Schlagwort-Archive: Darmstadt

Rymden

Das Debütalbum des schwedisch-norwegischen Trios fand 2019 bei Presse wie Publikum großen Anklang und erreichte auf Anhieb die Top 60 der deutschen Pop-Charts. Markierte „Reflections & Odysseys“ eine erste Expedition in die Erdumlaufbahn, katapultiert das neue Album die drei Jazz-Veteranen noch weiter. „Space Sailors“ ist nun Rymdens Trip zum Mars. Das zweite Album setzt dabei den genresprengenden Weg fort: Wesseltoft, Öström und Berglund zeigen sich lustvoll-experimentierfreudig zwischen Rock und Jazz. „Wir klingen jetzt mehr wie eine Band“, sagt Bugge Wesseltoft über das Trio, dessen Namen auf deutsch „Raum“ bedeutet, aber auch „Weltall“. Dem Debüt hörte man eine unbeschwerte Frische an, wurde es doch nach bloß drei gemeinsamen Konzerten und zwei Proben aufgenommen. 70 Konzerte später zeigt „Space Sailors“ eine eingespielte Gruppe, deren Zusammenhalt ganz neue subtile Details und große Klang-Gesten in der Musik ermöglicht.

Bugge Wesseltoft | Piano
Dan Berglund | Kontrabass
Magnus Öström | Schlagzeug

Christian Marien Quartett

Musik hat die Kraft, im Kleinen zu finden, wonach wir auch im Großen suchen: frei zu sein, den Moment so zu nehmen wie er ist und zu wissen, nur gemeinsam kommen wir an diesen ersehnten anderen Ort. Frei nach Ornette Coleman: Beauty is a rare thing.

Im neu gegründeten Christian Marien Quartett stehen mit Tobias Delius, Jasper Stadhouders und Antonio Borghini beseelte Meister ihres Faches auf der Bühne, die genau in diesem Geiste spielen. Es ist das erste Ensemble, das der Berliner Schlagzeuger unter eigenem Namen an den Start bringt. Es wird natürlich improvisiert, und auch Christian Mariens Kompositionen sind vor allem dazu da, immer wieder neu erfunden zu werden.

Tobias Delius | Tenorsaxophon, Klarinette
Jasper Stadhouders | Gitarre
Antonio Borghini | Kontrabass
Christian Marien | Schlagzeug

La Source Bleue

Darmstadts blaue (Impro-)Quelle

Auf der Suche nach der blauen Quelle einer imaginären Folklore bewegen sich vier Jazz-Musiker durch die Musikkulturen von New Orleans bis Aserbaidschan. Folk Songs treffen auf New Jazz Originals. Musik, die Spaß macht, weil sie frei und spontan ist. Für Hörer ohne Scheuklappen. Das Darmstädter Echo beschrieb die Formation als “[…]  eingespieltes Team, das bestens aufeinander reagierte und nach Improvisationen stets zum kraftvollen Rhythmus zurück kehrte. Für Michael Bossong bot das Material die Möglichkeit, als Sopransaxofonist mit zahlreichen Solos zu glänzen. Mit teils flirrenden, teils aufpeitschenden Riffs trieb Gitarrist Thomas Honecker Titel wie „The Happening“ voran […].“

Michael Bossong | Soprasaxofon
Thomas Honecker | Gitarre
Michael Distelmann | Bass
Bülent Ates | Schlagzeug

Darmstädter Jazzherbst 2022

Alle zwei Jahre veranstaltet der Darmstädter Verein zu Förderung des zeitgenössischen Jazz e.V. ein dreitägiges Festival, das sowohl Protagonist:innen der heimischen Jazzszene als auch große internationale Namen des zeitgenössischen Jazz präsentiert. In diesem Jahr angekündigt sind für Freitagabend die slowenische Ausnahmepianistin Kaja Draksler, Outline 22 um den Darmstädter Pianisten Uli Partheil (30. September), das deutsch-französische Trio Oùat des Schlagzeugers Michael Griener und Daniel Glatzels downsized AMEO am Samstag (1. Oktober) sowie am Sonntagabend das Duo Matsch & Schnee von Altsaxophonistin Silke Eberhard mit Kontrabassistin Maike Hilbig und das Quartett des Klarinettisten Theo Jörgensmann mit Christopher Dell, Christian Ramond und Klaus Kugel, das ihre neue CD “At The Fields Edge” (NotTwoRecords, 2021) vorstellen wird.

Die Konzerte in der Bessunger Knabenschule beginnen jeweils um 20 Uhr.

Merck-Sommerperlen: Ladysmith Black Mambazo

Traditioneller südafrikanischer Vokalgesang, komplexe Rhythmen und Harmonien haben seinerzeit Paul Simon begeistert – und nehmen die Zuhörer auch heute ein.

Die südafrikanische Vocal-Band Ladysmith Black Mambazo (LBM) kann auf über 50 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. In den 1960er Jahren von Joseph Shabalala gegründet, trat die traditionelle A-cappella-Gruppe zunächst auf lokalen Hochzeitsfesten zwischen Durban und Johannesburg auf, machte sich mit ihren komplexen Rhythmen und Harmonien jedoch rasend schnell einen Namen und veröffentlichte 1973 ihr erstes Album – das als erste afrikanische LP überhaupt die Goldenen Schallplatte erhielt.

Der internationale Durchbruch gelang LBM durch ihr Mitwirken auf Paul Simons Erfolgsalbum „Graceland“ 1986. Es folgten drei weitere von Paul Simon produzierte Alben für den amerikanischen Markt, ein Auftritt in Michael Jacksons Moonwalker, Kollaborationen mit Künstler*innen wie Melissa Ethergidge und Hugh Masekela sowie mehrere Grammyauszeichnungen.

Das Album „Long Way to Freedom“ von 2006 markierte das 45-jährige Bestehen der Band, die seit ihrer Gründung 30 verschiedene Mitglieder zählte. 2020 starb Joseph Shabalala, der Gründer der Gruppe. Doch seine Musik, seine künstlerische Idee von der ursprünglichen Seele afrikanischen Kontinents, die Verbreitung der traditionellen Musik der Zulu, wirkt weiter.

Die Hochstapler

Seit 2011 hat das französisch-italienisch-deutsche Quartett “Die Hochstapler” seinen ganz eigenen Stil entwickelt, der auf kollektiver Improvisation, radikalem Individualismus und verbaler Kommunikation basiert. Die Musik wird gemeinsam in ausführlichen Proben entwickelt, das Repertoire wächst und erneuert sich ständig. Poesie, musikalischer Wortschatz und Spielstrukturen dienen als gemeinsames Reservoir, aus dem die vier Musiker in jedem Konzert auf neue und unvorhersehbare Weise schöpfen.
Pierre Borel | Altsaxofon
Louis Laurin | Trompete
Antonio Borghini | Kontrabass
Hannes Lingends | Schlagzeug

Jam Session mit Johnny’s Jazz Collection

Der Jazzclub Darmstadt e.V. veranstaltet monatlich eine Jam-Session im Achteckigen Haus in der Mauerstraße – unter dem Aspekt der Förderung talentierter Musiker, und um Künstlern einen Zugang zu Jazz und Improvisation zu ermöglichen. Beginn ist jeweils ab 20.00 Uhr und Ende ca. 22.30 Uhr. Johnny’s Jazz Collection startet als Quartett und gibt dann die Bühne frei für talentierte Musiker der Jazz-Genres Swing, Bebop, Funk, Latin und Blues. Sowohl Instrumentalisten als auch Sänger/innen haben die Gelegenheit musikalisch einzusteigen, zu improvisieren und sich in der gegebenen Gruppe einzufinden. Interessenten kommen einfach vorbei – Gäste und Zuhörer sind ebenfalls willkommen.