Schlagwort-Archive: Jazzkalender

La Source Bleue

Darmstadts blaue (Impro-)Quelle

Auf der Suche nach der blauen Quelle einer imaginären Folklore bewegen sich vier Jazz-Musiker durch die Musikkulturen von New Orleans bis Aserbaidschan. Folk Songs treffen auf New Jazz Originals. Musik, die Spaß macht, weil sie frei und spontan ist. Für Hörer ohne Scheuklappen. Das Darmstädter Echo beschrieb die Formation als “[…]  eingespieltes Team, das bestens aufeinander reagierte und nach Improvisationen stets zum kraftvollen Rhythmus zurück kehrte. Für Michael Bossong bot das Material die Möglichkeit, als Sopransaxofonist mit zahlreichen Solos zu glänzen. Mit teils flirrenden, teils aufpeitschenden Riffs trieb Gitarrist Thomas Honecker Titel wie „The Happening“ voran […].“

Michael Bossong | Soprasaxofon
Thomas Honecker | Gitarre
Michael Distelmann | Bass
Bülent Ates | Schlagzeug

Bokani Dyer Trio

Bokani Dyer, der mehrfach preisgekrönte südafrikanischer Pianist, Komponist und Produzent wurde 1986 in Gaborone, Botswana, geboren. Dort lebten während der Apartheid viele südafrikanischen Künstler im Exil, so auch sein Vater, der Musiker Steve Dyer. Bereits 1990 zog die Familie zurück nach Südafrika.

Dyers Musik wird besonders für ihre Kreativität und emotionale Tiefe geschätzt, mit „gefühlvollen Noten, spirituellen Klängen, anspruchsvollen Konzepten und einfach dargestellten Ideen“. Er schöpft aus einem Reichtum von Einflüssen wie seinem südafrikanischen kulturellen Erbe. So erschafft er ein Repertoire, das sich auf musikalischen Egalitarismus stützt – „eine Zelebrierung der Musik, die keine Grenzen kennt“.

Sein neues Album „Neo Native“ setzt sich mit der Suche nach der eigenen Identität auseinander. Im Trio mit der Bassistin Romy Brauteseth und dem Schlagzeuger Sphelelo Mazibuko bewegt er sich auf weites Terrain hinaus und lässt viele Einflüsse zu. Natürlich spielen auch die Klänge der Heimat in seine Kompositionen mit hinein – aber Bokani Dyers innige, spirituelle, beseelte Musik weist ihn als Weltbürger aus.

Bokani Dyer | Piano
Romy Brauteseth | Bass
Sphelelo Mazibuko | Schlagzeug

Darmstädter Bigband & Aschaffenburger Jazzbigband feat. Rick Margitza

Die Darmstädter Bigband trifft auf die ebenfalls von Peter Linhart (Saxophon) geleitete Aschaffenburger Jazzbigband. Auch dieses Mal ist mit dem US-Saxophonisten Rick Margitza ein prominenter Gastsolist dabei. Größere Bekanntheit erlangte Margitza bereits Ende der 1980er Jahre als Mitglied im Ensemble von Miles Davis. Daneben spielte er damals bereits in den Bands von Maria Schneider, Chick Corea, McCoy Tyner, Tony Williams oder Eddie Gomez. Seit seinem Umzug nach Paris Anfang der 2000er arbeitete er mit Darryl Jones, Robben Ford, Wallace Rooney oder Omar Hakim. Margitza hat bisher 13 Alben unter seinem Namen veröffentlicht.

Das Konzert wurde schon zweimal verschoben, jetzt aber … und draußen!

Eine Session für Papa Jürgen

Am 11. Mai 2007, also vor fast 15 Jahren, erblickte „Papa Legba’s Blues Lounge“ das Licht der Welt. Unter dem noch reichlich uninspirierten Namen „The Acoustic Blues Trio“ traten Jürgen Queissner – Gitarre und Gesang, Reiner Lenz – Bluesharp und Thomas Heldmann –  Bass zum ersten mal im Darmstädter Schlosskeller auf. Nach dem Konzert haben die Musiker noch weit in die Nacht hinein gefeiert, denn am 12. Mai hatte der Sänger und Gitarrist der Band Jürgen Queissner Geburtstag.

Seit dem hat die Band weit mehr als 500 öffentliche Auftritte absolviert, in Kneipen, Bars und Clubs, bei Festen und auf Festivals.

Im Jahr 2022 wäre Jürgen Queissner 66. Jahre alt geworden. Aber diesen Geburtstag wird er nicht mehr erleben. Am 7. Januar verstarb er völlig unerwartet.

Dennoch wollen seine Kolleginnen und Kollegen anlässlich seines Geburtstags am Donnerstag, den 12. Mai, ab 18 Uhr ihm zu Ehren ein Fest mit einer großen Jam-Session feiern. Namhafte Vertreter der regionalen und überregionalen Blues-Szene haben ihre Mitwirkung zugesagt – man darf gespannt sein.

Live!Jazz: Fabian Dudek Quartett

Fabian Dudek ist ein in Berlin lebender Saxophonist und Komponist. Dudek studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, war Mitglied im Bundesjazzorchester und Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Momentan arbeitet er an der Umsetzung komplexer rhythmisch-harmonischer Konzepte, bei denen eine Genrebetitelung überflüssig ist. Dudek sucht nach neuen Wegen, die über Intellekt und
Emotion führen. Dies passiert hauptsächlich in eigenen Projekten, wie dem »Fabian Dudek Quartett« oder dem Quintett »Brain Code«. Vor allem bei seinem Quartett versucht er eine der wohl traditionellsten Besetzungen auf neue Wege zu führen, die vorherrschenden Vorurteile zu überwinden und den Zuhörern Nährboden zum Nachdenken zu geben. Das erste Album »Creating Meaning« wurde im Dezember 2019 auf Fixcel Records veröffentlicht. Das zweite Album »Isolated Flowers« wird Anfang 2022 auf Traumton Records veröffentlicht.

Fabian Dudek | Altsaxophon
Felix Hauptmann | Piano
David Helm | Kontrabass
Fabian Arends | Schlagzeug

Live!Jazz: Jean-Philippe Bordier Quartett

In der Besetzung mit Orgel, Vibraphon und Schlagzeug präsentiert der Pariser Gitarrist Jean-Philippe Bordier auf seinem neuen Album »Four is more« ausnahmslos Eigenkompositionen, die sich stilistisch aus der Tradition eines Wes Montgomery über George Benson bis zu Rare-Grooves speisen und so einen frischen Mix aus Swing, Funk und Latin enthalten. Jean-Philippe Bordier, dessen Karriere sich bereits über dreißig Jahre erstreckt, ist fester Bestandteil der Pariser Jazz-Szene, in der er sich als sehr erfahrener Sideman mit George Brown, Butch Warren, Alain Jean-Marie u.v.a. einen Namen gemacht hat.

Jean-Philippe Bordier  | Gitarre
Guillaume Naud | Hammond
Pascal Bivalski | Vibraphon
Andreas Neubauer | Schlagzeug

Jazzrausch Bigband

Bigband trifft Technoclub

Das Ensemble vereint den Kosmos zügelloser Kreativität mit den hohen Ansprüchen eines urbanen Nachtlebens. In München ist man besonders stolz auf den großen Erfolg der einstigen Lokalhelden: 2014 eben dort gegründet, revolutionierte die Truppe die deutsche Jazz- und Technoszene mit zuvor ungeahnten Crossover-Darbietungen, musikalischem Witz und jeder Menge Tanzbarkeit im Sound. Seither spielen sie jährlich über 120 Konzerte und waren im New Yorker Lincoln Center bereits ebenso zu Gast wie in der Berliner Philharmonie. Die Jazzrausch Bigband musiziert nicht, sie zaubert! Und lässt die Diversität eines Orchesters kurzerhand eins werden mit der sonst so strikten Klarheit eines Technosets. Das ist Kunst!

Rymden

Lustvollexperimentierfreudig zwischen Rock und Jazz

Das Debütalbum des schwedisch-norwegischen Trios fand 2019 bei Presse wie Publikum großen Anklang und erreichte auf Anhieb die Top 60 der deutschen Pop-Charts. Markierte „Reflections & Odysseys“ eine erste Expedition in die Erdumlaufbahn, katapultiert das neue Album die drei Jazz-Veteranen noch weiter. „Space Sailors“ ist nun Rymdens Trip zum Mars. Das zweite Album setzt dabei den genresprengenden Weg fort: Wesseltoft, Öström und Berglund zeigen sich lustvoll-experimentierfreudig zwischen Rock und Jazz. „Wir klingen jetzt mehr wie eine Band“, sagt Bugge Wesseltoft über das Trio, dessen Namen auf deutsch „Raum“ bedeutet, aber auch „Weltall“. Dem Debüt hörte man eine unbeschwerte Frische an, wurde es doch nach bloß drei gemeinsamen Konzerten und zwei Proben aufgenommen. 70 Konzerte später zeigt „Space Sailors“ eine eingespielte Gruppe, deren Zusammenhalt ganz neue subtile Details und große Klang-Gesten in der Musik ermöglicht.

Bugge Wesseltoft | Piano, Keys
Dan Berglund | Bass
Magnus Öström | Schlagzeug

Live!Jazz: Phillip Dornbusch Quintett »Projektor«

Der Berliner Tenorist Phillip Dornbusch – in dieser Band übrigens nicht zu verwechseln mit seinem (fast) gleichnamigen Schlagzeuger – studierte Musik an der Musikhochschule Hannover und am Jazzinstitut Berlin. Nach einem Auslandsaufenthalt in  Den Haag und dem Studium bei John Ruocco am Royal Conservatory war Phillip von 2018 bis 2020 Mitglied des Bundesjazzorchesters unter der Leitung von Jiggs Wigham und Niels Klein.

Wenn Dornbusch spielt, dann tut er dies nicht unbedingt nach Schema F. Seine Maximen lauten: experimentieren, ausprobieren, tunlichst Wiederholungen vermeiden. „Da bin ich viel zu untheoretisch. Ich schreibe lieber aus Stimmungen heraus.“ Weniger Noten. Einfach  vom Gefühl und der Tagesform treiben lassen. So kommt es vor, dass ein und dasselbe  Stück regelmäßig anders klingt, in Tonart, Rhythmus und harmonischen Variationen. Dafür braucht es offene, flexible Gleichgesinnte, die noch dazu ihr Instrument exzellent beherrschen. Deshalb dauerte es wesentlich länger als bloß einige Telefonate, um  “Projektor“ zusammenzustellen, jenes junge Forscher-Quintett mit der Pianistin Johanna Summer, dem Gitarristen Johannes Mann, dem Bassisten Roger Kintopf und dem Drummer Philip Dornbusch (der kurioserweise nicht verwandt mit dem Mann am Tenorsaxophon ist; der winzige Unterschied liegt beim L im Vornamen), das nun mit „Reflex“ (Double Moon/inakustik) ein Werk veröffentlicht, das auch für die erfolgserprobte “Jazzthing: Next Generation”-Reihe  ein neues Kapitel aufschlägt.

Phillip Dornbusch | Tenorsaxophon
Johanna Summer | Piano
Johannes Mann | Gitarre
Philip Dornbusch | Schlagzeug
Roger Kintorf | Kontrabass  

Omer Klein Trio

Einnehmend-packendes Wechselspiel

Omer Klein, der „zu einer kleinen Schar von Meisterpianisten gehört“ (Süddeutsche Zeitung), lädt auf seinem neuen, bislang persönlichsten Album zu einer feinsinnigen Beobachtung des Istzustands der Welt ein. Die zehn Stücke spiegeln Kleins Realität als Mensch, Pianist, Komponist, Bandleader, Vater und Künstler zwischen den Kulturen. Seine Emotionen und Erfahrungen der Momente, in denen weite Teile der Erde stillzustehen schienen, in denen viele Menschen erkrankten und schreckliche Bilder die Zeit zeichneten, verlangten nach Bündelung und Ausdruck. Den Blick abwechselnd nach innen und außen gerichtet, entstand sukzessive ein Erzählstrang von außergewöhnlicher Dynamik und Tiefe, in dem er das Kleine im Großen betrachtet. Um dem beständigen Mäandern zwischen Alleinsein und dem Wunsch nach Miteinander Ausdruckskraft zu verleihen, entschied sich der Musiker für eine spezielle Zusammensetzung der Stücke von „Personal Belongings“.

Omer Klein | Piano
Haggai Cohen-Milo | Bass
Amir Bresler | Schlagzeug