Schlagwort-Archive: Jazz

Jazz meets Comic Art

1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland: Itay Dvori

Der Komponist und Pianist Itay Dvori hat mit seinen Comic-Konzerten ein “neues Genre” (Deutschlandfunk Kultur) kreiert und tritt damit seit 2016 auf internationalen Festivals und Bühnen auf, sowohl solo als auch mit seinem yam yabasha ensemble. Nun kommt er zum ersten Mal nach Darmstadt, um Musik zu grafischer Literatur über prägende deutsch-jüdische Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu spielen, ein neues Programm, das er anlässlich „1700 Jahre jüdisches Leben“ in Deutschland zusammenstellte. Die zum Teil komponierten und zum Teil improvisierten Vertonungen verknüpfen sich mit den gleichzeitig projizierten Bildern und Texten der Comics für den Zuschauer und Zuhörer zu einem synästhetischen Erlebnis.

Weitere Infos unter www.itaydvori.com

Nils Wülker

Der Kreis schließt sich. Mit “Go”, Nils Wülkers energischer Exkursion in die elegante Elektronik, komplettiert sich eine über mindestens fünf Jahre erlebte Album-Trilogie. Für diese entführte uns der charismatische Trompeter und Songschreiber, der 2019 zum vierten Mal mit dem German Jazz Award in Gold dekoriert wurde, mit dem ersten Teil “Up” in den Pop und mit dem Nachfolger “On” zum HipHop. Das dritte und abschließende Werk “Go” erschien am 4. September 2020. Sein zehntes Studioalbum ist zwar mit all den analogen Synthesizern, dem Arpeggiator, den organischen Loops und Beats »maximal nicht live«, wie der »große Melodiker« (DIE ZEIT) sagt, besticht dafür im Kontrast mit einigen seiner bislang schönsten und emotionalsten Songs – und dem direktesten und dynamischsten Trompetenspiel jenseits seiner Live-Alben und Konzerte.
Nun möchte Nils Wülker die Bühnen-Feuertaufe endlich mit einer umfangreichen Deutschlandtournee begehen.

Landeck / Grau / Bonica

Nordhessische Jazz Guerilla

Detlef Landeck | Posaune
Sven Grau | Tenorsaxophon
Joe Bonica | Schlagzeug

Guerilla Jazz ist kreativ, schräg und spontan. Das technisch hervorragende Trio mit Posaunist Detlef Landeck, Tenorsaxophonist Sven Grau und Schlagzeuger Joe Bonica überrascht mit einer variantenreichen Performance aus anspruchsvoll arrangierten Kompositionen und kreativen Soli. Freie Elemente und Energie übertragen sich auf das Publikum, abgedrehte Riffs mischen sich mit pulsierenden Drum-Beats und aus dem Wechselspiel von Harmonie und Atonalität entwickeln sich melodische Klänge, die aber immer ein parodistisches Element in sich zu tragen scheinen. Die Musiker verbindet die Liebe zum Ungewöhnlichen. Sie brechen aus der traditionellen Jazzformation aus und kreieren einen eigenen Sound.

Vorsicht! Guerilla Jazz kann immer und überall passieren.

Julia Hülsmann Quartett

Geschärfter Bandsound

Man könnte fast sagen, mit diesem Quartett habe sich die Pianistin Julia Hülsmann neu erfunden – und doch ist “nur” der Berliner Saxofonist Uli Kempendorff zu ihrem langjährigen Trio hinzugestoßen. Mit durchschlagendem Erfolg, was nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem Deutschen Jazzpreis 2021 für ihre neue ECM-Veröffentlichung “Not Far From Here” (Instrumental-Album des Jahres) belegt. Jedes Mitglied steuert dabei originale Kompositionen bei. Ihr Trio erweitert Hülsmann um Kempendorffs unverwechselbaren Saxofonton zu einem durchschlagenden Quartett. Gemeinsam entstand ein Album, welches Julia Hülsmanns vertrauten Bandsound auf ein neues Level hebt und durchgehend den Spannungsbogen hält. Kempendorffs Spiel gelingt es, so ein Kritiker, „das angestammte Trio nicht nur zu erweitern, sondern es genau dadurch in seinem Kern nochmals zu schärfen.“
Julia Hülsmann | Piano
Uli Kempendorff | Saxopfone
Marc Muellbauer | Bass
Heinrich Köbberling | Schlagzeug

Ronny Graupes Spoom

Spoom LiveQ

Ronny Graupe | Gitarre
Christian Weidner | Altsaxophon
Jonas Westergaard | Kontrabass
Daniel Schröteler | Schlagzeug

“Ronny Graupe gehört zu den großen Berliner Gitarristen der jüngeren Generation. … Das Trio übt sich in virtuoser Zurückhaltung, baut dezente Verschiebungen und kaum merkliche rhythmische Stolpersteine ins Gesamtbild ein, ohne die Verschachtelungen allzu demonstrativ auszustellen” taz

Als “Meeresbrandung trifft auf kreativen Urknall“ erklärt der gebürtige Chemnitzer den lautmalerischen Namen seiner Band. SPOOM besteht seit 2005. Zunächst konzentrierte sich die Arbeit des Trios auf die Interpretation von Jazzstandards aus dem Great American Songbook. Nach mehreren Jahren des Erforschens dieser Musik, traten ausschließlich Eigenkompositionen Graupes in den Vordergrund des Schaffens des Trios. Mit den in Europa und den USA geschätzten, preisgekrönten und vielbeschäftigten Musikern Christian Lillinger am Schlagzeug und Jonas Westergaard am Kontrabass wurden seit dem drei Veröffentlichungen eingespielt: “As They Are” Vinyl, (2012), “Spoom”(2013), “The White Belt”(2016).

Im August 2018 wurde das Trio durch den renommierten Improvisator Christian Weidner am Altsaxophon zum Quartett erweitert. 2020 erschien mit “Bridge Ices Before Road” die erste Veröffentlichung von SPOOM in Quartettbesetzung, wofür Ronny Graupe auch jüngst erst mit dem Deutschen Jazzpreis in der Kategorie “Gitarrist des Jahres” ausgezeichnet wurde.

La Source Bleue

Darmstadts blaue (Impro-)Quelle

Michael Bossong | Soprasaxofon
Thomas Honecker | Gitarre
Michael Distelmann | Bass
Bülent Ates | Schlagzeug

Auf der Suche nach der blauen Quelle einer imaginären Folklore bewegen sich vier Jazz-Musiker durch die Musikkulturen von New Orleans bis Aserbaidschan. Folk Songs treffen auf New Jazz Originals. Musik, die Spaß macht, weil sie frei und spontan ist. Für Hörer ohne Scheuklappen. Das Darmstädter Echo beschrieb die Formation als “[…]  eingespieltes Team, das bestens aufeinander reagierte und nach Improvisationen stets zum kraftvollen Rhythmus zurück kehrte. Für Michael Bossong bot das Material die Möglichkeit, als Sopransaxofonist mit zahlreichen Solos zu glänzen. Mit teils flirrenden, teils aufpeitschenden Riffs trieb Gitarrist Thomas Honecker Titel wie „The Happening“ voran […].“

Conference Call

New York, Berlin, Darmstadt

Die Band Conference Call existiert seit 1998, seit der Zeit als Ullmann und Michael Stevens in Park Slope (Brooklyn) Nachbarn waren. In Kritiken wird sie als Organismus bezeichnet, der in einem Moment komplex und ausbalanciert und im nächsten voller Feuer ist. Ein Komplex, der sich in unterschiedlichen Dimensionen, der eigenen Zeit und innerhalb der Musikgeschichte hin und her bewegt. Über die Jahre hat sich ein einzigartiger Bandsound etabliert und das Quartett wird häufig als eine der führenden “working units” des zeitgenössischen Jazz bezeichnet. Conference Call ist ein kooperatives Projekt und mit 10 CD-Veröffentlichungen und über 20 Tourneen auf beiden Seiten des Atlantiks eine von Gebhard Ullmann’s aktivsten Bands.

Gebhard Ullmann | Tenorsaxophon, Bassklarinette
Uwe Oberg | Piano
Joe Fonda | Kontrabass
Dieter Ulrich | Schlagzeug

Kleiner-Meisenzahl-Höhn

Live!Jazz: Remembering Good Times

Ulf Kleiner | Piano
Hanns Höhn | Kontrabass
David Meisenzahl | Schlagzeug

Kleiner, Höhn & Meisenzahl kommen nach dem erfolgreichen Abend zur gleichnamigen CD abermals mit ihrem Jazz-Programm “Remembering Good Times” in die Stadtkirche – und einigen neuen Stücken. Die drei Vollblutjazzer spürten mit Good Times ihren Wurzeln nach bis zurück zu den Sounds ihrer jazzbegeisterten Eltern. Heraus kommt eine Hommage an den leichten, warmen Sound der Pianotrios der 60er Jahre. Zitiert werden liebgewonnene Platten wie ‚Soul Espaniol‘ oder ‚We get Requests‘ von Oscar Peterson. Auch bekannt als Jazzteam-Pianotrio waren Kleiner, Höhn & Meisenzahl in der Sendung “Lachen mit Lars” von und mit Lars Reichow im HR-Fernsehen die Studioband. Die drei waren schon viel unterwegs in der weiten Welt der Musik und jeder Einzelne hat mit Musikern wie Till Brönner, Ack van Royen, Robert Palmer, Jeff Cascaro, Konrad Beikircher, DePhazz, HR Bigband u.v.m. gespielt. “Die Läufe perlen aber auch so schön wie bei Oscar damals – man reibt sich die Ohren, wie machen die das?”, kommentierte Günter Hottmann in seiner Sendung HR2-Jazzfacts.

Roots | Heimat: Wie offen ist der Jazz?

Da 17. Darmstädter Jazzforum widmet sich Fragen der Gerechtigkeit im Jazz. Zollen wir den Ursprüngen dieser Musik als afro-amerikanische Kunst genügend Respekt? Ist unsere Verehrung der großen Jazzheroen nicht ein bloßes Lippenbekenntnis, wenn wir in dieser Musik, die von Freiheit und Individualität handelt, gleichzeitig feststellen müssen, dass Frauen im Jazz hierzulande nach wie vor selten sind, von BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) einmal ganz zu schweigen? Ist der Jazz in Deutschland nicht lange zu einer etablierten Hochkultur geworden, die nur von einer (studierten) Minderheit gemacht und goutiert wird? Und wenn das so ist, wie zufrieden sind wir mit dem Status quo bzw. wie können wir diesen ändern?

Genügend Stoff also für drei Tage mit Vorträgen und Diskussionen mit Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Veranstalter:innen, vor allem aber auch mit Musiker:innen. Betroffene von der Diskussion sind wir alle.

Mehr Informationen zum 17. Darmstädter Jazzforum.

Das 17. Darmstädter Jazzforum findet vom 30. September 2021 (Beginn: 14:00 Uhr) bis 2. Oktober 2021 (Ende: 18:00 Uhr) als Präsenzveranstaltung statt. Coronabedingt ist die Teilnahme vor Ort beschränkt, nach Anmeldung aber möglich und sehr erwünscht. Daneben können Sie aber auch aus der Ferne teilnehmen: Wir streamen die gesamte Konferenz über unseren YouTube-Kanal:  www.youtube.de/jazzinstitut.darmstadt

Eine Buchdokumentation des Jazzforums ist für nächstes Jahr geplant.