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En Haufe Leit zum Swingtanzen!

Neuauflage nach dem großen Erfolg im Februar. Musiker und Tänzer sind wie zwei Seiten einer Münze. Thomas Heldmann, Bassist der  9-köpfigen Darmstädter Band „En Haufe Leit“ und Betina Fischer vom „Sunny Side Swing Studio“ hatten eine gemeinsame Idee: Swingtanzen zu Live-Musik – zusammen bringen, was zusammen gehört. Die Musiker genießen es, für Tänzer zu spielen und umgekehrt lieben es die Tänzer, zu handgemachter Echtzeit-Musik herumzuwirbeln. „En Haufe Leit“ sind eine seit 45 Jahren(!) aktive Darmstädter Musikertruppe, die tanzbare „Jatz Mussigg“ spielt. Das umfangreiche Repertoire erstreckt sich von gediegenen Stücken bis zu rasanteren Kreationen. Let’s swing.

Bereits ab 19.15 Uhr gibt es für alle Interessierten einen 45-Minuten-Swingtanz-Schnupperkurs.

SWING SIZE ORCHESTRA feat. Hendrik Meurkens & Jeanine du Plessis

Zehn gutaussehende, elegant gekleidete Herren mit blankpolierten Instrumenten, dazu der New Yorker Mundharmonika- und Vibraphon Spieler Hendrik Meurkens und die südafrikanische Sängerin Jeanine du Plessis spielen ein mitreißendes Programm mit Stücken von Terry Gibbs, Count Basie, Duke Ellington, Louis Jordan und Ray Charles.

Dabei ist Swingtanzen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Hendrik Meurkens gilt im Jazz als wichtigster Mundharmonika-Spieler seit Toots Thielemans und wurde im Jahr 2000 vom „International Harmonica Summit“ in Minneapolis und 2001 vom „World Harmonica Festival“ in Trossingen als Solist engagiert.

Bereits ab 19.15 Uhr gibt es für alle Interessierten einen 45-Minuten-Swingtanz-Schnupperkurs mit Betina Fischer vom „Sunny Side Swing Studio“.

DRA

Heimspiel für den Vibraphonisten Christopher Dell. Die Musik von DRA ist komplex, klingt doch jederzeit flüssig und überrascht mit einer Menge Humor. In den 25 Jahren, die dieses Trio bereits existiert, hat es sich eine unvergleichliche rhythmische und  harmonische Dichte angeeignet, die weltweit bei ihren Konzerten enthusiastische Reaktionen und allerhöchste Anerkennung hervorruft. Dieser andauernde Grenzgang zwischen vielschichtigen Improvisationen in ihrer Annäherung an kompositorische Strukturen und eingeübten Patterns fordert nicht nur diese drei herausragenden Solisten permanent heraus, sondern verlangt auch von seinem Publikum ein hohes Maß an Wachheit und Bewusstsein.

Christopher Dell | Vibraphon
Christian Ramond | Bass
Felix Astor | Schlagzeug

18. Darmstädter Jazzforum: Les Marquises & Gratkowskis 5 feat. Ingrid Laubrock

Raus aus gewohnten Klangbildern, Form und Struktur auflösen, neue Wege erforschen in der Instrumentierung oder in der Art ihre Instrumente im Bandkontext einzusetzen. Wenn die Agierenden vertrautes Terrain verlassen und über den Tellerrand ihres Genres hinausdenken, öffnen sich häufig musikalische Wege in die Zukunft. Zum Abschluss des 18. Darmstädter Jazzforums “Destination Unknown. Die Zukunft des Jazz.” präsentieren sich zwei extrem eingespielte Teams aus der ersten Liga der Improvisation jeweils in Kombination mit außergewöhnlichen Saxofonstimmen der aktuellen Musik – Christine Abdelnour und Ingrid Laubrock.

Škrijelj/Malmendier/Abdelnour (F/BE/LBN)

Seit 2019 arbeiten und leben die franko-serbische Akkordeonistin Emilie Škrijelj und der belgische Schlagzeuger Tom Malmendier zusammen und erforschen dabei die fast unmöglich scheinende Interaktion von Ziehharmonika, Trommeln und Turntables. Mit großer Freude und manchmal auch ausgelassenem Enthusiasmus lässt sich ihr Duo-Gebilde, das sich Les Marquises nennt, dabei immer wieder auf Kooperationen mit ebenso originellen Improvisator:innen ein – der amerikanische Spoken Word-Artist Mike Ladd, der Schweizer/Berliner Saxofonist Elio Amberg oder eben die aus dem Libanon stammende Christine Abdelnour.

Die Zusammenarbeit mit Abdelnour begann im Februar 2022, als Les Marquises beim Festival “Un Pavé dans le Jazz” in Toulouse eine “Carte Blanche” angeboten wurde. Sie  entschieden sich für die in Paris lebende Altsaxofonistin. Daraus erwuchs ein rein akustisches Trio, das spürbar der unbedingte Wille eint, die musikalischen Möglichkeiten ihrer Instrumente durch eine sensible Dramaturgie und fragile Klangstrukturen, nachhaltig zu erforschen. Dem Publikum bleibt zu empfehlen, ihren Improvisationen mit offenem Herzen zu lauschen.

Christine Abdelnour | Altsaxofon
Emilie Škrijelj | Akkordeon
Tom Malmendier | Schlagzeug

Frank Gratkowski Quintett feat. Ingrid Laubrock (D/CH/A/USA)

Wie in all den vergangenen Jahren erhält auch diesmal mindestens eine:r der Musiker:innen, die sich im Rahmen der Konferenz zum Darmstädter Jazzforum substantiell mit eigenen Vorträgen oder innerhalb der Panels einbringen, Gelegenheit für ein musikalisches Statement zum Thema. Dieses Mal ist es der Berliner Ausnahmesaxofonist Frank Gratkowski, der mit seinem Kölner Quartett mit Musikern wie dem Pianisten Philip Zoubek, dem Kontrabassisten Robert Landfermann und Dominik Mahnig am Schlagzeug auftritt. Als besonderen musikalischen Gast bringt Gratkowski erstmals eine Kooperation mit der in New York lebenden Saxofonistin und -Komponistin Ingrid Laubrock in Darmstadt auf die Bühne und erweitert die eingespielte Formation damit zum Quintett.

Frank Gratkowski | Altsaxofon, Klarinetten und Querflöte
Ingrid Laubrock | Tenor- und Sopransaxofon
Philip Zoubek | Piano und Sythesizer
Robert Landfermann | Kontrabass
Dominik Mahnig | Schlagzeug

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Darmstädter Bigband feat. Ben Patterson

Mit der Verpflichtung des amerikanischen Posaunisten Ben Patterson als Gastsolisten für ihr alljährliches Konzert in der Bessunger Knabenschule kann die Darmstädter Bigband unter der Leitung des Saxophonisten Peter Linhart erneut mit einem Highlight aufwarten.

Bekannt wurde Patterson vor allem während seiner über 20-jährigen Zugehörigkeit zu den „Airmen of Note“, der Bigband der US-Airforce. Während dieser Zeit stieg er nicht nur zum Lead-Posaunisten und musikalischen Leiter der Band auf, sondern arbeitete mit Jazzgrößen wie Branford Marsalis, Randy Brecker oder Christian McBride zusammen und spielte für mehrere US-Präsidenten. Ben Patterson ist außerdem ein gefragter Solist in der Washington D.C. Aera und gastiert regelmäßig u.a. mit der “Afro Bop Alliance Bigband” oder dem “Alan Baylock Orchestra”.

Die Darmstädter Bigband besteht seit über 30 Jahren und hat sich durch Konzerte und Workshops mit Jazzstars wie Eric Marienthal, Ernie Watts, Ack van Rooyen, George Gruntz, Peter Herbolzheimer, Tony Lakatos, Andy Haderer oder Bob Reynolds einen hervorragenden Ruf erspielt. Weitere Highlights in ihrer Bandgeschichte waren die Produktionen der beiden CDs „Red Beans and Rice“ feat. Bob Mintzer und „Kentomania“ mit Herb Geller als Gastsolisten, sowie diverse Aufführungen des „Sacred Concert“ von Duke Ellington, u.a. mit dem Kammerchor der Darmstädter Kantoreir Bigband.

Composers‘ Orchestra Berlin | Exoplanet

Zur Feier seines zwölfjährigen Bestehens verlässt das Composers‘ Orchestra Berlin (C.O.B) abermals die Hauptstadt und bricht auf in unerforschtes Gebiet. Doch die Reise der CD-Release-Tour geht diesmal weiter als durch die Jazz-Konzertsäle Süddeutschlands: Mit dem sechsten Album „Exoplanet“ (VÖ 12.04.2023, JHM 299) hat man sich die Sterne zum Ziel gesetzt.

Ein Exoplanet ist ein Planet, der eine fremde Sonne umkreist. Und so hört man auf diesem Album aus Kompositionen von Saxophonist Christian Korthals neben Modern Jazz, Big-Band- und romantischen Orchester-Farben auch Anleihen an Science-Fiction und Filmmusik. Mit seinen vier Streichern, je drei Holz- und Blechbläsern und der Jazz-Rhythmusgruppe schlägt die untypische Besetzung des C.O.B diese Brücken mühelos. Dabei zeigt sich nicht nur das Handwerk des Komponisten, sondern auch die solistische Qualität der Orchestermitglieder und der kollektive Einfallsreichtum von teilweise elektronisch ergänzten Klangcollagen. Spätestens wenn in diesem Konzertabend die Synchronstimme einer bekannten „Star Trek“-Figur auftritt, ist klar: hier soll der Beweis angetreten werden, dass sowohl Wissenschaft als auch Jazz durchaus vermittelbar sind, wenn Faszination und Humor mit im Spiel sind.

Mit im Gepäck hat man außerdem die im vergangenen Frühjahr veröffentlichte CD „Holding Pattern“ mit Kompositionen aller Orchestermitglieder. Denn im Lockdown war man eingesperrt wie in einem Raumschiff und schrieb und schrieb. Die Presse hebt dabei besonders die Vielfalt dieses von der britischen Komponistin Hazel Leach gegründeten Ensembles immer wieder hervor. (Hazel leitete bei den JazzConceptions 2014 das  Großensemble).

Dozentinnen und Dozenten 2023

Matthew Bookert …

Rocco Dürlich©

… wird gerne als erstaunlich vielseitiger Musiker beschrieben, was umso außergewöhnlicher ist, als er ein Instrument bevorzugt, dem man in der Regel wenig klangliche Varianz zuspricht – das Sousaphon. Das große, um den Bauch geschlungene Instrument ersetzt bis heute in den klassischen Marching Bands des New Orleans-Jazz den weniger mobilen Kontrabass.

Was der inzwischen in Berlin lebende Texaner allerdings mit seinem wuchtigen Instrument musikalisch macht, ist in der Tat … VIELSEITIG! Bookert ist dabei nicht nur in verschiedensten Stilen von Klassik bis Worldmusik zu Hause, sondern spielt das riesige Blasinstrument mit erstaunlicher Leichtfüßigkeit. Kein Wunder, denn Matthew Bookert studierte Tuba an der Indiana University bei Daniel Perantoni sowie an der University of Michigan bei Fritz Kaenzig. 2007 kam er nach Deutschland, wo er an der Musikhochschule Stuttgart beim Tubisten der Staatsoper Stefan Heimann ebenso Kurse belegte wie im Jazzdepartment der Hochschule.

Trotz weiterhin enger Kontakte nach Südwestdeutschland (als Mitglied der Stuttgarter Band Volxtanz oder des Mannheimer/Frankenthaler/Mainzer Blechensembles Blassportgruppe Südwest) lebt Bookert inzwischen in Berlin und spielte dort in der Vergangenheit sowohl in Hannes Zerbes Jazz Orchestra, dem zeitgenössischen Trickster Orchestra von Cymin Samawatie und Ketan Bhatty wie im akustischen Live-Ensemble der populären Elektronik-Formation Brandt Bauer Frick. Bookert arbeitet zudem auch als Komponist und MC.

Über seinen Workshop sagt Matthew Bookert folgendes:

“Groove und Riff basiertes improvisieren zum Kopfnicken und Tanzen.  Jazz als Begriff hat immer weniger mit Arsch wackeln zu tun.  Nicht hier! Funk und Balkan inspirierte tanzbare “U”-Musik für jede die gerne Musik mit groove hört.”

Daniel Guggenheim

Foto: Anja Jahn

… hat als Schweizer nicht nur musikalisch einen weiten Weg zurückgelegt. Nach der Ausbildung an der Swiss Jazz School in Bern waren Paris, Südamerika und New York weitere Stationen, bevor er schließlich Ende der 1990er-Jahre in Frankfurt am Main landete.

Von sich selbst sagt er, dass starke musikalische Persönlichkeiten ihn immer inspiriert haben, ganz gleich, ob das Jimi Hendrix oder Sonny Rollins waren. Unverkennbar aber begleitet den Tenorsaxophonisten sein größtes Vorbild John Coltrane bis heute. Schon parallel zum Studium an der Swiss Jazz School leitete er sein eigenes Quartett und interpretierte John Coltrane nach seiner Version.

1983 trifft er in Brasilien auf Hermeto Pascoal, ein wahrer Glücksfall für ihn. Durch Musikanarchist Pascoal lernt Guggenheim seine Musik zu leben und Grenzen stets neu auszuloten. Daniel Guggenheims Musik lässt immer wieder neue Bilder entstehen, die für alle Beteiligten zu einem umfassenden Erlebnis werden.

In New York schließlich spielte er mit Leuten wie Elvin Jones, Cecil McBee, Richie Beirach, Billy Hart oder dem jungen Roy Hargrove. In Frankfurt  folgten Kooperationen mit bekannten Musikern wie Bob Degen, Vitold Rek, Keith Copeland, Janusz Stefanski, David Liebman, Peter Madsen, Jeff Williams, Jürgen Wuchner, John Tchicai und Harry Beckett. In seinem aktuellen QUARTET spielen Sebastian Sternal, Dietmar Fuhr und Silvio Morger.

Guggenheim verfügt über eine unglaubliche Bühnen- und Spielerfahrung, die durch Auftritte mit Pop-Größen wie Nena und Udo Lindenberg auch musikalisch erweitert wurde.

Über seine Ideen für den diesjährigen Kurs sagt er folgendes:

“Es werden eigene Kompositionen erarbeitet. Im Vordergrund wird dabei das Zusammenspiel der Gruppe stehen. Die Wahrnehmung der Mitmusiker, das gemeinsame Timing, der „Gruppensound“ und die Interaktion werden anhand von gezielten Übungen spielerisch verbessert.”

Johannes Lauer

Benedikt Lauer©

… denkt groß. Eine seiner herausragenden und international besetzten Formationen nannte sich nicht umsonst “Lauer Large” und verschob dabei alle Grenzen musikalischer Genre nach außen. Sicher bewegt sich Johannes Lauer mit seinen Kompositionen zwischen folkloristischen Motiven, dem Sound der Großstadt und Jazz und erschafft damit neue klangliche Welten.

Auch in kleineren Ensembles fühlt sich der Posaunist, Pianist und Komponist zu Hause. Zu seinen aktuellen Projekten gehören das Trio Lauer Westergaard Smith, Duos mit der afroperuanischen Musikerin Laura Robles und dem Pianisten Marc Schmolling sowie Kooperationen mit Moussa Coulibaly, Ahmed Soura und Ofrin.

Johannes Lauers stilistisches Wirken erstreckt sich über New Orleans Jazz bis Avantgarde, von zeitgenössischer Klassik bis experimenteller Pop-Musik oder traditioneller Musik aus Peru, Westafrika, Kolumbien, Brasilien und dem Alpenland.

Seine Fähigkeit des kompositorischen Weltenbummelns hat seine Wurzeln sicherlich in Lauers Biographie. Er wuchs in Ravensburg und Florenz auf, studierte bei Dieter Ammann und Nils Wogram Jazz-Posaune und Jazz-Komposition erst in Berlin und später in Luzern. Lauer war Mitglied des im Bundesjazzorchester (BuJazzo) und reiste schon in jungen Jahren mit Ensembles um die Welt. Unter anderem arbeitete er mit Künstlern wie Tyshawn Sorey, Peter Evans, Chris Speed, Henning Sieverts, Drew Gress, Michael Wollny, Steffen Schorn, dem RIAS Kammerchor, den Big Bands von SWR, NDR und WDR und Christoph Schlingensief. Seinen Lebensmittelpunkt hat Johannes Lauer seit 2008 in Berlin.

Über seine Ideen für den diesjährigen Kurs sagt er folgendes:

“Was den Inhalt des Kurses angeht – ich kann mir da ganz unterschiedliche Themen vorstellen (Ellington, Monk, Shorter, Carla Bley, Jimmy Giuffre, Brasil, Hermeto Pascoal, Tom Harrell, American Songbook). Oder eben die Idee, dass in einem gemeinsamen Prozess neue Kompositionen entstehen. Oder man nimmt sich ein inhaltliches Thema (z.B. so etwas altmodisches wie “Friede”) und daraus ergibt sich dann das Repertoire. Jedenfalls hab ich das Gefühl, es wäre gut, ohne Noten auszukommen.”

Uli Partheil

… ist seit 2021 künstlerischer Leiter der Darmstädter Jazz Conceptions und damit Nachfolger seines langjährigen musikalischen Mentors und Freundes Jürgen Wuchner. Partheil ist einer der aktivsten Protagonisten der Darmstädter Szene, beeinflusst von der Musik Duke Ellingtons, Thelonious Monks, kubanischen Rhythmen und dem Blues. Er ist nicht nur ein versierter Pianist in sämtlichen Stilistiken des Jazz, sondern auch als Komponist tätig. In seinen Werken geht er äußerst kreativ mit den verschiedenen Einflüssen um, die ihn als Musiker prägen.

Uli Partheil studierte an der Mannheimer Musikhochschule unter anderem bei Professor Jörg Reiter Jazzpiano, außerdem Komposition und Arrangement. Seit Beginn der 1990er Jahre arbeitete er mit Jürgen Wuchner, Matthias Schubert, Janusz Stefanski, Ack van Rooyen, Rudi Mahall, Emil Mangelsdorff, Hanns Höhn, Peter Back, dem Wiener Kronenbräu Orchester und vielen anderen zusammen. Als Begleiter ist er auch immer wieder am Staatstheater Darmstadt zu hören. Bis zum Beginn der Pandemie leitete er das von ihm selbst ins Leben gerufene Darmstädter Jugendweltmusikorchester.

Mit seinem Working Trio “Playtime” ist er in den letzten Jahren mit verschiedenen Literatur- & Jazz-Projekten erfolgreich. Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam mit Ulli Jünemann, Ralf Cetto und Angela Frontera den Longplayer “Reflections2020”. Partheil unterrichtet an der Jazz & Pop School Darmstadt. Für seine musikalischen Verdienste und sein Wirken für die Förderung des jazzmusikalischen Nachwuchses erhielt er 2008 den Darmstädter Musikpreis.

Über seine Vorstellungen zum diesjährigen Workshop schreibt er folgendes:

Ich möchte wieder versuchen mindestens ein Stück auswendig und ganzheitlich zu erarbeiten, d.h. die Musiker:innen sollen nicht nur ihren Part, sondern das ganze Werk lernen und verstehen. Dazu werde ich eigene Kompositionen und andere ausgewählte Stücke mitbringen.”

Laura Robles…

Peter Tümmers©

… lebt den Beat. Geboren in Swasiland und aufgewachsen in Peru, fand Robles bereits mit vier Jahren den Zugang zur afro-peruanischen Musik. Seitdem möchte sie die Menschen mit ihren Rhythmen zum Tanzen bringen. Sie spielt Cajón, Batás, Congas und E-Bass und ist eine der wenigen Frauen, die mit ihrem Spiel derartig in der Öffentlichkeit stehen.

Ihre Rolle als Vorbild für junge Instrumentalistinnen ist Laura Robles wichtig. Sie selbst nahm mit 13 ihr Studium am Susana Bacas „Instituto Negro Continuo“ auf und studierte intensiv kubanische Folklore, Popularmusik und die komplexe Musik der Yoruba-Kultur.

Robles gründete die erfolgreichen Bands „Astrocombo“, „Stretch it to The Limit“ und die sozialpädagogische Initiative „Parió Paula“. Sie spielte mit Theater- und Tanz-Kompanien und einigen der renommiertesten Folklore-, Jazz- und Rock-Musikern Perus in Peru und auf internationalen Festivals.

Seit 2012 ist Berlin Laura Robles Wahlheimat. Hier knüpfte sie an ihre Arbeit an und gründete 2012 die Berliner Version ihrer „Astrocombo“. Robles ist eine gefragte Instrumental-Pädagogin und kooperiert in verschiedenen Projekten vom Kindergarten bis in die Hochschule. Sie musizierte gemeinsam mit Johannes Lauer, Joscha Oetz, Almut Kühne, Ahmed Soura, Uli Kempendorff, Greg Cohen, Simon Nabatov, Niels Klein, Pablo Held Trio, Wanja Slavin, Christian Weidner, Bodek Janke, MORF, DUS-TI, Berlin Art Orchestra und Lauer Large. Dabei vergisst sie nie ihre “roots” und ihre Eigenständigkeit als Musikerin.

Taiko Saito…

Foto: Natalie Savey

… liebt das Experiment. Dabei verliert die musikalische Gestaltenwanderlin Taiko Saito nie ihre Sensibilität für die Wirkung ihrer Instrumente, die durchweg mit Mallets bespielt werden. An Marimba oder Vibraphon regt sie die Zuhörenden  sofort an, innezuhalten. Sie bewegt sich gekonnt zwischen europäischer Kunstmusik und Jazz, zwischen der musikalischen Begleitung von Schauspielstücken der Schaubühne Berlin und der Arbeit in ihren Band- und Soloprojekten.

Taiko Saito wuchs in Japan auf und begann bereits mit sieben Jahren Marimba zu spielen. Sie studierte klassische Marimba und Percussion an der Toho School of Music. Ihr Drang nach freier Komposition und Improvisation zog sie 1997 an die Universität der Künste in Berlin. Dort lernte sie bei Prof. David Friedman Vibraphon und Komposition. Saito gewann zahlreiche Preise, wie den Atelierpreis des Berliner Senats im Jahr 2010.

Ihr reicher musikalischer Fundus erlaubt es der Vibraphonistin in verschiedenen Formationen zu arbeiten. 2003 gründete sie das Duo KoKo mit dem Pianisten Niko Meinhold. Mit ihm spielt sie unter anderem im Trickster Orchester, das 2022 den Deutschen Jazzpreis als bestes großes Ensemble gewann. Auch in diesem Jahr ist sie als Mitglied von Silke Eberhards Potsa Lotsa XL-Ensemble wieder für den Deutschen Jazzpreis nominiert.

Taiko Saito arbeitete außerdem mit Keiko Abe, Satoko Fujii, Yuko Oshima, David Friedman, Tom van der Geld, Eric Sammut, Michael Schiefel, Celine Rudolph, Daniel Matter, Yelena Kuljic, Cymin Samawatie, Kazuhisa Uchihashi, Oli Potratz, Ketan Batti. Sie experimentierte an musikalischen Stücken mit dem Hip-Hop-Künstler und Produzenten Shing02 und der zeitgenössischen Komponistin Sofia Gubaidulina.

Zu ihren Vorstellungen für die Arbeit mit ihrem Ensemble sagt sie folgendes:

“In meinem Workshop geht es um das Öffnen der Ohren, um miteinander zuzuhören und darauf zu reagieren und zu agieren, ohne zu sprechen. Wir werden verschiedene Techniken und Methoden der aktiven Interaktion erkunden, von freier Improvisation bis hin zur minimalen Musik.”

Zydeco Annie & The Swamp Cats

Ein musikalischen Leckerbissen in der von Thomas Waldherr kuratierten Americana-Reihe. „Zydeco Annie & Swamp Cats“ sind eine der erfolgreichsten europäischen Cajun- und  Zydeco-Formationen.

„Wir sind sehr stolz, Zydeco Annie in Darmstadt präsentieren zu können“, freut sich Waldherr. „Zydeco Annie und ihre Band stehen für rasante, mitreißende Zydeco-Musik. Sie  entfachen ein Feuerwerk an farbenfroher Lebenslust. Damit sind sie einem Aushängeschild für die Cajun- und Zydeco-Musik in Deutschland geworden und haben europaweit begeisternde Konzerte vorzuweisen.“

Der US-Südstaat Louisiana ist geprägt von großen Sümpfen und Bayous, bekannt durch den Mississippi und natürlich die Metropole New Orleans, geliebt für die Küche und die Musik – dorthin entführen „Zydeco Annie + Swamp Cats“ ihr Publikum und lädt zu einem ganz besonderen Rendezvous. Anja Baldauf a.k.a. Zydeco Annie stammt aus einer Akkordeon-Familie, seit frühester Kindheit ist dieses Instrument ihr täglicher Begleiter. Ihr Spiel ist so facettenreich wie das Leben selbst. Es verbinden sich darin Ernsthaftigkeit, Sehnsucht und Lebensfreude zu einem grandiosen Ganzen.

Unter ihren Mitmusikern ist Helt Oncale hervorzuheben, den Freunden der Darmstädter Americana-Reihe bestens bekannt, denn mehrmals schon war er zu Gast. Geboren und aufgewachsen in New Orleans, erlernt Helt sein Handwerk in den Künstlerkneipen des French Quarter und spielt mit den Besten der Besten in den Clubs der Bourbon Street. Als meisterhafter Könner an Fiddle, Gitarre, Mandoline, Banjo und seinem unverwechselbaren Gesang, bereichert er fröhliche Fiddle-Tunes genauso wie stampfenden Blues auf eine Weise, die den Herzschlag Louisianas spürbar machen und ein unnachahmliches Gefühl des „Big Easy“ erleben lassen.

Tenors of Kalma

„Tenors of Kalma“ ist eine Band dreier Finnen, die Jazz mit elektronischer Popmusik verbindet. Jimi Tenor und Kalle Kalima machen seit rund 25 Jahren zusammen Musik und spielen seit 2015 mit Joonas Riippa am Schlagzeug in einem diesem Trio-Format. Die Musik ist düster und jazzig, aber tanzbar und plötzlich hört man eine jagende Ballade. Augenblicke später könnte es von Sun Ra und Kraftwerk inspiriert sein.

Jimi Tenor hat sich nie mit der traditionellen Rolle eines Popkünstlers zufrieden gegeben. Er ist als Musiker bekannt, dessen Arbeit jenseits aktueller Trends liegt, obwohl er große Hits wie „Take me Baby“ geschrieben hat. Er steht zu Hause vor der ausgelassenen Menge,  trägt ein glitzerndes, selbst entworfenes Kostüm und einen wallenden Umhang, hält einen  Geräuscherzeuger in der Hand, dessen Hauptbestandteile ein in Hongkong hergestellter Walkman und ein ostdeutscher Fahrraddynamo sind.

Kalle Kalima ist Botschafter des finnischen Jazz und der Avantgarde-Musik in Berlin. Er mischt Elemente aus Jazz und Rock auf einzigartige Weise. Er spielte u.a. mit Jazzanova, Jason Moran, Jim Black, Greg Cohen, Anthony Braxton, Tony Allen, Leo Wadada Smith, Greg Cohen und Marc Ducret. Kalima ist auch als Leiter seiner eigenen hochgelobten Ensembles bekannt: Klima Kalima (Der Gewinner des Neuen Deutschen Jazzpreises 2008) und seine Soloperformance Pentasonic. Mit der Gruppe „K-18“ gewann er 2012 den finnischen „Grammy“ für das beste Jazz-Album. Sein Album „High Noon“ erschien 2016 bei ACT Music.

Joonas Riippa ist heute einer der wichtigsten Schlagzeuger Finnlands und arbeitet mit vielen renommierten Musikern wie Mikko Innanen, Verneri Pohjola, Teemu Viinikainen, Seppo Kantonen und Joonatan Rautio zusammen.

Bei diesem Konzert wird die brandneue Produktion „Sounds of Salo“ vorgestellt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Förderverein Jazz

Joscho Stephan Trio

Wie kein anderer prägt Joscho Stephan mit seinem Spiel den modernen Gypsy Swing: Durch seinen authentischen Ton, mit harmonischer Raffinesse und rhythmischem Gespür,  vor allem aber mit atemberaubender Solotechnik hat sich Stephan in der internationalen  Gitarrenszene einen herausragenden Ruf erspielt. Er versteht es wie kein Zweiter, aus der  Vielzahl aktueller Gypsy Swing Adaptionen heraus zu ragen, indem er neben den vielen Interpretationen der bekannten Klassiker des Genres den Gypsy Swing mit Latin, Klassik und Rock liiert. Hier zeigt sich Stephans Stärke als kreativer Visionär. Und das begeistert das junge und alte Konzertpublikum gleichermaßen. Joschos Youtube-Version von „Hey Joe“ hat mittlerweile die 2 Millionen Marke geknackt.

Schon sein Debüt „Swinging Strings“ wurde 1999 vom amerikanischen Fachmagazin „Guitar Player“ zur CD des Monats gekürt. Das renommierte „Acoustic Guitar Magazine“  feierte Joscho Stephan 2004 als Garanten für die Zukunft der Gypsy Jazzgitarre. Für die CD „Guitar Heroes“ konnte er 2015 Gitarrengrößen wie Bireli Lagrène, Stochelo Rosenberg und Tommy Emmanuel als Gäste gewinnen. Insgesamt vier von Joschos Alben wurden für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Die Trio-Produktion „Paris – Berlin“ (2018) wurde als Direct to Disc Schallplattenproduktion in den Hansa Studios Berlin aufgenommen, wo u.a. viele Aufnahmen von David Bowie entstanden sind. Auf der Produktion von Daniel Hope „America“ ist Joscho Stephan als Gast zu hören.

Auch in der Knabenschule war Joscho seit 2013 immer wieder zu Gast – es waren stets fulminante und höchst unterhaltsame Konzertabende.

Joscho Stephan | Solo-Gitarre
Sven Jungbeck | Rhythmusgitarre
Volker Kamp | Kontrabass