(aus dem Jazzinstitut Darmstadt)
9. bis 22. November 2023 | Ausgabe 20/2023 (deutsch)

Wir lesen die Morgenzeitung für Sie!

Liebe Jazzfreunde,

Die Jazz News des Jazzinstituts versorgen Sie regelmäßig (zurzeit ca. alle zwei Wochen) mit Nachrichten, die wir aus der Online-Tagespresse für Sie zusammenfassen. Diese Rubrik wird auf unserer Website (www.jazzinstitut.de) täglich aktuell gehalten.

Wenn Sie an Literaturlisten zu den hier genannten Musiker:innen interessiert sind, so finden Sie etliche auf unserer Jazz-Index-Website. Der Jazz-Index ist eine bibliographische Datenbank, die kostenlos im Jazzinstitut abrufbar ist. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie ähnliche Auszüge zu noch nicht gelisteten Musiker:innen wünschen.

Viel Vergnügen bei Ihrer Lektüre zum Jazz in der/n vergangenen Woche/n.

... in aller Kürze ...

1933 wurde Erich Rosenthal von der Universität Gießen verwiesen, weil diese nur "nicht-arische Studenten, deren Väter im letzten Krieg gekämpft haben", aufnahm. Seine Briefe inspirierten seinen Sohn, den Pianisten Ted Rosenthal, zu einer zweistündigen Oper, die 2019 an der New Yorker City Opera uraufgeführt wurde und nun im Mittelpunkt einer zweitägigen Konferenz an der Universität Gießen stand, bei der Auszüge aus dem Werk von Rosenthals Trio aufgeführt wurden (Frankfurter Rundschau). Axel Cordes besuchte das Konzert in Gießen (Gießener Allgemeine). --- Phillip Lutz spricht mit der Pianistin Sumi Tonooka über ihre Wurzeln in Philadelphia und ihre jüngste Komposition "Under the Surface", in der sie die Traumata ihrer japanisch-amerikanischen Mutter und ihres afro-amerikanischen Vaters verarbeitet (The Philadelphia Inquirer).

Aiden Seratore spricht mit dem Gitarristen und Pädagogen Brian Betz über den Spagat zwischen seiner Karriere als Berufsmusiker und als Lehrer an einer öffentlichen Schule (The Whit Online). --- Kim Hornickel spricht mit dem Pianisten Jan Luley über sein bevorstehendes 40-jähriges Bühnenjubiläum, über seine Faszination für New Orleans und darüber, dass, wenn man sich fragt, ob man Musiker werden soll, das vielleicht doch nicht das Richtige für einen ist (HNA).

Patrick Hinsberger spricht mit der Bassistin Lisa Wulff darüber, wie sie übt, über Schlagzeugschulen, die sie eine Weile auf Zugreisen zum Üben benutzt habe, über den Wechsel zwischen den Welten von Jazz und Pop, über ihre Zusammenarbeit mit dem Klarinettisten Rolf Kühn, über die Auswirkungen ihrer Mutterschaft seit zwei Jahren auf ihre Art zu üben und überhaupt die Organisation von Leben und Arbeit, sowie über all die administrative Arbeit, die neben dem Bassspielen zu ihrem Beruf gehört (What is Practice). --- Lewis Porter setzt seine Erinnerungen an Begegnungen mit Ornette Coleman mit einem Besuch des Saxophonisten an der Brandeis University im Jahr 1985 fort, wo dieser einen Preis erhielt und einen Workshop gab. Porter wurde quasi als Gastgeber ausgewählt, um Colemans Tagesablauf zu koordinieren (Playback with Lewis Porter).

David Sanborn spricht mit Sonny Rollins im zweiten Teil eines seltenen Interviews mit dem Saxophonisten (WBGO). --- Shaun Brady hört sich eine neue Veröffentlichung von Aufnahmen des Pianisten Hasaan Ibn Aliaus der Mitte der 1960er Jahre an, darunter eine 13-minütige Soloversion von "After You've Gone", Duos mit dem Bassisten Henry Grimes und der Sängerin Muriel Gilliam sowie ein Trio mit Grimes und dem Schlagzeuger Kalil Madi (WRTI).

John Edward Hasse erinnert an den Komponisten W.C. Handy anlässlich seines 150. Geburtstags (Wall Street Journal). --- Ethan Iverson zitiert aus einem Artikel von 1934, für den Leonard Feather vier britische Musiker sowie Louis Armstrong bat, vier Platten auszuwählen, die sie zum Südpol mitnehmen würden, und diskutiert dann Armstrongs Wahl von Duke Ellingtons "Ducky Wucky", Fletcher Hendersons "Queer Notions", Don Redmans "Nagasaki" und Jack Hyltons "Ellingtonia". (Transitional Technology).

Jude Rogers spricht mit der britischen Sängerin Norma Winstone darüber, dass ein Stück von ihrem (Azimuths) Album "The Tunnel" aus dem Jahr 1977 auf "IDGAF", dem zweitmeistgespielten Stück von Drakes UK/US-Nr.-1-Album "For All the Dogs", gesampelt wurde (The Guardian). Riyah Collins (BBC) und Roisin O'Connor (The Independent) berichten ebenfalls. --- Vinnie Sperrazza feiert den Schlagzeuger Billy Hart mit einem Blick auf seine ersten fünf Soloalben (Chronicles).

Nachrufe

Wir erfuhren vom Ableben der Jazzfürsprecherin Cobi Narita im Alter von 96 Jahren (WBGO), des Trompeters Larry Ramirez im Alter von 84 Jahren (Legacy), des Pianisten Thomas Fink im Alter von 88 Jahren (Nürnberger Nachrichten), des italienischen Posaunisten Dino Piano im Alter von 93 Jahren (Jazz Passings), des Saxophonisten Larry McKenna im Alter von 86 Jahren (WRTI), sowie des Saxophonisten Tony Williams im Alter von 92 Jahren (WRTI).

Aus der Welt der Jazzforschung

Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt im Jazz
Pauline Schüler hat ihre Masterarbeit zum Thema "Geschlechtergerechtigkeit & Diversität im Jazz. Eine intersektionale Perspektive auf Deutschland" geschrieben. Teil ihrer Arbeit ist eine Pageflow-Präsentation, die Auszüge aus ihren Interviews mit Linda Davis, Erik Leuthäuser, Lucia Cadotsch, Monika Herzig, Gabriele Maurer und Bettina Bohle enthält (ja, die zukünftige Direktorin des Jazzinstituts Darmstadt) (Geschlechtergerechtigkeit Pageflow).

Epistrophy: Call for papers 
Die Fachzeitschrift Epistrophy hat einen Aufruf zur Einreichung von Beiträgen für ihre Sommerausgabe 2024 zum Thema "Places for Jazz in 21st Century Europe " veröffentlicht. Die Frist für die Einreichung von Vorschlägen endet am 9. Februar 2024 (Epistrophy call for papers).

Deutsche Jazzunion
Die Deutsche Jazzunion, die wichtigste Interessenvertretung für Jazzmusikerinnen und -musiker hierzulande, hat die Position der Geschäftsführung ausgeschrieben (Deutsche Jazzunion).

Letzte Woche im Jazzinstitut

Jazzpreise
Wir waren sowohl bei der Verleihung des SWR Jazzpreises an die Harfenistin Kathrin Pechlof im Rahmen eines Konzerts in Ludwigshafen als auch bei der Verleihung des Hessischen Jazzpreises an die Saxophonistin Corinna Danzer in Frankfurt anwesend. Das Jazzinstitut war in den Jurys für beide Preise vertreten. 

JazzTalk
Das nächste JazzTalk-Konzert findet am 8. Dezember 2023 im Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut statt. Es spielt das Trio der Saxophonistin Angelika Niescier, der Cellistin Tomeka Reid und der Schlagzeugerin Savannah Harris, das gerade das Album "Beyond Dragons" veröffentlicht hat, von der britischen Zeitung The Guardian zum "Jazzalbum des Monats" gekürt. Weitere Informationen und Kartenreservierung: Jazzinstitut Darmstadt.

Aktuelle Öffnungszeiten des Jazzinstituts
Sie können das Jazzinstitut während unserer Öffnungszeichen besuchen (MO/DI/DO 10-17 Uhr, FR 10-14 Uhr). Daneben können Sie uns weiterhin per Telefon, E-Mail oder Video-Call erreichen. Sollten Sie einen Video-Call wünschen, bitten wir Sie, dafür per e-mail einen Termin abzumachen und uns dabei bereits mitzuteilen, worum es in dem Gespräch gehen soll. Wir werden Ihnen dann einen Link für eine Webex Videosession für unser Treffen zusenden

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