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Voices of Change Listening Session #1: WE INSIST! …

1959 gibt die Schwarze Bürgerrechtsorganisation NAACP (National Advancement of Colored People) bei dem Jazzschlagzeuger Max Roach und dem Sänger und Songschreiber Oscar Brown Jr. ein Album in Auftrag. Es ist die Zeit der Sit-Ins und Protestaktionen, die für Bürgerrechte und Gleichberechtigung kämpfen. Als „We Insist! … Max Roach’s Freedom Now Suite“ erscheint, ist es buchstäblich wie ein Aufschrei – auch der ungeschnittene Schrei der Sängerin Abbey Lincoln, der die gesamte Wut und den Schmerz der Unterdrückung in sich trägt. Die Musikjournalistin Maxi Broecking wird das 1960 bei Candid in den USA  erschienene Album, eine Vinyl-Rarität aus der Sammlung des Institutsarchivs, im einer gemeinsamen Listening Session vorstellen und über die Hintergründe der Entstehung und die Wirkungsgeschichte sprechen.

Die Listening-Session wird insgesamt ca. 45 – 60 Minuten dauern. Sie findet im Rahmen der aktuellen Veranstaltungsreihe zum Thema Jazz & Demokratie statt. Die Ausstellung „Voices of Change“ in der Galerie des Jazzinstituts kann vor und nach der Listening Session besucht werden.

Aus den Liner Notes von „We Insist!“, geschrieben von Nat Hentoff:

„Eine Revolution ist im Gange – Amerikas unvollendete Revolution. Sie entfaltet sich an Imbissständen, in Bussen, Bibliotheken und Schulen – überall dort, wo Menschen ihre Würde und ihr Potenzial verwehrt werden. Jugend und Idealismus entfalten sich. Afro-amerikanische Bürgerinnen und -Bürger marschieren in Massen auf die Bühne der Geschichte und fordern jetzt ihre Freiheit!“

Maxi BroeckingMaxi Broecking ist Verlegerin, Buchautorin und Gründerin der Plattform THE:ARTIST, einem digitalen Raum für Artikel und Interviews zur Zukunft der Kunst und Kunstwahrnehmung in Bezug auf Intersektionalität, Diversität und Dekolonisierung. Als freie Journalistin ist sie für DIE ZEIT, den Berliner Tagesspiegel, die taz, JazzThing oder die ARD tätig. Ihre Jazzkolumne in der ZEIT war für den Grimme Online Award nominiert.

19. Darmstädter Jazzforum: Hermes Villena & Tanya Gautam

Hermes Villena ist in Köln lebender DJ und Kurator mit lateinamerikanischen Wurzeln. Im Rahmen von „Universal Consciousness“ wird er gemeinsam mit der indischen Literaturwissenschaftlerin Tanya Gautam die Idee einer Soundcollage aus Platten, spoken word und Field Recordings verfolgen, die sich mit dem Thema Musik und Spiritualität auseinandersetzt. Die spätabendliche Club Session soll bewusst ein vielfältiges Klangspektrum erschaffen, das sich aus Aufnahmen aus Ambient, New Age, Blues, Gospel, Klassik, Folklore und Musik des Glaubens ebenso speist wie aus den Klassikern des Spiritual Jazz, schließlich beeinflusst ihre spirituelle Ästhetik viele aktuelle Künstler*innen.

Begleitet wird die Session von kurzen Essays in Form eines Briefwechsels zwischen Hermes Villena und Tanya Gautam (8–10 Texte), in denen sie sich über die ausgewählten Alben austauschen und allgemein Spiritualität in der Musik reflektieren – einschließlich der politischen Dimensionen des Glaubens. Dabei beleuchten sie auch ihre Perspektiven als Menschen mit Migrationshintergrund und fragen, wie in Deutschland der Themenkomplex Glaube und Musik nicht nur wahrgenommen, sondern auch gelebt wird.