Category Archives: Jazz in Darmstadt

POSITIONEN! Jazz und Politik

Jazz was often seen as a music of resistance, however with its increasing institutionalization some of this political awareness seems to have vanished. It feels as if musicians are more interested in tackling the technical and aesthetic sides of the music while the audience sits back and compares what it hears with what it knows instead of focusing on the unknown, unexpected and perhaps a bit more complex gaze ahead.

Thus, while in the United States, the birthplace of Jazz, many current projects, be it by Vijay Iyer or Kamasi Washington, sport a political note, musicians in Europe seem to be content with jazz being appreciated as art music. However, at a time when all over Europe the social and political achievements of the past decades are being pushed back by new populist movements, all forms of art must face questions of social responsibility again, whether it’s a more conscious position towards climate change, poverty, education, and a global understanding of humanity, whether it’s advocating human dignity on all levels, or taking a clear stance against sexism, racism and any other kind of exclusion: “Diversity”, says Kamasi Washington, “should not be tolerated, it should be celebrated.”

Where, then, do we find such celebration of diversity within contemporary European jazz? How strong is the awareness of musicians for their own political and social responsibility? And why is it that in jazz, the genre with the deepest history of resistance, singing of political justice seems to be looked down upon?

At the 16th Darmstadt Jazzforum we want to ask such questions, in papers, panels, concert lectures, a workshop, an exhibition as well as an ensuing book documentation. We do not think that jazz needs to be converted. Not everything has to be political first. However, as everything will have a political aspect in 2019 as well, we want to talk to musicians, experts, scholars and others about why jazz with its ever-present history of resistance, with improvisation’s seismographic ability to capture present-time discourses, should take a first seat within the canon of contemporary music.

The conference part of the Darmstadt Jazzforum will take place from 3-6 October 2019 at Literaturhaus Darmstadt. It will be flanked by concerts, an exhibition and workshops at other venues and thus involve the whole city in our discourse about the political in jazz.

[to be continued soon]

The 16th Darmstadt Jazzforum is funded by the Hessen State Ministry for Higher Education, Research and the Arts and the City of Darmstadt – City of Science and Culture

[The rest of this page is in German as that will also be the language of the conference.]

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Programm (Stand: 29. Juli 2019)
“POSITIONEN! Jazz und Politik”

Donnerstag, 3. Oktober 2019

AUSSTELLUNG (ab 3. Oktober)

Vortragssaal im Literaturhaus + Galerie im Jazzinstitut Darmstadt

Alles wird gut gegangen sein werden – die Ausstellung

Im Künstlerkollektiv BRIGADE FUTUR III haben sich Benjamin Weidekamp, Elia Rediger, Jérôme Bugnon und Michael Haves zusammengetan, um zu Fragen und Herausforderungen unserer Zeit künstlerisch Stellung zu beziehen. Dabei reflektieren sie nichts Geringeres als den Zustand der Welt, die Auswüchse des Kapitalismus und vor allem auch die Möglichkeiten jedes einzelnen, sich in den Diskurs einzubringen.

Als Musiker transportieren sie ihr politisches Statement im Sinne von Brecht und Weill in vielen Konzerten und Bühnenprojekten, oft zusammen mit anderen Musikern und Künstlern wie der Spielvereinigung Sued aus Leipzig.

Auf Einladung des Jazzinstituts Darmstadt hat sich die BRIGADE FUTUR III der Aufgabe gestellt, ihre Ideen im Rahmen dieser Ausstellung für das 16. Darmstädter Jazzforum “Jazz und Politik” umzusetzen.

Alles wird gut gegangen sein werden… aber wie nur? Wie kann man für ein positives Zukunftsbild einstehen, dessen Voraussetzungen in der Zukunft erst “geschaffen zu sein werden haben?” Die Idee des fiktionalen Futur III war geboren, mit dem die Künstler einen kategorischen Handlungsimperativ verbinden, um ein positives gesellschaftliches Narrativ zu entwerfen, für das es sich zu leben lohnt.

Auf der Basis ihres “Kampfalphabets”, in dem Schrecken unseres gesellschaftlichen Systems mit Alternativen kontrastiert werden, verfolgen sie ihren konzeptionellen Kunstansatz mit Sendungsbewusstsein.

“Die verheerenden Auswirkungen des Raubtierkapitalismus auf die Welt werden immer deutlicher und es ist klar, dass es so nicht mehr weiter gehen kann.” BRIGADE FUTUR III

(wegen der Konferenz im Jazzinstitut Darmstadt öffentlich erst ab 7.10. zu sehen) 


KONFERENZ (Literaturhaus)

14:00 Uhr
Eröffnung

14:15 Uhr
Stephan Braese, Aachen
Stammheim war nie Attica. Zur politischen Widerständigkeit des Jazz in Deutschland seit 1945

Ungeachtet des eminenten Einflusses, den die US-amerikanischen Entwicklungen stets hatten, standen die Entfaltung, aber auch die politischen Wirkungschancen des Jazz in Deutschland stets unter spezifischen Bedingungen. Ausgehend von der (Wieder-)Einführung des Jazz 1945, skizziert der Vortrag einige dieser Bedingungen, zu denen die ethnische Homogenität der deutschen Bevölkerung, der Kampf um die Legitimität des Jazz, ein spezifisch europäischer Kunstbegriff, die (west-)deutsche Interpretation der antiautoritären Bewegung 1966 ff. u.a. gehören. Die Ausführungen stellen die Frage danach, ob und inwieweit diese in den Gründungsjahrzehnten des deutschen Jazz angelegten Dispositive auch im heutigen Verhältnis zwischen Jazz und Politik noch zu erkennen und wirksam sind.

Stephan Braese (geb. 1961) studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaft in Hamburg. Seit 2009 ist er Ludwig Strauss-Professor für europäisch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte an der RWTH Aachen University. Einschlägige Veröffentlichungen u.a.: “Identifying the Impulse: Alfred Lion Founds the Blue Note Jazz Label”, in Eckart Goebel and Sigrid Weigel (ed.): “Escape to Life” – German Intellectuals in New York: A Compendium of Exile after 1933 (Berlin/ Boston: de Gruyter, 2013): 270-287; “‘kenny clarke im club st-germain-des-prés’ – Zu einem Satz von Alfred Andersch”, in Corina Caduff, Anne-Kathrin-Reulecke, Ulrike Vedder (ed.): Passionen – Objekte/ Schauplätze/ Denkstile (München: Wilhelm Fink 2010): 309-316.

15:15 Uhr

Henning Vetter, Osnabrück
Jazz als politische Musik? Über die Selbstbestimmung des Künstlers über die Rezeption und Deutungshoheit seines Werkes

Spricht man über Politik in Verbindung mit Jazz, so impliziert diese Zusammenführung eine Positionierung des Künstlers und des Publikums gleichermaßen. Doch wie kann eine an sich abstrakte Musik Haltung zeigen, Aussagen treffen? Und: welche Aussagen kann sie überhaupt treffen? Der Vortrag nähert sich diesen Fragestellungen von einer praktischen Seite am Beispiel des Kollektivs “The Dorf”. Dabei geht es auch darum, wer bestimmt, wie die Musik aufgenommen wird und ob die Intention des Künstlers bezüglich der Bedeutung seines eigenen Werkes nicht sogar überflüssig sein kann.

Henning Vetter studierte Musikwissenschaft und Medienkulturwissenschaft an der Universität zu Köln. Seine Abschlussarbeit widmete er dem Bassisten Charles Mingus im Hinblick auf die politische Wirkung dessen musikalischen Werkes. Von 2017 bis 2019 studierte Henning Vetter am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück Saxophon und gründete vor drei Jahren gemeinsam mit Freunden in Köln das PAO-Kollektiv für experimentelle und improvisierte Musik.

16:15 Uhr
Nina Polaschegg, Wien
Sind frei Improvisierende die besseren Demokraten?

Gerne werden Jazz und frei improvisierte Musik als demokratisches Gesellschaftsmodell einem hierarchisch aufgebauten Orchesterapparat gegenüber gestellt. Und ein Streichquartett, wo stünde dann dieses? Ob und wieweit solche Modelle tragfähig sind und inwieweit hier Wunsch und Wirklichkeit auseinander klaffen ist eine der Fragen, denen in diesem Vortrag nachgegangen wird. Um in einem Zeitraffer und knappen Rückblick in die Anfänge des Free Jazz politisch motivierte freie Musik im Hier & Jetzt zu beleuchten und dabei auch einen Blick in die Welt der komponierten zeitgenössischen Musik zu werfen. 

Nina Polaschegg studierte Musikwissenschaften, Soziologie und Philosophie in Giessen und Hamburg wo sie auch promovierte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der zeitgenössischen komponierten, improvisierten und elektronischen Musik sowie im zeitgenössischen Jazz und Musiksoziologie. Sie lebt als Musikwissenschaftlerin, Musikpublizistin, Moderatorin und Kontrabassistin in Wien, arbeitet für diverse öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz und schreibt für verschiedene Fachzeitschriften. Hatte Lehraufträge an den Musikhochschulen bzw. Universitäten Hamburg und Klagenfurt. Als Kontrabassistin spielte sie historisch informiert in  Barockorchestern und widmet sich v.a. der (freien) Improvisation.

17:15 (bis 17:45) Uhr
Benjamin Weidekamp + Michael Haves, Berlin
Alles wird gut gegangen sein werden – Der Talk

Benjamin Weidekamp und Michael Alves sind Mitglieder der  Brigade Futur III, die beim Darmstädter Jazzforum nicht nur musikalisch aktiv werden (zusammen mit der Spielvereinigung Sued am Samstagabend), sondern auch eine Ausstellung in den Räumen des Jazzinstituts und des Literaturhauses Darmstadt zeigen, in der sie den künstlerischen Prozess ihrer kreativen (und immer auch politischen / gesellschaftlichen) Arbeit beleuchten. Darum geht es auch bei ihrem gemeinsamen Vortrag im Konferenzteil des Jazzforums, in dem sie über die Diskussionen um ihre Darmstädter Beiträge berichten werden.

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Freitag, 4. Oktober 2019

AUSSTELLUNG (ab 3. Oktober)

Vortragssaal im Literaturhaus + Galerie im Jazzinstitut Darmstadt
Alles wird gut gegangen sein werden – die Ausstellung
(wegen der Konferenz im Jazzinstitut Darmstadt öffentlich erst ab 7.10. zu sehen)

KONFERENZ (Literaturhaus)

9:30 Uhr
Wolfram Knauer, Darmstadt
Jazz und Politik – politischer Jazz? Eine bundesdeutsche Perspektive

Wer in diesen Zeiten nicht politisch denkt und handelt, hat ein Problem: Die Krisen, von denen wir von allen Seiten bedrängt werden, fordern doch nachgerade Position zu beziehen. Anhand konkreter Beispiele diskutiert Wolfram Knauer die durchaus unterschiedlichen Erwartungshaltungen an die gesellschaftliche Relevanz von Musik. So fragt er beispielsweise, inwieweit wir uns nicht selbst belügen, wenn wir der Musik außermusikalische Kompetenz zusprechen und sie nach dieser bemessen. Zugleich hinterfragt er aber auch, inwieweit Musik unpolitisch sein kann oder sollte. Tun wir Musik nicht unrecht, wenn wir in ihr die Utopie suchen, die uns in unserem eigenen Handeln fehlt?

Wolfram Knauer ist Musikwissenschaftler und seit seiner Gründung Direktor des Jazzinstituts Darmstadt. Er lehrte an mehreren Universitäten und war als erster Nichtamerikaner Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia University. Er ist Herausgeber der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften. Bei Reclam erschienen seine Bücher Louis Armstrong (2010), Charlie Parker (2014) und Duke Ellington (2017) sowie jüngst “Play yourself, man!” Die Geschichte des Jazz in Deutschland (2019).

Mario Dunkel, Oldenburg
Afrodiasporische Musik und Populismus in Europa

Dass populäre Musik und Jazz der Verhandlung von Identitätskonzepten dienen, ist keine neue Erkenntnis. Kategorien wie Nation, race, Ethnizität, Gender und Klasse sind seit den Anfängen des Jazz wichtige Diskursfelder, in denen die Musik verortet und verstanden wird. Die Beziehung zwischen Gruppenidentität und Musik ist insbesondere in der Interaktion zwischen aktueller populärer Musik und zeitgenössischen politischen Bewegungen signifikant. So greift die Alternative für Deutschland (AfD) auf Demonstrationen beispielsweise nicht nur auf deutschsprachige Volksmusik und Richard Wagners Walkürenritt zurück, sondern sie setzt auch populäre Musik mit eindeutigen afrodiasporischen Bezügen ein, wenn etwa Xavier Naidoos “Raus aus dem Reichstag” eine Demonstration gegen den Bau einer Moschee in Rostock musikalisch begleitet. Dieser Beitrag geht solchen Aneignungsstrategien von afrodiasporischen Musiken in gegenwärtigen politischen Bewegungen nach. Welche Funktion hat die Verwendung afrodiasporischer Musiken in diesen politischen Bewegungen in Europa? Warum wird die Verwendung afrodiasporischer Musiken in diesen Zusammenhängen nicht als widersprüchlich empfunden, wo sie doch die Forderung nach kultureller Homogenität zu karikieren scheint? Inwiefern kann die Aneignung afrodiasporischer Musiken als Bestandteil aktueller Identitätspolitiken in Europa verstanden werden?

Mario Dunkel studierte in Dortmund, Atlanta und New York Musik, Englisch und Amerikanistik. 2014 promovierte er mit einer Dissertation zu Darstellungen von Jazzgeschichte an der TU Dortmund. Er ist zurzeit Juniorprofessor für Musikpädagogik am Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Konstruktionen und Darstellungen von Jazzgeschichte, Musik und Politik sowie transkulturelle Musikpädagogik. Zurzeit leitet er das internationale Forschungsprojekt „Popular Music and the Rise of Populism in Europe“ (2019-2022).

11:30 Uhr
Martin Pfleiderer, Weimar
“… an outstanding artistic model of democratic cooperation”? Zur Interaktion im Jazz

Glaubt man der Resolution des US-Kongresses aus dem Jahre 1987, so ist Jazz ein herausragendes künstlerisches Modell demokratischer Kooperation. Denn im Jazz, so die verbreitete Vorstellung, halten sich Gruppeninteraktion und individueller Ausdruck die Waage, und in seinen klanglichen Strukturen lassen sich die Prozesse gleichberechtigter Interaktion und Kooperation auch für Außenstehende nachvollziehen. Diese Vorstellungen sollen im Vortrag kritisch hinterfragt werden. Wie geht der interaktive Schaffensprozess im Jazz tatsächlich vonstatten? Welchen Stellenwert haben dabei einerseits körperliche Synchronisierungsprozesse zwischen den MusikerInnen, andererseits explizite Signale und Absprachen? Wird eine gleichberechtigte Interaktion nur inszeniert und auf der Bühne dargestellt, oder ist sie real und hat reale Konsequenzen? Welche Rolle spielen hierarchische Strukturen, Führerschaft und Autorität innerhalb von Jazzbands? Kann schon allein im Prozess des interaktiv-improvisatorischen Musikmachens ein politischer oder sogar utopischer Gehalt aufscheinen oder sind dafür zusätzlich bestimmte Symbole oder Musiker-Statements erforderlich? Neben musiksoziologischen und musikanalytischen Zugängen sollen zur Klärung dieser Fragen auch neuere Ansätze der ›embodied music interaction‹ und der Diskussion um musikalische ›agency‹ herangezogen werden.

Martin Pfleiderer (Jg. 1967) studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Soziologie in Gießen und war 1999-2005 wissenschaftlicher Assistent für Systematische Musikwissenschaft an der Uni Hamburg. Seit 2009 ist er Professor für Geschichte des Jazz und der populären Musik am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Er hat zahlreiche Aufsätze zum Jazz veröffentlicht und ist darüber hinaus leidenschaftlicher Jazzsaxophonist.

14:00 Uhr
Panel mit Nadin Deventer, Berlin | Tina Heine, Salzburg | Lena Jeckel, Gütersloh | Ulrich Stock, Hamburg
Veranstalter/innen: die Influencer des Jazz?

In diesem Panel wollen wir über die Strukturzwänge sprechen, in denen insbesondere große Jazzevents organisiert und wahrgenommen werden. Welche Aufgabe haben Kurator/innen über das reine Programmieren hinaus? Wie können Festivals oder Konzertreihen nachhaltig wirken, eine regionale Szene einbinden und zugleich im internationalen Diskurs des Jazz wahrgenommen werden? Welche Auswirkungen haben programmatische Entscheidungen auf die Diskussion innerhalb der gesamten bundesdeutschen Szene? Oder, und damit deutlicher auf unser Konferenzthema bezogen: Wie gehen Programmverantwortliche auf gesellschafts- und kulturpolitische Diskurse ein? Wollen sie das überhaupt oder müssen sie gegebenenfalls auf gesamtgesellschaftlich diskutierte Themen reagieren? Wie schließlich spiegeln sich ihre Programmentscheidungen in der öffentlichen Wahrnehmung wieder? Mit Tina Heine, Lena Jeckel und Nadin Deventer haben wir drei Programmverantwortliche auf dem Podium, die aus eigener Erfahrung über das Machbare genauso wie über das Wünschenswerte berichten können. Mit Ulrich Stock ist zudem ein Journalist dabei, der immer wieder über die Reaktion der Jazzszene auf aktuelle Fragen berichtet und die verschiedenen Orte erkundet, an denen diese gesellschaftlich-musikalische Auseinandersetzung zu erleben ist.

15:30 Uhr
Nikolaus Neuser + Florian Juncker, Berlin
“Occupied Reading”: Musikalische Intervention

Wie verändert die Lektüre politischer, ästhetischer oder sonstiger Texte die Wahrnehmung von Musik? Wie verändert Musik die Lektüre politischer, ästhetischer oder anderer Texte? Nikolaus Neuser und Florian Juncker machen die Probe aufs Exempel, und wir erfahren: Musik verändert das Denken, aber das Denken verändert auch die musikalische Wahrnehmung. Welchen Diskurs lassen solche intermedialen Erfahrungen entstehen? Und was lehren sie uns letzten Endes über den tatsächlichen Einfluss von Musik (oder Kunst im Allgemeinen) auf unser gesellschaftliches Denken und Handeln?

16:00 Uhr
Hans Lüdemann
“Beyond the underdog”. Gesellschaftliche und politische Positionierung eines deutschen Jazzmusikers heute (Vortrag live am Klavier / Lecture-Performance)

Hans Lüdemann erzählt, warum die politische Einstellung für ihn eine der wichtigen Motivationen war, überhaupt Jazzmusiker zu werden. Er fragt, welche Bedeutung eine politische Haltung in Bezug auf den Jazz heute hat, wie und worin sie sich ausdrücken kann. Am Klavier erklingen politisch gefärbte und gedeutete Musikstücke und es wird den Widersprüchen nachgespürt, die sich zwischen politischer Haltung und Botschaft einerseits und der abstrakten Welt der Töne andererseits auftun können. Aber auch die Positionierung und Behauptung des Musikers in der gesellschaftlichen Realität zwischen Kunst, Kommerz, Kulturförderung und Kapitalismus wird dabei mit ins Bild gerückt.

Hans Lüdemann ist Jazzpianist und Komponist. Er hat mit deutschen und internationalen Größen zusammengearbeitet wie Eberhard Weber, Heinz Sauer, Manfred Schoof, Angelika Niescier, Jan Garbarek und Paul Bley. Im Zentrum seiner Arbeit stehen jedoch eigene Projekte: er spielt Solokonzerte, zuletzt 2018 in China, im Trio ROOMS, arbeitet seit 20 Jahren mit dem afrikanischen Balaphon-Meister Aly Keita im TRIO IVOIRE zusammen und leitet das deutsch-französische Oktett „TransEuropeExpress“. Er erweitert das Klavier mit Samples in mikrotonale Bereiche, was in dem neuen Quartett mikroPULS mit Gebhard Ullmann, Oliver Potratz und Eric Schaefer besonders zur Geltung kommt. Hans Lüdemann hat über 30 Alben bei renommierten Labels veröffentlicht. Seine bisher umfangreichste Produktion, die CD – Box„die kunst des trios“, wurde 2013 mit dem „Echo Jazz“ ausgezeichnet. Lüdemann war von 1993 – 2008 Dozent für Jazz-Klavier und – Ensemble an der Musikhochschule Köln, 2009/2010 und 2015/16 Cornell Visiting Professor am Swarthmore College in Philadelphia/USA.

KONZERT (Centralstation Darmstadt)
20:00 Uhr

Anarchist Republic of Bzzz (FR/NL/TR/USA)

Seb El Zin, in Paris lebender Sänger der Ethno-Punk-Band ITHAK, gründete diese etwas andere Supergroup – musikalisch zwischen Impro-Avantgarde, Worldmusic und Slampoetry. Mehr Informationen zum Konzert

Das Konzert wird präsentiert von

Collage: Kiki Picasso©

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Samstag, 5. Oktober 2019

AUSSTELLUNG (ab 3. Oktober)

Vortragssaal im Literaturhaus + Galerie im Jazzinstitut Darmstadt
Alles wird gut gegangen sein werden – die Ausstellung
(wegen der Konferenz im Jazzinstitut Darmstadt öffentlich erst ab 7.10. zu sehen)

KONFERENZ (Literaturhaus)

9:30 Uhr
Nikolaus Neuser, Berlin
Jazz und improvisierte Musik als soziales Rollenmodell?

Wir sind heute täglich in immer komplexere Zusammenhänge eingebunden, auf die wir in immer schnelleren Rückkopplungen reagieren müssen. Durch die Digitalisierung befinden wir uns sowohl technologisch als auch in unserer Kommunikation und Diskursfähigkeit in erheblichen Umbrüchen. Welche Kompetenzen und Modelle zukünftigen Miteinanders liefert uns die Kulturtechnik der Improvisation vor diesem Hintergrund? Nikolaus Neuser beleuchtet diese Fragestellung auch aus der konkreten Perspektive seiner kulturpolitischen Arbeit.

Nikolaus Neuser studierte an der Folkwang-Hochschule in Essen Trompete bei Uli Beckerhoff. Aktuell interpretiert er mit dem Trio I Am Three unkonventionell  besetzt die Musik von Charles Mingus. 2016 legte das Trio das international vielbeachtete Album Mingus Mingus Mingus (Leo Records) vor (Jahresbestenliste Downbeat Magazin, All about Jazz, NYC Jazz Records uva.). Er arbeitet außerdem im Trio mit Richard Scott und Alexander Frangenheim an elekroakkustischer improvisierter Musik und ist u.a. Mitglied der Ensembles Potsa Lotsa, Andreas Willers´ 7 of 8, des Hannes Zerbe Jazz Orchesters und des Berlin Improvisers Orchestra. Nikolaus Neuser hat mit Matthew Herbert, Matana Roberts, Tyshawn Sorey, Nate Wooley, Maggie Nicols, Peter Fox, Seeed sowie dem London Improvisers Orchestra u.v.a gearbeitet und ist auf über 50 CDs zu hören. Konzertreisen u.a. auf Einladung des Goethe Instituts führten ihn durch Europa, Asien, Nordafrika, die USA, in den Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien sowie nach Kolumbien, wo er als Gastprofessor an der Pontificia Universidad Javeriana de Bogotá lehrte.

10:30 Uhr
Michael Rüsenberg, Köln
“Jazz ist stets politisch.” Stimmt diese Aussage von Mark Turner? Und, hört man sie in seiner Musik?

Im November 2016 (Donald Trump ist gerade gewählt), vermutet der amerikanische Saxophonist Mark Turner im Gespräch mit der NZZ, “dass es wieder zu einer Politisierung der Kunst kommen wird.” Das ist eine Überzeugung, die wie unter einem Brennglas den zentralen Inhalt des Politikverständisses weiter Teile der Jazzszene wiedergibt (s. Titel). “Allein schon der Entscheid, als Jazzmusiker zu leben, ist ein politisches Statement. Denn man entscheidet sich damit für Freiheit, für Emanzipation und gegen den Primat des materiellen Erfolgs” (Turner). Michael Rüsenberg unterzieht diese Position einer grundsätzlichen Kritik.

Michael Rüsenberg, geb 1948, Journalist, Buchautor, Gastgeber der philosophischen Gesprächsreihe “Gedankensprünge” in Bann. Adolf-Grimme-Preis 1989, WDR Jazzpreis 2015. Buchprojekt “Improvisation – ein Prinzip des Lebens” (in Vorbereitung)

11:30 Uhr
Thomas Krüger, Berlin

Der Beitrag von Kunst und Kultur, insbesondere des Jazz, für aktuelle gesellschaftspolitische Diskurse

In meinem Beitrag würde ich zunächst auf die Debatte um die Kulturalisierung des Politischen eingehen und aktuelle Tendenzen politischer Verschiebungen aufzeigen. Ich werde die kreative wie auch die rezeptive Seite von kulturellen Artefakten beleuchten und nach dem Politischen in der Ästhetik fragen. Und danach, was der Jazz, insbesondere der frei improvisierende Jazz in diesem Zusammenhang für ein Potential hat.

Thomas Krüger ist seit 2000 Präsident der Bundeszentrale für politischen Bildung. Seit 1995 ist er Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Außerdem ist er zweiter stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz und Mitglied des Kuratoriums für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. 1991 bis 1994 war er Senator für Jugend und Familie in Berlin, 1994 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages.

14:00 Uhr
Angelika Niescier + Tim Isfort + Victoriah Szirmai + Korhan Erel
… im Ohr des Betrachters
(Lecture-Performance)

Der Ton: ein physikalisches Ereignis, ohne ästhetische noch politische Intention.
In der Wahrnehmung der Rezipienten wird „der Ton“ aber sofort kontextualisiert – eine essentielle Projektionsfläche für tatsächliche und irreale Intentionen, Botschaften und Diskursangebote. In dieser Lecture Performance mit Musiker*innen, Kurator*innen und Jornalist*innen werden unterschiedliche  Perspektiven des Themenclusters untersucht, um Überschneidungen, Unterschiede und mögliche Kontroversen zu verdeutlichen und um sich in der Diskussion dem Intendierten, Verstandenen und Missverstandenen und dem Phänomen des “Politischen” in der Musik zu nähern.

16:30 Uhr (programmkinorex Darmstadt)
Atef Ben Bouzid, Berlin

Cairo Jazzman – The Groove of a Megacity

“Jazz is more than just a style of music”, sagt Amr Salah. “It’s about freedom.” Salah, ägyptischer Pianist und Komponist, kämpft seit 2009 jedes Jahr darum, das Cairo Jazz Festival zu realisieren. Jazz ist zu seinem Lebensinhalt geworden, weil diese Musik in seinen Augen völkerverbindend ist und speziell der Jugend ein Sprachrohr gibt. Für Amr Salah handelt es sich um einen vielfältigen Musikstil, der damit auch für Liberalität und Offenheit einer Gesellschaft steht, für die es sich zu kämpfen lohnt. Atif Ben Bouzids Film über das Cairo Jazz Festival gibt ungewohnte und vielschichtige Einblicke in das Leben der Zivilgesellschaft in der Megacity Kairo, eingebettet im Jazz als einer universellen, völkerverbindenden und horizonterweiternden Sprache.
Mehr Informationen zum Film

Nach der Filmvorführung gibt es ein Filmgespräch mit dem Regisseur über Jazz und zivilgesellschaftlicher Aktivismus in der arabischen Welt.

Atef Ben Bouzid ist ein deutscher Journalist, Regisseur und Produzent aus Berlin mit dem Fokus auf Sport, Musik und Gesellschaft. “Cairo Jazzman” ist sein Regiedebüt. “Cairo Jazzman” feierte die Weltpremiere beim International Film Festival Rotterdam 2017.

KONZERT (Kulturzentrum Bessunger Knabenschule)
20:00 Uhr

Brigade Futur III + Spielvereinigung Sued
Alles wird gut gegangen sein werden – Das Konzert

Nicht nur grammatikalische Formen lassen sich fiktiv erweitern, sondern auch fiktionale politische Programmatiken in musikalische Spielformen transferieren. Das zumindest beweist die Berliner Brigade Futur 3. Mehr Informationen zum Konzert

Das Konzert wird präsentiert von

Foto: Ebasi Rediger©

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ab Montag, 7. Oktober 2019

AUSSTELLUNG (ab 3. Oktober)

Vortragssaal im Literaturhaus + Galerie im Jazzinstitut Darmstadt
Alles wird gut gegangen sein werden – die Ausstellung
(wegen der Konferenz im Jazzinstitut Darmstadt öffentlich erst ab 7.10. zu sehen)

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Das 16. Darmstädter Jazzforum wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Wir danken für die freundliche Unterstützung durch die Sparkasse Darmstadt.

 

 

Jazz @ 100

Conference, 28 – 30 September 2017
Concerts, exhibition (September / October 2017)

In the centenary of jazz – the recordings of the Original Dixieland Jass Band from 1917 are often cited as the first jazz recordings ever – the Darmstadt Jazzforum conference looks at the pitfalls of jazz historiography, which often relies on myths and legends that distort what is even more important: the multi-perspectivity of a music which is being created not only by great masters, but certainly by many individualists.

In all of this, the 15th Darmstadt Jazzforum does not plan to re-write jazz historiography. During the international conference, during concerts and an exhibition, however, we hope for a lively discussion about how our understanding of the music, its history and its aesthetic has been shaped. We see jazz as a music with a history of more than a hundred years, and we know that it’s much more complex than history books usually tell us. Our objective is to unravel some more of this complexity, even though we know that we will only be scratching at the surface.

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Conference/Short Overview
“Jazz @ 100. An alternative to a story of heroes”

On Thursday we will look at the perception of jazz history, its heroes and the places where it develops. For his book “American Jazz Heroes” the photographer and journalist Arne Reimer visited musicians in their personal homes, received intimate insights into their lives, and reflects about the difference between reality, self- and outside perception.  Nicholas Gebhardt reflects on Alan Lomax’s Library Of Congress recordings of Jelly Roll Morton in 1938 and connects them to broader issues in historiography, especially the relation between narrative, memory and the cultural imagination. Katherine  M. Leo ends the first day of the conference looking at the Original Dixieland Jazz Band whose recording of “Livery Stable Blues” and “Dixieland Jass Band One-Step” from 26 February 1917 is often cited as the first jazz record ever, and uses court documents for copyright lawsuits as well as a critical reading of the music’s reception to set the different narratives in perspective which the record evoked.

Six papers on Friday will focus on the changing perspectives on jazz and its history.  Klaus Frieler reports about an attempt to tell jazz history not just through a mixture of biographical, social and cultural context and musical characterizations but by using a computer-based analysis tool to approach solo improvisations. Andrew Hurley reads the different editions of Joachim Ernst Berendt’s influential “Jazzbuch”  (The Jazz Book), focusing on the author’s changed and changing attitudes and using this example to describe different methods of narrative formation. Tony Whyton discusses the influence of local and often very personal memories of musicians or promoters on the discourse about jazz as a trans-national practice. Mario Dunkel reads Darcy James Argue’s Secret Society as a attempt of imagining an alternative kind of jazz history and thus making room for a history of jazz as a story of both realized and unrealized potentialities. The pianist and composer Orrin Evans talks about jazz as a current and relevant art form as well as about (African-)American identity of the music in the context of a more and more complex global network.  Krin Gabbard looks at the film “Syncopation” from 1942 in order to ask how “new jazz studies” approaches can help analyze racial and economic ideologies and to emphasize the importance of not only concentrating on the (mostly male) heroes of the music.

The papers on Saturday will deal with the issue of major narratives in jazz, how it is being influenced by the music industry, how musicians have the power to change the historical narrative which involves them directly, and how all of such discourses influence the perception of the public. Wolfram Knauer looks at specific places where jazz is being performed, and asks about the effect of such often iconic venues with the music, the musicians, the jazz scene(s) and the public perception of the music. Oleg Pronitschew looks the increasing institutionalization of the German jazz scene during the last 40 years, discussing selected case studies and asking for its effect on the public image of the music. Rüdiger Ritter examines the idea of “jazz giants” in East and Central Europe and finds that myth in jazz can be a productive element and an artistic prison at the same time. Karen Chandler describes the influence of Gullah and Geechie culture on the coastal region of South Carolina and argues that a representation of jazz history along clear geographical centers can distort the much more complex notion of jazz as a musical as well as social practice. Scott DeVeaux revisits the birth of bebop, which provided the ideology for much of modern jazz, but asks us to reconsider whether the choices made by musicians in the 1940s should still govern contemporary music-making. Nicolas Pillai ends the 15th Darmstadt Jazzforum with a look at the representation of Miles Davis across different media, asking in which ways the late Miles created impact beyond his music.


Conference/Lecturers and Timetable
Jazz @ 100. An alternative to a story of heroes”

Thursday, 28 September 2017

2:00pm
Opening remarks

2:30pm
Arne Reimer, Germany
My Encounters with “American Jazz Heroes”

For his two coffee-table-sized books “American Jazz Heroes”, Arne Reimer visited older American jazz musicians at home, covering artists whose career proved to be financially successful as well as such who live under economically unstable conditions. At the Darmstadt Jazzforum Reimer asks how musicians deal both with the gap between their self- and their media perception, how they handle a lack of recognition or the fact that the most creative and successful part of their career might be long past. At the same time he reflects about his own approach as a photographer and journalist whose focus on these musicians will put them back into some sort of spotlight and thus create its own, new narrative about them.

Arne Reimer studied photography at the Academy of Fine Arts in Leipzig, Germany (HGB) as well as at Massachusetts College of Art in Boston, MA. He has taught for six years at the Academy of Fine Arts in Leipzig. His photos have been widely published; his two books “American Jazz Heroes” published in 2013 and 2016 have been praised and won several prizes, among them an 2017 Echo Jazz special award. Reimer also works as a curator and freelance photographer for magazines (Jazz Thing) and record companies (ECM Records).

3:30pm
Nicholas Gebhardt, England
Reality Remade: Historical Narrative and the Cultural Imagination in Alan Lomax’s Mister Jelly Roll

Nicolas Gebhardt looks at one of the first autobiographical documents on jazz, Jelly Roll Morton’s interview for the Library of Congress from 1938 and asks about the different perspectives reflected within this material: Morton’s view of his own role during the early history of the music, Alan Lomax’s editorial decisions and thus interpretation of the excerpts which he selected for the book “Mister Jelly Roll”, and our own approach as jazz researchers contextualizing musicians, their music, their living and working conditions in order to gain a more nuanced description of jazz history.

Nicholas Gebhardt is Professor of Jazz and Popular Music Studies at Birmingham City University in the United Kingdom. His work focuses on jazz and popular music in American culture, and his publications include Going For Jazz: Musical Practices and American Ideology (Chicago), The Cultural Politics of Jazz Collectives (Routledge) and Vaudeville Melodies: Popular Musicians and Mass Entertainment in American Culture, 1870-1929 (Chicago). He is the co-editor of the Routledge book series, Transnational Studies In Jazz and the forthcoming The Routledge Companion to Jazz Studies.

4:30pm
Katherine M. Leo, USA
The ODJB at 100: Revisiting Essential Narratives and Victor 18255

Katherine  M. Leo examines the self-portrayal as well as the public image of the Original Dixieland Jazz Band whose “Livery Stable Blues” and “Dixieland Jass Band One-Step” from 26 February 1917 often are called jazz history’s first recordings. She discovers that the band’s critical and public reception often is being reduced to this recording from 1917 and pleads for a more nuanced discussion not just of the music but also of the narrative which was attached to the ODJB over the last 100 years. Among the sources she uses for this reconsideration are court documents for copyright lawsuits  about exactly these two tunes.

Katherine M. Leo is an Assistant Professor in Musicology/Ethnomusicology at Millikin University, in Decatur, IL. Her research explores the intersection of American legal and music histories, with specific emphasis on early-twentieth-century popular musics. Having recently received her Ph.D. (2016) and J.D. (2015) from Ohio State, Katherine’s dissertation examined the history and nature of musical expertise in federal copyright litigation, while her masters’ research focused on notions of authorship surrounding the ODJB. Katherine has notably presented papers for the American Musicological Society and the Society for American Music, and will soon be published in the Journal of Music History Pedagogy.

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Friday, 29 September 2017

9:30am
Klaus Frieler, Germany
A Feature History of Jazz Solo Improvisation

Klaus Frieler reports about an attempt to narrate jazz history not so much by mixing biographical accounts of eminent figures, descriptions of sociological and cultural context and genuine musical characterizations, but through the computer-based analysis of solo improvisations. For this he uses high-quality solo transcriptions from the Weimar Jazz Database as well as an analytical software developed for the Jazzomat Research Project which allows to search for a variety of characteristics such as scalar features, tonal and rhythmic complexity and other parameters. Frieler then discusses how such seemingly objective finds can be useful to describe the creative process and looks at potential future extensions to the project.

Klaus Frieler graduated in theoretical physics (diploma) and received a PhD in systematic musicology in 2008 from the University of Hamburg. He worked as a freelance software developer for several years, before taking up a post as a lecturer in systematic musicology at the University of Hamburg in 2008. In 2012, he spent a brief period at the Centre for Digital Music, Queen Mary University of London. Since autumn 2012, he has been working as a post-doctoral researcher with the Jazzomat Research Project at the University of Music “Franz Liszt” Weimar. His main research interests are computational and statistical music psychology with a focus on creativity, melody perception, singing intonation, and jazz research. Since 2006, he has also been working as an independent music expert specializing in copyright cases. See http://www.mu-on.org for more information.

10:30am

Andrew Hurley, Australia
In and Out: Processes of Inclusion and Exclusion in Joachim-Ernst Berendt’s Jazzbuch/Jazzbook, 1953-2011

For German jazz fans the books written by Joachim Ernst Berendt were a major point of reference. Andrew Hurley reads the different editions of “The Jazz Book” from 1953 up to the presently available edition and discovers shifts in narrative perspective and elisions. He discusses what the decisions about which narratives to use (or not) tell us about changing concepts of jazz historiography. In a close reading of “The Jazz Book”, Hurley discovers how narratives establish themselves, how alternative readings are suppressed or emerge, and how the quarrel between narratives can change perceptions of apparent reality.

Andrew W. Hurley is Associate Professor in the Faculty of Arts and Social Sciences at the University of Technology, Sydney, where he teaches in the International Studies programme. He is the author of two monographs: The Return of Jazz: Joachim-Ernst Berendt and West German Cultural Change (Berghahn, 2011) and Into The Groove:  Popular Music and Contemporary German Fiction (Boydell & Brewer, 2015)

11:30am
Tony Whyton, England
Wilkie’s story: hidden musicians, cosmopolitan connections, and dominant jazz histories

Tony Whyton discovered a box full of memorabilia by a distant family member documenting his connections within the British jazz scene since the mid-1920s. Using this example, Whyton discusses the hidden histories of musicians and the role they play in the ecologies of jazz. Archival materials such as these comment on the inter-relationship between dominant jazz narratives and other cosmopolitan connections. They can enable us to start a conversation about the realities of the jazz world, the connectedness of people in different cultural settings, and the development of jazz as a transnational practice.

Tony Whyton is Professor of Jazz Studies at BCU. His critically acclaimed books Jazz Icons: Heroes, Myths and the Jazz Tradition (Cambridge University Press, 2010) and Beyond A Love Supreme: John Coltrane and the Legacy of an Album (Oxford University Press, 2013) have sought to develop cross-disciplinary methods of musical enquiry. As an editor, Whyton published the Jazz volume of the Ashgate Library of Essays on Popular Music in 2011 and continues to work as co-editor of the Jazz Research Journal (Equinox). In 2014, he founded the new Routledge series ‘Transnational Studies in Jazz’ alongside BCU colleague Dr Nicholas Gebhardt. Gebhardt and Whyton also edited The Cultural Politics of Jazz Collectives: This Is Our Music (Routledge) in 2015, a collection that explores the ways in which musician-led collectives offer a powerful model for rethinking jazz practices in the post-war period. From 2010-2013, Whyton was Project Leader for the ground-breaking HERA-funded Rhythm Changes: Jazz Cultures and European Identities project (www.rhythmchanges.net), where he led a consortium of 13 researchers working across 7 Universities in 5 countries.

2:30pm

Mario Dunkel, Germany
Darcy James Argue’s Uchronic Jazz

Mario Dunkel presents the latest project of composer and bandleader Darcy James Argue as an attempt to investigate an alternative history of jazz by, for instance, asking how big band music might sound if it had stayed popular and incorporated many of the popular genres that have emerged since, including rock, grunge, steampunk, and hip hop. By asking what might have been, argues Dunkel, Argue provides a new perspective on what was, and on what was not, making room for a history of jazz as a story of both realized and unrealized potentialities.

Mario Dunkel is assistant professor (Juniorprofessor) at the Music Department of the Carl von Ossietzky University of Oldenburg. His research interests include transcultural music education, the history of jazz, and the practice of music diplomacy.

3:30pm
Orrin Evans, USA
A Talk with Orrin Evans

As a pianist and composer Orrin Evans who lives in Philadelphia is very much a part of today’s New York jazz scene. For the Darmstadt Jazzforum he shares his view of jazz as a relevant art form, talks about improvisation as a road to artistic identity in jazz history, as well as about the changes of jazz from an (African-)American music towards a complex global art form which developed quite varied practices that at times seem to be difficult to subsume under the same term.

Since 1995 pianist and composer Orrin Evans has recorded more than 25 albums as a leader or co-leader and performed on numerous others. He came up in the culturally rich jazz scene of Philadelphia where he still lives although he plays in New York (and elsewhere) on a weekly basis. Evans performs with his trio, his band Tarbaby or his Captain Black Big Band. From early 2018 he will replace Ethan Iverson in the trio The Bad Plus. Orrin Evans will perform a solo piano concert at the Darmstadt Jazzforum on Saturday evening.

4:30pm
Krin Gabbard, USA
Syncopated Women

Krin Gabbard picks up discussion of our last Darmstadt Jazzforum in his presentation when he asks, after a close reading of William Dieterle’s film “Syncopation” from 1942, how specific representations of jazz and jazz history reflect racial, gender, and economic ideologies.  Unlike virtually every other jazz film of the 1940s, “Syncopation” acknowledges slavery as a crucial element in jazz history.  It is also unique in distinguishing between the economies of black and white jazz bands.  In addition, the film has an unusually ambivalent view of the participation of women in the music’s development.  Using the example of “Syncopation”, Gabbard argues that the “new jazz studies” can provide a rich conception of jazz histories and how these traditions have been understood.

Krin Gabbard is Professor of Jazz Studies and director of the J-Disc, the jazz discography project at Columbia University. His books include Jammin’ at the Margins: Jazz and the American Cinema (University of Chicago Press, 1996), Black Magic: White Hollywood and African American Culture (Rutgers University Press, 2004), and Better Git It in Your Soul: An Interpretive Biography of Charles Mingus (University of California Press, 2016). He is also the editor of Jazz Among the Discourses (Duke University Press, 1995).

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Saturday, 30 September 2017

9:30am

Wolfram Knauer, Germany
Four Sides of a House. How jazz spaces irritate, fascinate, stimulate creativity or become icons

Wolfram Knauer looks at the ideal room for jazz from different perspectives. There are venues with an excellent acoustic, clubs with their own aura (often soaked in jazz history), halls where one can literally hear everything, and others that offer an intimate connection between the artists and their audience. Knauer looks at several examples to speculate about different conceptions of what might constitute an ideal room for jazz. He discusses the involvement of such venues with local and regional scenes, and he asks how changes in the presentation and reception can be both seen as a chance and as a threat to established local activities because (a) they indeed have an impact on the perception of the music, and because (b) new venues will also change the general expectation of the audience in regard to the music they are going to hear.

Wolfram Knauer is the director of the Jazzinstitut Darmstadt since its inception in 1990. He is the editor of Darmstadt Studies in Jazz Research (14 volumes till now, Wolke 1890-2016) has published several books, among them critical studies of Louis Armstrong (Reclam 2010) and Charlie Parker (Reclam 2014). A study of Duke Ellington and his music will be published in 2017 (Reclam). He has taught at several schools and universities and was appointed the first non-American Louis Armstrong Professor of Jazz Studies at the Center for Jazz Studies, Columbia University, New York, for spring 2008.

10:30am
Oleg Pronitschew, Germany
A New Place for Jazz. Insights Into the Historic Institutionalization of German Jazz Music.

Oleg Pronitschew looks at the institutionalization of the German jazz scene during the last 40 years and asks what effect it had on the public image of the music. He describes how jazz was more and more seen as a form of art music and discusses how as a result the aesthetic, social as well as commercial expectations have changed that both musicians, the industry and the audience directed towards the music.

Oleg Pronitschew is an European Ethnologist and PhD candidate at the Christian-Albrechts-University of Kiel. He has studied European Ethnology, Political Science and New German Literature and Media Studies at the CAU Kiel from 2005 to 2011. He was as a lecturer at the Department of European Ethnology in Kiel from 2011 to 2013. Currently he is finishing his PhD project on the topic of jazz/popular musicians as a cultural practice between imagination and valuation. He is a PhD-fellow of the Ernst-Ludwig-Ehrlich-trust in Berlin since 2014.

11:30am
Rüdiger Ritter, Germany
Myths in jazz – artistic prison or productive element? Examples from East and East Central Europe

The history of jazz in Poland and other East European countries was often presented as a succession of national “jazz greats” who could be compared with their US-American counterparts. Thus, the highest praise for a Polish musician might have been to be described as the “Polish Charlie Parker”. Rüdiger Ritter asks how such a view of jazz musicians as national heroes influenced the role of jazz as a constitutive moment of Polish national culture. He also discusses a different kind of identification with jazz “myths” in the Soviet Union and in Czechoslovakia where musicians saw jazz as an option to realize one’s own aesthetic ideas without seeking out specific role models. The Polish example demonstrates that clinging to the “giant” myth does not necessarily have to be an aesthetic prison, but can offer creative paths to music-making as well – and the Soviet and Czechoslovakian examples show how rejecting the mythical jazz narratives allowed for a maximum of aesthetic possibilities, even though these came with the danger of the music being questioned as to its jazz content. Myths in jazz, then, seem to be a productive element and an artistic prison as well.

Rüdiger Ritter is an expert on Eastern Europe and has published extensively about jazz in countries of the former Eastern bloc. He teaches at the University of Bremen; at the same time he is assistant director of the Museum of the 1950s in Bremerhaven. Ritter was coordinator for the research project “Jazz in the Eastern Bloc”, and has written his habilitation dissertation about Willis Conover and the effect of his jazz radio broadcasts.

2:30pm
Karen Chandler, USA
Bin Yah (Been Here). Africanisms and Jazz Influences in Gullah Culture

Music like most cultural expressions is based in regional networks, in the communities in which they serve specific functions. Karen Chandler describes some of the Africanisms which survived in the Gullah and Geechee culture of the coastal region of South Carolina and which strongly influenced the music in Charleston. Jazz history is often told by focusing on clear geographical centers (New Orleans, Chicago, New York, Kansas City, Los Angeles etc.), a narrative that thus blurs the real complexity of a music which, after all, was not just “invented” a hundred years ago but is the result of cultural negotiations between people of different origins in different places and under different conditions.

Karen Chandler is the Director of the Arts Management program at the College of Charleston. She is also Co-Founder/Principal of the Charleston Jazz Initiative (CJI), a multi-year study of the jazz tradition in Charleston and South Carolina. From 2001-2004, she served as director of the College of Charleston’s Avery Research Center for African American History and Culture.

3:30pm
Scott DeVeaux, USA
An Alternative History of Bebop

Bebop was a crucial moment in jazz history.  In the 1940s, musicians made choices that separated jazz from popular culture and defined it as a new and distinct genre, one that still governs our sense of jazz today.  Yet, as Scott DeVeaux notes, the assumptions underlying bebop can be reconsidered.  Why should jazz be seen as separate from dance and popular song? Why should jazz audiences insist on hearing instrumental improvisers in isolation, instead of encouraging collaborations with other spheres of pop culture? He will illustrate with examples from contemporary music.

Scott DeVeaux is a nationally recognized jazz scholar whose 1997 book The Birth of Bebop: A Social and Musical History won the American Book Award, an ASCAP–Deems Taylor Award, the Otto Kinkeldey Award from the American Musicological Society, and the ARSC Award for Excellence in Historical Sound Research. He has taught jazz history at the University of Virginia since 1983.

4:30pm
Nicolas Pillai, England
A Star Named Miles: tracking jazz musicians across media

The perception of jazz heroes is influenced by many aspects, music being just one of them. In the final presentation of our conference, Nicolas Pillai looks at the media representation of trumpeter Miles Davis in his later years, and describes “the dissonant image” of his appearances in film, television drama, music videos, fashion magazines and TV advertising. He considers the industry networks which formed Miles’ multi-media personality, taking into account the trumpeter’s own influence on his public image, discussing gesture, speech and costume.

Nicolas Pillai is the author of Jazz as Visual Language: Film, Television and the Dissonant Image (I. B. Tauris, 2017) and the co-editor of New Jazz Conceptions: History, Theory, Practice (Routledge, 2017). With Tim Wall and Roger Fagge, he is preparing an edited collection on late Miles Davis. He has published work on jazz and film in The Soundtrack journal and Darmstadt Studies in Jazz, 14. He is currently working on chapters for The Routledge Companion to New Jazz Studies, The Routledge Companion to Popular Music History and Heritage and The Oxford History of Jazz in Europe.

Jazz Conceptions (small print)

Sorry, this content is only in German.

Contact:

Kulturzentrum Bessunger Knabenschule, Bernd Breitwieser, Ludwigshöhstraße 42, 64285 Darmstadt, Tel. (06151) 61650, Fax (06151) 661909, e-mail: knabenschule@t-online.de, Internet: www.knabenschule.de

Jazzinstitut Darmstadt, Arndt Weidler, Bessunger Straße 88d, 64285 Darmstadt, Tel. (06151) 963700, Fax (06151) 963744, e-mail: weidler@jazzinstitut.de, Internet: www.jazzinstitut.de

Back to main page 28. Darmstädter Jazz Conceptions 2019!

Jazz Conceptions

29th Darmstadt Summer Workshop: 6th to 11th of July 2020

Summer courses for jazz

The Darmstadt Jazz Conceptions, founded in 1992, have become a major German jazz workshop. The workshop’s success is based both on its concept and its unique atmosphere. Instead of masterclasses the students work in ensembles from the start and rehearse pieces chosen by the respective teacher (or composed or improvised during the week). They learn the secrets of improvisation, the planning of musical processes and arrangements, and thus the philosophy of jazz and improvised music. The workshop takes place at Bessunger Knabenschule, a former boys’ school which has been transformed into a socio-cultural center and which, for one week each year, becomes a home for jazz. During this week the music fills each room, and in between the students meet in the courtyard for breakfast or to share lunch cooked on the premises, and to chat about their experiences or plans for further musical activities.

Teachers:

Artistic director: Jürgen Wuchner  | double bass, artistic director
Uli Partheil (youth ensemble) | piano

Conditions and application form (only in German) hier entlang bitte!

What are the Jazz Conceptions?The Darmstadt Jazz Conceptions workshop is a unique opportunity to work with professional musicians and to discover some of the secrets about the making of jazz. During the ensemble sessions the musicians rehearse pieces, learn about how to practise correctly, discuss the finer points of harmony, rehearse and analyze solo or group improvisation. In the late afternoons, an orchestra workshop brings most of the students together for an unusual orchestra of up to 40 instruments. Between ensemble sessions there is plenty of opportunity for individual practice with other students, or for relaxed conversation in the Jazz Conceptions’ cafeteria. Also on the agenda are also a number of theoretical or jazz-historical items (the latter in combination with an obligatory visit to the Darmstadt Jazzinstitut). Every evening, at one of the many Darmstadt clubs, students can show the results of their day’s work to an audience or just jam.

The Darmstadt Jazz Conceptions are popular not only with the participants, many of whom have been coming back for years, but also with the teachers who appreciate the creative atmosphere which fills the Bessunger Knabenschule with jazzy music for six days. At the 28th Jazz Conceptions once again we plan to invite some excellent teachers, each of whom has developed his or her own concept as a soloist or in a group, individually or collectively.

For participation in the Jazz Conceptions it is not necessary to speak perfect German, but you should have basic skills of the language. The registration formalities (below) are  in German. If you need any assistance to understand, please don’t hesitate to call or email us.

The Jazz Conceptions are a joint project organized by the cultural center Bessunger Knabenschule and the municipal Jazzinstituts Darmstadt.

All teachers of the Jazz Conceptions since 1992

Felix Astor, Peter Back, Johannes Bauer, Harry Beckett, Han Bennink, Karl Berger, Élodie Brochier, Rüdiger Carl, Graham Collier, Marty Cook, Thomas Cremer, Christopher Dell, Erwin Ditzner, Axel Dörner, Silke Eberhard, Reimer von Essen, Johannes Fink, Jörg Fischer, Martial Frenzel, Christina Fuchs, Valentin Garvie, Peter Giger, Rachel Gould, Sebastian Gramss, Carola Grey, Michael Griener, Gerhard Gschlößl, Gunter Hampel, Gabriele Hasler, Allen Jacobson, Ute Jeutter, Nicole Johänntgen, Sven-Ake Johansson, Llewellyn Jones, Ekkehard Jost, Wollie Kaiser, Kalle Kalima,Anna Kaluza, Günter Klatt, Morris Kliphuis, Richard Koch, Hans Koller, Peter Kowald, Steve Lacy, Tony Lakatos, Detlef Landeck, Ingrid Laubrock, Christoph Lauer, Hazel Leach, Martin LeJeune, Kathrin Lemke, Rudi Mahall, Emil Mangelsdorff, Lucía Martínez, Stefan Meinberg, Krzysztof Misiak, Frank Möbus, Mani Neumaier, Angelika Niescier, Tom Nicholas, Uwe Oberg, Uli Partheil, Michel Pilz, Elvira Plenar, Wolfgang Puschnig, Gerd Putschögl, Adam Pieronczyk, John-Dennis Renken, Wolfgang Reisinger, Bertram Ritter, Michael Sagmeister, Heinz Sauer, Ack van Rooyen, Joe Sachse, Jon Sass, Uli Scherer, Ulli Schiffelholz, Daniel Schmitz, Johannes Schmitz, John Schröder, Matthias Schubert, Henning Sieverts, Thomas Siffling, Günter ‘Baby’ Sommer, Janusz Stefanski, Oliver Steidle, Norbert Stein, John Tchicai, Christof Thewes, Gebhard Ullmann, Philipp van Endert, Felix Wahnschaffe, Peter Weiss, Jürgen Wuchner … (to be continued)

15th Darmstadt Jazzforum

Jazz @ 100 | An alternative to a story of heroes

Conference, Concerts, exhibition, 28 – 30 September 2017

Details about the conference “Jazz @ 100 | An alternative to a story of heroes”
Details about the concert with the Kirk Lightsey Quintet feat. Paul Zauner
Details about the concert with the Julia Hülsmann Octet

Details about the concert with Orrin Evans
Details about the exhibition “My Encounters with ‘American Jazz Heroes'”

In the centenary of jazz ­– the recordings of the Original Dixieland Jass Band from 1917 are often cited as the first jazz recordings ever – the Darmstadt Jazzforum conference looks at the pitfalls of jazz historiography, which often relies on myths and legends that distort what is even more important: the multi-perspectivity of a music which is being created not only by great masters, but certainly by many individualists.

In all of this, the 15th Darmstadt Jazzforum does not plan to re-write jazz historiography. During the international conference, during concerts and an exhibition, however, we hope for a lively discussion about how our understanding of the music, its history and its aesthetic has been shaped. We see jazz as a music with a history of more than a hundred years, and we know that it’s much more complex than history books usually tell us. Our objective is to unravel some more of this complexity, even though we know that we will only be scratching at the surface. We do not just want to look at the past, either, but are just as much interested in papers that focus on today’s developments and their significance in the cultural discourse jazz always was a part of.

The Darmstadt Jazzforum will focus on different aspects of jazz historiography, such as:

Places:
Jazz historiography mostly talks of major cities, of New Orleans, Chicago or New York, of Paris, London or Berlin. An alternative reading might identify other places (such as Charleston, St. Louis, Los Angeles or Lyon, Leeds, Wuppertal) and link these to specific events, movements, or group activities. An alternative reading might also stress the fact that any fixation of cultural activity to a specific place forgets aspects of mobility which are important in a music dealing mostly with cultural encounters. How do “scenes” and connections between scenes work? What does the historigraphic choice of focusing on a specific “place” or the deliberate negation of geographical positioning mean for our understanding of jazz? And what are the specific connections between locations and the music itself?

People:
Jazz historiography often talks about successful or tragic heroes. An alternative reading might move other protagonists into the focus, might talk about temporary networks which enable artistic developments but are much more than mere musical relationships. An alternative reading should not necessarily question the importance of the great personalities but ask what kind of an example they set and/or what examples might have been alternatives from a very different direction. Focusing on people in jazz one needs to ask about the concept of artistic or commercial “success”; one needs to look at the processual aspects of improvisation (as opposed to the “Werk” aesthetic which shines through in most artists’ discographies); and one needs to look at the involvement of artists in the cultural discourses of their direct environments (community, city, scene, politics).

Style:
It seems like those lucky days when jazz history could easily be categorized with clear stylistic distinctions are over since the 1970s. And yet we often search for new descriptions to sum up more recent developments. The designation of stylistic names may be helpful for talking about music, but is it a suitable procedure in the internet era in which genre-hopping is the rule for a whole generation? The discussion about “genre” or “style” needs to take into consideration how such terms and categories have been canonized in the past and are being used in the present, by the music press, the industry, by fans as well as even by those pretending not to like jazz (Branford Marsalis: “People think if nobody sings it’s jazz.”). When questioning the illusion of genre purity, one has to ask about the general necessity  for categories in the first place and speculate about a future with no need to “file under…”

Presentations, Discussions, Concerts, Exhibition

At the 15th Darmstadt Jazzforum all of these topics are addressed by scholars from different disciplines, by journalists and by musicians. An exhibition with photos by Arne Reimer allows a “view behind the scenes” of the public life of jazz musicians. Three concerts will complete the event (and some of the musicians will also talk at the conference). Attending the conference is free. We ask, though, for informal registration.

More about the 15th Darmstadt Jazzforum about “Jazz @ 100. An alternative to a story of heroes” (concerence program, information about the concerts and the exhibition) will be online here in late May.

PS: The language at the Darmstadt Jazzforum conference is English.