Sechs junge Musiker aus Deutschland und Polen treffen aufeinander – mit unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen, aber mit einer gemeinsamen Sprache: Jazz. Das Jazz First Ensemble entstand im Sommer 2026 im Rahmen des deutsch-polnischen Projekts „Jazz First – Tribute to Zbigniew Seifert“. Innerhalb weniger Tage entwickelte die Gruppe gemeinsam ein eigenes Konzertprogramm – mit Kompositionen von Zbigniew Seifert und eigenen Stücken.
Schlagwort-Archive: Darmstadt
Thomas Langer: Voices of Equality
Die FARBRAUM art gallery hat sich als eine feste Spielstätte für die Konzerte der Literaturagentur Dylan-Related-Books etabliert. Innerhalb der „Voices of Equality“ – Konzertreihe hat die Agentur den Jazzgitarristen Thomas Langer eingeladen, der an diesem Abend die Brücken von Bob Dylans Werk in den Jazzkosmos erschließen wird.
Von Rock’n’Roll mit Buddy Holly und Chuck Berry über Frank Sinatra zu dem späten Blue Note-Label von Don Was und dem Shooting Star Julian Lage, der seit Sommer 2026 fester Gitarrist in Bob Dylan´s Tour-Band ist. Thomas Langer hat seine Setlist auf diese Bezüge abgestimmt und wird durch 70 Jahre Musikgeschichte floaten.
Das Konzert wird immer mal wieder von kurzen Lesungen aus Sven-Erik Klinkmanns „Dylans Lügendetektor“ unterbrochen, ein Buch, das in der Zusammenarbeit von Dylan-Related-Books und dem Übersetzer Peter Winkler aus dem Schwedischen übersetzt wurde und ab November erhältlich ist.
Inui Trio
Die Musikerin und Komponistin Denise Frey (Saxophon und Elektronik), Pianist Fabian Galler (Klavier und Synthesizer) sowie Schlagzeuger Nico Petry bilden ein Anfang 2020 gegründetes Jazztrio aus Darmstadt. INUI steht für Eigenkompositionen zwischen derber Klangfülle und sanfter Lautmalerei mit vielfältigen Improvisationen und energiegeladenem Spiel.
Jazzforum 2027
Call for Papers:
Jazz Archiveology – The Shape of Jazz (History) to Come
20. Darmstädter Jazzforum, 22.–26. September 2027, Jazzinstitut Darmstadt
Im Archiv bleiben von Jazz als wesentlich live verfasster Musik bloß Spuren – Tonaufnahmen, Fotografien, Noten, Plakate, Briefe, Interviews, Rezensionen, Produktionsunterlagen, Zeitschriften, Social-Media-Posts. Improvisation, Interaktion und die situative Dimension als Teil des musikalischen Geschehens können nicht 1:1 bewahrt werden – zwischen dem Ereignis und seiner Überlieferung bleibt eine Lücke. Zugleich können aus diesen Spuren neue Formen von Wissen, Forschung und künstlerischer Praxis entstehen.
Das Darmstädter Jazzforum widmet sich in seiner 20. Ausgabe diesem Spannungsfeld von Jazz und Archiv. Eine ganze Community sammelt seit Jahrzehnten in analoger und digitaler Form – oft ohne ausreichende Ressourcen für die Bewahrung dieses Kulturguts. Archive sind also innerhalb dieser Community keine neutralen Speicher, sondern Organisationsformen, die von Menschen und deren Interessen geleitet sind: Sie sammeln, wählen aus, ordnen, erschließen und machen zugänglich. Damit prägen sie mit, was später als Wissen über Jazz verfügbar ist und welche Geschichten erzählt werden können. Angesichts wachsender Informationsfülle, Desinformation und leicht veränderbarer digitaler Inhalte kommt dem Originalmaterial im Archiv und den Menschen, die in Archiven arbeiten, eine neue Bedeutung zu.
Zugleich stehen Archive zwischen Fülle und Ressourcenknappheit: Immer mehr E-Mails, Websites, Social Media, Musikdateien, Videos und digitale Nachlässe wollen potenziell bewahrt werden, während Archive um ihre Finanzierung bangen und Musiker:innen und andere Akteure der Musikszene oft vor der Frage stehen, was mit ihren Materialien geschehen soll. Vieles, was heute entsteht, könnte morgen bereits verschwunden sein. Wie entscheiden wir, was bewahrt wird – wer kann sich Bewahrung leisten, und wer trägt Verantwortung für das kulturelle Erbe des Jazz, der in Deutschland auf eine rund 100-jährige Geschichte zurückblickt?
Das Darmstädter Jazzforum 2027 möchte diese Perspektiven zusammenbringen und das Verhältnis von Jazz und Archiv ausloten. Gesucht werden Beiträge von Menschen, die sich damit beschäftigen, wie Jazz gesammelt, bewahrt, erforscht, vermittelt und weitergeschrieben wird – in Archiven, in der Forschung, in künstlerischer Praxis und darüber hinaus.
Anregungen für mögliche Beiträge
- Die Gegenwart des Jazz als zukünftiges Archiv
Was brauchen Archive von Musiker:innen, Veranstalter:innen, Labels, Medien und anderen Akteur:innen der Szene, um die Vielfalt des gegenwärtigen Jazz künftig dokumentieren zu können?
- Entstehung und Geschichte von Jazzarchiven
Wie sind Jazzarchive entstanden, welche Interessen und Akteur:innen haben ihre Gründung geprägt, und wie haben sich ihre Aufgaben, Ordnungen und Selbstverständnisse verändert?
- Private Sammlungen, Nachlässe und lebendige Erinnerung
Welche Rolle spielen persönliche Sammlungen, Nachlässe und andere Formen des Sammelns außerhalb institutioneller Archive? Was bewahren sie, was bleibt unbeachtet und was droht verloren zu gehen?
- Leerstellen und vergessene Geschichten
Welche Geschichten des Jazz fehlen in bestehenden Archiven? Welche Perspektiven und Stimmen bleiben unterrepräsentiert oder unsichtbar, und welche anderen Formen des Erinnerns können dazu beitragen, diese Leerstellen sichtbar zu machen?
- Archive als Fundament für Jazzwissen und Jazzgeschichtsschreibung
Wie prägen Archive, ihre Bestände und ihre Ordnung unser Wissen über Jazz – und welche Rolle spielen sie für Kanon-Bildung, historische Narrative und die Frage, wessen Jazzgeschichte erzählt wird? Welche Rolle spielen Aspekte wie Geschlecht sowie soziale und kulturelle Zugehörigkeiten dabei, was gesammelt, überliefert und kanonisiert wird?
- Archive im Digitalen
Wie verändern Digitalisierung, KI und neue Formen des Zugriffs darauf, was wir in Archiven finden und wie wir Jazzgeschichte erzählen?
- Das Archiv als Wunderkammer
Was bedeutet es, Archive nicht nur als Quellen, sondern selbst als Gegenstand von Forschung und künstlerischer Auseinandersetzung zu betrachten?
- Archive und künstlerische Praxis
Welche Formen entstehen an der Schnittstelle von Archiv, Performance, Komposition, Ausstellung oder anderen künstlerischen Praktiken?
Call for Papers – Aufruf zur Beteiligung am Darmstädter Jazzforum 2027
Wir rufen alle Interessierten – Musiker:innen, Wissenschaftler:innen, Veranstalter:innen, Journalist:innen, Kurator:innen, Musikpädagog:innen und andere Akteure – dazu auf, sich am Jazzforum 2027 zu beteiligen. Die Konferenz im Rahmen des Darmstädter Jazzforums findet von Donnerstag, den 23. bis Samstag, den 25. September 2027 statt.
Neben klassischen Vorträgen und Paneldiskussionen möchten wir ausdrücklich auch weitere Formate fördern. Vorschläge für Lecture Performances, Austauschformate und Diskussionsrunden (World Cafés, Fish Bowl usw.) sind ebenso willkommen wie neue Ideen für interdisziplinäre Ansätze (künstlerisch wie theoretisch). Historische wie aktuelle Auseinandersetzungen und Themenschwerpunkte sind gleichermaßen willkommen.
Einreichung: Formen & Fristen
Beiträge können schriftlich oder auch in Form von Audio- oder Videodateien eingereicht werden. Die Einreichungen sollen klar darstellen, welchen Bezug der vorgeschlagene Beitrag zum Thema des Jazzforums hat. Schriftliche Einreichungen bitte auf höchstens einer DIN-A4-Seite; Audio- und Video-Einreichungen sollten eine Länge von 5 Minuten nicht überschreiten.
Das Jazzforum ist international ausgerichtet, Hauptsprache der Konferenz ist deshalb Englisch; wir laden aber auch ausdrücklich dazu ein, Beiträge auf Deutsch einzureichen und sorgen nach Möglichkeit für Übersetzungen zwischen Deutsch und Englisch.
Vorschläge für Beiträge an die E-Mail-Adresse jazzforum@jazzinstitut.de schicken. Einsendungen sind bis zum 15.12.2026 möglich. Bei Fragen vorab gern telefonisch oder per E-Mail im Institut melden.
Ansprechperson:
Arndt Weidler,
Tel.: 06151/963744,
E-Mail: jazzforum@jazzinstitut.de
Beiträge als Publikation
Wir planen die beim Jazzforum 2027 gehaltenen Beiträge in einem Tagungsband in schriftlicher Form zu publizieren. Die „Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung“ erscheinen seit 1989 in inzwischen 19 Bänden. Die Veröffentlichung erfolgt im Folgejahr.
Das Jazzforum als Teil vom Studium
Wir möchten Hochschulen ermutigen, das Jazzforum als anrechenbaren Kurs in ihre Semesterplanung zu integrieren; wir bieten nach Absprache gern die Möglichkeit, studentische Beiträge aktiv ins Jazzforum einzubringen, und unterstützen im Rahmen unserer Möglichkeiten bei der Vorbereitung der Kurse.
Journalismus-Camp
Begleitend zum 20. Darmstädter Jazzforum wird wieder ein Journalismus-Camp für Menschen stattfinden, die über Jazz und Improvisierte Musik berichten lernen möchten. Für die Bewerbung zu diesem Camp gibt es einen separaten Call.
Diversität und Barrierefreiheit
Wir möchten besonders Menschen unterstützen, die in der Jazz- und Improvisationsszene aufgrund von Marginalisierung und Diskriminierung unterrepräsentiert sind. Ihr seid herzlich eingeladen, euch mit Vorschlägen einzubringen – diese Vorschläge werden mit besonderer Priorität berücksichtigt
Wir bemühen uns, die Veranstaltungsorte möglichst barrierearm zu gestalten. Meldet euch gern bei uns, wenn ihr Unterstützung bei Einreichung oder für die Teilnahme an der Veranstaltung benötigt.
Zbigniew Seifert – An Interrupted Journey
Im Rahmen der 21. „Wochen des polnischen Films“ zeigen das Deutsche Polen-Institut Darmstadt, der Verein United in Jazz e.V. und das programmkino rex den Dokumentarfilm „An Interrupted Journey“ (2022, 80 min, OmeU) des Dokumentarfilmers Robert Kaczmarek.
Der Film zeichnet den Lebensweg des außergewöhnlichen polnischen Jazzmusikers Zbigniew Seifert (1946-1979) nach, von seinen Anfängen in Krakau, seinem vorübergehenden Exil in Deutschland (u.a. auch in Darmstadt) und seiner schließlich erfolgreichen Karriere in den USA, die durch seine frühe Krebserkrankung und seinen Tod 1979 ein jähes Ende fand. Die Vorführung wird gerahmt von einem Filmgespräch mit Aneta Norek, der Leiterin der Zbigniew Seifert Foundation in Warschau. Gesprächsleitung hat Andrzej Kaluza vom Deutschen Polen-Institut.
JJJ Trio
Die Musiker kultivieren gekonnt ein besonders sensibles Zusammenspiel, entwickeln spontane Ideen immer wieder gemeinsam weiter, ohne dabei die mitreißende Rhythmik und Form typischer Jazz- und Latin-Rhythmen zu sehr zu verlassen. Die kleine Triobesetzung ermöglicht dabei eine besonders große Transparenz.
Das Saxophonspiel des gebürtigen Brasilianers João Gomes ist herausragend virtuos, ideenreich, mit angenehm weichen Sound, und natürlich sehr geprägt von der traditionellen Musik seines Heimatlands. Schlagzeuger Jasper Hanel bewegt sich absolut stilsicher und einfühlsam zwischen traditionellen Karibischen Rhythmen, offener Klangmalerei und groovigen Backbeat-Grooves. Bassist Joey Becker begleitet auf seinen 6saitigen Instrumenten sehr groovig, und spielt dabei mit komplexen Akkorden und einfach gehaltenen, geschickt arrangierten Basslinien. Darüber hinaus glänzt er immer wieder mit sehr lyrischen und melodischen Soloimprovisationen, welche insbesondere auf seinem Fretless-Bass bestens zur Geltung kommen.
Uli Partheil Quartett
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Bessunger X-mas Jam 2026
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Support Konzert: La Source Bleue
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Christian Marien Quartett
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