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Epi K Paradox

Dieser Abend könnte für Bluesfreunde EPIsch werden. Denn es gastiert im April einer der besten Bluesmusiker Europas erstmalig in Deutschland. Schon Epimenidis‘ Stimme und E-Gitarre alleine wären ein Highlight, noch besser ist es für den richtigen Blues-Sound mit seinen Mitmusikern an Piano, Bass und Schlagzeug.

Der Sänger, Songwriter, Gitarrist und Produzent Epi K. Paradox stammt aus Chania, verließ jedoch das sonnendurchflutete Kreta, um seine Musikkarriere in London fortzusetzen. Dort ließ er sich von der britischen Blues-Explosion der späten 60er und frühen 70er Jahre inspirieren und fand schließlich seinen eigenen Stil zeitgenössischer Bluesmusik. Er schloss sein Studium am London College of Music 2018 ab, nahm die ersten Platten auf und belebte die englische Bühnenlandschaft.

Epi Ks Stil erinnert an Buddy Guy, Mike Bloomfield, Jimmy Page und Roy Buchanan, während sein Songwriting an die Rhythm&Blues-Ära anknüpft. Nach seinem ersten Album „I’ll Take the Long Road“ von 2019 erschien im Januar letzten Jahres „Gentle Storm“, mit dem Epi 2023 erfolgreich in Griechenland und England tourte. Im Frühjahr 2024 möchte Epi sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorstellen – in den Ländern, die er bislang „überflog“.

Ganguly/Weissinger/Wach

In allen Musikkulturen, in denen die drei Musiker zuhause sind, spielt die Improvisation eine wichtige Rolle: im Jazz, in der orientalischen und der indischen Musik. Sie werden also keine Mühe haben musikalisch zusammenzukommen. Der Sitarvirtuose Debasish Ganguly aus Kolkata und der Multi-Instrumentalist Markus Wach haben schon bei Agora und im Raum Giessen miteinander gespielt. Der Perkussionist Moritz Weissinger und Markus Wach sind eine Hälfte der Gruppe Mala Isbuschka, bei der der Titel des letzten Albums „Orient-Occident“ Programm ist. Nun wird das um indische Musik erweitert, an einem Abend, an dem sich die drei Virtuosen gegenseitig inspirieren und uns Zuschauende mit Musik jenseits ihrer Grenzen erfreuen können. Allein das Kennenlernen ihrer so verschiedenen Instrumente wird Spaß machen.

Als Sohn des Flötisten und Komponisten Dhana Gopal Ganguly wuchs Debasish in zutiefst schöpferischer Umgebung auf. Seine frühe Ausbildung sowohl im Tablaspiel als auch in der Stimme inspirierte den preisgekrönten Virtuosen zu einem M.A. in Instrumentalmusik an der Rabindra Bharati Universität Kolkata. Seit über 30 Jahren gibt der bekannte Sitarvirtuose weltweit Konzerte. Er komponierte für Tanzdramen, Theater und Filme, wie „Island“ (dt. Insel der Frauen) und „Golden Braid“ von Paul Cox und „Guru“ von Tamás Tóth. Da es ihm ein großes Anliegen ist, die indische Musik allen Interessierten weltweit zugänglich zu machen, gibt er regelmäßig Workshops und unterrichtet an Musikhochschulen und Akademien.

Noga Ritter Quartett

Noga Ritter ist eine in London lebende Singer-Songwriterin, Bandleaderin und Workshop-Leiterin, die in ihrer Musik hebräischen Jazz mit globalen Grooves mischt. In ihren Liedern, die sie sowohl auf Hebräisch als auch auf Englisch singt, verwebt sie intime und persönliche Geschichten zu einer kraftvollen Erzählung sozialer und globaler Themen. Ob solo, zu neunt oder im Quartett wie jetzt in Darmstadt bei Agora, fasziniert sie ihr Publikum.

Auf ihrem 2023 erschienenen Debut-Album „Ima“ bringt Noga das Hebräische in seinen ursprünglichen nomadischen Kontext zurück und spürt den Einflüssen ihrer Erziehung, Reisen und Begegnungen nach. Schwebende Trompetensoli über Gnawa-Grooves, jüdische Melodien, die mit senegalesischen Sabar-Trommeln unterlegt sind, und glückselige Kora-Improvisationen neben israelischen Jazz-Piano-Subtilitäten. Dies sind nur einige der Farben, mit denen Noga Ritter ihre musikalischen Geschichten in diesem bemerkenswerten Werk malt.

Noga spielte mit dem internationalen Grand Union Orchestra und reiste viel mit ihrem Projekt Vocal Global. Sie liebt die Zusammenarbeit mit Künstlern unterschiedlicher Herkunft, sang in verschiedenen Sprachen und Stilen, trat in Senegal, Israel/Palästina, Argentinien, Brasilien, Sierra Leone und Europa auf. Noga teilt ihre Leidenschaft für Musik auch als Unterstützerin bei Music Action International. Sie leitet Workshops für Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose und Geflüchtete.

 

Maria Manousaki Quintett

Maria Manousaki gilt als eine der erfolgreichsten und vielseitigsten Musikerinnen in Griechenlands Jazz- und Weltmusikszene. Geboren in Johannesburg, pendelt die virtuose Geigerin zwischen Chania und New York. In ihrer Musik beschwört sie Bilder traditioneller kretischer Volksmelodien herauf, in die sie Einflüsse des New Yorker Jazz und nahöstliche Elemente einwebt. Ihre kongenialen Bandmusiker verleihen Marias Kompositionen eine eigene typische Charakteristik aus lebendigen und berauschenden Klängen und ausdrucksstarken, melancholischen Melodien. Ihre Inspiration rührt von ihrem Respekt für diejenigen her, die sich trotz aller Widrigkeiten übermächtigen Ideologien entgegenstellen, um ihre Freiheit, ihren Glauben und ihre Rechte zu verteidigen. Das ist aktueller denn je. Sie hat als Leaderin zwei Alben aufgenommen „Sole Voyage“ und „Hidden Trails“. Im Sommer soll das neue Album „Behind Closed Doors“ erscheinen, von dem wir bestimmt schon einiges hören werden. Neben ihrer eigenen Musik sorgt sie in Chania mit dem Cretan World Music Festival für regen internationalen Austausch.

Rieko Okuda Quartett

Die japanische Pianistin Rieko Okuda spielt seit dem dritten Lebensjahr Klavier, studierte Jazz in den USA und ist heute herausragendes Mitglied der Berliner Improvisationsszene. In ihrem Darmstädter Quartett spielen Thomas Honecker, Gitarre,  Wolfgang Reimers, Sopransaxophon und Detlef Kraft, Schlagzeug.

Safran

Safran ist eine Band, die auf dem Kamm zwischen Experimental Folk und Jazz, eine Mischung aus Portishead und den Beatles, John Cage und Lady Gaga wandert. Die vier Musiker nutzen acht Instrumente, um einen unverwechselbaren und umfangreichen, aber immer überraschenden Klang zu schaffen.

Die vielfältige Stimme von Klaus Schüller (v, g, sax) schichtet über die manchmal sphärische, manchmal klar geschnittene Grundlage von Ben Briggmann (b), Friedrich Weber (p, vln, Sampler) und Mats Niepmann (dr, sax).

Mit einer streng eingehaltenen Distanz zum Rest der Musikszene schaffen Safran gegen intuitive und seltsam vertraute Kompositionen und Lieder, um Ihren Durst nach musikalischer Progression zu beruhigen.

Jazzgems

Welch eine Chance, die sich dem begeisterten Jazzhörer hier eröffnet! Seit jeher geliebte Standards, zukünftige Klassiker und völlig Neues aus eigener Feder in bisher ungehört ungewöhnlicher Besetzung und Interpretation. Instrumentaler Gesang oder perkussive Flöte, impressionistisch hingehauchte Klanggebilde oder handfester Funk: mit ihrem Duo “jazzgems” haben Stephanie Wagner (fl) und Karmen Mikovic (p/voc) eine perfekte Spielwiese für ihre vielen musikalischen Vorlieben und Facetten gefunden. Ausdrucksstarker Jazz in neuem Format mit großem Farbenreichtum und mit ganz eigenem Sound!

Nathan Ott Quartett

Im Verlauf einer sechsjährigen intensiven Zusammenarbeit demonstrierte das Nathan Ott Quartett auf zwei Tonträgern und vielen Konzerttourneen eindrucksvoll, wie fruchtbar eine solch generations-überschreitend interkontinentale Jazz-Begegnung sein kann. Zentrum der Aufmerksamkeit war dabei immer wieder die Tatsache, dass der Miles Davis-Veteran Dave Liebman gemeinsam mit drei europäischen Jazzmusikern aus zwei jüngeren Generationen ein derartig offenes Format für improvisatorischen Dialog auf Augenhöhe entwickelte. Als Liebman dann Ende 2019 aus gesundheitlichen Gründen eine Konzerttournee absagen musste und sich seitdem vom Tourleben zurückgezogen hat, kam mit Christof Lauer eine der prägendsten Stimmen des europäischen Jazz hinzu und verwandelte den Klang und das Innenleben des Ensembles. Zusammen mit dem eindringlichen Ton des frisch gebackenen SWR-Jazzpreisträgers Sebastian Gille verschmilzt Lauers Spiel zu einer unverwechselbaren Textur und wird durch die elegante Elastizität des dänischen Bassisten Jonas Westergaard, einer der gefragtesten Tieftöner des Landes vervollständigt. Die Neubesetzung knüpft an die Kontinuität des Formats in der Begegnung verschiedener Musikergenerationen an und schöpft als improvisierendes Ensemble höchster Agilität aus einem orchestralen Klangspektrum surrealistischer Transparenz und poetischer Eleganz, ohne jemals an Bodenhaftung zu verlieren – ein hochintensives Live-Erlebnis!

Christoph Lauer | Tenorsaxofon & Sopransaxofon
Sebastian Gille | Tenorsaxofon & Sopransaxofon
Jonas Westergaard | Bass
Nathan Ott | Schlagzeug

Gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

David Friedman Generations Trio

Die Bezeichnung Jazzlegende wird gerne bemüht – auf den in New York geborenen Vibrafonisten David Friedman trifft sie jedoch mühelos zu. Friedman blickt auf eine unvergleichliche Karriere zurück. Er hat mit hochkarätigen Musikerpersönlichkeiten aller Genres Platten aufgenommen und auf den bekanntesten Bühnen der Welt gestanden. Friedman ist auf berühmten Alben seiner Kollegen Wayne Shorter, Chet Baker und Joe Henderson verewigt und teilte Orchestergraben, Studio, und Konzertsaal mit Leonard Bernstein, Yoko Ono, Luciano Berio und Bobby McFerrin, führte daneben zudem eigene Bands, etwa ein Quartett mit Pat Metheny und Michael Brecker.

Im Generations Trio begegnen sich tatsächlich drei Musiker aus drei Generationen auf Augenhöhe. Aus der jungen aufstrebenden Generation der deutschen Jazzszene sind dies der mit dem Deutschen Jazzpreis 2022 ausgezeichnete Schlagzeuger, Soundforscher und Labelbetreiber Tilo Weber und der renommierte Bassist Oliver Potratz, zweifacher Preisträger des Deutschen Jazzpreises 2021, seit über 20 Jahren zentraler Teil der deutschen Jazzszene. 

Friedmans Band ist ein musikalisches Beispiel für intuitive Kommunikation und intensive Interaktion, die zu einem hörbaren Prozess des Musizierens führt, der die Zuhörer direkt anspricht. Auf ihrem neuen Album SURGE OF SILENCE entwickeln die drei Musiker einen erstaunlich orchestralen Bandsound, der frisch und hip ist, dabei fest in der tiefen Tradition des Jazz verwurzelt.

Absinto Orchestra feat. Lulo Reinhardt

Lulo Reinhardt gehört zu International bekanntesten Gitarrenstimmen der Gypsymusik. Zu Hause auf den Festivalbühnen aller fünf Kontinente mischt er die Musiktradition der Sinti mit Flamenco, Latin und arabischen Klängen.

Das Absinto Orkestra ist in der Folk- und Weltmusik-Szene einer der Top-Liveacts. Ihre Konzerte führen musikalisch in die Balkan-Metropolen, drehen eine Runde durch den  Mittelmeerraum, biegen kurz vor dem Ural ab und mischen dabei Eigenes mit Geborgtem. Alles dreht sich um Liebe und Vergänglichkeit, Witz und Sehnsucht, Melancholie und Rausch. Die Zusammenarbeit der beiden Acts begann 2014 und beschert einer  begeisterten Zuhörerschaft höchst spannende Begegnungen.

Der Jagdhofkeller ist unbestuhlt, die Sitzplätze auf der Empore sind reserviert für Gäste, die vorher im Belleville speisen möchten oder Vesperteller bestellt haben.