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"Jazz und Gesellschaft" (Sozialgeschichtliche Aspekte des Jazz) |
Auch bei uns im Jazz-Institut saß
der Schock tief nach den unfassbaren Ereignissen vom 11. September. Nicht
allein, dass so viele Menschen in New York dem Wahnsinn zum Opfer fielen,
einer Stadt, die nach wie vor als die Welthauptstadt des Jazz gilt. Auch
die unmittelbare Sorge um die Gesundheit bekannter und befreundeter Musiker
aus aller Welt, die derzeit dort leben und arbeiten war bei uns im Jazz-Institut
ständig präsent.
Noch unmittelbarer wurde diese Sorge,
weil zum diesjährigen Symposium und Festival so viele Referenten aus
New York und Umgebung eingeladen wurden wie noch nie zuvor in der Geschichte
des Darmstädter Jazzforums. Die gute Nachricht folgte von den meisten
recht bald. Alle sind wohlauf und gesund.
James Moody, der in unmittelbarer Nachbarschaft,
in New Jersey, lebt, war zum Zeitpunkt des Attentats gerade in Europa,
wo er mit seiner Frau einen Urlaub verbrachte. Er wird ebenso sicher nach
Darmstadt kommen, wie seine in New York lebenden Mitmusiker und der Gaststar
der hr-Bigband am Freitagabend – der New Yorker Posaunist Wycliffe Gordon.
Der Arrangeur und Dirigent Bill Holman befindet sich zu einer Probenphase
mit der hr-Bigband bereits in Deutschland.
Lediglich zwei der Referenten haben auf
Grund der derzeit unsicheren Situation absagen müssen. Neben Prof.
George Lewis, dem die Kombination aus Inlands- und Interkontinentalflug
aus San Diego zu aufreibend erschien, auch der im Moment an der University
of New York lehrende Soziologieprofessor Heinz Steinert. Wir haben in der
augenblicklichen Situation vollstes Verständnis für deren Entscheidungen.
Darüber hinaus musste leider auch Ekkehard Jost sein Kommen nach Darmstadt
krankheitsbedingt absagen.
Das Programm der Referate im Literaturhaus
musste wegen dieser kurzfristigen Absagen etwas gestrafft werden, so dass
nur noch jeweils vier statt der geplanten fünf Vorträge am Freitag
und Samstag stattfinden werden. Der Leiter des Jazz-Instituts, Dr.
Wolfram Knauer, wird seinen Vortrag über die Darstellung der aktuellen
deutschen Jazzszene, voraussichtlich von Donnerstag auf Samstag verlegen,
so dass auch Donnerstags nur zwei, an Stelle der drei geplanten Vorträge
stattfinden können.
Dennoch, und gerade auch vor dem Hintergrund
der schrecklichen Tat von New York, wünschen wir uns und allen Besuchern
ein informatives und unterhaltsames Darmstädter Jazzforum.
The bi-annual "Darmstadt Jazzforum" is the only regular conference on jazz worldwide. The 7th edition of the "Darmstadt Jazzforum" focusses on socio-historical aspects of jazz and jazz research. We have invited experts from different fields of research – musicologists, sociologists, music and literary critics, as well as musicians themselves to look at the topic of the Jazzforum from many different angles. The symposium from September 27th to 29th, 2001 is in German and English (no simultaneous translation) and open to all interested guests. The concerts from September 28th to 30th, 2001 take place at two major Darmstadt venues: the Centralstration and the Bessunger Knabenschule and will feature the hr-Bigband, Bill Holman, Wycliffe Gordon, the Antonio Faraò Trio, the James Moody Band and Pierre Dørge with the New Jungle Orchestra. Have a look at the papers' titles below or at an essay about this year's subject (in German only) or at the personnel for the three concerts accompanying the 7th Darmstadt Jazzforum 2001.Das Jazz-Institut Darmstadt veranstaltet vom 27. bis 30. September 2001 das 7. Darmstädter Jazzforum, eine Kombination aus Symposium zu Fragen der Jazzforschung und Jazzfestival. Das Thema des diesjährigen Symposiums lautet "Jazz und Gesellschaft (Sozialgeschichtliche Aspekte des Jazz)".
Dabei geht es um die unterschiedlichsten Aspekte der gegenseitigen Einflüsse von Jazzmusik und Gesellschaft, um die Lebensumstände der Musiker in den USA wie in Europa, um musikästhetische Fragen, um den Themenkreis Jazz und Kritik, um eine kritische Bestandsaufnahme soziologischer Forschungen zum Jazz und dergleichen mehr.
Eingeladen sind namhafte Musikwissenschaftler, Soziologen, Literaturwissenschaftler, aber auch Musiker, die sich in Referaten und offenen Diskussionen mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen werden. Zu den eingeladenen Referenten zählen u.a. Ekkehard Jost, Heinz Steinert, Peter Niklas Wilson, Wolfgang Sandner, Ursel Schlicht, Christian Broecking, Ralf-Peter Fuchs, Tobias Richtsteig sowie die amerikanischen Gäste Lew Erenberg, Ingrid Monson, Mike Heffley und George Lewis. Die Konzerte des 7. Darmstädter Jazzforums werden bestritten von der Bigband des Hessischen Rundfunks mit Bill Holman und Wycliffe Gordon, vom Antonio Faraò Trio, der James Moody Band und Pierre Dørge mit seinem New Jungle Orchestra.
Ein Programmheft mit kurzen Abstracts der Referate und einem ausführlichen Text zum Thema erscheint Ende August. Der komplette Text dieses Programmheftes ist auch hier, im Internet, abrufbar.
Hier sehen Sie den Plakatentwurf
für das 7. Darmstädter Jazzforum von Roland Stein, Frankfurt/Main
Zeitplan / Time table:Referate / Papers:
Donnerstag / Thursday (27. September): 14 Uhr bis 18 Uhr (2 PM to 6 PM
Freitag / Friday (28. September): 10 Uhr bis 18 Uhr (10 AM to 6 PM)
Samstag / Saturday (29. September): 10 Uhr bis 18 Uhr (10 AM to 6 PM)
Donnerstag, 27. September 2001