung kompositorischen Materials gang
und gäbe. Standards werden zwar nach wie vor mit ihren Komponisten
identifiziert, vor allem aber mit exzellenten Interpretationen von Jazzmusikern.
Wer weiß schon, dass "Body and Soul" eine Komposition
von John W. Green ist - Jazzer kennen das Stück vor allem als Tenorsaxophon-Feature
und durch die legendäre Aufnahme, die Coleman Hawkins 1939 einspielte.
Das Phänomen der Coverversion in der Popmusik ist nur auf den ersten
Blick ähnlich, tatsächlich geht es beim "Covern" im
Pop aber um ganz anderes als beim Improvisieren über Standards im
Jazz. Während der Jazzmusiker sich die thematische Grundlage aneignet,
um daraus Eigenes zu machen, scheint beim Covern das ursprüngliche
Original, das gecovert wird, immer wieder durch, geht der Cover-Künstler
einen bewussten und offenen Dialog mit diesem ein. Marc Pendzichs Dissertation
diskutiert das Phänomen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.
Er beginnt mit einer Definition des Begriffs. Ein erstes Großkapitel
widmet sich der rechtlichen Seite insbesondere in den USA. Coverversionen
tangieren schließlich immer das Urheberrecht. Im nächsten Kapitel
beschäftigt sich Pendzich mit dem Forschungsstand, berichtet über
den wisschenschaftlichen Diskurs zum Begriff, über musikalische Bearbeitungen
in der abendländischen Musik wie im Jazz sowie über das Phänomen
der "Vielfachaufnahme" in der Frühzeit der Schallplattenproduktion.
Im Kapitel über die Coverversion in den 50er Jahren geht es um den
Markt jener Zeit, in dem Coverversionen eine Art Reaktion der Major Companies
auf die Coverversionen auf das Rock 'n' Roll-Fieber darstellte. Konkretes
Beispiel in diesem Kapitel ist "Rock Around the Clock", das
Pendzich in der Erstaufnahme durch Sonny Dae and his Knights und der bekannten
Version von Bill Haley untersucht und vergleicht. Für die 60er Jahre
beschreibt der Autor den britischen Musikmarkt, das Phänomen kultureller
Einflüsse und analysiert die Coverversion "Please Mr. Postman"
von den Beatles. Innerhalb dieses Kapitels beleuchtet er auch einen Plagiatsprozess
um George Harrisons "My Sweet Lord", der erst nach 28 Jahren
beigelegt wurde. Ein Zwischenkapitel wirft einen Blick auf die rechtliche
Situation bezüglich Coverversionen in der Bundesrepublik, auf Urheberrecht
und Rechtsauffassungen zu "Bearbeitung", "Freie Nutzung",
"Änderung des Werks" und "Coverversion". Für
die 70er Jahre befasst Pendzich sich mit der Entiwkclung des Konzeptalbums
und analysiert Walter Murphy's "A Fifth of Beethoven" und berichtet
über die Rechtspraxis anhand des Beispiels "Song of Joy",
einer Klassikadaption, die 1970 15 Wochen lang in den deutschen Single-Charts
stand. Für die 80er Jahre beleuchtet er musikalische Ansätze
anhand von Kylie Minogues "The Loco-Motion" und die rechtliche
Diskussion um Weltmusik und die Ausbeutung ethnischer Drittwelt-Kulturen.
Für die 90er dann geht es um Techno und Dance-Covers und das Hit-Recycling
beispielsweise in den deutschen Charts. Ein eigenes Kapitel erhalten Coverversionen,
die tatsächlich fremdsprachliche Übersetzungen internationaler
Hits sind sowie Sonderformen des Covers, modernisierte Re-Releases, Re-Recordings,
Nachproduktionen und ähnliches. Ein wichtiges Kapitel beschäftigt
sich mit der "Ursachenanalyse der gegenwärtigen Coverversionen-Flut
auf dem deutschen Musikmarkt". Hier setzt sich Pendzich mit dem Zeitgeist
der "Postmoderne" genauso auseinander wie mit Entwicklungen
in der Musikindustrie, mit der ökonomischen Situation der Musikwirtschaft,
der medialen Vermittlung und mit der Rechtswirklichkeit in der Bundesrepublik
seit Anfang der 90er Jahre. Pendzichs Buch ist ein wirklicher Rundumschlag
über das Phänomen – musikalisch, wirtschaftlich, rechtlich
abgeklopft nach allen Seiten. Von den USA bis ins bundesdeutsche Wohnzimmer,
von Plagiat bis zum Superstar-Phänomen kann man in diesen Seiten
jede Menge Anregungen zum Nachdenken erhalten. Über das Phänomen
der "Coverversion" im jazz wurde beim letzten Darmstädter
Jazzforum ausführlich diskutiert – hierbei ging es um Musikalisches
genauso wie Terminologisches. Pendzich streift das Jazzgeschehen nur am
Rande – wohl zu Recht, denn die Aneignung der Jazzer macht deren
Covers oft zu eigenständigen und vor allem individuellen Versionen,
die mit dem reinen Cover der Popmusik wenig gemein haben. Eine
CD-ROM heftet dem Buch bei und enthält weiterführende Informationen,
darunter eine Datenbank "Coverversionen in den deutschen Single-Charts
seit 1980", eine quantitative Auswertung dieser Datenbank, ein Zusatzkapitel
"DDR-Coverversionen von West-Titel" sowie ein ausführliches
Literatur- und Quellenverzeichnis, und das Register zum Buch. "Von
der Coverversion zum Hit-Recycling" ist eine gelungene Studie zwischen
historischer Aufarbeitung und Festhalten des Status Quo, ein umfangreiches,
scheinbar erschöpfendes Buch, das dennoch viel Anregung zum Weiterforschen
im Detail vermitteln kann. (Wolfram
Knauer)

|
Enrico
Pieranunzi:
Bill Evans. Portrait de l'artiste au piano
Pertuis/Frankreich 2004
Verlag: Rouge Profond, Collecton "Birdland"
160 Seiten, 14 Euro
ISBN: 2-915083-05-2
Bill
Evans war der wohl einflussreichste Pianist des modernen Jazz. Seine harmonische
Sprache, das Interplay der Musiker seines Trios beeinflussten ganze Generationen
von Pianisten und Klaviertrios bis in die heutigen Tage. "Das klingt
wie Bill Evans" mag dabei sowohl als Lob als auch als Tadel verstanden
werden – Lob für eine harmonische Abenteuerlust, die die Akkorde
der ursprünglichen Komposition verlässt und sich in entlegene
Gebiete aufmacht, Lob für ein intuitives Zusammenspiel, Kritik an
klischeehaften Harmoniefortschreitungen, die sich am Muster Evans'scher
Voicings orientieren. Bill Evans Trioaufnahmen mit Scott LaFaro und Paul
Motion aus dem Village Vanguard von 1961 sind Legende, sie allein würden
den Ruf des Pianisten belegen. Wer aber über die ganz unterschiedlichen
Seiten des Pianisten erfahren will, dem sei die Lektüre des Buchs
von Enrico Pieranunzi empfohlen. Pieranunzi ist selbst ein namhafter Pianist,
von Evans beeinflusst, sein Buch also eine Annäherung an eines seiner
Vorbilder. Sein Buch beginnt mit biografischen Notizen, über ersten
Klavierunterricht oder das Studium am Southeastern Louisiana College.
1955 zog der Pianist nach New York, schrieb sich an der Mannes School
of Music ein, wirkte schon kurz darauf auf der Platte "The Jazz Workshop"
mit Kompositionen von George Russell mit. Und in dieser Szene machte er
sich zuerst einen Namen: als swingender, harmonisch weitsichtiger Pianist,
der schwierigste Partituren aus dem Kreis der damals aktuellen Third-Stream-Komponisten
spielen und leichthändig interpretieren konnte. Evans wirkte in der
Folge bei vielen Third-Stream-Aufführungen mit: mit Russell genauso
wie mit Gunther Schuller, der ihn für das Brandeis Festival engagierte,
bei dem Werke diverser Third-Stream-Komponisten uraufgeführt wurden.
Spätestens hier wurde Charles Mingus auf den jungen Pianisten aufmerksam,
der ihn für die Aufnahmesession zu "East Coasting" ins
Studio holte. Anfang 1958 lud Miles Davis Evans ein, ein Wochenende mit
ihm in Philadelphia zu verbringen. Davis suchte einen Pianisten, der dazu
in der Lage war, seine neue Idee einer modalen Spielweise im Jazz zu realisieren,
und Evans war ihm von Russell empfohlen worden. Von Februar bis November
1958 war Evans Davis' Pianist, und im Februar 1959 spielte diese Besetzung
mit Cannonball Adderley, John Coltrane, Paul Chambers und Jimmy Cobb das
legendäre Album "Blue in Green" ein, Etwa zur gleichen
Zeit beginnt Evans seine eigenen Projekte, Trioaufnahmen, in denen er
eine stärkere Verflechtung der einzelnen Stimmen anstrebt. Pieranunzi
vollzieht diese Entwicklungen nach, erwähnt und diskutiert die wichtigsten
Aufnahmen, in einer Sprache, die sich durchaus den technischen Details
der Interpretationen annähert ohne für den musikalisch interessierten
Laien unverständlich zu sein. Er konzentriert sich in der Hauptsache
auf die Musik – Persönliches der einzelnen Musiker, der Tod
Scott LaFaros etwa oder die dauernden Drogenprobleme des Pianisten, wird
nur am Rande erwähnt. Die Trios mit Chuck Israels, Eddie Gomez und
Marc Johnson finden Erwähnung, ein Schlusskapitel schließlich
bringt ein Interview mit Pieranunzi über den Einfluss Evans' und
die Bedeutung dieses Buchs für ihn sowie ein Schlusswort von Marc
Johnson, Evans' letztem Bassisten. "Bill Evans. Portrait de l'artiste
au piano" ist 2001 in der Originalversion in italienischer und englischer
Sprache beim Stampa-Verlag (einschließlich einer CD, eingespielt
vom Autoren). Die französische Übersetzung des Buchs liegt jetzt
vom Verlag "rouge profond" vor. Eine deutsche Fassung gibt es
bislang nicht, wäre aber durchaus wünschenswert. (Wolfram Knauer)

|
My Back Pages.
Idole und Freaks, Tod und Legende in der Popmusik
von Siegfried Schmidt-Joos
Berlin 2004
Lukas Verlag
594 Seiten, 54 Abbildungen
24,90 Euro
ISBN 3-936872-19-8
Siegfried Schmidt-Joos trägt
verschiedene Paar Schuhe. Als Abteilungsleiter "Leichte Musik" beim
RIAS, später in selber Funktion beim SFB, als Zuarbeiter zu fast allen
Musikredaktionen der ARD, als Buchautor über Jazz, Rock, Musical und
Schlager ist er seit 1959 ein wortgewandter Begleiter der populären Musikentwicklung.
Er gehörte vor seiner Flucht in den Westen zu den Mitgründern des
ersten offiziellen Jazzclubs in der DDR, war Konzertreferent der Deutschen
Jazz Föderation, Jazzredakteur bei Radio Bremen, arbeitete für den
Spiegel, interviewte viele maßgebliche Künstler, schrieb Plattentexte,
Artikel, verfasste Rundfunksendungen und TV-Dokumentationen. Nun erschien
mit "My Back Pages" eine Sammlung einiger seiner Texte zu Idolen
der Pop-Geschichte. Die achtzehn Kapitel des Buchs berichten über Ray
Charles, Sarah Vaughan und B.B. King, über die Stones, Elvis Presley,
John Lennon und Bob Dylan, über Judy Garland, Barbra Streisand, Liza
Minelli und andere Heroen der Popgeschichte. Sie stammen ursprünglich
aus Zeitschriften wie dem Spiegel, Twen und DU sowie aus Büchern, die
lange vergriffen sind. Es sind Biographien, Lebens- und Stilbeschreibungen,
es ist immer der Versuch, die Menschen hinter den Idolen zu entdecken. Es
sind kurze und lange Essays, unter letzteren beispielsweise seine umfassenden
Darstellungen über Alexis Korner und Frank Sinatra, er lobt, kritisiert,
hinterfragt, er lässt auch seine ganz persönliche Betroffenheit
nicht aus dem Spiel – eine Tatsache, die ihm oft vorgeworfen wurde,
die aber tatsächlich dieses Buch so überaus lesenswert machen: Objektive
Tatsache, gespiegelt durch die subjektive Brille des Autors mit seiner eigenen
Hörerfahrung und Meinung. Schmidt-Joos lässt uns teilhaben an seinen
eigenen Erlebnissen, seinen Recherchen, seinen Begegnungen mit den Großen
der Popmusik oder mit ihren Pressesprechern. Die Essays hat er teilweise überarbeitet,
mit Aktualisierungen versehen. Und Schmidt-Joos' Frau, Kathrin Brigl, hat
ihren eigenen Aufsatz über Michael Jackson beigesteuert. "My Back
Pages" ist eine lesenswerte Sammlung eines der überzeugendsten Autoren
der deutschen Popmusikjournalistik. Und wenn es auch kein Jazzbuch ist, so
kommen doch Jazzfreunde mit einer offenen Auffassung afro-amerikanischer Musikgeschichte
auf ihre Kosten: Zu sehr ist Schmidt-Joos' eigenes Musikverständnis in
der afro-amerikanischen Tradition verwurzelt, aus der heraus er die popmusikalischen
Entwicklungen an den Beispielen der hier herausgegriffenen "Idole"
erklärt. (Wolfram Knauer)

|
|