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heimat@jazzinstitut 2022

Kreatives Auftanken in der Pandemie

Unsere Kurzresidenz-Reihe für 2022 im Jazzinstitut

Unsere Gesellschaft tritt im dritten Jahr der Pandemie in eine Phase der Erschöpfung. Das gilt besonders für Kulturschaffende und für Kreative. Umso mehr werden Rückzugsorte und Räume der Inspiration gebraucht, die ein kreatives Auftanken ermöglichen.

2022 stellt das Jazzinstitut Darmstadt während fünf Terminen seine Räumlichkeiten und fachlichen Ressourcen Jazzmusikerinnen und -musikern für Kurzresidenzen zur Verfügung. Für einige Tage erhalten sie die Gelegenheit, das Darmstadt zur HEIMAT ihrer aktuellen künstlerischen Ambitionen und Projekte zu machen. HEIMAT meint hier einen Ursprungspunkt für Kreativität und neue künstlerische Impulse. HEIMAT liefert den Humus für kreatives Wachstum.

Die Auswahl für heimat@jazzinstitut 2022 berücksichtigt Projekte, die personell und konzeptionell Aspekte der Gender Equity, der Diversität und der Überwindung sozialer Ungleichheit in den Mittelpunkt stellen. Zudem sollen Ideen für eine Genre- oder Kunstform übergreifenden Umsetzung besonders unterstützt werden. Ziel ist es dabei, spannenden Musiker:innen ein temporäres Labor für ihre persönliche künstlerische Profilierung zu bieten. Das Jazzinstitut ist dabei vorübergehende HEIMAT, Ort der Reflexion und zugleich Plattform für die Weiterentwicklung ihrer künstlerischen Karrieren.

heimat@jazzinstitut 2022 wir gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Wissenschaftsstadt Darmstadt

heimat@jazzinstitut – die Idee

Beginnend mit dem Jahr 2022 stellt das Jazzinstitut Darmstadt während vier, respektive fünf über das Jahr verteilten Terminen seine Räumlichkeiten und fachlichen Ressourcen Musikerinnen und Musiker aus dem Bereich des zeitgenössischen Jazz und der aktuellen improvisierten Musik für Kurzresidenzen zur Verfügung. Für einige Tage erhalten sie die Gelegenheit, Darmstadt und das Jazzinstitut zur HEIMAT ihrer aktuellen künstlerischen Ambitionen und Projekte zu machen. Hintergrund und Ausgangspunkt stellen dabei die Diskussionen dar, die während des 17. Darmstädter Jazzforum “Roots_Heimat: Wie offen ist der Jazz?” im Jahr 2021 geführt wurden.

Der Begriff der (künstlerischen) HEIMAT trägt der Tatsache Rechnung, dass gerade der Jazz eine kulturelle und ästhetische Selbstverortung verlangt. HEIMAT bezeichnet folglich einen Ursprungspunkt für Kreativität und neue künstlerische Impulse. Jazz ist dabei mehr als Musik; eine kreative Praxis, die global benutzt wird, dabei auf ihre afro-amerikanische Herkunft verweist, zugleich aber auch etwas, mit dem man aufgewachsen ist, mit dessen Hilfe sich die eigene Betroffenheit als Person, der individuelle Standpunkt am besten ausdrücken lässt. HEIMAT liefert somit den Humus für kreatives Wachstum.

Die Auswahl der Künstler:innen für heimat@Jazzinstitut findet unabhängig von Alter, Renommee oder künstlerischer Vita der Eingeladenen ab. Ein besonderer Blick soll vielmehr auf Musiker:innen und Projekte gelegt werden, die persönlich und konzeptionell Aspekte der Gender Equity, der kulturellen Diversität und die Überwindung sozialer Divergenz berücksichtigen. Auch Ideen einer Genre oder Kunstform übergreifenden Umsetzung sollen besonders unterstützt werden. Ziel ist es, spannenden Musiker:innen ein temporäres Labor für ihre persönliche künstlerische Profilierung zu bieten. Das Jazzinstitut ist dabei vorübergehende HEIMAT, Ort der Reflexion und zugleich Plattform für die weitere Entwicklung der künstlerischen Karrieren

heimat@jazzinstitut – die Nachhaltigkeit und die Regionalität

Als Veranstalter beschäftigt sich auch das Jazzinstitut zunehmend mit Aspekten der Nachhaltigkeit kultureller Projekte, des Schutzes unserer natürlichen Umwelt und Wegen zur Klimaneutralität von Veranstaltungen. Die längere Verweildauer an einem Ort erspart Künstler:innen nicht nur ressourcenraubendes Reisen von Konzert zu Konzert, sondern ermöglicht auch den intensiveren Austausch zwischen den Kreativen und den Veranstaltenden. Bei Reisen, Unterbringung, Verpflegung und Produktion achten wir auf Klimaneutralität und Schonung der natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig ist es unser Ziel als Veranstalter, den Beteiligten langfristig Ansprechpartner bei ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung zu bleiben. Wir möchten die Bindung der Musiker:innen zu ihrer heimat@jazzinstitut nachhaltig weiterpflegen und insbesondere junge Musiker:innen im weiteren Verlauf ihrer Karrieren langfristig unterstützen. Dies gilt besonders für junge Bands mit regionalem Bezug zu Südhessen und Rhein-Main, die an dem Projekt beteiligt sein werden.

heimat@jazzinstitut – die HEIMAT

Das Jazzinstitut Darmstadt ist Europas größtes öffentliches Forschungsarchiv zum Jazz und ein Kulturinstitut der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Über vier Etagen beherbergt es in einem vollständig modernisierten, barocken Jagdschloss eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zur Geschichte und Gegenwart afro-amerikanisch geprägter Improvisationsmusik. Seit dem Jahr 1998 veranstaltet das Jazzinstitut regelmäßig Konzerte in seinem als Veranstaltungsraum ausgestatteten, akustisch exzellenten, historischen Tonnengewölbe aus dem frühen 18. Jahrhundert. Zugleich ist das Jazzinstitut internationale Anlaufstelle und Netzwerker bei der Dokumentation aktueller Entwicklungen und Tendenzen im zeitgenössischen Jazz von internationalem Ruf.

heimat@jazzinstitut – das Programm 2022

19. bis 22. Januar 2022: Ronny Graupe & Nicole Schneider – DUO-LOG

Im Zentrum dieser Session stand die gleichzeitige Improvisation von Zeichnung und Jazz. Der Berliner Gitarrist Ronny Graupe und die Darmstädter Illustratorin Nicole Schneider begaben sich in einen audio-visuellen Dialog und gingen dabei der Frage nach, welche Formen der künstlerischen Interaktionen möglich sind – Call-and-Response mit Stift und Instrument. Mittels digitaler Zeichentechnik und elektrischem Sound loteten Musiker und Künstlerin die Möglichkeiten audiovisueller Ausdrucksformen in einer gemeinsamen Live-Performance aus.

Ronny Graupe, 2021 ausgezeichnet mit dem Deutschen Jazzpreis als Gitarrist des Jahres, und die für ihre gleichermaßen einfühlsamen wie humorvollen Porträtserien Darmstädter Persönlichkeiten bekannte Künstlerin Nicole Schneider, bei Jazzkonzerten in Darmstadt allgegenwärtige zeichnerische Chronistin von Livemusik entwarfen ein doppelbödiges Kunsterlebnis.

5. bis 8. April 2022: Quartertone – be:prepared

Das junge, hochveranlagte Jazzquartett aus Frankfurt und Darmstadt um den Empfänger des letztjährigen Jazzstipendiums der Stadt Frankfurt/Main, Darius Blair, wurde ausgewählt das Land Hessen 2022 bei der Bundesbegegnung “Jugend jazzt” zu vertreten. Darius Blair (Saxophon), Jan Iser (Schlagzeug), Luis Schell (Bass) und Finn Heine (Gitarre) bereiteten diesen wichtigen Auftritt im Jazzinstitut gemeinsam in Darmstadt vor und erarbeiteten ihr Programm, bevor sie sich in die deutschen Jazzhochburgen zum Studium zerstreuen. Das große Finale bildete ein Konzert im ehrwürdigen Gewölbekeller des Jazzinstituts inklusive Videoproduktion und Band-Coaching mit dem Kölner Hochschuldozenten und Komponisten Florian Ross. (Foto: Wilfried Heckmann)

25. bis 28. Mai 2022: Angelika Niescier Quartett & OODT – The Hidden Tune

Über drei Jahre arbeitete die Kölner Saxofonistin an ihrem Wunschprojekt, das schon im Mai 2020 und im Mai 2021 nach Darmstadt kommen sollte und jedes Mal wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste.

Seit ihrer zweiten Begegnung mit dem Orang Orang Drum Theatre (OODT) in Malaysia im März 2019 bereitete Niescier die intensive musikalische Begegnung mit ihrem Trio (Angelika Niescier, Altsaxofon, John-Dennis Renken, Trompete und Matthias Akeo Nowak, Bass) und dem sechsköpfigen Perkussion-Ensemble vor, dass sich seit den Anfängen seiner Gründung im Jahr 2014 auf die Erkundung und Erforschung verschiedener traditioneller malaysischer und südostasiatischer Musikinstrumente und Spielstile mit einem zeitgenössischen Ansatz konzentriert, indem es die Grenzen zwischen Musik, Tanz und Theater aufhebt, die Perkussion-Tradition mit theatralischem Ausdruck bereichert und letztendlich die Wahrnehmung von Kunst im Allgemeinen erweitert.

Ihre sechstägige Residency in Darmstadt war das erste Zusammentreffen der neun Musiker:innen auf europäischem Boden. Eine intensive Probenphase mit anschließender Weltpremiere bei einem Konzert in der Bessunger Knabenschule bereitete den Auftritt beim moers music-Festival an Pfingsten 2022 vor.

18. bis 21. August 2022: Appaloosa – Sustainability Tour

Ihre viertägige heimat@jazzinstitut-Residenz in Darmstadt vom 18. bis 22. August 2022 nutzten die fünf Musiker:innen der Nürnberger Band Appaloosa unter anderem für eine intensive Probenphase mit abschließendem Konzert im Rahmen der Open Air-Konzertreihe auf dem Bessunger Jagdhof am 21. August. Außerdem fanden einige professionelle Mitschnitte des Darmstädter Tonstudios Sound & More im Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut sowie eine Online-Q&A zum Thema Klimaneutralität im Musikalltag mit dem Hamburger Pianisten Benjamin Schaefer statt.

Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität

Für Veranstaltende stellen sich ganz praktische Fragen bei der Durchführung einer Veranstaltung unter dem Aspekt der Ressourcenschonung. Auch das Jazzinstitut beschäftigt sich zunehmend mit Aspekten der Nachhaltigkeit kultureller Projekte, des Schutzes unserer natürlichen Umwelt und Wegen zur Klimaneutralität von Veranstaltungen.

Eine längere Verweildauer an einem Ort erspart Künstler:innen nicht nur zeit- und ressourcenraubendes Reisen von Konzert zu Konzert, sondern ermöglicht auch den intensiveren Austausch zwischen den Kreativen und den Veranstaltenden. Bei Reisen, Unterbringung, Verpflegung und Produktion wollen wir verstärkt auf Klimaneutralität und Schonung der natürlichen Ressourcen achten. Wir möchten die Bindung der Musiker:innen zu ihrer heimat@jazzinstitut nachhaltig weiterpflegen und insbesondere junge Musiker:innen im weiteren Verlauf ihrer Karrieren langfristig unterstützen.

CO2-Einsparung bei Mobilität und Transport

Da ist zunächst der Bereich der Mobilität, der laut Green-Touring-Guide, den die Mannheimer Popakademie vor einigen Jahren veröffentlicht hat, den größten Anteil bei den klimaschädlichen Emissionen verursacht. Bei Musikveranstaltungen sind das etwa 10% auf Seiten der Bands und 33% auf Seiten des Publikums, das selbstverständlich aufgefordert ist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum gut angeschlossenen Bessunger Jagdhof anzureisen.

Auch die Musiker:innen legten ihre Weg von Nürnberg mit der Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Möglich ist das für eine Band nur, wenn der Veranstaltungsort sperrige Instrumente wie Klavier, Schlagzeug, Verstärker oder wie im Fall der Band Appaloosa sogar ein Vibraphon bereitstellt. Der lokale Transport des Vibraphons, das sich das Jazzinstitut von der nahe gelegenen Akademie für Tonkunst ausgeliehen hatte, erfolgte zum Beispiel per Lastenfahrrad. Die Sonderanfertigung des Darmstädter Tüftlers Eike Günther macht den Transport auch sperriger Güter möglich.

Sonnenstrom für mobiles Studio und Konzertbeschallung

Die Aufnahmen während der Kurzresidenz und die Beschallung des Konzerts am Sonntag führte das Darmstädter Studio Sound & More durch. Tonmeister Klaus Endel betreibt schon seit vielen Jahren sein Studio ausschließlich mit Sonnenstrom aus der hauseigenen PV-Anlage. Seit neuestem kann er mobil arbeiten, dank zweier Lithium-Eisen-Phosphat Akkus mit ausreichender Leistung und einem Stromverteiler mit Anzeige der aktuellen Spannung und der bezogenen Leistung. Über eine App ist per Bluetooth der Zustand der Akkus jederzeit abfragbar. Bereits ein Akku reicht um mindestens acht Stunden (wahrscheinlich deutlich mehr) Aufnahmen mit dem mobilen Equipment machen zu können. Auch beim Sound und der Beleuchtung des Konzerts auf dem Bessunger Jagdhof am 21.8. kamen die beiden Akkus zum Einsatz.

Kurze Wege und lokale Versorgung

Bei der Unterbringung der fünf Musiker:innen verzichteten wir auf die Nutzung großer Hotels in der Peripherie. Vielmehr verbrachte die Band ihre Tage in Darmstadt in einer gemeinsamen Ferienwohnung, die nur 50 Meter vom Jazzinstitut entfernt ist. Lebensmittel zur Selbstversorgung gibt’s dort in den umliegenden kleinen Bessunger Bäckereien und Lebensmittellädchen, leckeren Kaffee und selbstgebackenen Kuchen im Café Mela am Forstmeisterplatz, ein gemeinsames Abschlussdinner im Restaurant Belleville gegenüber dem Jazzinstitut.

Tipps und Ideen für mehr Klimaneutralität im Musikalltag

Über all diese Dinge diskutierte die Band am Freitagvormittag auch noch einmal bei einer Videokonferenz mit dem Hamburger Jazzpianisten und Komponisten Benjamin Schaefer. Bei dieser Gelegenheit bekamen sie von ihm noch einige Tipps, wie in ihrem persönlichen Musikeralltag – beim Proben, Unterrichten und Konzertieren – Klimaneutralität umgesetzt werden kann. Schaefer setzte das Thema in den vergangenen Jahren als Vorstandsmitglied der Deutschen Jazzunion auf die Agenda. Aus seiner praktischen Erfahrung als Profimusiker, der viel herumreist, hat er ein Konzept entwickelt, seinen professionellen CO2-Fußabdruck in kurzer Zeit maximal zu verringern. Auch dadurch konnten die fünf jungen Appaloosas während ihrer Zeit bei heimat@jazzinstitut sicherlich viel für die künftige eigene Praxis als Jazzmusiker:innen mitnehmen.

16. bis 19. November 2022: Mandy Neukirchner – Bebop Mädchen goes Darmstadt

Mandy Neukirchner ist eine Gitarristin aus Leipzig, die 2020 unter dem Titel “Bebop Mädchen” einen Podcast ins Leben rief, in dem sie aktuelle Themen behandelt, die Karriereplanung und Alltagssituationen von Musiker:innen gleichermaßen betreffen – das Ganze aus einer bewusst feministischen Perspektive (Bebop Mädchen). Die Inhalte, die sie auf frische und unverbaute Art mit ihren Gesprächspartner:innen angeht, reichen von der Bewältigung weiblicher Selbstzweifel beim Musikmachen bis zur allgemeinen Mysogynie im Musikbusiness oder auf Musikerinnen bezogene Hatespeech im Netz.

Wir hatten Mandy Neukirchner zur fünften Kurzresidenz unter dem Titel heimat@jazzinstitut vom 16. bis 19. November nach Darmstadt eingeladen. Die vier Tage in Darmstadt nutzte Neukirchner gemeinsam mit Expertinnen zu einer ausgiebigen Evaluation von inzwischen mehr als zwei Jahren Podcasting.

Dazu traf sie virtuell auf SWR-Journalistin Julia Neupert, von der Neukirchner Tipps und Anleitungen zur weiteren Professionalisierung des Formats erhielt. Dabei ging es um redaktionelle Recherche, den dramaturgischen Aufbau des Podcasts und die Weiterentwicklung der Moderation, inklusive der Gesprächsführung im Interview.

Von der erfahrenen Podcasterin Imke Machura von der Hamburger Agentur “Raketerei” erhielt Neukirchner ein vom Jazzinstitut vermitteltes Online-Coaching in Sachen Monetarisierung und Entwicklung eines Social Media-Profils für ihren eigenen Podcast.

Mit der Stuttgarter Kulturmanagerin Lisa Tuyala tauschte sie sich darüber aus, welche spannenden Fragestellungen und Antworten es im Bereich Frauen in der Musikbranche gibt – wo stehen wir in der Diskussion? Welche Vernetzungen fehlen, welche existieren? Welche Geprächspartner:innen kommen in Frage und worüber müsste man mit ihnen reden? Tuyala ist u.a. Mit-Initiatorin des Netzwerks “Women* of Music” (W*oM).

Zum Auftakt lud Wolfram Knauer Neukirchner am Mittwoch, den 16. November zu einer Diskussionsrunde über “Jazz und die Zukunft des Radio” im Rahmen der Mainzer Jazzgespräche an der Universität Mainz ein. Zudem begleitete sie Arndt Weidler am Freitagmorgen zur Online-Zukunftswerkstatt der Deutschen Jazzunion zum Thema „Jazz und Digitalität – Kunst, Diskurs und Rechteverwertung im digitalen Bereich“. Die restliche Darmstädter Zeit nutzte Neukirchner , um im Archiv des Jazzinstituts nach neuen Themen zu recherchieren.

heimat@jazzinstitut – Unsere Leistungen pro Kurzresidenz
  • Tagegeld pro vollem Tag der Anwesenheit pro Musiker:in
  • Auftrittshonorar pro Musiker:in
  • Übernachtungskosten (Unterbringung Gästehaus)
  • Reisekosten, lokale Transporte (nur ÖPNV, keine PKW oder Flugkosten)
  • Verpflegung/ein gemeinsames Abendessen
  • Aufnahmetechnik, Instrumente, Back-Line bei Bedarf
  • Externe Dienst- und Personalleistungen, z.B. Tontechnik, Grafik, Choreographie, PR-Beratung, Filmproduktion bei Bedarf
  • Interne Dienst- und Personalleistungen, z.B. Proberäume, Unterstützung bei Recherchen, Betreuung, Pressearbeit, Werbung, GEMA, KSK


Nutzung des Archivs

Hotclub-OrdnerWir empfehlen grundsätzlich eine Anmeldung per Mail oder telefonisch vor dem Besuch. Materialien können an den Arbeitsplätzen eingesehen werden. Wir bitten, wenn Sie sich innerhalb des Gebäudes bewegen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die bekannten Abstands- und Hygiene-Regeln zu beachten.

Daneben ist weiterhin die digitale Nutzung des Archivs möglich; außerdem bieten wir unseren Service per Mail oder Telefon an. Dieser Service schließt beispielsweise bibliographische Auszüge aus unserem so genannten “Jazz Index” für Recherchen ein (kostenfrei per Mail) oder Scans von Aufsätzen beispielsweise für Forschungsarbeiten oder journalistische Recherchen (gegen Gebühr). Mehr dazu, siehe unten…

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Jazzinstitut Darmstadt im Rahmen Ihrer Studienarbeit oder Ihres Forschungsprojektes. Um diesen so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, möchten wir Ihnen hier schon einmal einige Informationen darüber geben, wie unsere Sammlungsbestände genutzt werden können.

Das Jazzinstitut beherbergt ein Archiv mit Büchern, Zeitschriften, Dokumenten, persönlichen Briefwechseln, Fotografien, Filmen, aller Arten von Tonaufnahmen und vielen Dingen mehr, die die Geschichte des Jazz von den Anfängen bis in die Gegenwart dokumentieren. Obwohl wir all das Material so gut wie möglich für Sie erschlossen haben, macht es natürlich Sinn, sich auf einen Besuch gut vorzubereiten.

Unsere Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag 10 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 14 Uhr. Normalerweise sind wir auch mittwochs anwesend, wenngleich das der Tag ist, den wir gelegentlich für externe Termine nutzen. Daher lohnt es sich vorab auf jeden Fall nachzufragen, ob ein Besuch und zu welchen Zeiten möglich ist.

Die beste Vorbereitung für einen Besuch im Jazzinstitut zu Recherchezwecken besteht darin, vorab unseren Jazz Index zum spezifischen Forschungsinteresse abzufragen. Unser Jazzindex ist eine bibliografische Datenbank insbesondere unserer Zeitschriften- und Buchbestände. Schicken Sie uns ruhig eine E-Mail vor Ihrem Besuch, in der Sie uns (Musiker)Namen oder Gegenstand Ihrer Anfrage benennen. Wir senden den entsprechenden Jazz-Index in Form einer E-Mail an Sie zurück. Dieser Service ist kostenlos. Ein Hinweis: Es macht Sinn einen Ausdruck oder eine digitale Version Ihres Jazz-Indexes für Ihre Recherche in unserer Bibliothek mitzubringen.

Mäntel, Jacken, Taschen dürfen nicht in die Archivräume mitgenommen werden. Wir erlauben Stifte und Schreibpapier, aber auch Computer und/oder Digitalkameras. Es gibt einen überwachten Garderobenbereich, in dem persönliche Dinge deponiert werden können.

Nutzer:innen des Archivs (also Vor-Ort-Nutzer) können sich von uns Fotokopien der ausgewählten Literatur anfertigen lassen. Pro Kopie berechnen wir den kommunalen Tarif von 25 €ct. Die meisten Bücher können kurzzeitig ausgeliehen werden, falls längere Passagen kopiert werden müssen. Ganz in der Nähe gibt es einen Copy-Shop, in dem man günstig eigene Kopien anfertigen kann. Bestände aus der Zeitschriftensammlung werden aber grundsätzlich nicht ausgeliehen. Eine Alternative kann hier eine eigene Digitalkamera sein. Für diese „digitalen“ Notizen aus Recherchegründen berechnen wir eine Pauschale von 5 Euro pro Recherchetag. Die Nutzung ist einer Kamera ist zu Beginn des Aufenthaltes anzumelden und die Pauschale zu entrichten. (Bitte beachten Sie, dass wir für eine Fern-Bestellung von Scans oder Kopien einen höheren Tarif berechnen. Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte.)

Viele unserer Materialien sind nur als digitale Bestände verfügbar. Wir weisen die Nutzer:innen des Jazzinstituts gerne in die Nutzung des digitalen Archivs ein, damit man auf diese Weise Einsicht in die Quellen erhalten kann. Das Kopieren dieser Archiv-Dateien auf Datenträger ist nicht erlaubt; ein Abfotografieren des Computer-Screens aber möglich.

Das Jazzinstitut verfügt über eine große Sammlung an Tonträgern. Sie können sich bei einem Besuch gerne alles anhören. Der Zugang erfolgt weitestgehend selbständig. Sowohl von Vinyl als auch von CD sind Überspielungen ins mp3-Format möglich. Unsere Anlage verfügt über einen USB-Port. USB-Sticks müssen selbst mitgebracht werden. Kopien sind nur in „Echtzeit“ möglich. Aus Gründen des Urheberschutzes sind Überspielungen auf CD oder auf den Computer nicht erlaubt.

Unsere Fotosammlung enthält annähernd 50.000 Abzüge. Dieses Material ist weitestgehend urheberrechtlich beschützt. Falls Sie Fotografien aus dem Bestand des Jazzinstituts etwa für eine Veröffentlichung nutzen möchten, helfen wir Ihnen gerne bei der Recherche und Abklärung der Rechte. Für die Bestellung und Verwendung von hochaufgelösten und druckfähigen Bildern aus dem Archiv des Jazzinstituts berechnen wir in jedem Fall eine pauschale Archivgebühr.

Raritäten unserer Sammlung wie ältere Manuskripte, Korrespondenz, Programmhefte und dergleichen werden bislang noch nicht in unserem Jazz-Index aufgeführt. Die meisten der Kisten mit Sammlungsnachlässen wurden von uns aber bereits vorsortiert und erfasst, dadurch können wir Hilfestellung bei der Suche nach bestimmtem Material geben. Diese Sammlungsbestände sind Ihnen in einem eigenen Raum zugänglich. Wir stehen gerne zur Verfügung, wenn es um Fragen der Einordnung dieser Unterlagen geht.

Das gleiche gilt, wenn Sie weitergehenden fachlichen Rat hinsichtlich Ihres Forschungsgegenstandes suchen. Wenn möglich, nehmen wir uns gerne Zeit Ihr Thema mit Ihnen zu besprechen. Manchmal kann ein Blick von „außen“ ja ganz hilfreich bei der Erschließung sein.

Falls Sie während Ihres Besuchs in Darmstadt eine Unterkunft benötigen, empfehlen wir gerne das Hotel Donnersberg oder das Hotel Regina – beide ganz in der Nähe des Jazzinstituts. Natürlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten in der Stadt – und mit dem ÖPNV sind wir gut zu erreichen.

Und nicht vergessen: Darmstadt hat auch ansonsten kulturell viel zu bieten: Das Staatstheater ist ein Drei-Sparten-Haus, es gibt das Landesmuseum, natürlich die Darmstädter Mathildenhöhe als Zentrum des Jugendstils – und eine durchaus lebendige Musikszene. Wenn Sie über das Wochenende Darmstadt besuchen, ist das eine gute Gelegenheit, ein Konzert im Jazzinstitut Darmstadt mitzuerleben. Ein Überblick über alle aktuellen Veranstaltungen im Jazzbereich gibt Ihnen der Darmstädter Jazzkalender. Ansonsten sind auch die Städte Frankfurt, Mainz, Heidelberg oder Mannheim nicht weit.

Sollten Sie noch Fragen haben, rufen Sie uns gerne an. Wir möchten, dass Ihr Aufenthalt so produktiv und nachhaltig wie möglich ausfällt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Jazzinstitut Darmstadt.

Wolfram Knauer, Doris Schröder, Arndt Weidler