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Stefan Hentz | Miles Davis zum 100.

Cover: Miles Davis - Sound eines Lebens

Am 26. Mai wäre Miles Davis 100 Jahre alt geworden. In seiner gerade im Reclam-Verlag erschienenen Biographie »Miles Davis – Sound eines Lebens« fächert Stefan Hentz das künstlerische und politische Selbstverständnis des Trompeters auf, stellt Fragen nach seiner Persönlichkeit – und nach den Mythen, die den Prince of Darkness bis heute umgeben. In der Darmstädter Stadtkirche liest der im Jahr 2019 mit dem Preis für deutschen Jazzjournalismus ausgezeichnete Hamburger Autor aus seinem Buch und entwirft ein Kaleidoskop erzählerischer Perspektiven, das im Wechselspiel mit der subtilen Improvisationskunst der Saxofonistin und Flötistin Anna-Lena Schnabel und des Pianisten Florian Weber, zweierherausragender IndividualistInnen des aktuellen deutschen Jazz, vielschichtige neue Perspektiven auf das Weren und Schaffen eines der größten Musiker des 20. Jahrhunderts eröffnet.

Live!Jazz: Jam Session

Immer wieder veranstaltet die Stadtkirche auf ihrer Jazz-Bühne im Rahmen ihrer »Live!Jazz«-Konzertreihen Jam-Sessions von und für junge Jazz-Musiker*innen aus der Region. Der Eintritt ist frei, für die Musiker*innen stehen Gitarrenamp, Bassamp, Drumset sowie eine PA für Gesang bereit. Einlass für neugieriges und zahlreiches Publikum ist ab 19.00 Uhr.

Workshop Intuitive Musik

Der zweitägige Workshop, der von dem Jazz-Trompeter Markus Stockhausen und der Klarinettistin Tara Bouman geleitet wird, richtet sich an Instrumentalist*innen und Sänger*innen gleichermaßen.

Samstag, 27.06.2026 von 16:00 bis 20:00 Uhr Workshop
Sonntag, 28.06.2026 von 16:00 bis 18:00 Uhr Fortsetzung des Workshops, Abschlusskonzert der Teilnehmenden 19:30 Uhr 

Der Workshop richtet sich an Menschen, die intuitives Singen kennenlernen oder vertiefen wollen. Instrumentalisten sollten ihre Instrumente gut beherrschen. Erfahrung mit freier Improvisation ist erwünscht, aber keine Voraussetzung. Bitte die eigenen Instrumente mitbringen. Ein Flügel ist vorhanden. Der Workshop ist auf 20 Teilnehmer*innen beschränkt. Der Workshop schließt am Sonntagabend mit einem Konzert der Teilnehmenden. Die Teilnahme am Konzert ist selbstverständlich freiwillig.

Moving Sounds

Im Konzert mit MOVING SOUNDS erklingen harmonische Kompositionen beider Künstler, sowie improvisierte und vor allem intuitive Musik. Ihre Musik wählen sie entsprechend der Akustik und der Schwingung des Raumes, der Tageszeit und der momentanen Stimmung aus. Das Publikum darf gespannt sein auf neue, innige und meditative Klänge. Der indische Mystiker und Musiker Hazrat Inayat Khan sagte: „Musik ist die Sprache der Seele.“

Die Klarinettenvirtuosin Tara Bouman und der Ausnahmetrompeter und musikalische Grenzgänger Markus Stockhausen spielen seit dem Jahr 2002 als Duo MOVING SOUNDS zusammen. Das breite Spektrum von MOVING SOUNDS in der Klanggestaltung, die von tiefgründigen Linien über heiteres Schwirren bis zu hervorbrechender Exaltiertheit reicht, wird sowohl von der Fachwelt als auch von der Hörerschaft geschätzt. MOVING SOUNDS spielte zahlreiche Konzerte in Italien, Schweiz, England, Norwegen, Holland, Frankreich,  Spanien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Israel, Russland, USA, Chile und vor allem in Deutschland.

Live!Jazz: Fiona Grund Trio

„Mir war es immer wichtig, nicht einfach nur die Sängerin zu sein, die das Thema singt und den Rest der Musik machen dann die Anderen.“ sagt Fiona Grond. Und so fungiert die Stimme der Schweizerin auf dem ACT Debüt „Poesias“ gleichberechtigt als eines von drei Instrumenten – in engster Verzahnung mit dem Tenorsaxofon von Moritz Stahl und der Gitarre von Phillip Schiepek. Gefunden hat sich das Trio in Fiona Gronds Wahlheimat München und es ist eine weitere Entdeckung der dortigen Szene, die seit ein paar Jahren kontinuierlich an Profil und Sichtbarkeit gewinnt.

Fiona Gronds Musik zieht ihre Faszination aus den leisen Tönen, den Räumen zwischen den Noten, aber auch aus den Kontrasten und Reibungen, dem Bruch von Erwartungen und Konventionen. Und so erschließt sich ihr Reiz erst wirklich, wenn man sich auf sie einlässt, genau hinhört und, am besten: hin-fühlt. Man sagt, die Menschen an der Küste schauten in die Ferne, die Menschen in Wald und Bergen eher nach innen. Insofern scheint Fiona Gronds Schweizer Heimat prägend für die Erzählperspektive: „Poesias“, rätoromanisch für „Gedichte“, ist eine innere Suche nach Gedanken und Gefühlen, mal mit und mal und ohne Worte. „Wenn mich etwas beschäftigt und ich die passenden Zeilen dazu finde, dann schreibe ich sie auf. Aber wenn die Musik keinen Text will, dann braucht es auch keinen.“, so Fiona Grond. Und: „Ich versuche, besonders am Anfang des Kompositionsprozesses, mich treiben zu lassen und nicht zu bewerten, sondern die Musik einfach zuzulassen.“

Live!Jazz: Claudia Tesorino Quartett

„Das Meer ist wie Musik“ – Pacem in Maribus ist ein interdisziplinäres Video- und Live-Musik-Projekt der Musikerin Claudia Tesorino. In einer Verbindung aus Film, Musik und Literatur widmet sich das Projekt dem Meer als Sehnsuchtsort, Lebensraum, Forschungsgegenstand und politischem Thema. Der begleitende Film von Stelios Karampasis beleuchtet Fragen rund um Meerespolitik, Klimaschutz, Biodiversität und die Vision der Ozeanfriedens-Initiative Pacem in Maribus von Elisabeth Mann Borgese. Die live zum Film gespielte Musik – komponiert von Claudia Tesorino und aufgeführt vom Tesorino Quartet – ist inspiriert von Klangbildern des Meeres und lässt Raum für Improvisation. Das Projekt lädt das Publikum dazu ein, die Ozeane nicht nur emotional, sondern auch intellektuell und politisch neu zu entdecken – und stellt die Frage: Was können wir tun, um mit den Meeren zu leben – nicht gegen sie?

Live!Jazz: Carl Wittig

„Frei aber Einsam“ das wollte der Komponist Schumann sein und seine Worte waren 2020 aktueller denn je. Der Leipziger Komponist und Kontrabassist Carl Christian Wittig hat dieses Motto zum Ausgangspunkt seiner neuesten Arbeit gemacht. Gemeinsam mit Fabiana Striffler (Geige), Isabelle Klemt (Cello) und Philip Frischkorn (Klavier) bildet er ein erweitertes Klaviertrio. Die vier Musiker*innen schaffen Klänge und Musik, die die Welt der europäischen klassischen Musk mit dem weiten Kosmos der musikalischen Improvisation verbindet. Auf mehreren Ebene erforscht das Ensembleprojekt bisher unbekanntes Terrain, zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik, zwischen Notation und Improvisation und wie im Titel schon anklingt zwischen Freiheit und Einsamkeit. „FAE“ ist ein Dialog junger improvisierender Künstler*innen mit dem klassischem Erbe. Dabei entwickeln sie eine avancierte Klangsprache jenseits des Mainstreams. Ein Konzert für Fans klassischer Musik gleichsam wie für Freunde der zeitgenössischen improvisierten Kammermusik.

Live!Jazz: Peter Protschka | KINDRED SPIRITS

Die Musik des großen kanadischen Trompeters Kenny Wheeler hat Generationen von Jazzmusikern weltweit beeinflusst. Legendäre Alben wie „Futter by Butterfly“, „The Widow in the Window“, „Gnu High“ und „Angel Song“ brachten funkelnde, melancholische Kostbarkeiten hervor, die heute auf der ganzen Welt gespielt und verehrt werden. Komplexe Harmonien, raffinierte Rhythmen und Melodien von unmittelbarem Zauber – Wheelers Musik nimmt jeden Jazzliebhaber mit auf eine emotionale Reise der besonderen Art. Bandleader Peter Protschka hat sich im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Medien Hannover erneut intensiv mit Wheelers Songbook auseinandergesetzt und es mit seiner „Kenny Wheeler Combo“ mit Jazzstudierenden erarbeitet. Heute gibt es einen neuen Blick auf diese wunderbare Musik. Don‘t miss!

Live!Jazz: Oversáez Trio

Im Januar 2025 nahm das Berliner Trio sein Debütalbum im legendären MPS-Studio in Villingen auf. OVERSÁEZ verbindet eine Mischung aus europäischer Klassik, Jazz-Elementen und offener Improvisation. Die Musik zeichnet sich durch eine Mischung aus strukturierten, durchdachten Kompositionen und freien, intuitiven Momenten aus. Das neue Album „Abstract emotions“ wurde am 13. Juni 2025 bei Boomslang Records veröffentlicht. Pianist Sandro Sáez über seine Veröffentlichung: „Abstract Emotions ist eine Reflexion über die Kämpfe und Komplexitäten, mit denen ich im vergangenen Jahr konfrontiert war. Es war eine Zeit des Verlusts, gefolgt von überwältigenden Gefühlen und Verwirrung – Gefühlen, die oft unmöglich in Worte zu fassen schienen. Mit Worten versuchen wir, unsere gemeinsamen menschlichen Erfahrungen zu definieren, aber Worte können niemals die Tiefe unserer Gefühle wirklich erfassen.“

Live!Jazz: Julakim

Wenn julakim mit ihrer Band spielt, wird Musik zum lebendigen Organismus – groovig, atmend, ein Wechselspiel aus Energie und Stille. Samba, Bossa, afrikanische Rhythmen, arabische Harmonien – mal treibend, mal schwebend – füllen den Raum. Und dann geschieht etwas: ein kollektiver Moment, in dem sich alles verbindet. Musik – die intuitivste Sprache – spricht zu Körper und Seele zugleich. julakims Stimme ist das Herzstück dieses Klanguniversums – mal schmeichelnd-zart, mal durchdringend und kraftvoll. Mit emotionaler Tiefe und beeindruckender Bandbreite öffnet sie Räume zwischen Intimität und Explosion. julakim ist unerschrocken und zart, humorvoll und fordernd, leise und laut – eine Künstlerin, die sich nicht einordnet, sondern verwandelt. Francis am Bass und K an den Drums schaffen gemeinsam ein vibrierendes Klangfeld, das bewegt – innerlich wie äußerlich.