Jazz im Institut

Konzertkeller_JIDAktuell: Aufgrund der öffentlichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz vor dem Corona-Virus sind alle Veranstaltungen im Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut bis zum 31. Mai 2020 abgesagt. Wir bemühen uns, soweit möglich, die ausfallenden Konzerte zu einem späteren Zeitpunkt neu anzusetzen. Wir bitten um Verständnis und wünschen allen beste Gesundheit!

Im akustisch exzellenten Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut finden regelmäßig Konzerte statt. Freitags treten hier bekannte und noch weniger bekannte Musikerinnen und Musiker auf. Die Konzertreihe “JazzTalk” lädt regelmäßig, meist deutschsprachige Künstlerinnen und Künstler zum Gesprächskonzert. Daneben veranstaltet hier der Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz  in Darmstadt e.V. eigene Konzerte sowie jeweils am letzten Freitag des Monats die Bessunger Jam Session. Das Programm des Vereins wurde übrigens 2016, 2018 und 2019 mit dem Spielstättenprogrammpreis »APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten« der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien prämiert.

Jazzerinnen und Jazzer aus der Region nutzen den Konzertraum aber auch für Veranstaltungen in eigener Regie etwa für CD-Releases oder Präsentationen neuer Programme. In der Galerie im Dachgeschoss des Jazzinstituts sowie im Treppenhaus und im Gewölbekeller präsentieren wir wechselnde Ausstellungen Bildender Künstler und Fotografen mit Jazzbezug.

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Information zur Veranstaltung

  • Fr
    05
    Jun
    2020

    ABGESAGT: Angelika Niescier & Orang Orang Drum Theatre - The Hidden Tune

    20.30 h

    Bessunger Knabenschule, Halle,
    18,- Euro / erm. 12,- Euro [U21 und Teilhabecard: 3,- Euro]
    Tickets per e-mail reservieren

    JazzTalk 140: Continued Construction – A Suite In Eight Parts

    Angelika Niescier | Altsaxophon, John-Dennis Renken | Trompete, Matthias Akeo Nowak | Kontrabass, Zyee Leow | Trommel, Boyz Chew | Trommel, Damien Leow | Trommel, Tai Chun Wai | Trommel, Low Wai Kei | Trommel, Amanda Yim Ping Yan | Trommel, Lim Jian Ru | Trommel, Eng Cheah Her | Trommel, Julius Gass | Klangregie, Ludwig Kuckartz | Lichtkonzept

    Fotos: The Hidden Tune ©

    Atemberaubende Kombination aus einem Spitzentrio der zeitgenössischen europäischen Improvisation und malaysischer Perkussionskunst als gemeinsame musikalische und soziale Annäherung an die post-pandemische Moderne.

    Immer wenn Jazzmusiker*innen auf der Suche nach Erweiterungen ihres herkömmlichen künstlerischen Raumes sind, entstehen spannende Projekte, die in ihrem Umsetzung und Verwirklichung allerdings durchaus auch mal mehr Raum brauchen, als es der akustisch zwar exzellente, doch platzmäßig durchaus begrenzte Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut bietet. Dennoch möchten wir unser Format des “JazzTalks” nutzen, um im Gespräch und im Konzert, die Motivation und Intention der Künstler*innen für das Darmstädter Publikum zu erkunden.    

    Ein Beispiel dafür war im vorletzten Jahr “States of Play” des Bassisten Sebastian Gramss. Wie Gramss’ Projekt 2018 wird auch “The Hidden Tune” der Kölner Saxophonistin und Komponistin Angelika Niescier seine Erstaufführung im Rahmen des moers music-Festivals erfahren, um unmittelbar im Anschluss auch in Darmstadt in der Bessunger Knabenschule aufgeführt zu werden.

    Bei ihren unzähligen internationalen Konzertreisen ist Niescier, ECHO Jazz-Gewinnerin und Albert-Mangelsdorff-Preisträgerin, im südasiatischen Malaysia auf das Orang Orang Drum Theatre (OODT) gestoßen, das seit 2014 die Erkundung und Erforschung verschiedener traditioneller südasiatischer Musikinstrumente und Spielstile um einen zeitgenössischen Ansatz erweitert, indem es die Grenzen zwischen Musik, Tanz und Theater aufhebt. Obwohl OODT ein relativ junges Ensemble für darstellende Kunst ist, erfolgten bereits zahlreiche Einladungen und Auftritte zu vielen lokalen, regionalen und internationalen Festivals.    

    Gemeinsam haben Niescier und die beiden Gründer des OODT, Zyee Leow und Boyz Chew, die Idee für eine Performance und den dafür notwendigen Arbeitsprozess entwickelt. Im Juni, so die derzeitige Planung, kommt das achtköpfige Ensemble nach Deutschland, wo sie die Suite “Continued Construction – A Suite In Eight Parts” gemeinsam mit Niescier am Saxophon, dem Bassisten Matthias Akeo Nowak und dem Trompeter John-Dennis Renken proben und aufführen wollen.

    Die acht Themen für die acht Teile der Suite sind das Ergebnis der Gespräche zwischen  deutschen und malaysischen Künstler*innen, wobei die Themen dadurch eine Perspektiverweiterung erfahren. Jede der Parteien schlägt vier spezifische Themen für vier Teile der Suite vor, welche sich aus philosophischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Themenbereichen zusammensetzen – denn während das Projekt zunächst musikalisch vom spezifischen Sound inspiriert war, entdeckte Niescier, dass in Malaysia eine einzigartige kulturelle und politische Situation, herrscht, die vergleichbar mit der aktuellen Lage in Deutschland bzw. Europa ist. Der ständige Kampf um Identität, systemische Ungleichheit und kultureller Fortschritt spiegelt den Problemkreis wider, mit dem auch Europa in diesen Zeiten zunehmend konfrontiert ist. Die systemischen Probleme, die in Malaysia durch die multikulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung und die politische Handhabung der Situation entstehen, sind für Europa sehr lehrreich. Die künstlerische Aufarbeitung liefert Impulse zum lösungsorientierten Weiterdenken.

    Wir hoffen sehr, dass dieses außergewöhnliche Konzert Anfang Juni in der Bessunger Knabenschule stattfinden kann. Was für ein inspirierender Auftakt könnte diese asiatisch-europäische Begegnung nach der weltweiten gesellschaftlichen Erschöpfung durch die CoVid-19-Krise sein?   

    Eine Veranstaltung des Jazzinstituts Darmstadt in Kooperation mit der Bessunger Knabenschule, unterstützt durch