Jazz im Institut

Konzertkeller_JIDIm akustisch exzellenten Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut finden regelmäßig Konzerte statt. Freitags treten hier bekannte und noch weniger bekannte Musikerinnen und Musiker auf. Die Konzertreihe “JazzTalk” lädt regelmäßig, meist deutschsprachige Künstlerinnen und Künstler zum Gesprächskonzert. Daneben veranstaltet hier der Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz  in Darmstadt e.V. eigene Konzerte sowie jeweils am letzten Freitag des Monats die Bessunger Jam Session.

Jazzerinnen und Jazzer aus der Region nutzen den Konzertraum aber auch für Veranstaltungen in eigener Regie etwa für CD-Releases oder Präsentationen neuer Programme. In der Galerie im Dachgeschoss des Jazzinstituts sowie im Treppenhaus und im Gewölbekeller präsentieren wir wechselnde Ausstellungen Bildender Künstler und Fotografen mit Jazzbezug.

Event Information

  • Fr
    12
    Jan
    2018

    DAS KONDENSAT

    20.30 h

    Gewölbekeller unterm Jazzinstitut,
    18,- Euro / erm. 12,- Euro [U21 und Teilhabecard: 3,- Euro]
    Tickets per e-mail reservieren

    YEAH!BANDS! Energien des Zwischenzustandes

    Gebhard Ullmann | Saxophone, Electronics
    Oliver Potratz | Bass, Electronics
    Eric Schaefer | Schlagzeug, Electronics

    Foto: Dovile Sermokas ©

    Die Band ist neben der Improvisation das beständigste musikalische Konzept des Jazz. Die Idee der Band stand schon am Beginn seiner über 100jährigen Geschichte. Identifizierbar, in fester Besetzung, mit eigenem Sound und unverwechselbarer Klangästhetik, ohne Hierarchie, ohne Heldenverehrung, frei, emanzipiert, als Gemeinschaft von gleichwertigen Individualisten.

    Mit der neuen Reihe YEAH! BANDS! feiert das Jazzinstitut Darmstadt 2018 diese zutiefst demokratische Idee mit außergewöhnlichen Konzerten. Den Auftakt macht das Berliner Trio DAS KONDENSAT, ein neues elektroakustisches Projekt, dessen Klangwelt sich zwischen rhythmischem Minimalismus, songorientierter Melodiosität sowie Noise und abstrakten Soundscapes bewegt. 

    Ein Kondensat entsteht beim Übergang eines Stoffes in einen anderen. Es geht ums Eindampfen, Komprimieren und Verdichten. Lauter Vokabeln, die den Bandnamen des Trios rechtfertigen und diese wahrlich neue Musik beschreiben. Ihr Programm, das sich auch auf der aktuellen CD wiederfindet, ist eine sinnliche elektroakustische Improvisationsgeschichte in elf Kapiteln.

    Herausfinden zu wollen, wie man mit Samples, Loops, Effektgeräten und diverser Liveelektronik improvisieren kann, lag in der Luft. Geräte suchen, digitale Techniken begreifen, Programme schreiben und dann die Kopfgeburten in eine vitale Feier des Moments überführen, an die Grenzen gehen und sie überschreiten mit Geräten, die eigentlich nicht fürs freie Spiel gemacht sind. Analoges und Digitales fusionieren, die Erfahrungen aus den Feldern des Jazz mit den neuen Technologien kombinieren, Übergänge von einem ins andere kreieren und dabei das Publikum nicht vergessen.

    Das Kondensat springt ab aus dem Museum in ein Jetzt jenseits diverser orthodoxer Lehren. Jazz ist das auch, aber nur unter anderem. Neugier ist die Gier nach Neuem. Darum geht es hier mit mal rockig-punchigem, mal melodiös-balladeskem Zugriff, generiert mit neuen Medien in neuen Kontexten. Das hat nichts garagenhaft Dilettantisches, sondern ergibt ein aus langjähriger Kontinuität gewachsenes Triospiel, das sich erweiterter Mittel bedient. Tastend suchende Improvisationen stehen neben gradlinigen Kompositionen. Diese diskursive Trialogmusik entwickelt ihre ganz eigene Dynamik. Ullmann, Potratz und Schaefer beherrschen dieses hier unabdingbare Agieren und Reagieren, dieses Lenken und Sich-lenken-Lassen vom anderen, dieses Ausformulieren einer gemeinsamen Vision im Offenen.

    Gebhard Ullmann hat jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit modifizierten Klängen, mit denen er hier seine Sopran- und Tenorsaxofone mal durchs Dickicht schlängelt, mal im luftigen Raum empor schweben lässt, dann wieder zupackend auf den Punkt bringt. Der E-Bass von Oliver Potratz kann dunkel dräuen und markant grundieren oder zu wunderbaren Linien abheben. Mal mächtig und mal filigran gießt er ein Fundament. Eric Schaefers Drumming als druckvoll, dringlich und dynamisch zu beschreiben wäre eine Untertreibung. Längst hat er sich in die erste Reihe europäischer Schlagzeuger getrommelt. In der Summe ergibt das eine Berliner Band der Superlative und ist doch mehr als die Addition ihrer Teile.

    „Was sich hier niederschlägt, hat lange gekocht. [...] Das Labor hat sich gelohnt: Das Kondensat ist eine Essenz aktueller Musik mit mitreißender Wirkung.“ Tobias Richtseig, Jazzthetik 11-12/2017

    Homepage von DAS KONDENSAT

    Eine Veranstaltung des Jazzinstituts Darmstadt,
    im Rahmen von DAzz- Jazz Winter Darmstadt 2018