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Carl Clements & RJT

Der US-Amerikaner Carl Clements ist ein virtuoser Saxophonist und Bansuri-Spieler (indische Bambus-Querflöte) und kommt aus der Jazz- und Weltmusik-Szene von New York und Boston. Er ist unter anderem mit James Newton, Charlie Haden und Ravi Coltrane aufgetreten. Er bezieht Aspekte der indischen Musik in seine Kompositionen ein, insbesondere wenn er Bansuri (Hindustani-Flöte) spielt. Carl erhielt einen Doktortitel vom CUNY Graduate Center und unterrichtet am Amherst College Massachusetts. Begleitet wir er vom RJT, das in der Besetzung Jean-Yves Jung (Klavier), Johannes Schädlich (Bass) und Jens Biehl (Schlagzeug) seit 2008 zusammenspielt.

Bill Laurance solo

Der 5-fach Grammy-prämierte Pianist und Komponist Bill Laurance verbindet scheinbar mühelos die unterschiedlichsten musikalischen Stile. Ursprünglich ausgebildeter klassischer Pianist, stellt Laurance als Gründungsmitglied von Snarky Puppy seit vielen Jahren seine einzigartige Kreativität und Improvisationsfreude unter Beweis.

Seine vielfältige Arbeit umfasst Werbekompositionen für Apple, Filmsoundtracks wie „Un Traductor“ (2018) und Kooperationen mit renommierten Ensembles wie der WDR Big Band und dem Metropole Orkest. Die Musik auf seinem jüngsten Soloalbum Lumen entstand in der St. Faith’s Church in London, einem Raum, der Laurance die Freiheit gab, in eine besonders intime und spirituelle Klangwelt einzutauchen. „Ich wollte die Musik einfach fließen lassen“, sagt er. Das Ergebnis ist eine Mischung aus durchkomponierten Stücken und spontanen Improvisationen, die den gesamten Klangkosmos des Konzertflügels ausloten.

Mit stimmungsvollen Stücken wie dem impressionistischen „Lumen“ oder dem swingenden „Dove“ zeigt er seine neue Vision von melodischer Klangfreiheit – eine Einladung, sich der Musik ganz zu öffnen.

Nils Wülker Quartet: ZUVERSICHT

Im Rahmen des Jazz Connects Festivals präsentiert Nils Wülker ein Werk voller Lebensfreude. „Zuversicht“ ist, wenn wir Hoffnung so aktiv erleben, dass wir gegen alle Widrigkeiten in die Zukunft vertrauen. Das fünfzehnte Album des Ausnahmetrompeters und -komponisten Nils Wülker strahlt genau diese Lebensenergie aus. Die elf Eigenkompositionen, eingespielt im Quartett, schließen einen Kreis und eröffnen neue Horizonte, sie drängen den Leader bewusst aus seiner Komfortzone in eine schöne, neue Klangwelt.

Zum ersten Mal seit seinem Debüt von 2002 – und zahlreiche Charterfolge später – hat der ECHO-Gewinner mit einer internationalen Star-Besetzung aufgenommen: am Klavier ist Aaron Parks, am Kontrabass Linda May Han Oh, am Schlagzeug Greg Hutchinson. Wülkers Personalsound ist eindringlich und unverkennbar, das Ergebnis dennoch überraschend, gleichermaßen zeitgemäß wie richtungsweisend ist – und in seinen starken Melodien und dem sagenhaften Interplay voll Zuversicht. Auch live wird die Besetzung des Albums zu erleben sein, wird Nils Wülker mit Linda May Han Oh, mit Greg Hutchinson und anfangs, aufgrund von Termingründen, mit keinem Geringeren als Omer Klein am Piano auf Tour gehen.

Youn Sun Nah

Die koreanische Jazz-Sängerin und Songwriterin Youn Sun Nah ist in ihrer Laufbahn stets auf der Suche nach musikalischer Innovation. Nach ihrer Hommage an Künstler*innen wie u.a. Nina Simone, Roberta Flack, Björk, Sarah Vaughan, Grace Jones, Edith Piaf und Grace Slick auf ihrem letzten Album veröffentlich Youn Sun Nah Anfang 2026 ihr 13. Album, das sich auf ihr Können als Komponistin und Singer-Songwriterin konzentriert. Damit kann sie auf eine 25 Jahre bestehende Karriere als Musikerin zurückblicken.

Auf der Bühne wird sie von einer neuen Band begleitet, die das im Studio entstandene musikalische Erlebnis erweitert. Bekanntermaßen liebt Youn Sun Nah das Spiel, die Grenzen zwischen Aufnahme und Live-Performance zu erkunden, um die Lieder damit neu zu interpretieren und ihnen gänzlich neue Facetten zu entlocken – zwei wesentliche Merkmale ihres kreativen Ansatzes. Jedes ihrer Konzerte ist ein einzigartiges Erlebnis, bei dem Anmut und Intensität derart ineinander verschmelzen, dass jede Person im Publikum den Eindruck bekommt, Youn Sun Nah singe nur für sie.

Brandee Younger & hr-Bigband

Brandee Younger nur eine Jazz-Harfenistin zu nennen, wird ihr nicht gerecht, denn sie entzieht sich nicht nur musikalischen Genre-Grenzen, sie ist derzeit DIE Jazz-Harfenistin. 2022 wurde sie als erste schwarze Frau für eine Instrumental-Komposition für den Grammy nominiert. Ihr Spiel verbindet Arpeggios mit Grooves und entführt in eine wahrhaft träumerische Klangwelt, ohne auch nur im Geringsten verträumt zu sein.

Die Künstlerin erweitert das musikalische Feld für ihr Instrument drastisch. Ihre Arbeit revolutioniert die Harfe, dehnt Grenzen aus und öffnet althergebrachte Beschränkungen für neue Generationen von Harfenist*innen. Neben ihrer Bühnenkarriere lehrt sie an der New York University und dem New School College of Performing Arts. “Keiner anderen Harfenistin war bisher fähiger, alle modernen Harfen-Traditionen mit solcher Kraft, Anmut und Hingabe zu verbinden – von Salzedo über Dorothy Ashby bis hin zu Alice Coltrane”, schrieb die New York Times über Brandee Younger.

David Helbock & Julia Hofer Duo

David Helbock, Aushängeschild des österreichischen Jazz, begeistert sein Publikum weltweit mit diversen Kollaborationen und immer neuen Ideen. Seine Virtuosität und unbändige Kreativität brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein – und das nicht zu Unrecht. Für sein neuestes Projekt konnte Helbock die vielseitige E-Bassistin und Cellistin Julia Hofer aus Wien als Duopartnerin gewinnen, die sich bisher insbesondere im Popbusiness einen Namen gemacht hatte, sei es durch Tourneen mit den No Angels oder Auftritte in deutschen TV-Shows. Gemeinsam widmen sie sich nun dem Jazz in geradezu überwältigender Form, getragen von Emotionen und Innovationen.

Nathan Ott Quartett

Er ist ein Drummer, der Räume schafft, klangmalerisch fein schattierte Szenerien für seine Mitspieler kreiert und der es versteht, die Musik mit einer eleganten Subtilität zu lenken. Nathan Ott demonstriert eindrucksvoll wie fruchtbar eine generationsüberschreitende, interkontinentale Jazz-Begegnung sein kann. Zunächst war es die Zusammenarbeit mit Miles Davis-Veteran Dave Liebman mit der das Quartett ein offenes Format für improvisatorischen Dialog auf Augenhöhe entwickelte. Als Liebman sich später aus gesundheitlichen Gründen vom Tourleben zurückziehen musste, kam mit Christof Lauer eine der prägendsten Stimmen des europäischen Jazz hinzu und verwandelte den Klang und das Innenleben des Ensembles.

Zusammen mit dem kommunikativen Scharfsinn der phänomenalen aus Buenos Aires stammenden Saxophonistin Camila Nebbia verschmilzt Lauers Spiel zu einer unverwechselbaren Textur und wird durch die elegante Elastizität des dänischen Bassisten Jonas Westergaard vervollständigt, weltweit einer der bemerkenswertestes Individualisten seines Instruments. Als Bandleader versteht es der Drummer Nathan Ott, die Musik mit einer eleganten Subtilität zu lenken: Dabei schöpft er aus einem umfassendenVerständnis für Jazz – ein feinsinniger Architekt der musikalischen Szenerie, der mit Sensibilität und Leidenschaft den Sound des Ensembles prägt.

Debasish Ganguly & Claus Boesser-Ferrari

Eine Begegnung der besonderen Art. Beide haben schon solo und mit anderen Musikern bei Agora gespielt. Und beide wollen immer wieder Neues entdecken. Das ermöglicht das Agora am Ostbahnhof ihnen gerne. Also eine Premiere am 24. April – es wird sich lohnen neugierig zu sein. Der indische Sitar-Virtuose Debasish Ganguly trifft auf den international agierenden Ausnahme-Gitarristen Claus Boesser-Ferrari. Zu erwarten ist eine East-West-Session im Wechselspiel von lyrischen Klangflächen und impulsiven Grooves. Indische Ragas treffen auf lebendige Improvisationen – ein spannender Austausch zweier Welten.

Carthrin Pfeifer & Trezoulé

Sie sind poetisch, intensiv, experimentierfreudig, lebensfroh. Live entwickelt das Trio einen faszinierenden energetischen World-Mix mit treibenden Grooves und tranceartigen Melodien. Scheinbar bekannte Quetschensounds werden mit Slidegitarre in andere Dimensionen katapultiert und durch komplexe Drumgrooves wieder auf den Boden geholt. Ein Feuerwerk moderner, äußerst dynamischer Instrumentalmusik, die gespickt ist mit überraschenden Wechseln und Wendungen. Vorsicht Sogwirkung!

Das Trio spielt intuitive Kompositionen, die knifflig und komplex durchdacht sind und zugleich groovy und mitreißend. Exotisch und doch eingängig und seltsam vertraut. Wer auf Tom Waits, Zirkus und düsteren Tango steht, ist hier richtig. Für Herz ebenso wie für Kopf und Beine. Hier wird keine Rücksicht auf Hörgewohnheiten genommen. Eine abenteuerfreudige Reise ohne Grenzen und Limitierungen.

Cathrin Pfeifer | accordeon, comp
Takashi Peterson | guitars
Andi Bühler | drums, percussion

Live!Jazz: Fiona Grond Trio

„Mir war es immer wichtig, nicht einfach nur die Sängerin zu sein, die das Thema singt und den Rest der Musik machen dann die Anderen.“ sagt Fiona Grond. Und so fungiert die Stimme der Schweizerin auf dem ACT Debüt „Poesias“ gleichberechtigt als eines von drei Instrumenten – in engster Verzahnung mit dem Tenorsaxofon von Moritz Stahl und der Gitarre von Phillip Schiepek. Gefunden hat sich das Trio in Fiona Gronds Wahlheimat München und es ist eine weitere Entdeckung der dortigen Szene, die seit ein paar Jahren kontinuierlich an Profil und Sichtbarkeit gewinnt.

Fiona Gronds Musik zieht ihre Faszination aus den leisen Tönen, den Räumen zwischen den Noten, aber auch aus den Kontrasten und Reibungen, dem Bruch von Erwartungen und Konventionen. Und so erschließt sich ihr Reiz erst wirklich, wenn man sich auf sie einlässt, genau hinhört und, am besten: hin-fühlt. Man sagt, die Menschen an der Küste schauten in die Ferne, die Menschen in Wald und Bergen eher nach innen. Insofern scheint Fiona Gronds Schweizer Heimat prägend für die Erzählperspektive: „Poesias“, rätoromanisch für „Gedichte“, ist eine innere Suche nach Gedanken und Gefühlen, mal mit und mal und ohne Worte. „Wenn mich etwas beschäftigt und ich die passenden Zeilen dazu finde, dann schreibe ich sie auf. Aber wenn die Musik keinen Text will, dann braucht es auch keinen.“, so Fiona Grond. Und: „Ich versuche, besonders am Anfang des Kompositionsprozesses, mich treiben zu lassen und nicht zu bewerten, sondern die Musik einfach zuzulassen.“