Tag Archives: Jazz

dazz-Festival 2026: **Y**

**Y** (ausgesprochen „four star Y“) ist eine Berliner Band, die harte, abgefahrene und treibende Improvisation spielt und dabei lässig zwischen Psychedelic und Rock-Jazz changiert. Liz Kosack, amerikanische Synthesizer-Spielerin und wandelbare interplanetare Botin trifft auf Dan Peter Sundland, einen verrückten Norweger im Anzug mit frecher Bassplayer-Attitüde. Steve Heather, ein ungepflegter, lasterhafter Australier mit einer gefährlichen Mischung aus Humor, Virtuosität und moderner Ritterlichkeit komplettiert das Trio.

Eine Veranstaltung im Rahmen von dazz – Jazz Winter Darmstadt 2026

Norbert Steins Pata Trio

Es sind die Patamelodien! Kraftvoll und ausdruckstark eröffnen sie einen bilderreichen Fluss frei improvisierter Musik. Ein weitgespannter Horizont aktueller Patamusik in hervoragender musikalischer Besetzung. Ins Offene!

Als Komponist spricht Norbert Stein von sogenannten „inszenierten Räumen“, die er in seinen Kompositionen schafft, d.h. er gibt einzelnen Instrumentalisten Stimmungen vor, innerhalb derer sie sich dann solistisch frei bewegen können. Die Stücke präsentieren eine ausgereifte Balance zwischen ausgefeilten Arrangements und viel Spielraum für Spontanität und Interaktivität. „Pata Music steckt voller Überraschungen und Wendungen, gibt sich offen für allerlei Einflüsse, reißt die Grenzen zwischen scheinbar widerstrebenden Idiomen ein – und braut daraus, ausgehend von der Basis der Jazzimprovisation, etwas Neues, Erregendes. …“

Norbert Stein | Saxophon
Uwe Oberg | Klavier
Jörg Fischer | Schlagzeug

dazz-Festival 2026: Bene Aperdannier Trio

Alles was Bene Aperdannier nicht wollte, ist einfach ein weiteres Jazzpianotrio. Der Tastenzauberer, der in seiner Karriere mit Künstler*innen wie Lily Dahab, Joy Denalane, Jocelyn B. Smith, Michael Schiefel, Lisa Bassenge, mit Freundeskreis und den Fantastischen Vier, selbst mit Ed Sheeran, James Blunt und Jason Derulo gearbeitet hat, erschuf in einem einsamen Haus in der Uckermark seinen eigenen Klangkosmos, der klingt „als wenn Miles Davis und Fellinis Komponist Nino Rota sich bei Debussy auf einen Rotwein treffen, um dann gemeinsam mit Nils Frahm und Prince um die Häuser zu ziehen…“

Besetzung: Bene Aperdannier (piano, rhodes), Christian Kögel (git, baritone git, dobro, oud), Bernd Oezsevim (drums, percussion, Glockenspiel)

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Eine Veranstaltung im Rahmen des dazz – Jazz Winter Darmstadt 2026

Benefizkonzert für Malawi: Andromeda Mega Express Orchestra

Das Andromeda Mega Express Orchestra (AMEO) wurde 2006 in Berlin gegründet und gilt mittlerweile als eines der eigenwilligsten Großensembles in der zeitgenössischen Musik. Das zwölfköpfige Ensemble aus Berlin hat u.a. mit Hermeto Pascoal, indigenen Musikern aus Malawi, The Notwist, Efterklang, Sinfonietta Riga und Anthony Braxton zusammengearbeitet. Teile seines aktuellen Programm wurden eigens für eine audiovisuelle Show im legendären Club Berghain kreiert. 2021 wurde AMEO beim  Deutschen Jazzpreis in der Kategorie „Großes Ensembles“ ausgezeichnet. 2024 waren sie auf der Liste der Nominierten in der Kategorie „Ensemble des Jahres“. Dieses Jahr wurden sie schließlich als „Live-Act des Jahres“ erneut mit dem Deutschen Jazzpreis geehrt.

Nach vier gefeierten Alben, über 250 Konzerten in 25 Ländern und auf vier Kontinenten spielt die Band mit der ungewöhnlichen Instrumentierung (u.a. Harfe, Marimba, Synthesizer, Streicher, Gitarre, Schlagzeug), nach wie vor vorwiegend Kompositionen des Saxophonisten Daniel Glatzel. Dessen Stücke überwinden stets aufs Neue musikalische Grenzen und erweitern permanent die Stilbreite des Ensembles zu einem bunten Spektrum aus Jazz, traditionellen Musikstilen aus aller Welt, Avantgarde, Independent und Electronica . Ihre Musik klinge so, als ob sie in ein völlig eigenes Subgenre gehöre, schreibt das britische Magazin Jazzwise.

Kurz vor der Pandemie haben AMEO mit elf Musiker*innen aus Malawi im Rahmen des TURN-Fonds der Kulturstiftung des Bundes das Projekt „What Boundaries?!“ ein gemeinsames Konzertprogramm entwickelt und schließlich in Berlin und in Hellerau sowie in vier Städten in Malawi mit großem Erfolg und sehr positiver Resonanz aufgeführt. Dabei entstandenen fortdauernde Kontakte ins südliche Afrika.

Seit 2023 organisiert AMEO regelmäßig Benefizkonzerte zugunsten verschiedener Projekte in dem südafrikanischen Land als Zeichen ihrer Solidarität mit den Menschen und möchte damit zugleich auf die Verantwortung aufmerksam machen, die es zu übernehmen gilt, um ein gerechtes und zukunftsfähiges globales Zusammenleben zu erreichen.

Vor dem Konzert ist gemeinsam mit den AMEO-Musiker*innen ein Podiumsgespräch geplant mit der Sängerin Maggie Mkandawire und der Soziologin Sara Lüttich, in dem u.a. die geförderten Projekte vorgestellt werden. Musiker*innen und Veranstalter erheben nur einen kostendeckenden Eintrittspreis und bitten die Besucher*innen um Spenden für die vorgestellten Projekte.

Alexander von Schlippenbach Trio

Das Schlippenbach-Trio ist seit ziemlich genau 55 Jahren eine Institution in der europäischen improvisierten Musikszene. Alexander von Schlippenbach gründete das Trio 1970 mit Evan Parker am Saxophon und Paul Lovens. Neben unzähligen Auftritten auf verschiedenen Kontinenten gingen sie jedes Jahr im Dezember in dieser Konstellation auf ihre berühmte europäische Winterreise.

Im Jahr 2020 vollzog sich ein Generationswechsel in der Besetzung des Trios, als der Klarinettist Rudi Mahall und der norwegische Schlagzeuger Dag Magnus Narvesen zu Schlippenbach stießen. In diesem Jahr präsentiert sich das Trio in dieser neuen Zusammensetzung zum ersten Mal im Darmstädter Institutskeller.

Stephanie Wagners Outline 25

Im zweiten Jahr leitet die Jazzflötistin Stephanie Wagner die Band „Outline 25“ in komplett neuer Besetzung – wie in jedem Jahr mit Mitgliedern des Fördervereins: Stephanie Wagner | Querflöte, Leitung, Deniz Alatas | Gitarre, Christoph Schöpsdau | Klavier, Udo Brenner | Kontrabass, Max Sonnabend | Schlagzeug

Outline, was so viel wie Skizze oder Übersicht bedeutet, zeigt wie bunt und vielfältig die Szene in Darmstadt ist. Die Bandmitglieder präsentieren ihre Eigenkompositionen sowie Lieblingsstücke und Bekanntes in eigenem Arrangement.

Bessunger Jam Session: Krämer / Ries / Paasche

Nach der Sommerpause geht es wieder los mit der Bessunger Jam Session. Wie gewohnt laden der Förderverein Jazz e.V. und das Jazzinstitut Musikerinnen und Musiker am letzten Freitag des Monats zum zwanglosen musizieren vor Publikum bei freiem Eintritt. Markus Krämer – Gitarre, Peter Paasche – Drums and Chris Ries – Bass fungieren als Rhythm Section. Nach einem kurzen Eröffnungsset des Trios können alle anwesenden  Musikerinnen und Musiker in einer spontan inszenierten Session auf offener Bühne einsteigen.

Luise Volkmanns Été Large

Die Kölner Saxophonistin und Bandleaderin Luise Volkmann, Trägerin des Darmstädter Kathrin-Preises 2021, hat viele Herzensprojekte – eines der beständigsten ist ihre Großformation Été Large, deren Ausgangsidee (der Name legt es nahe) noch auf ihre Studienzeit in Paris zurückgeht. Entwickelt um das Grundgerüst mit Bassistin Athina Kontou, der Flötistin Conni Trieder und Luise Volkmann am Altsaxophon explodiert dieses 13köpfige Ensemble quasi bei jedem Liveauftritt mit „ungezügelter Kraft und Leidenschaft, spielerischer Hingabe, grenzenloser Fantasie, unerschütterlicher Zusammengehörigkeit und absoluter Furchtlosigkeit“.

In ihrem aktuellen Programm, the stories we tell (das neue Album erscheint übrigens  Anfang Oktober diesen Jahres), beschäftigt sich Luise Volkmann mit “new folk songs” und erkundet darin die vielen Dimensionen von Geschichten, die den Musikstücken zugrunde liegen. Sie legt jene Schichten frei, die Hörende wirklich berühren, vielleicht sogar verändern, um dann an folgende Generationen weitergegeben zu werden. Es geht also um die große Frage, welche Spuren wir alle auf dieser Welt hinterlassen und um die Zwischenräume, die nur die Hörerinnen und Hörer mit ihrer Imagination ausfüllen können.

Été Large ist mit vielen hochkarätigen Instrumentalist*innen aus der ganzen Republik besetzt. Vor der großen Band steht ein vokales Doppel mit Casey Moir und Laurin Oppermann, das sämtliche Anstandsregeln des typischen Big-Band-Gesangs abgeworfen hat. Mit dreckigem, zuweilen aber auch unerwartet zartem Idiom gibt das Paar die Richtung vor, in die es den Rest der Band zieht. Das Resultat ist eine eigenwilliger, krasser Sound, der eine suggestive Dynamik entfaltet. Eine Musik, die auch nicht innehält, wenn sie verklungen ist, denn Luise Volkmanns hymnische Weisen bleiben haften und reichern sich bei jedem neuen Hören um eine weitere Erfahrung an.

„In Zeiten, in denen Polarisierung immer stärker spürbar wird, möchte ich meiner Musik die Kraft geben, mit ihren Geschichten Ambivalenzen nebeneinander zu stellen“, sagt Luise Volkmann. „Ich kann gleichzeitig über verschiedene Dinge wütend oder traurig sein und trotzdem auch Verständnis für andere Empfindungen oder Haltungen aufbringen. Die Komplexität des Denkens und Handelns fühlbar zu machen und damit die Grundlage für einen offenen Dialog zu schaffen, ist mir wichtig.“ Und das gelingt ihr mit Été Large definitiv!

19. Darmstädter Jazzforum: Jazz is the Place-Filmreihe

Was verbindet Jazz und das Leben? Diesen feinen Linien spürt das programmkinorex Darmstadt im Rahmen des 19. Darmstädter Jazzforums in einer eigens kuratierten Filmreihe nach. Patrick Holzapfel – Autor, Kritiker und Kurator – hat vier Filme ausgewählt, die Jazz nicht nur porträtieren, sondern auch als Lebensform, als Haltung zur Welt sichtbar machen.

Den Auftakt machen zwei Filme, die Fragen nach Alltag, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Ort des Jazz stellen – mit sehr unterschiedlichen Blickwinkeln: einmal im Großbritannien der 1950er Jahre, einmal im Schweden der 1970er. Dazwischen führt Holzapfel ein Gespräch mit der Musikerin Kathrin Pechlof über Bezüge zum Heute und die filmische Umsetzung des Themas im Gestern.

Mit Momma Don’t Allow (GB, 1956) von Karel Reisz und Tony Richardson und Sven Klangs kvintett (SWE, 1976) des Regisseurs Stellan Olssen lässt der Kurator zwei Filme in einen Dialog treten, in denen Jazz für gesellschaftliche Umwälzungen sorgt. Dabei wird die Musik Ventil eines individuellen und spirituellen Ausdrucks, der für manche bedrohlich, für andere befreiend wirkt.

19. Darmstädter Jazzforum: Ausstellungseröffnung „35 1/5 Umdrehungen“

35 1/5 Umdrehungen – Die Geschichte des Jazzinstituts Darmstadt

Von der großen Ausstellung „That`s Jazz – Der Sound des 20. Jahrhunderts“, über die Entstehung des Jazzinstituts im Jahr 1990 und 35 Jahre in die Zukunft.

Die Ausstellung 35 1/5 Umdrehungen soll das Jazzinstitut Darmstadt und dessen Geschichte beleuchten. Besonderen Anlass dazu bietet das 35-jährige Jubiläum des Instituts, sowie der erste Wechsel der Direktion nach 34 Jahren, vom Gründungsdirektor Dr. Wolfram Knauer zur aktuellen Leiterin, Dr.in Bettina Bohle.

Ein roter Faden soll das Haus durchlaufen, an dem besondere Punkte in der Historie anhand von Fotografien, Zeitungsartikeln, Plakaten und O-Tönen aufgezeigt werden. Eine besondere Herausforderung ist es, die umfangreiche Sammlung an ein breites Publikum heranzuführen. Die verschiedenen Archivalien müssen in diesem Fall „zu Wort kommen“ können. Hierzu werden Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen dazu angehalten, den unzähligen Tonträgern, Fotografien, Büchern und Zeitschriften in ihren jeweiligen Räumen eine kollektive Stimme zu geben – Jazzgeschichte ganz nah.

Über diesen vielschichtigen Vermittlungsansatz sollen Besucher*innen der Ausstellung einen tieferen Einblick ins Jazzinstitut Darmstadt bekommen, die über die Jazzforschung von Darmstadt bis Australien wirkt und auch sammelt. Eingebettet wird die Eröffnung der Schau in das 19. Darmstädter Jazzforum 2025, das sowohl von Fachpublikum aus der ganzen Welt, als auch von den regionalen Jazzinteressierten und der Darmstädter Stadtbevölkerung besucht und wahrgenommen wird.

Die Ausstellung eröffnet zugleich das 19. Darmstädter Jazzforum „Universal Consciousness“ vom 24. bis 28. September 2025. Die Ausstellung ist bis Ende Dezember im Jazzinstitut Darmstadt geöffnet.