Schlagwort-Archive: Jazzkalender

Matthias Bauer / Floros Floridis

Hinweis: Bei dieser Veranstaltung gilt coronabedingt das 2G-Optionsmodell, d.h. nur nachweislich geimpfte und genesene Personen erhalten Einlass. Nach Hessischer Verordnung sind die Veranstalter zudem aufgefordert die Personalausweise zu kontrollieren. Es gilt Maskenpflicht am Platz.

AERES

Diese Musik ist luftig und leicht wie ein Windhauch. Man könne sie nicht aufhalten. Sie spiele und dann sei sie weg, wie der Wind, sagt die Filmemacherin Jeanine Meerapfel über die Musik auf der ersten gemeinsamen CD AERES (jazzwerkstatt/JW178) des Berliner Kontrabassisten Matthias Bauer und des griechischen Filmkomponisten und Klarinettisten Floros Floridis. Allerdings könne der Wind heftig und stark oder weich und streichelnd sein. Er könne in den Ohren dröhnen, den Duft von nahen Blumen herüberwehen, den Sand der Wüsten bringen, gar schreien und alle Aufmerksamkeit und Zuwendung verlangen, setzt Meerapfel ihren Vergleich fort.

In ihrer Musik führen Matthias Bauer am Bass und Floros Floridis an den Holzblasinstrumenten einen fließenden Dialog, der eben mal scheinbar diskursiv und hart, ein anderes Mal weich und versöhnlich ist. Dieser musikalische Dialog erfüllt dabei alles, was man sich auch in den alltäglichen Dialogen der Gegenwart immer erhofft – dem anderen zuhören und die besten Gedanken des Gegenüber wertschätzend aufnehmen.

“Der Zuhörer kann dabei fluchen oder träumen, aber immer wird er sich mitten in einem Sturm von Musik befinden, ein Sturm, der aus der Authentizität dieser beiden Musiker kommt.”

Matthias Bauer | Kontrabass
Floros Floridis | Altsaxofon, Klarinette, Bassklarinette

1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland: Itay Dvori

Comic-Konzert als synästhetisches Erlebnis

Der Komponist und Pianist Itay Dvori hat mit seinen Comic-Konzerten ein “neues Genre” (Deutschlandfunk Kultur) kreiert und tritt damit seit 2016 auf internationalen Festivals und Bühnen auf, sowohl solo als auch mit seinem yam yabasha ensemble. Nun kommt er zum ersten Mal nach Darmstadt, um neben Highlights aus dem Projekt auch Musik zu grafischer Literatur über bedeutende deutsch-jüdische Frauen des 20. Jahrhunderts zu spielen – neue Werke, die er anlässlich „1700 Jahre jüdisches Leben“ in Deutschland schuf. Die zum Teil komponierten und zum Teil improvisierten Vertonungen verknüpfen sich mit den gleichzeitig projizierten Bildern und Texten der Comics für den Zuschauer und Zuhörer zu einem synästhetischen Erlebnis.

Weitere Infos unter www.itaydvori.com

Quadro Nuevo

Neues Album: MARE

Die mediterrane Leichtigkeit des Seins war zweifellos immer schon prägend für die Instrumental-Kunst der temperamentvollen Vollblut-Musiker aus Bayern.

MARE ist Musik gewordenes Wellenrauschen. MARE ist südliche Meeresbrise, die seit jeher die Fantasie des Mitteleuropäers beflügelt. MARE erglänzt in allen betörenden Klangfarben eines unbekannten Paradieses und duftet nach Dolce Vita, reifen Zitronen und gelben Bikinis. Die mediterrane Leichtigkeit des Seins war zweifellos immer schon prägend für die Instrumental-Kunst von Quadro Nuevo: italienische Tangos, französische Valse, ägäische Mythen-Melodien, waghalsige Fahrtenlieder entlang einer sonnenbeschienen Küstenstraße, orientalische Grooves, Brazilian Flavour und neapolitanische Gassenhauer. Sie alle dienen als vergnügliche Barke für lustvoll improvisierte Abenteuerfahrten.
Die Anregungen und Inspirationen hierzu holte sich Quadro Nuevo auf ausgedehnten Reisen. Musikalische Juwelen aufgelesen auf den Plätzen und an den Gestaden des Südens.

Nils Wülker

Der Kreis schließt sich. Mit “Go”, Nils Wülkers energischer Exkursion in die elegante Elektronik, komplettiert sich eine über mindestens fünf Jahre erlebte Album-Trilogie. Für diese entführte uns der charismatische Trompeter und Songschreiber, der 2019 zum vierten Mal mit dem German Jazz Award in Gold dekoriert wurde, mit dem ersten Teil “Up” in den Pop und mit dem Nachfolger “On” zum HipHop. Das dritte und abschließende Werk “Go” erschien am 4. September 2020. Sein zehntes Studioalbum ist zwar mit all den analogen Synthesizern, dem Arpeggiator, den organischen Loops und Beats »maximal nicht live«, wie der »große Melodiker« (DIE ZEIT) sagt, besticht dafür im Kontrast mit einigen seiner bislang schönsten und emotionalsten Songs – und dem direktesten und dynamischsten Trompetenspiel jenseits seiner Live-Alben und Konzerte.
Nun möchte Nils Wülker die Bühnen-Feuertaufe endlich mit einer umfangreichen Deutschlandtournee begehen.

Landeck / Grau / Bonica

Nordhessische Jazz Guerilla

Detlef Landeck | Posaune
Sven Grau | Tenorsaxophon
Joe Bonica | Schlagzeug

Guerilla Jazz ist kreativ, schräg und spontan. Das technisch hervorragende Trio mit Posaunist Detlef Landeck, Tenorsaxophonist Sven Grau und Schlagzeuger Joe Bonica überrascht mit einer variantenreichen Performance aus anspruchsvoll arrangierten Kompositionen und kreativen Soli. Freie Elemente und Energie übertragen sich auf das Publikum, abgedrehte Riffs mischen sich mit pulsierenden Drum-Beats und aus dem Wechselspiel von Harmonie und Atonalität entwickeln sich melodische Klänge, die aber immer ein parodistisches Element in sich zu tragen scheinen. Die Musiker verbindet die Liebe zum Ungewöhnlichen. Sie brechen aus der traditionellen Jazzformation aus und kreieren einen eigenen Sound.

Vorsicht! Guerilla Jazz kann immer und überall passieren.

Schikane

Trompete, Gitarre, Drums – Oben, Mitte, Unten?

Vielleicht … Möglicherweise aber auch anders herum … Jedenfalls drei Klangkollaborateure im gegenseitigen Austausch der Ideen und Verhandeln des Materials aus der Neuköllner Vielfalt.

Nikolaus Neuser: Neben eigenen Projekten wie dem kollaborativen Trio I Am Three, ist er aktuell aktiv in Gruppen mit u.a. Silke Eberhard, Kevin Shea, Andreas Willers, Maggie Nicols, Hannes Zerbe, Gebhard Ullmann, er spielte u.a. mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Joe Morris, Nate Wooley, Tyshawn Sorey und tourte u.a. im Auftrag des Goethe-Instituts . Er ist auf gut 70 CDs und Schallplatten sowie zahlreichen Rundfunkproduktionen zu hören und erhielt Förderungen des Berliner Senats, des Musikfonds und war artist in residence im Zico House Beirut, Libanon – und zuletzt artist in residence der Stadt München, Villa Waldberta, Starnberger See, (2021).

Jörg Schippa spielte mit Kenny Wheeler, Ernst Reisjeger, Uwe Kropinski, Carlos Bica, Hannes Zerbe. 1988 erhielt er den Neuköllner Kulturpreis. Kompositionsauftrag der Klangwerkstatt Berlin “Rattle the Cage”, ein weiterer zur Realisation einer zeitgenössische Variante der Kaffeekantate von J.S.Bach. Zuletzt veröffentlichte Schippa eine CD mit dem Gitarrentrio “Kiosk”.

Denis Stilke ist ein Grenzgänger zwischen Jazz, Neuer Musik und Weltmusik. Sein vielseitiges und kreatives Spiel hat auf rund 30 Alben Eingang gefunden, u.a. mit dem eigenen Quartett (CD „in pieces“), Joachim Gies („Sound/ Body/Cells“), Bayon („Tanz der Apsara“), Hub Hildenbrand Trio ( „News from afar“), Paul Schwingenschlögel („Plejaden Suite“) Trio Rosenrot (“Lenz“), Six of a perfect Pair(„a question of balance“). Er konzertierte u.a. Transvokale Frankfurt, Flok Baltica, Festival Berlin-Istambul, Bardentreffen Nürnberg, Rudolstatt, Jazzmeile Thüringen, Jazzfest Potsdam, Jazz am Kaisersteg u.a.. 2021 erhielt er ein Stipendium für die Realisierung des Projekts „Klang/Kammer/Spiele“ von der Deutschen Orchester-Stiftung.

Julia Hülsmann Quartett

Konzert wurde abgesagt!

Man könnte fast sagen, mit diesem Quartett habe sich die Pianistin Julia Hülsmann neu erfunden – und doch ist “nur” der Berliner Saxofonist Uli Kempendorff zu ihrem langjährigen Trio hinzugestoßen. Mit durchschlagendem Erfolg, was nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem Deutschen Jazzpreis 2021 für ihre neue ECM-Veröffentlichung “Not Far From Here” (Instrumental-Album des Jahres) belegt. Jedes Mitglied steuert dabei originale Kompositionen bei. Ihr Trio erweitert Hülsmann um Kempendorffs unverwechselbaren Saxofonton zu einem durchschlagenden Quartett. Gemeinsam entstand ein Album, welches Julia Hülsmanns vertrauten Bandsound auf ein neues Level hebt und durchgehend den Spannungsbogen hält. Kempendorffs Spiel gelingt es, so ein Kritiker, „das angestammte Trio nicht nur zu erweitern, sondern es genau dadurch in seinem Kern nochmals zu schärfen.“
Julia Hülsmann | Piano
Uli Kempendorff | Saxopfone
Marc Muellbauer | Bass
Heinrich Köbberling | Schlagzeug

Debus & Höhn

Live!Jazz: FrauContraBass

Kathrina Debus | Stimme
Hans Höhn | Kontrabass

Auch In Ihrem neuen Programm lenken Katharina Debus und Hanns Höhn den Blick auf´s Wesentliche: Gesang und Bass. Dieses kongeniale Duo ist dabei ausdrucksstark wie ein komplettes Orchester. Sie präsentieren die komplette Bandbreite moderner Musik: von zerbrechlich bis funky, von Randy Crawford bis zu Hildegard Knef, von Michael Jackson bis zu Esperanza Spaltung. Katharina Debus’ Repertoire reicht heute von Jazz über Pop, Funk und Soul bis hin zur Klassik. Ob bei “FrauContraBass” oder als einzige Frau des Vokalensembles SLIXS, immer erweitert sie die Grenzen des stimmlich Darstellbaren. Dabei ist sie nie verkopft, sondern besticht vor allem durch das, was man gemeinhin als “heart and soul” bezeichnet. Seit 2009 ist Katharina Debus auch als Stimmbildnerin tätig. Ihre langjährige Bühnenerfahrung kam ihr u.a. bei ihrer Tätigkeit als Stimmbildnerin des Deutschen Theaters Berlin oder “The Voice of Germany” zugute. Denn sie weiß nicht nur, wovon sie spricht, wenn es um die richtige Gesangstechnik geht, sondern auch in Fragen der Bühnenpräsenz, wenn der Atem zu stocken droht, aber dennoch fließen muss.

Analog Terzett

_Aural comfort in times of Corona Digitalism_

Durch die Kombination von akustischen und analogen elektroakustischen Instrumenten schafft Analog Terzett ein Klangbild, das vordergründig elektronisch oder digital anmuten mag, jedoch hörbar runder und organischer ist. Die Musik ist improvisiert, spontan, tonal, abstrakt, geräuschhaft, energetisch, meditativ, modern und gleichzeitig archaisch. Die Künstler setzen sich im Konzert mit den Gegebenheiten des Orts und des Raums auseinander, gestalten ihn dabei auch mit visuellen Elementen von Installation und Performance.

Ihre musikalischen  Vorlieben und höchst individuellen Spieltechniken verbinden sie zu einem gemeinsamen Klangunternehmen, das auf analoge Weise den weiten Bogen von der experimentellen Avantgarde der frühen 1950er Jahre bis hin zur aktuellen Neuen und Improvisierten Musik spannt. Ein echter analoger Augen- und Ohrentrost in Zeiten  coronabedingter Digitalisierung!!!

Claus van Bebber | präparierte Kompakt-Plattenspieler
Frank Rühl | Elektrogitarre mit Effekten und Präparationen
Joachim Zoepf | Bassklarinette, Sopransaxophon

Bitte beachten: Zum Einlass ist ein Nachweis über eine Covid-Impfung oder Genesung (G2 Regel) erforderlich. Ein PCR oder Schnelltest genügt nicht. Bitte einen Personalausweis mitbringen. Es werden max. 50 Besucher zugelassen. Wir empfehlen den Erwerb von Online Tickets.

Eine Veranstaltung des Fördervereins Jazz e.V.

Gefördert vom Musikfonds

Jazz gegen Apartheid

Musik von Johnny Dyani und Fotografie von Jürgen Schadeberg

Claude Deppa | Trompete
Allen Jacobson | Posaune
Tobias Delius | Saxophon
Daniel Guggenheim | Saxophon
John Edwards | Bass
Christopher Dell | Vibraphon
Makaya Ntshoko | Schlagzeug
Christian Lillinger | Schlagzeug

Die Begegnung zweier großer Chronisten Südafrikas in Konzerten und Fotografie aus Anlass des 35. Todestages des Komponisten Johnny Dyani. Der Komponist Johnny Dyani (1947-1986)  porträtierte als musikalischer Chronist seine Zeitgenossen. Diese Porträts von Musikern und Befreiungskämpfern wie Steve Biko, Kippie Moeketsi, Nick Moyake werden mit der Fotografie von Jürgen Schadeberg zu einem Gesamtkunstwerk zusammengeführt. Die Musik des vor nunmehr 35 Jahren verstorbenen Komponisten, Bandleaders, Bassisten ist grandiose Kunst, zugleich Geschichte des leidenschaftlichen Kampfes gegen Apartheid, Biographie eines Lebens im Exil und lückenlose Dokumentation aus 25 Jahren Exilgeschichte.

Der Fotograf Jürgen Schadeberg (1931-2020) gilt als Chronist Südafrikas und hat auf die politischen Veränderungen des Landes eingewirkt. Sein kritischer Blick garantierte ihm die Verfolgung durch die alten Herrscher und die Wut der neuen Unterdrücker. Schadeberg zog 1950 nach Johannisburg und arbeitete für das Magazin „Drum“, das vor allem von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit gelesen wurde. Er porträtierte zahlreiche bekannte schwarze Südafrikaner und stellte das Leben in den Townships dar. Zu seinen berühmtesten Fotografien zählt ein Portrait von Nelson Mandela, das Schadeberg 1994 in dessen ehemaliger Gefängniszelle auf Robben Island aufnahm.

Das Konzert wird begleitet durch eine Präsentation von Schadeberg-Fotos per Beamer.