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Youn Sun Nah

Die koreanische Jazz-Sängerin und Songwriterin Youn Sun Nah ist in ihrer Laufbahn stets auf der Suche nach musikalischer Innovation. Nach ihrer Hommage an Künstler*innen wie u.a. Nina Simone, Roberta Flack, Björk, Sarah Vaughan, Grace Jones, Edith Piaf und Grace Slick auf ihrem letzten Album veröffentlich Youn Sun Nah Anfang 2026 ihr 13. Album, das sich auf ihr Können als Komponistin und Singer-Songwriterin konzentriert. Damit kann sie auf eine 25 Jahre bestehende Karriere als Musikerin zurückblicken.

Auf der Bühne wird sie von einer neuen Band begleitet, die das im Studio entstandene musikalische Erlebnis erweitert. Bekanntermaßen liebt Youn Sun Nah das Spiel, die Grenzen zwischen Aufnahme und Live-Performance zu erkunden, um die Lieder damit neu zu interpretieren und ihnen gänzlich neue Facetten zu entlocken – zwei wesentliche Merkmale ihres kreativen Ansatzes. Jedes ihrer Konzerte ist ein einzigartiges Erlebnis, bei dem Anmut und Intensität derart ineinander verschmelzen, dass jede Person im Publikum den Eindruck bekommt, Youn Sun Nah singe nur für sie.

Brandee Younger & hr-Bigband

Brandee Younger nur eine Jazz-Harfenistin zu nennen, wird ihr nicht gerecht, denn sie entzieht sich nicht nur musikalischen Genre-Grenzen, sie ist derzeit DIE Jazz-Harfenistin. 2022 wurde sie als erste schwarze Frau für eine Instrumental-Komposition für den Grammy nominiert. Ihr Spiel verbindet Arpeggios mit Grooves und entführt in eine wahrhaft träumerische Klangwelt, ohne auch nur im Geringsten verträumt zu sein.

Die Künstlerin erweitert das musikalische Feld für ihr Instrument drastisch. Ihre Arbeit revolutioniert die Harfe, dehnt Grenzen aus und öffnet althergebrachte Beschränkungen für neue Generationen von Harfenist*innen. Neben ihrer Bühnenkarriere lehrt sie an der New York University und dem New School College of Performing Arts. “Keiner anderen Harfenistin war bisher fähiger, alle modernen Harfen-Traditionen mit solcher Kraft, Anmut und Hingabe zu verbinden – von Salzedo über Dorothy Ashby bis hin zu Alice Coltrane”, schrieb die New York Times über Brandee Younger.

David Helbock & Julia Hofer Duo

David Helbock, Aushängeschild des österreichischen Jazz, begeistert sein Publikum weltweit mit diversen Kollaborationen und immer neuen Ideen. Seine Virtuosität und unbändige Kreativität brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein – und das nicht zu Unrecht. Für sein neuestes Projekt konnte Helbock die vielseitige E-Bassistin und Cellistin Julia Hofer aus Wien als Duopartnerin gewinnen, die sich bisher insbesondere im Popbusiness einen Namen gemacht hatte, sei es durch Tourneen mit den No Angels oder Auftritte in deutschen TV-Shows. Gemeinsam widmen sie sich nun dem Jazz in geradezu überwältigender Form, getragen von Emotionen und Innovationen.

Nils Petter Molvær Trio

Nils Petter Molvær gehört zu den prominentesten Vertretern inmitten eines elektroakustischen Jazz-Hybriden, der seit den 1990ern zu einem eigenen Genre gewachsen ist. Innerhalb dieses Feldes, das zuweilen auch als „Future Jazz“ oder „Nu Jazz“ bezeichnet wird, ist der norwegische Komponist sowohl Pionier als auch Veteran, war er doch einer der ersten Jazzmusiker, der die aufkommenden digitalen und elektronischen Tendenzen um das Jahr 2000 herum in sein Schaffen einbezog. Mit seinem signifikanten Sound, der melancholische Trompetenklänge mit dynamischen elektronischen Geräuschkulissen zusammenbringt, hat Molvær Schwergewichtsstatus erreicht, dem Genre einen Weg vorwärts in ein neues Zeitalter zu ebnen – wobei der Weg seiner Jazz-Vergangenheit verbunden bleibt.

Sein jüngstes Release Stitches steht dem in nichts nach. Durch seine Unerschrockenheit im Erkunden neuer Sounds und Emotionen zeigt Molvær einmal mehr, dass der Jazz nicht nur eine Zukunft hat, sondern dazu noch eine, die sowohl strahlend als auch aufregend ist.
Für Stitches hat der Trompeter mit Drummer Erland Dahlen, Bassist Jo Berger Myhre und Gitarrist Johan Lindstrøm zusammengearbeitet. In die Centralstation kommt er 2026 mit Jo Berger Myhre und Erland Dahlen im Trio.

19. Darmstädter Jazzforum: Hermes Villena & Tanya Gautam

Hermes Villena ist in Köln lebender DJ und Kurator mit lateinamerikanischen Wurzeln. Im Rahmen von „Universal Consciousness“ wird er gemeinsam mit der indischen Literaturwissenschaftlerin Tanya Gautam die Idee einer Soundcollage aus Platten, spoken word und Field Recordings verfolgen, die sich mit dem Thema Musik und Spiritualität auseinandersetzt. Die spätabendliche Club Session soll bewusst ein vielfältiges Klangspektrum erschaffen, das sich aus Aufnahmen aus Ambient, New Age, Blues, Gospel, Klassik, Folklore und Musik des Glaubens ebenso speist wie aus den Klassikern des Spiritual Jazz, schließlich beeinflusst ihre spirituelle Ästhetik viele aktuelle Künstler*innen.

Begleitet wird die Session von kurzen Essays in Form eines Briefwechsels zwischen Hermes Villena und Tanya Gautam (8–10 Texte), in denen sie sich über die ausgewählten Alben austauschen und allgemein Spiritualität in der Musik reflektieren – einschließlich der politischen Dimensionen des Glaubens. Dabei beleuchten sie auch ihre Perspektiven als Menschen mit Migrationshintergrund und fragen, wie in Deutschland der Themenkomplex Glaube und Musik nicht nur wahrgenommen, sondern auch gelebt wird.

19. Darmstädter Jazzforum: Michael Wollny & Émile Parisien

Ein ganzer Kosmos aus Einflüssen, Ideen und Eingebungen; ein meisterhafter Dialog zweier außergewöhnlicher Künstler des europäischen Jazz!

Der deutsche Pianist Michael Wollny und der französische Sopransaxofonist Émile Parisien sind „spiritual brothers“, Seelenverwandte. Beide gelten zweifellos als stil-prägende Vertreter ihrer Instrumente – im Jazz und weit über dessen Grenzen hinaus. Beiden gelingt es, aus den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen, von Jazz dies- und jenseits des Atlantiks, Klassik, Pop, Neuer Musik, Avantgarde und Mainstream immer wieder neue, unerwartete Ereignisse zu kreieren. Und beide sind Meister des Moments, verstehen es aufs Sensibelste, sich auf ihr Gegenüber einzulassen und im Austausch mit diesem immer un-gehörte Musik entstehen zu lassen.

Wollny und Parisien kennen einander schon lange und so breit wie ihr musikalisches Spektrum ist auch die Palette der bisherigen gemeinsamen Projekte. Diese reicht vom Quartett „Out of Land“ zusammen mit Sänger Andreas Schaerer und Akkordeonist Vincent Peirani, über das international gefeierte, vollkommen freie, elektro-akustische Projekt „XXXX“ zusammen mit Drummer Christian Lillinger und Bassist Tim Lefebvre bis zu aufsehenerregenden Special Projects wie Wollnys „Bau.Haus.Klang“ anlässlich 100 Jahren der legendären Design-Schule und Kollaborationen von Émile Parisien mit Michael Wollnys Trio. Und so war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Wollny und Parisien einem gemeinsamen Duo zuwenden würden – dem wohl intimsten, offensten und zugleich vielleicht herausforderndsten Format der musikalischen Interaktion. Ein ganzer Kosmos aus Einflüssen, Ideen, Eingebungen. Und ein meisterhafter Dialog zweier außergewöhnlicher Künstler des europäischen Jazz.