Der US-Amerikaner Carl Clements ist ein virtuoser Saxophonist und Bansuri-Spieler (indische Bambus-Querflöte) und kommt aus der Jazz- und Weltmusik-Szene von New York und Boston. Er ist unter anderem mit James Newton, Charlie Haden und Ravi Coltrane aufgetreten. Er bezieht Aspekte der indischen Musik in seine Kompositionen ein, insbesondere wenn er Bansuri (Hindustani-Flöte) spielt. Carl erhielt einen Doktortitel vom CUNY Graduate Center und unterrichtet am Amherst College Massachusetts. Begleitet wir er vom RJT, das in der Besetzung Jean-Yves Jung (Klavier), Johannes Schädlich (Bass) und Jens Biehl (Schlagzeug) seit 2008 zusammenspielt.
Wie kein anderer prägt Joscho Stephan mit seinem Spiel den modernen Gypsy Swing: Durch seinen authentischen Ton, mit harmonischer Raffinesse und rhythmischem Gespür, vor allem aber mit atemberaubender Solotechnik hat sich Stephan in der internationalen Gitarrenszene einen herausragenden Ruf erspielt. Er versteht es wie kein Zweiter, aus der Vielzahl aktueller Gypsy Swing Adaptionen heraus zu ragen, indem er neben den vielen Interpretationen der bekannten Klassiker des Genres den Gypsy Swing mit Latin, Klassik und Rock liiert. Hier zeigt sich Stephans Stärke als kreativer Visionär. Und das begeistert das junge und alte Konzertpublikum gleichermaßen. Joschos Youtube-Version von „Hey Joe“ hat mittlerweile die 2 Millionen Marke geknackt. Auch in der Knabenschule war Joscho seit 2013 immer wieder zu Gast – es sind stets fulminante und höchst unterhaltsame Konzertabende.
Es geht wieder bluesig ins neue Jahr mit den BLUESNASEN feat. Larry ‚Doc‘ Watkins & Hans ‚Harp‘ Steinbacher und dem Akustik-Duo Feel The Blues. Die BluesNasen interpretieren die Songs ihrer Helden und folgen dabei der Tradition, mit den Songs ihre Geschichten zu erzählen. Von der energiegeladenen Spielfreude der vierköpfigen Band inspiriert, kreiert der amerikanische Sänger Watkins stets neue Improvisationen der “Magical-Tunes“.
FEEL THE BLUES mit Thomas „Stolle“ Stolkmann und Peter Fuest sind ein Akustik-Blues-Duo aus Hessisch Sibirien, und nicht nur in Nordhessens Musikszene eine Institution. Mit Leidenschaft interpretieren die beiden Vollblutmusiker Songs aus den alten Tagen von John Lee Hooker und B.B. King und schlagen gekonnt den Bogen zur Ära von Clapton und JJ Cale. Stolkmanns Blues-Soul-Funk-Reibeisenstimme bescherte Bluesfans bereits bei früheren BluesFesten Gänsehaut. Die variationsreichen Gitarrenspielkünste des Duos sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben.
Der Frankfurter Jazz-Saxophonist Andreas Pompe hat auch dieses Jahr seine gut 20 Musiker wieder versammelt, um am Vorabend vor Nikolaus ein tolles Konzert zu liefern. Seit vielen Wochen schon pumpen montagabends die Funk-, Pop- und Rock-Arrangements der TU Bigband durch das Alte Hauptgebäude an der Hochschulstraße . Wer beim abendlichen Herrngartenspaziergang die Ohren spitzt, kann schon erahnen, was die Darmstädter Jazzszene erwartet. Die eingefleischten Fans werden ebenso auf ihre Kosten kommen wie „Ersties“ mit Freude an selbstgemachter Musik und Nostalgiker der jüngeren Musikgeschichte, seien es Fans von Count Basie, Bob Mintzer oder Radiohead. Wer da noch fragt, warum sich der Gang zur Knabenschule lohnt, dem antwortet die Band Anfang Dezember mit Michel Camilo: Why Not!?
„O&A – Originals & Arrangements“ ist das Programm der Band um den Darmstädter Pianisten, Komponisten und Arrangeur Christoph Schöpsdau. Sie vereint ihre Wurzeln in der swingenden Bigband-Tradition mit den Klängen des aktuellen großorchestralen Jazz. Packende Eigenkompositionen und individuelle Arrangements bekannter Jazztitel fügen sich zu einer homogenen Einheit, in der rhythmische Energie und farbiger Sound einen besonderen Stellenwert haben.
Besetzung: Daniel Reiter/Heiko Hubmann/Florian Sperzel/Patrick Hinsberger (tp), Robin Holighaus/Linda Kufert/Jochen Welsch/Jörg Stahlmann (tb), Thomas Bachmann/Christian Seeger (as), Stefan Weilmünster/Ralf Frohnhöfer (ts), Jens Hunstein (bs), Christoph Schöpsdau (p), Dieter Kociemba (g), Andreas Büschelberger (b), Jens Biehl (dr), Stefanie Hoevel (voc)
Eine Veranstaltung im Rahmen des dazz – Jazz Winter Darmstadt 2026

Die Kult-Kapelle feiert Jubiläum: In diesem Jahr feiert die Band En Haufe Leit ihr fünfzigjähriges Bestehen. Seit ihren Anfängen hat sich die Gruppe von einer Feierabendspaß-Kapelle zur höchst professionellen Jazzformation gewandelt, die in Darmstadt Kultstatus genießt. Aus ihrem umfangreichen Repertoire präsentiert die Band in der Knabenschule traditionellen Jazz zum Tanzen und Zuhören.
Für die Tanz-Interessierten gibt es um 19.30 Uhr einen Lindy-Hop-Schnupperkurs mit Betina Fischer vom Sunnyside-Swing Studio
Das eingespielte Jazztrio Martin Lejeune 3 zeichnet sich durch eine Mischung aus psychedelischen Klängen, traditionellem Swing und komplexen harmonischen sowie rhythmischen Strukturen aus. Mit großer Freude an der Improvisation werden originelle Eigenkompositionen und ausgewählte Standards frisch und experimentell interpretiert, oft mit unkonventionellen Sounds und unregelmäßigen Taktarten. Diese Mischung macht die Band sowohl für Liebhaber klassischer Jazztraditionen als auch für Fans moderner, avantgardistischer Strömungen spannend.
Eine Veranstaltung im Rahmen von dazz – Jazz Winter Darmstadt 2026

Das diesjährige Programm der Damstädter Bigband unter der Leitung des Saxophonisten Peter Linhart ist dem Pianisten und Arrangeur George Gruntz (1932 – 2013) gewidmet. Der Schweizer galt bis zu seinem Tod sowohl als Pianist, als auch mit seiner „George Gruntz Concert Jazz Band“ als eine der einflussreichen Persönlichkeiten des europäischen Jazz.
Mit dabei ist die Sängerin Sandie Wollasch, die 2006 mit George Gruntz und der NDR Bigband die CD „Pops uncovered“ aufgenommen hat. Schon 2015 war sie anlässlich eines Tribute Konzerts für George Gruntz Special Guest einer Allstar-Band mit ehemaligen Weggefährten aus „Concert Band“ Zeiten. Neben mehreren Kollaborationen mit der SWR Bigband hat sie mit so unterschiedlichen Künstlern wie Helmut Hattler, Joe Kraus, Danny Gottlieb, aber auch Peter Kraus oder Götz Alsmann die Bühne geteilt. Mit der von ihr mitbegründeten „Triband“ erhielt sie 2007 den „Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektion“.
Die Darmstädter Bigband gibt es nun seit fast 40 Jahren und sie hat sich durch Konzerte und Workshops mit Jazzstars wie Eric Marienthal, Ernie Watts, Ack van Rooyen, George Gruntz, Peter Herbolzheimer, Tony Lakatos, Andy Haderer oder Bob Reynolds einen hervorragenden Ruf erspielt. Weitere Highlights waren die Produktionen der beiden CDs „Red Beans and Rice“ feat. Bob Mintzer und „Kentomania“ mit Herb Geller als Gastsolisten, sowie diverse Aufführungen des „Sacred Concert“ von Duke Ellington, u.a. mit dem Kammerchor der Darmstädter Kantorei.
Für ihre „kontinuierliche Arbeit auf höchstem Niveau und ihrem Beitrag zum überregionalen Ansehen der Stadt Darmstadt als Jazzstadt“ wurde der Bigband 2017 der „Darmstädter Musikpreis“ verliehen.
Das Andromeda Mega Express Orchestra (AMEO) wurde 2006 in Berlin gegründet und gilt mittlerweile als eines der eigenwilligsten Großensembles in der zeitgenössischen Musik. Das zwölfköpfige Ensemble aus Berlin hat u.a. mit Hermeto Pascoal, indigenen Musikern aus Malawi, The Notwist, Efterklang, Sinfonietta Riga und Anthony Braxton zusammengearbeitet. Teile seines aktuellen Programm wurden eigens für eine audiovisuelle Show im legendären Club Berghain kreiert. 2021 wurde AMEO beim Deutschen Jazzpreis in der Kategorie „Großes Ensembles“ ausgezeichnet. 2024 waren sie auf der Liste der Nominierten in der Kategorie „Ensemble des Jahres“. Dieses Jahr wurden sie schließlich als „Live-Act des Jahres“ erneut mit dem Deutschen Jazzpreis geehrt.
Nach vier gefeierten Alben, über 250 Konzerten in 25 Ländern und auf vier Kontinenten spielt die Band mit der ungewöhnlichen Instrumentierung (u.a. Harfe, Marimba, Synthesizer, Streicher, Gitarre, Schlagzeug), nach wie vor vorwiegend Kompositionen des Saxophonisten Daniel Glatzel. Dessen Stücke überwinden stets aufs Neue musikalische Grenzen und erweitern permanent die Stilbreite des Ensembles zu einem bunten Spektrum aus Jazz, traditionellen Musikstilen aus aller Welt, Avantgarde, Independent und Electronica . Ihre Musik klinge so, als ob sie in ein völlig eigenes Subgenre gehöre, schreibt das britische Magazin Jazzwise.
Kurz vor der Pandemie haben AMEO mit elf Musiker*innen aus Malawi im Rahmen des TURN-Fonds der Kulturstiftung des Bundes das Projekt „What Boundaries?!“ ein gemeinsames Konzertprogramm entwickelt und schließlich in Berlin und in Hellerau sowie in vier Städten in Malawi mit großem Erfolg und sehr positiver Resonanz aufgeführt. Dabei entstandenen fortdauernde Kontakte ins südliche Afrika.
Seit 2023 organisiert AMEO regelmäßig Benefizkonzerte zugunsten verschiedener Projekte in dem südafrikanischen Land als Zeichen ihrer Solidarität mit den Menschen und möchte damit zugleich auf die Verantwortung aufmerksam machen, die es zu übernehmen gilt, um ein gerechtes und zukunftsfähiges globales Zusammenleben zu erreichen.
Vor dem Konzert ist gemeinsam mit den AMEO-Musiker*innen ein Podiumsgespräch geplant mit der Sängerin Maggie Mkandawire und der Soziologin Sara Lüttich, in dem u.a. die geförderten Projekte vorgestellt werden. Musiker*innen und Veranstalter erheben nur einen kostendeckenden Eintrittspreis und bitten die Besucher*innen um Spenden für die vorgestellten Projekte.
Die Kölner Saxophonistin und Bandleaderin Luise Volkmann, Trägerin des Darmstädter Kathrin-Preises 2021, hat viele Herzensprojekte – eines der beständigsten ist ihre Großformation Été Large, deren Ausgangsidee (der Name legt es nahe) noch auf ihre Studienzeit in Paris zurückgeht. Entwickelt um das Grundgerüst mit Bassistin Athina Kontou, der Flötistin Conni Trieder und Luise Volkmann am Altsaxophon explodiert dieses 13köpfige Ensemble quasi bei jedem Liveauftritt mit „ungezügelter Kraft und Leidenschaft, spielerischer Hingabe, grenzenloser Fantasie, unerschütterlicher Zusammengehörigkeit und absoluter Furchtlosigkeit“.
In ihrem aktuellen Programm, the stories we tell (das neue Album erscheint übrigens Anfang Oktober diesen Jahres), beschäftigt sich Luise Volkmann mit “new folk songs” und erkundet darin die vielen Dimensionen von Geschichten, die den Musikstücken zugrunde liegen. Sie legt jene Schichten frei, die Hörende wirklich berühren, vielleicht sogar verändern, um dann an folgende Generationen weitergegeben zu werden. Es geht also um die große Frage, welche Spuren wir alle auf dieser Welt hinterlassen und um die Zwischenräume, die nur die Hörerinnen und Hörer mit ihrer Imagination ausfüllen können.
Été Large ist mit vielen hochkarätigen Instrumentalist*innen aus der ganzen Republik besetzt. Vor der großen Band steht ein vokales Doppel mit Casey Moir und Laurin Oppermann, das sämtliche Anstandsregeln des typischen Big-Band-Gesangs abgeworfen hat. Mit dreckigem, zuweilen aber auch unerwartet zartem Idiom gibt das Paar die Richtung vor, in die es den Rest der Band zieht. Das Resultat ist eine eigenwilliger, krasser Sound, der eine suggestive Dynamik entfaltet. Eine Musik, die auch nicht innehält, wenn sie verklungen ist, denn Luise Volkmanns hymnische Weisen bleiben haften und reichern sich bei jedem neuen Hören um eine weitere Erfahrung an.
„In Zeiten, in denen Polarisierung immer stärker spürbar wird, möchte ich meiner Musik die Kraft geben, mit ihren Geschichten Ambivalenzen nebeneinander zu stellen“, sagt Luise Volkmann. „Ich kann gleichzeitig über verschiedene Dinge wütend oder traurig sein und trotzdem auch Verständnis für andere Empfindungen oder Haltungen aufbringen. Die Komplexität des Denkens und Handelns fühlbar zu machen und damit die Grundlage für einen offenen Dialog zu schaffen, ist mir wichtig.“ Und das gelingt ihr mit Été Large definitiv!