Wie geht man in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung mit divergenten, widerstreitenden Haltungen und Meinungen um? Und in welcher Weise verhält sich Jazz und improvisierende Musik dazu? Welchen Beitrag leistet diese Musik in Praxis und Theorie im Diskurs um Politisierung von Kunst und Kultur. Historisch wie aktuell. Dieser Frage geht diese Veranstaltungsreihe des Jazzinstituts nach, die sich zwischen Januar und Juni 2026 mit einer Serie von Ausstellungen, Vorträgen, Lecture Performances, Musikergesprächen und Konzerten mit dem Thema Jazz und Demokratie beschäftigt.
Der in New York lebende Trompeter, Komponist und Improvisator Peter Evans zählt zu den prägenden Stimmen der internationalen Improvisationsszene. Seit den frühen 2000er-Jahren entwickelt er radikal eigenständige Formen des Solospiels und verbindet Jazz, Neue Musik und experimentelle Praxis. Mit zahlreichen Ensembles und preisgekrönten Projekten – sowie als Solist auf internationalen Bühnen – lotet er kontinuierlich neue musikalische Möglichkeiten aus, immer wieder auch in Darmstadt, z.B. bei den Ferienkursen.
In seiner Archiv-Residenz am Jazzinstitut Darmstadt widmet sich Evans der Frühgeschichte improvisierter Soloperformance – von Coleman Hawkins über Eric Dolphy bis zu Anthony Braxton – und verfolgt deren Spuren in Europa und Japan bis in die Gegenwart.
Außerdem wird er am 16. April einen Workshop an der Darmstädter Justus-Liebig-Schule mit Schüler*innen von Christoph Schöpsdau gestalten, an dem auch Musikschüler*innen der Akademie für Tonkunst sowie der Jazz & Pop School von Uli Partheil teilnehmen.
Anschließend stellt Peter Evans seine Recherchen öffentlich im Rahmen einer Lecture Performance (in englischer Sprache!) im Gewölbekeller des Jazzinstituts vor. Darin verbindet er Einblicke in seine künstlerische Forschung mit musikalischen Beispielen aus seiner Praxis der Solo-Improvisation für Trompete.
