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Kathrin-Preis – Kathrin Lemke Scholarship for Young Jazz improvisers

Since 2019 Darmstadt awards the Kathrin-Preis – Kathrin Lemke Scholarship for Young Jazz improvisers . The award is named after the Berlin based jazz saxofonist Kathrin Lemke who was born on September 27, 1971 in Heidelberg and who died at her early age of 44 years.

Together with Kathrin's mother Irene Lemke-Stein, the Mannheim based DESTAG-Stiftung, the internet platform jazzpages.de and Zeitschrift JAZZTHETIK , the Jazzinstitut Darmstadt donates the award, which is biannually implemented in form of a fully financed one-week residency in Darmstadt.

First winner in 2019 was the percussionist Joss Turnbull . In 2021 the saxofonist Luise Volkmannreceived the award. The residence of 2023's laureate, bassist Robert Lucaciu, fand vom 15. bis 21. Mai 2023 statt. Den Abschluss bildete die offizielle Verleihung des Kathrin-Preises während des Preisträgerkonzerts am 20. Mai 2023 im Wolf Werk Darmstadt.

Gewölbekeller unterm Jazzinstitut

Bessunger Jamsession

Bei der Bessunger Jamsession treffen sich an jedem letzten Freitag im Monat improvisierende Musiker:innen zum lockeren Jammen im Gewölbekeller des Jazzinstituts.

Bei der Novembersession werden die “Swinging Tuxedos“ als Opener und „Rhythm-Machine“ die Session unterstützen. Kennengelernt haben sich die Musiker und ihre Sängerin Petra Bassus bei den Jazz Conceptions vor mehr als zwanzig Jahren. Seitdem ist die Formation zu einer festen Größe in der Darmstädter Jazz Szene geworden. In ihrem abwechslungsreichen Repertoire finden sich neben den Evergreens des Great American Songbook französische Chansons, Standards des Modern Jazz, die großen Hits der Beat Ära sowie eigene Komposition. Bei der Eröffnung der Session im Jazzinstitut wird die Band durch Michael Erhard am Flügel erweitert.

Petra Bassus | Gesang
Rüdiger Schwenk | Saxophone
Michael Erhard | Piano
Thomas Heldmann | Bass
Thomas Hoffmann | Schlagzeug

Veranstalter der Bessunger Jamsession ist der Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt e.V.

Dozenten und Dozentinnen 2022

Rabie Azar …

… war in Syrien acht Jahre lang Mitglied des Syrischen Nationalorchesters und des National Syrian Orchestra of Arabic Music sowie des Mediterranean Orchestra gewesen, bevor er dem syrischen Bürgerkrieg nach Deutschland entfloh. Von 2015 bis 2018 war der Bratschist Mitglied im Florida Lake Symphony Orchestra. Internationale Tourneen mit all diesen Orchestern führten ihn durch Europa und in die halbe arabische Welt.

Foto: Imago/Bridges-Musikprojekt©

In seiner Heimat Syrien lehrte er parallel zu seinen Konzertengagements zunächst auch Violine und Viola an der Al Baath Universität in Homs sowie dem Sulhi al Wadi-Institut für Musik in Damaskus. Sein Studium hatte er 2005 am nationalen Musikkonservatorium von Damaskus abgeschlossen, wo er in klassisch-westlicher und in traditionell-orientalischer ebenso wie in zeitgenössischer populärer Musik ausgebildet wurde.

In Deutschland ist Rabie Azar u.a. Mitglied des Frankfurter “Bridges – Musik verbindet”-Kammerorchesters und lebt seit ein paar Jahren in Darmstadt. Neben zahlreichen Bühnenerfahrungen in sehr unterschiedlichen Kontexten während der letzten Jahre unterrichtet Azar auch im musikalischen Weiterbildungsprojekt Waggong e.V. in Frankfurt, wo er sein Wissen über die Fusion unterschiedlichster Musiktraditionen und deren vielfältigen Elementen der Improvisation an seine Schüler:innen weitergibt.

Heidi Bayer

… hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Karriere hingelegt, die sie in eine Reihe mit anderen jungen (sie ist Jahrgang 1987) europäischen Spitzen-Trompeterinnen wie Andrea Motis, Laura Jurd oder Airelle Besson stellt. Seit 2020 ist sie Resident des NICA-Artist Development Program im Kölner “Stadtgarten”. Heidi Bayer ist eine von drei Nominierten für den diesjährigen “Deutschen Jazzpreis” in der Kategorie “Blechblasinstrumente”.

Foto: Franka Hills©

Bayer, die aus dem oberfränkischen Kulmbach stammt und ursprünglich mit der Klarinette begann, kam über die Schul-Bigband zur Trompete und zum Jazz, und wurde anschließend kulturell-musikalisch im Großraum Frankfurt sozialisiert. Einem Studium im Fach Kulturmanagement in Marburg schloss sich ein Bachelor in Jazz- und Popularmusik an der Hochschule für Musik in Mainz an, bevor es sie nach einem Auslandssemester in Miami endgültig in die Jazzmetropole Köln weiterzog und einen Masterstudiengang Jazz / Improvising Artist bei Ryan Carniaux und Thomas Rückert an der Folkwangschule in Essen folgen ließ.

In ihrer neuen Wahlheimat, in der Domstadt, mischte Bayer sich in die vielfältige Szene ein, zeigte Präsenz auf unzähligen Sessions und war schnell gefragt bei diversen großen und kleinen Bands, die das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Struktur immer wieder anders ausbuchstabieren; in Bigbands wie dem Subway Jazz Orchestra, der Hendrika Entzian Bigband oder dem Fuchsthone Orchestra ebenso wie beispielsweise in den Bands von Janning Trumann, Shannon Barnett, Stefan Karl Schmid oder Sven Decker. In Darmstadt war sie zuletzt 2021 mit Luise Volkmanns LEONEsauvage zu hören.

Zunehmend fokussiert sich Bayer auf ihre eigenen Projekte, ihr Duo mit dem Pianisten Sebastian Scobel oder ihr Quartett Virtual Leak, dessen Debüt-CD im Frühjahr 2020 erschienen ist. Nicht nur als Instrumentalistin, sondern zunehmend auch als Bandleaderin, Arrangeurin und Komponistin erarbeitet sie sich den Zugriff auf die ganz große Palette der Klänge.

Christopher Dell …

… ist seit den späten 1990er Jahren Stammgast in der illustren Riege der Lehrkräfte bei den Darmstädter Jazz Conceptions.  Seitdem hat der gebürtige Darmstädter eine fantastische musikalische Karriere hingelegt, die ihm neben dem Musikpreis seiner Heimatstadt, den der Vibraphonist bereits 2005 erhielt, im vergangenen Jahr den “Deutschen Jazzpreis” und in diesem Jahr auch noch den “Hessischen Jazzpreis 2022” einbrachte.

Foto: Johanna Lippmann©

Aber nicht nur als improvisierender Musiker zählt Dell zu den herausragenden Protagonisten der Gegenwart, sondern auch als Stadtbautheoretiker, Philosoph und Architekturkritiker sind Dells Diskursbeiträge europaweit gefragt. Plan, Struktur, Komplexität, Information sind zentrale Begriffe im künstlerischen wie akademischen Kosmos Christopher Dells. Insbesondere mit seinen egalitären Trios D.R.A. (Dell/Ramond/Astor) und Dell/Lillinger/Westergaard verfolgt er diese musikalische Philosophie seit bald zwei Jahrzehnten konsequent. “Dell mag es schwierig, mag die Schwelle, den Widerstand. (…) Musikalische Forschung ohne Gefallsucht, das ist sein Metier”, schrieb Ulrich Stock in der ZEIT dazu.

Über seine Ideen für den diesjährigen Kurs sagt er folgendes:

“Ich werde mit den TeilnehmerInnen Materialien aus meinem Werkzyklus “Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert” erarbeiten.”

Angela Frontera

… fand 1993 den weiten Weg von Belo Horizonte ins beschauliche Rheinhessen. Die Tochter einer Musikerfamilie, die als Perkussionistin bereits in Brasilien mit vielen großen Namen aufgetreten war, fasste in Deutschland und Europa schnell in der vitalen Latin-Szene Fuß. Neben “ernsthaften” musikalischen Projekten mit Airto Moreira, Paulo Cardoso, Edo Zanki oder dem auch kommerziell sehr erfolgreichen LatinJazz-Projekt Café del Mundo, sah man die Perkussionistin in vielen Fernsehshows an der Seite von Nina Hagen, Grace Jones, Lou Bega oder gelegentlich auch in der “Harald-Schmidt-Show”.

Foto: Seele Zeigen©

Ihre wohl bekannteste und dauerhafteste Zusammenarbeit mit dem Duo “Rosanna & Zélia” brachte ihr viel internationale Aufmerksamkeit in der so genannten World Music-Szene der 90er und 00er-Jahre. Aber auch in der Jazzband Witchcraft um die Bassistin Lindy Huppertsberg oder der Frankfurter Frauen-Popband Kick La Luna fühlt sich Frontera in den letzten Jahren wohl. Vor allem ihre Vielseitigkeit als Perkussionistin, seltener am klassischen Schlagzeug-Set – wobei sie auch das beherrscht, wie sie nicht zuletzt auf Uli Partheils letzter Produktion “Reflections2020” unter Beweis stellt – machen Angela Frontera zu einer äußerst gefragten und damit überaus Band-erfahrenen Musikerin.

Uli Partheil

… ist seit 2021 künstlerischer Leiter der Darmstädter Jazz Conceptions und damit Nachfolger seines langjährigen musikalischen Mentors und Freundes Jürgen Wuchner. Partheil ist einer der aktivsten Protagonisten der Darmstädter Szene, beeinflusst von der Musik Duke Ellingtons, Thelonious Monks, kubanischen Rhythmen und dem Blues. Er ist nicht nur ein versierter Pianist in sämtlichen Stilistiken des Jazz, sondern auch als Komponist tätig. In seinen Kompositionen geht er äußerst kreativ mit den verschiedenen Einflüssen um, die ihn als Musiker prägen.

Foto: Oskar Partheil©

Uli Partheil studierte an der Mannheimer Musikhochschule unter anderem bei Professor Jörg Reiter Jazzpiano, außerdem Komposition und Arrangement. Seit Beginn der 1990er Jahre arbeitete er mit Jürgen Wuchner, Matthias Schubert, Janusz Stefanski, Ack van Rooyen, Rudi Mahall, Emil Mangelsdorff, Hanns Höhn, Peter Back, dem Wiener Kronenbräu Orchester und vielen anderen zusammen. Als Begleiter ist er auch immer wieder am Staatstheater Darmstadt zu hören. Bis zum Beginn der Pandemie leitete er das von ihm selbst ins Leben gerufene Darmstädter Jugendweltmusikorchester.

Mit seinem Working Trio “Playtime” ist er in den letzten Jahren mit verschiedenen Literatur- & Jazz-Projekten erfolgreich. Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam mit Ulli Jünemann, Ralf Cetto und Angela Frontera den Longplayer “Reflections2020”. Partheil unterrichtet an der Jazz & Pop School Darmstadt. Für seine musikalischen Verdienste und sein Wirken für die Förderung des jazzmusikalischen Nachwuchses erhielt er 2008 den Darmstädter Musikpreis.

Über seine Vorstellungen zum diesjährigen Workshop schreibt er folgendes:

Ich möchte wieder versuchen mindestens ein Stück auswendig und ganzheitlich zu erarbeiten, d.h. die Musiker:innen sollen nicht nur ihren Part, sondern das ganze Werk lernen und verstehen. Dazu werde ich eigene Kompositionen und andere ausgewählte Stücke mitbringen.”

Christian Ramond …

… hat sie alle begleitet: Joe Pass, Lee Konitz, Dave Liebman, Kenny Wheeler, Charlie Mariano, Thomas Stanko, Albert Mangelsdorf, Doug Rainey, Randy Brecker, Don Friedman, Philippe Catherine, Keith Copeland … eine nicht enden wollende Reihe großartiger Jazzmusiker. Und wahrscheinlich wäre die Reihe der Länder, in denen Ramond noch nicht aufgetreten ist weitaus kürzer als die Liste seiner internationalen Gastspiele. Hinzu kommen annähernd 100 Einspielungen auf CD oder Schallplatte.

Foto: Christian Ramond©

Dieses enorme Lebenswerk liegt darin begründet, dass der in Bonn geborene Kontrabassist in allen Stilistiken des Jazz – von Swing bis zum freien Zusammenspiel – zuhause ist. Ramonds Spiel ist dabei nicht nur äußerst solide, sondern auch höchst wandlungsfähig – ohne seine eigene, charaktervolle Klangsprache zu verlieren, die mit Sicherheit auch in seinem Ensemble während der 31. Darmstädter Jazz Conceptions zum Tragen kommen wird.

Über seine Vorstellungen zum diesjährigen Workshop schreibt er folgendes:

“In meinem Ensemble möchte ich Kompositionen von drei Wegbereitern des modernen Jazz – Duke Ellington, Charles Mingus und Ornette Coleman – erarbeiten. Die lineare, harmonische und rhythmische Sprache des Jazz soll wie bei Mingus ergänzt werden durch freie Improvisation ,Kommunikation und kollektives Zusammenspiel. Material und Form der Improvisation soll gemeinsam entdeckt und erarbeitet werden und es besteht Offenheit für Ideen, gegebenenfalls eigene Stücke der Ensemblemitglieder.”

Roots | Heimat: Wie offen ist der Jazz?

Darmstadt Jazzforum 2021

All papers and panels can be viewed at the Jazzinstitut's YouTube channel

The 17th Darmstadt Jazzforum which has taken place from September 30 through October 2, 2021, asked about the sometimes unclear relationship between "roots" and "Heimat", the loaded German word signifying "home", "home country", "home culture" and much more. Roots stands for the African-American origin of jazz that resonates even in the most advanced experiments of contemporary improvisation. Heimat stands for the fact that jazz in particular always demands a cultural and aesthetic self-localization. For some, jazz is a creative practice used globally, but always pointing back to its African-American origins. For others, jazz is something they grew up with, something that allows them to express their own concerns and individual point of view better than most other genres. For many, jazz is both, containing the African-American tradition just as much as the productive freedom to apply this practice outside of its original community connecedness.

All of that is what we wanted to talk about. We continued discussions prompted by the Black Lives Matter movement about the idea of “Europe” which had a lasting influence on aesthetics and ethics, the presentation and the reception of jazz. We ask how a possibly Eurocentric perspective has changed and continues to shape our perception of what jazz stands for, how it connects both to the music’s African American origins and to our own individual cultural environment. Even if our discussions may have started with the name “jazz”, we did look at historical examples of Eurocentric tendencies, and we took into account the current discourse about the relevance of jazz in non-African American communities. We talked about racism in jazz, reflected on how exclusion and different forms of othering are present in today’s jazz scene, and looked at alternate readings of how the example of African American culture has changed and enriched the understanding of music all over the world. We didn't want to limit the discussion to jazz but also looked at similar debates about Eurocentrism or African-Americanism in contemporary composed music or pop culture.

The Darmstadt Jazzforum is an international conference aimed at a more general than just the scholarly community. We present papers that spur on discussions beyond the limits of jazz research, and we welcome an audience of musicians, journalists, dedicated jazz fans as much as students and scholars from different fields.


The Jazzinstitut Darmstadt organizes the Darmstadt Jazzforum with the support of the City of Sciences Darmstadt. In 2021 it is held in co-operation with HoffART-Theater Darmstadt and the Bessunger Knabenschule. The 17th Darmstadt Jazzforum is funded by the Kulturfonds FrankfurtRhein-Main and by the Hessian Ministery for the Sciences and the Arts. It is presented by Jazzthetik - Zeitschrift für Jazz und anderes.


Summary of the program:

Thursday, 30 September 2021, from 2:00pm
Diskussion – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

How is cultural identity formed and how is its perception influenced?
On the first day of the 17th Darmstadt Jazzforum conference we will ask how cultural identity is expressed in music or how it is perceived or not perceived in music. Philipp Teriete will talk about the educational canon at Historically Black Colleges and Universities in the USA in the late 19th and early 20th century and discuss the influence of this kind of music education on early jazz. Anna-Lisa Malmros discusses the very different identities of Danish-Congolese saxophonist John Tchicai, who has also been identified with the U.S. free jazz scene at least since his participation in some of its most prominent recordings in the 1960s.

Welcome-Dinner – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

The following conversation with saxophonist Gabriele Maurer, double bassist Reza Askari, and vocalist Simin Tander [t.b.c.] will also discuss issues of identity, namely present the very personal experiences of artists who have been affected in different ways, by skin color, family background, and/or their artistic engagement with traditions that lie outside their German homeland (moderated by Sophie Emilie Beha). We have titled this panel: "About being a stranger, arriving, yet staying a stranger. Conversation about one's own experience of identity perception".

Friday, 1 October 2021, from 09:30am
Ádám Havas – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

Cultural appropriation and national self-image (case studies)
In the morning session of the second conference day we will talk about the often very personal process of appropriation of African-American music in Europe. Philipp Schmickl will present the example of the Austrian Hans Falb, who met African-American trumpeter Clifford Thornton in Paris in 1978 and then planned concerts for and with Thornton in his hometown in eastern Austria, which eventually resulted in an internationally acclaimed festival. He questions the motivations behind Falb's curatorial activity and relates them to Thornton's views on music and politics of the time.

Pausentalk – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

Ádám Havas refers to a 2002 statement by Bruce Johnson ("Jazz was not simply 'invented' and then exported. It was invented in the process of its own dissemination") and applies it to the reception of jazz in Hungary, which has been very consciously drawing on cultural practices of Roma musicians living in Hungary.

Finally, Niklaus Troxler, whose posters are the subject of a special exhibition at the Jazzinstitut, will talk about his own path to jazz, as a fan, as the founder and longtime organizer of the Willisau Jazz Festival, with which he was able to bring many of the musicians to Switzerland whose music he adored, and as an internationally renowned graphic artist.

Friday, 1 October 2021, from 2:00pm
Sophie Emilie Beha, Frieder Blume, Joana Tischkau, Jean-Paul Bourelly, Konnie Vossebein
Panel 2: An die Arbeit – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

"Us" and "the others"
The much-postulated "emancipation" of European jazz in the 1950s and 1960s from U.S. (and thus especially African-American) models often led to an attitude of "we have to do something of our own," which - mostly unconsciously rather than consciously - led to the perception that jazz produced by European musicians had become something quite different from what was happening in the United States. Harald Kisiedu questions these perceptions, discusses the important Afro-Diasporic contributions to European experimental jazz and the admiration of African-American heroes that has always existed in the jazz scene, as examples for cultural creolization. Timo Vollbrecht has long been active as a saxophonist on the New York music scene, and also tours Germany and Europe with different bands. He has asked fellow musicians about their experiences with "social othering" and the exoticization of their person/art/music and, based on this, discusses possible strategies for each artist to achieve social justice in the music community.

Luise Volkmann LEONEsauvage – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

Trumpeter Stephan Meinberg asks about how to deal with one's own privileges as a person perceived as "white" who as a professional, e.g. practicing musician furthermore works mostly with African-American music.

In a roundtable with guitarist Jean-Paul Bourelly, concert promoter Kornelia Vossebein and cultural activists Joana Tischkau and Frieder Blume, we will finally discuss what is needed to contribute not only to a change in consciousness, but also to a different representation of musicians on stage (moderator: Sophie Emilie Beha). We have optimistically titled this panel: "Get to work: change reality!!!"

Saturday, 2 October 2021, from 09:30am
Peter Kemper – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

Of folks and people (case studies)
Identity is on the one hand something very personal, but on the other hand it is often perceived differently from the outside than by oneself. This is the subject of the morning session of the third conference day, which collects some very specific, yet quite different examples . Nico Thom talks about Bill Ramsey, the white U.S. American who (in addition to a career in German "Schlager") was celebrated in the German jazz scene of the 1950s as the "man with the black voice", discussing aspects of the "Americanization of Europe, in which 'postwar Western European societies actively participated in Americanization with strategic self-interests and skillful appropriation strategies.'"

Vincent Bababoutilabo + Wolfram Knauer – 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

Focusing on a concert at Deutsches Jazz Festival in 1978, in which saxophonist Heinz Sauer shared the stage with Archie Shepp and George Adams, Peter Kemper examines the developmental of both Shepp's and Sauer's musical approaches and asks about aesthetic qualities of jazz that may transcend ethnic, geographical and national identities. Like an introduction to the afternoon session, Vincent Bababoutilabo emphasizes the need for perspectives critical of racism in music education today and in this country (Germany).

All abstracts for Saturday

Saturday, 2 October 2021, from 02:00pm, ab 14:00 Uhr
Luise Volkmann + Ella O’Brien-Coker – Vortrag beim 17. Darmstädter Jazzforum Roots/Heimat (Foto: Wilfried Heckmann)

How we view the world
Each of us is responsible for our own perspective. Perspectives, however, are not a default, they can be changed. The last afternoon of the Jazzforum is about such changes of perspective. We start the afternoon with a presentation by Berlin-based musicians Sanni Lötzsch and Jo Wespel. They will introduce their concept FESTIVAL BOOST NOW!, which is meant to be a call for self-empowerment of musicians on the one hand and for the creation of "fundamental openness" within all culture communities on the other. Their radical concept demands an approach towards queerfeminist, intersectional, anti-rassist, and interdisciplinary teamwork within the artistic process, as well as the re-formation of cultural structures. With their "Meta-Community" they not only develop multiperspective event formats, but also create holistic "Realutopien" (real world utopias), as they call it.

Saxophonist Luise Volkmann received the Kathrin-Preis awarded by the Jazzinstitut in April 2021, which came with a week-long residency in Darmstadt, during which she conducted research on Sun Ra, the African diaspora, the Black Atlantic, the socio-musical and political influence of music. At the same time, she met for the first time with the musicians of her latest LEONEsauvage band, which will be heard on Friday evening at the Darmstadt Jazzforum, and discussed with them subjects such as the African-American diaspora and how we as Europeans deal with it. In her own contribution and then in conversation with singer-songwriter Ella O'Brien-Coker, Volkmann will discuss aspects of rituality, our many identities and performative speech. In the concluding panel, we ask what influence our own and others' views have on our dialogue with "the world".

We have invited Constanze Schliebs, who has many years of experience as a booking agent in Germany and abroad and has also been active as a curator and festival founder in China, Sophie-Therese Hueber from the music department of the Goethe-Institut, and Sylvia Freydank from Internationales Musikinstitut Darmstadt (Summer Courses for New Music), institutions where similar discussions have been going on for some time (moderator: Sophie Emilie Beha). And we ask somewhat provocatively, "Do we actually just export music or also our worldview?"


Concert:
On Friday evening, 1 October 2021, Luise Volkmann and LEONE sauvage at Bessunger Knabenschule. (more...)


Exhibition:
From 4 October 2021 the gallery of the Jazzinstitut shows the exhibition "Jazz Stories in Red and Blue" with posters created by Swiss artist and jazz promoter Niklaus Troxler. Some posters will be shown at the conference venue during the Jazzforum. (more...)


If you have any further questions, fee free to write us at jazz@jazzinstitut.de


Das 17. Darmstädter Jazzforum wird gefördert von

Darmstadt Jazz Calendar

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The Darmstädter Jazzkalender is a digital overview of the jazz programs of the Darmstadt organizers. It is constantly supplemented and updated.

The most important venues for live jazz in Darmstadt are Centralstation, Bessunger Knabenschule, Jazzclub im Achteckigen Haus,die Ev. Stadtkirche und der Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut. In addition, there are some organizers who regularly offer jazz concerts such as AGORA e.V. near the Ostbahnhof, vinocentral near the main station, HoffArt Theater or Jagdhofkeller.

Since 2018, these Darmstadt cultural institutions organize a joint festival “dazz – Jazz Winter Darmstadt” during the first half of January. In addition, the Darmstadt Jazzherbst has been held every other year at Bessunger Knabenschule since 2004. The three-day festival, which has often coincides with the Hessisches Jazzpodium festival, is organized by the Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt.

Jazz at the Institute

Concerts take place regularly in the acoustically excellent vaulted cellar under the Jazz Institute. On Fridays, well-known and even less well-known musicians perform here. The concert series "JazzTalk" regularly invites, mostly German-speaking artists, to a discussion concert. In addition, the Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt e.V. organises its own concerts and the Bessunger Jam Session on the last Friday of each month. Incidentally, the association's programme was awarded the "APPLAUS - Award for Programme Planning of Independent Venues" prize by the Federal Commissioner for Culture and the Media in 2016, 2018 and 2019. Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz  in Darmstadt e.V. (Abk. “Förderverein Jazz”) eigene Konzerte sowie jeweils am letzten Freitag des Monats die Bessunger Jam Session. Das Programm des Vereins wurde übrigens 2016, 2018, 2019 und 2022 mit dem Spielstättenprogrammpreis »APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten« der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien prämiert.

Bei Veranstaltungen des Fördervereins Jazz empfehlen wir einen Blick auf die Website des Vereins, auf der aktuelle Informationen über die Konzerte sowie die Verfügbarkeit von Tickets zu finden sind.

Musikerinnen und Musiker aus der Region nutzen den Konzertraum gelegentlich für Veranstaltungen in eigener Regie etwa für CD-Releases oder Präsentationen neuer Programme. Interessierte richten dazu ihre Anfragen bitte an jazz@jazzinstitut.de. In der Galerie im Dachgeschoss des Jazzinstituts sowie im Treppenhaus und im Gewölbekeller präsentieren wir wechselnde Ausstellungen Bildender Künstler:innen und Fotograf:innen mit Bezug zum Jazz.