Tag Archives: Doppelkonzert

ulsomeX (Foto: Lukas Beck)

Darmstädter Jazzherbst 2026: Fulsome X

Doppelkonzert mit Fischer + Mahall Moden

„Die Idee für FULSOME X entstand vor langer Zeit durch die Rhythmsection einer anderen Band, „Alpine Aspects“,  mit Bass, Tuba und Drums sowie aus meinem langjährigen gemeinsamen Musizieren mit meinen Freunden aus Philadelphia Jamaaladeen Tacuma und Rick Iannacone“, berichtet der Wiener Saxophonist Wolfgang Puschnig.

Inspiriert durch die Musik von Puschnigs Freunden aus Philadelphia und aus der Tradition des Funk von Ornette Colemans Harmolodic System entstand ein musikalischer Kosmos, in dem die Grenzen sich auflösen und einen neuen Raum fern jeglicher Stilfragen schaffen. Seine Kompositionen sprühen vor mitreißender Vitalität und purer Musikfreude. Wolfgang Puschnig, mit seinem eloquent gegliederten Spiel auf dem Altsaxophon, einem Ton voller Lebenslust, reflektiert über Ornette Coleman und den Blues genauso selbstverständlich wie er diverse volksmusikalische Melodik aushört.

Nun freut er sich in der neuen Quartett-Besetzung sehr auf das Zusammenspiel mit Jon Sass an der Tuba, sowie Reinhardt Winkler an den Drums – zwei langjährige Begleiter und Musiker der Extraklasse. Und dazu dann noch Cellistin Asja Valcic…. Es wird ein wirklich spezieller Sound…

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hessischen Jazzpodiums 2026. Die Veranstaltung wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Darmstädter Jazzherbst 2026: Potsa Lotsa XL / Amoeba’s Dance

Doppelkonzert mit GLOD/RAMOND/KUGEL

Was ist Jazz, und was kann Jazz sein? Die erste Frage muss nicht notgedrungen mit der zweiten verknüpft sein, aber die Berliner Saxofonistin Silke Eberhard beantwortet mit ihrer extragroßen Band Potsa Lotsa und ihrem neuen Programm „Amoeba’s Dance“, beide Fragen auf einmal. Ihre Antworten sind komplex, und dennoch gehen sie ohne Umwege ins Ohr und bleiben im Kopf haften.

In der Besetzung Silke Eberhard | Altsaxophon, Jürgen Kupke | Klarinette, Uli Kempendorff | Tenorsaxophon, Klarinette, Nikolaus Neuser | Trompete, Gerhard Gschlößl | Posaune, Johannes Fink | Cello, Taiko Saito | Vibraphon, Antonis Anissegos | Klavier, Igor Spallati | Bass und Kay Lübke | Schlagzeug gehören die Musiker*innen zur Speerspitze der derzeitigen kreativen Jazzszene von Berlin und sind, in ihrer Ballung, zugleich Programm.

Es handelt sich nämlich ausschließlich um Musikerpersönlichkeiten, die sich durch eine markante Signatur auszeichnen und diese auch dann in selbstbewusster Zurückhaltung behaupten, wenn sie sich in einen größeren Kontext einordnen. So wirken solistischen Exkurse nicht wie Alleingänge, sondern erscheinen als gruppendienliche Glanzlichter in einem kollektiven Prozess.

Silke Eberhard ist eine feinsinnige Mittlerin zwischen verschiedenen Aggregatzuständen aus Vergangenheit und Gegenwart, Sendern und Empfängern wie auch den Intentionen und Obsessionen von zehn Individualisten, die sie zielgerichtet in ihren Kompositionen vereint. Unaufdringlich und mit bemerkenswertem Einfühlungsvermögen stellt sie Spielfreude über Intellekt sowie Demut und Respekt vor dem Material über virtuosen Exhibitionismus. »Es ist schon durchkomponierte Musik, aber es ist immer alles erlaubt und kann immer alles passieren«, erklärt sie fröhlich.

Eberhards Stärke beruht auf ihrer Unvoreingenommenheit. Wenn man diese Musik Free Jazz nennen will, dann nicht wegen ihrer strukturellen, sondern aufgrund ihrer inneren Freiheit. Sie erhebt sich nicht über andere Musikformen, sondern bleibt mit den zwanzig Beinen der beteiligten Musikerinnen und Musiker auf dem Boden des Alltags. Und genau mit dieser Haltung beantwortet sie nicht nur die Frage, was im Jahr 2026 Jazz ist, sondern was er darüber hinaus auch noch sein kann.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hessischen Jazzpodiums 2026. Die Veranstaltung wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur