(aus dem Jazzinstitut Darmstadt)
8. Oktober bis 8. November 2023 | Ausgabe 19/2023 (deutsch)

Wir lesen die Morgenzeitung für Sie!

Liebe Jazzfreunde,

Die Jazz News des Jazzinstituts versorgen Sie regelmäßig (zurzeit ca. alle zwei Wochen) mit Nachrichten, die wir aus der Online-Tagespresse für Sie zusammenfassen. Diese Rubrik wird auf unserer Website (www.jazzinstitut.de) täglich aktuell gehalten.

Wenn Sie an Literaturlisten zu den hier genannten Musiker:innen interessiert sind, so finden Sie etliche auf unserer Jazz-Index-Website. Der Jazz-Index ist eine bibliographische Datenbank, die kostenlos im Jazzinstitut abrufbar ist. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie ähnliche Auszüge zu noch nicht gelisteten Musiker:innen wünschen.

Viel Vergnügen bei Ihrer Lektüre zum Jazz in der/n vergangenen Woche/n.

... in aller Kürze ...

 

Nate Chinen spricht mit der Komponistin, Pianistin und Wissenschaftlerin Courtney Bryan, die gerade mit einem MacArthur Fellowship, auch als "Genius Grant" bekannt, ausgezeichnet wurde (WRTI). --- Paul DeBarros erzählt die Geschichte von Jazz Alley, dem seit mehr als 40 Jahren führenden Jazzclub in Seattle (Seattle Times). --- Robert Fröwein spricht mit dem Posaunisten und Komponisten Christian Muthspiel (Kronenzeitung).

 

Lewis Porter beginnt eine neue Reihe über Duke Ellington und Billy Strayhorns "Such Sweet Thunder" (Playback with Lewis Porter), in der er u.a. ein seltenes Interview mit Ellington von 1957 über die Uraufführung der Suite teilt (Playback with Lewis Porter). --- Porter setzt seine Reihe über John Coltranes "A Love Supreme" fort (Teil 4: Playback with Lewis Porter; Teil 5: Playback with Lewis Porter; Teil 6: Playback with Lewis Porter). --- Lewis Porter teilt außerdem ein bislang unbekanntes Interview mit Sun Ra aus dem Jahr 1965 (Playback with Lewis Porter), und er berichtet über ein unveröffentlichtes Stück aus dem Album "Sonny Meets Hawk" mit Sonny Rollins und Coleman Hawkins, eine Interpretation von "Three Little Words", die es nicht auf das Originalalbum geschafft hat (Playback with Lewis Porter).

 

Vinnie Sperrazza hört sich die ersten Aufnahmen des Schlagzeugers Ed Blackwell an (Chronicles). Er erinnert sich außerdem an fünf eher peinliche Gespräche, die er mit dem Schlagzeuger Paul Motion hatte - eine ungemein lustige, sehr empfehlenswerte Lektüre (Chronicles).

 

Marlene Knoblock trifft den Pianisten Abdullah Ibrahim in seiner bayerischen Wahlheimat (Süddeutsche Zeitung). --- Eileen Vargas berichtet über den Verkauf von Dave Brubecks ehemaligem Haus in Oakland, das im Volksmund auch als "Baumhaus" bekannt ist (Hoodline). --- Der Deutsche Jazzpreis geht in die vierte Runde. Bewerbungen können vom 18. Oktober bis einschließlich 30. November 2023 über ein Online-Portal eingereicht werden (Deutscher Jazzpreis). --- Das Präsidium, die künstlerische und die administrative Leitung der italienischen Akademie Siena Jazz, die auch das Arrigo Polillo Study Center beherbergt, sind wegen Unstimmigkeiten über die Finanzierung der Einrichtung zurückgetreten (Siena News).

 

Sophie Emilie Beha spricht mit der Sängerin Friede Merz, dem Bassisten James Banner und der Saxophonistin Luise Volkmann über Aktivismus und Jazz (SWR2). --- Gregor Dotzauer besucht eine Hommage an Ornette Colemans Album "The Shape of Jazz to Come", die in Ludwigshafen von einem All-Star-Ensemble unter der Leitung des Sohnes des Saxophonisten, Denardo Coleman, und einem philharmonischen Orchester aufgeführt wurde (Der Tagesspiegel). --- David Sanborn interviewt den Saxophonisten Sonny Rollins in einem Audio-Podcast (Teil 1: WBGO). --- Bert Noglik würdigt Leben und Musik des Gitarristen Helmut "Joe" Sachse anlässlich seines 75. Geburtstags (MDR).

 

Ethan Iverson besucht das neue Louis Armstrong Center, sieht sich einige der dortigen Ausstellungen an und denkt über die Bedeutung von Louis Armstrong nach und darüber, dass seine Einstellung zur Musik und zum Musikgeschäft auch heute noch etwas bedeutet (The Nation). Iverson schließt an diesen Artikel einen Beitrag in seinem eigenen Blog an, in dem er aus E-Mails zitiert, die er von Gary Giddins und Ricky Riccardi erhalten hat, und in dem er auf die Bedeutung von Dan Morgenstern für die Würdigung Armstrongs in späteren Jahren hinweist. Außerdem kopiert er einen Down Beat-Artikel aus dem Jahr 1970, der Aussagen über Armstrong von 84 Musikern sammelt, die aus allen Phasen der Entwicklung dieser Musik stammen (Transitional Technology).

 

Marcus J. Moore fragt Musiker, Produzenten und Autoren nach ihren Lieblingsaufnahmen von Thelonious Monk und erhält Antworten vom Pianisten Jon Batiste ("Introspection"), vom Komponisten Miguel Atwood-Ferguson ("Nutty"), vom Sänger Arooj Aftab ("Reflections"), vom Produzenten Andrew Winistorfer ("Ugly Beauty"), vom Produzenten King Britt ("Evidence"), von der Pianistin Nikki Yeoh ("Trinkle, Tinkle"), vom Music Supervisor Morgan Rhodes ("Let's Cool One"), von der Bassistin Anna Butterss ("Sweet and Lovely"), von der Gitarristin Mary Halvorson ("Crepuscule with Nellie"), von der Sängerin und Elektronikerin Christina Wheeler ("Misterioso") und vom Pianisten James Francies ("Round Midnight") (New York Times). --- Maxi Broecking spricht mit der kanadischen Trompeterin Steph Richards darüber, warum sie sich für die Trompete als Instrument entschieden hat, über das Experimentieren mit Klang und Geruch, über die Zusammenarbeit mit Butch Morris und sowie über Conduction (die tageszeitung).

 

Roland Spiegel sieht sich Tilman Urbachs Dokumentarfilm "Tastenarbeiter" über den Pianisten Alexander von Schlippenbach an (BR Klassik). --- Jan Wiele besucht die multimediale Performance "Seen/Unseen" der Schlagzeugerin Terry Lyne Carrington (Frankfurter Allgemeine Zeitung). --- Garth Cartwright spricht mit dem Bassisten Ron Carter über institutionellen Rassismus in seiner Jugend sowie über die Zusammenarbeit mit Miles Davis, Aretha Franklin, Roberta Flack und James Brown (The Guardian). --- Jasmine Damian spricht mit Yousef Hilmy, dem Gründer und Kreativdirektor von Minaret Records in Los Angeles, über die lokale Jazz-Community, die er durch seine Aktivitäten zusammengebracht hat (Los Angeles Times).

Nachrufe

 

Wir erfuhren vom Ableben des französischen Kritikers Philippe Carles im Alter von 82 Jahren (TSF Jazz), des britischen Trompeters Jack Leatham im Alter von 72 Jahren (The Guardian), des Gitarristen Ali Claudi im Alter von 80 Jahren (Rheinische Post), des schwedischen Produzenten und Kritikers Lars Westin im Alter von 75 Jahren (Orkesterjournalen), des Jazzexperten Jim DeJong im Alter von 81 Jahren (Chicago Tribune), des Kritikers Robert Bush im Alter von 65 Jahren (San Diego 88.3 FM), des Trompeters Tolton Rosser im Alter von 91 Jahren (RocksNews), des Bassklarinettisten Michel Pilz im Alter von 78 Jahren (Luxemburger Wort), des Fotografen Ernest Gregory (Facebook: Atlanta Jazz Festival), des Toningenieurs Gary Hobish im Alter von 70 Jahren (NBC Bay Area), des britischen Filmemachers Dick Fontaine im Alter von 84 Jahren (The Whickers), des Veranstalters und Diskographen Manfred Selchow im Alter von 87 Jahren (General-Anzeiger), des Bildenden Künstlers Robert Irwin im Alter von 95 Jahren (ArtNet News), des Trompeters Jimmy LaRocca im Alter von 83 Jahren (MSN), des pädagogischen Verwalters Lee Berk im Alter von 81 Jahren (Boston Globe), des Schauspielers und Sängers Richard Roundtree im Alter von 81 Jahren (New York Times), des norwegischen Bassisten Carl Morten Iversen im Alter von 75 Jahren (Jazz i Norge), des kubanischen Perkussionisten Oscar Valdés im Alter von 85 Jahren (Latin Jazz Net), des Saxophonisten Arni Cheatham im Alter von 79 Jahren (Boston Globe), des japanischen Produzenten Masahiko Yuh im Alter von 85 Jahren (Jazz Tokyo), des Gitarristen Mike Denny im Alter von 64 Jahren (Jazz Passings), des norwegischen Saxophonisten Jens Arne Molvær im Alter von 82 Jahren (NRK), des Gitarristen John D. Thomas im Alter von 69 Jahren (Jazz Passings), des französischen Trompeters Pierre Dutour im Alter von 78 Jahren (Jazz Passings), des Bassisten/Sängers Joe Bany (Jazz Passings), des Schlagzeugers Pat Close im Alter von 67 Jahren (The St. Pete Catalyst), sowie der Pianistin und Komponistin Carla Bley im Alter von 87 Jahren (New York Times, BR Klassik, FAZ, The Gig, The Milkman's Musings, Der Tagesspiegel).

Letzte Woche im Jazzinstitut

 

18. Darmstädter Jazzforum
Das 18. Darmstädter Jazzforum ist seit über einem Monat vorbei, und für diejenigen, die es verpasst haben oder nur Teile der Streams verfolgen konnten, gibt es jetzt die Möglichkeit, sich alle Vorträge und Diskussionen anzusehen (YouTube). Das Thema war "Destination Unknown: Die Zukunft des Jazz", und es sind zu sehen: Vorträge von André Doehring, Harald Kisiedu, Richard Herzog, Magdalena Fürnkranz, Bettina Bohle, Frank Gratkowski, Teresa Becker, Kaspar von Grünigen, Monika Herzig und Uli Kempendorff, Public Talks mit Niels Klein, Jorik Bergman, Peter Kemper und Thomas Meinecke, sowie Panels mit Evi Filippou, Julia Kadel und James Banner, mit Camille Buscot, Esther Weickel und Jonas Pirzer, mit Akiko Ahrend, Mariana Bondarenko und Jan Klare, alle moderiert von Sophie Emilie Beha. Wir sind zurzeit dabei, die Panels zu transkribieren und die Beiträge zu redigieren, um das alles Anfang nächsten Jahres in Schriftform in unserer Buchreihe "Darmstädter Studien zur Jazzforschung" (Band 18) zu dokumentieren.

 

Jazzpreise
Der Posaunist Conny Bauer wurde am vergangenen Wochenende auf dem Jazzfest Berlin mit dem renommierten Albert Mangelsdorff Preis der Deutschen Jazzunion ausgezeichnet. Das Jazzinstitut war in der Jury vertreten (Deutsche Jazzunion). Das Jazzinstitut war auch in der Jury vertreten, die nächste Woche die Harfenistin Kathrin Pechlof mit dem diesjährigen SWR-Jazzpreis, dem ältesten deutschen Jazzpreis, auszeichnet (SWR). Beide Preise sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert.

 

Jazzförderung: Warum, wie, wer, wo?
Seit fast zehn Jahren organisiert Wolfram Knauer die Mainzer Jazzgespräche an der Hochschule für Musik Mainz, die sich diesmal mit dem Thema "Jazzförderung" befassen. Auf dem Podium sitzen Etienne Emard, der im Land Rheinland-Pfalz für die Musikförderung zuständig ist, David Maier, Kulturkoordinator der Stadt Worms und künstlerischer Leiter des dortigen Festivals Jazz and Joy sowie Vorsitzender des Jazzverbandes Rheinland-Pfalz, und Gabri Maurer, Saxophonistin und Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an die Studierenden der Hochschule als auch an ein allgemeines Publikum. Ein- und ausgeleitet wird die Veranstaltung durch Livemusik des Quartetts des Pianisten Leandro Hernández Waber und des Saxophonisten Christoph Heimbach. Wenn Mainz für Sie in Reichweite ist, kommen Sie vorbei, allerdings findet das Mainzer Jazzgespräch bereits HEUTE statt, also am Mittwoch, den 8. November 2023, um 19:30 Uhr in der Hochschule für Musik, Jakob-Welder-Weg 28, 55128 Mainz (Hochschule für Musik Mainz). Der Eintritt ist frei.

 

Aktuelle Öffnungszeiten des Jazzinstituts
Sie können das Jazzinstitut während unserer Öffnungszeichen besuchen (MO/DI/DO 10-17 Uhr, FR 10-14 Uhr). Daneben können Sie uns weiterhin per Telefon, E-Mail oder Video-Call erreichen. Sollten Sie einen Video-Call wünschen, bitten wir Sie, dafür per e-mail einen Termin abzumachen und uns dabei bereits mitzuteilen, worum es in dem Gespräch gehen soll. Wir werden Ihnen dann einen Link für eine Webex Videosession für unser Treffen zusenden.

facebook  youtube  soundcloud  instagram  vimeo 
Jazzinstitut Darmstadt
Bessunger Strasse 88d | 64285 Darmstadt | Germany
The Jazzinstitut is an institution of the City of Sciences Darmstadt | Das Jazzinstitut ist eine Einrichtung der Wissenschaftsstadt Darmstadt