19. Darmstädter Jazzforum: Michael Wollny & Émile Parisien

Ein ganzer Kosmos aus Einflüssen, Ideen und Eingebungen; ein meisterhafter Dialog zweier außergewöhnlicher Künstler des europäischen Jazz!

Der deutsche Pianist Michael Wollny und der französische Sopransaxofonist Émile Parisien sind „spiritual brothers“, Seelenverwandte. Beide gelten zweifellos als stil-prägende Vertreter ihrer Instrumente – im Jazz und weit über dessen Grenzen hinaus. Beiden gelingt es, aus den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen, von Jazz dies- und jenseits des Atlantiks, Klassik, Pop, Neuer Musik, Avantgarde und Mainstream immer wieder neue, unerwartete Ereignisse zu kreieren. Und beide sind Meister des Moments, verstehen es aufs Sensibelste, sich auf ihr Gegenüber einzulassen und im Austausch mit diesem immer un-gehörte Musik entstehen zu lassen.

Wollny und Parisien kennen einander schon lange und so breit wie ihr musikalisches Spektrum ist auch die Palette der bisherigen gemeinsamen Projekte. Diese reicht vom Quartett „Out of Land“ zusammen mit Sänger Andreas Schaerer und Akkordeonist Vincent Peirani, über das international gefeierte, vollkommen freie, elektro-akustische Projekt „XXXX“ zusammen mit Drummer Christian Lillinger und Bassist Tim Lefebvre bis zu aufsehenerregenden Special Projects wie Wollnys „Bau.Haus.Klang“ anlässlich 100 Jahren der legendären Design-Schule und Kollaborationen von Émile Parisien mit Michael Wollnys Trio. Und so war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Wollny und Parisien einem gemeinsamen Duo zuwenden würden – dem wohl intimsten, offensten und zugleich vielleicht herausforderndsten Format der musikalischen Interaktion. Ein ganzer Kosmos aus Einflüssen, Ideen, Eingebungen. Und ein meisterhafter Dialog zweier außergewöhnlicher Künstler des europäischen Jazz.

19. Darmstädter Jazzforum: Kathrin Pechlof Trio

Wenn es um Spiritualität in der Musik geht, wird der ätherische Klang der Harfe neben dem repetitiven Groove der Perkussion wahrscheinlich am häufigsten assoziiert. Nicht umsonst folgt der Titel des 19. Darmstädter Jazzforums, „Universal Consciousness“, Alice Coltranes wegweisenden Album von 1971.

Als Harfinistin blieb Coltrane, die vor allem Pianistin war, viele Jahre ein Solitär – trotz der Hochachtung, die sie insbesondere für dieses Werk in der Jazzszene erfuhr. Deborah Henson-Conant und in jüngerer Zeit der Kolumbianer Edmar Castañeda sowie die US-Musikerin Brandee Younger gehören heute zu den wenigen international bekannten Harfinist*innen im Jazz – und eben zwei Europäerinnen, die Schweizerin Julie Campiche und Kathrin Pechlof.

Die Wahl-Berlinerin Pechlof, klassisch bei Gudrun Haag in München ausgebildet, begeisterte sich früh für die Improvisation und erweiterte Spieltechniken, wechselte zum Jazz, studierte bei Frank Gratkowski und Joachim Ulrich in Köln und gilt heute als eine der herausragenden Komponistinnen und Improvisatorinnen auf ihrem Instrument in Deutschland. 2023 wurde sie mit dem renommierten SWR-Jazzpreis ausgezeichnet.

Für ihre Musik verwendet sie nicht nur ein breites Spektrum erweiterter Spieltechniken, um ungewöhnliche Klänge und Farben auf der Harfe zu erzeugen, sie erforscht vielmehr die spezifischen Grenzen der Harfe, um ihre einzigartige instrumentale Ausdrucksform weiterzuentwickeln. Kein Wunder, dass sie darüber eine besondere Faszination für die Musik Alice Coltranes entwickelte. 2024 schrieb sie einen äußerst fundierten, aber auch von großer Bewunderung geprägten Artikel über Coltrane in der Zeitschrift Jazzpodium.

Das Repertoire ihrer langjährigen Working Band mit dem Altsaxofonisten Christian Weidner und dem Kontrabassisten Robert Landfermann, das sie zum Auftakt des 19. Darmstädter Jazzforums im Gewölbekeller des Jazzinstituts präsentiert, atmet eine ganz eigene Spiritualität. Wie Alice Coltrane betrachtet es Musik nicht nur als Kunst des Klanges, sondern als spirituelle Kraft, die Menschen transformieren und verbinden kann – ganz im Sinne Albert Ayler: „music is the healing force of the Universe“.

Own Your Bones

OWN YOUR BONES (DE/CH/LV) erhielt unmittelbar nach seiner Gründung den Avignon Jazz Award und veröffentlichte sein Debütalbum auf dem Kölner Label Klaengrecords. Bei zahlreichen Konzerten in ganz Europa präsentierte die Band ihre Musik bereits einem stets begeisterten Publikum – sowohl auf Festivals als auch auf Clubbühnen. Komplexe musikalische Themen und spektrale Klänge kennzeichnen die Musik meist aus der Feder des Saxophonisten Jonas Engel, ebenso wie freie Improvisation und folkloristische Melodien. Mit ihrem Drang zur spielerischen Freiheit verwandeln OWN YOUR BONES die Kompositionen in ein emotionales, authentisches Konzerterlebnis zwischen kraftvollem Ausdruck und komplexer Klangkonfrontation.

Jonas Engel | Altsax
Karlis Auzins | Tenorsax
David Helm | Kontrabass
Dominik Mahnig | Schlagzeug

Bessunger Jam Session mit Trio 75

Auch im neuen Jahr laden der Förderverein Jazz e.V. und das Jazzinstitut Musikerinnen und Musiker am letzten Freitag des Monats zum zwanglosen musizieren vor Publikum bei freiem Eintritt. Das Trio 75 mit Sachie Matsuchita – Piano, Philipp Gutbrod – Drums und Chris Ries – Bass fungiert als Rhythm Section. Nach einem kurzen Eröffnungsset des Trios können alle anwesenden Musikerinnen und Musiker in einer spontan inszenierten Session auf offener Bühne einsteigen.

Jazz-Brief international aus der Ukraine (Mai 2025)

Jazz im Widerstand: Die ukrainische Jazzszene im Krieg


 von Mariana Bondarenko, Leiterin der Musikabteilung des Ukrainischen Instituts
 Kyjiw, April 2025

Seit Beginn der umfassenden russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar 2022 ist jeder Aspekt des ukrainischen Lebens tiefgreifend betroffen – und die Jazzszene bildet da keine Ausnahme. Doch selbst unter ständiger Bedrohung, Beschuss, Stromausfällen und Vertreibung hat der ukrainische Jazz nicht nur überlebt – er hat neue Stärke, Resilienz und internationale Anerkennung gefunden.

Vor dem Kriegsausbruch war Jazz in der Ukraine – wie überall – ein Ausdruck von Kunst, Experimentierfreude und Lebensfreude. Musiker:innen loteten die Grenzen des Klangs aus, entwickelten Grooves, traten auf Festivals auf, hatten neue Release-Alben und teilten sie mit ihrem Publikum. Doch mit Kriegsbeginn veränderte sich die Funktion der Musik grundlegend. Sie wurde zu mehr als nur Kunst. Sie wurde zur Botschaft, zur Waffe der Wahrheit, zum Schild für die Seele und zur Brücke zur Welt.

Musik als Widerstand und Heilung

In den ersten Kriegsmonaten reagierten ukrainische Jazzmusiker:innen sofort. Einige traten dem Militär bei. Andere organisierten Benefizkonzerte in Luftschutzkellern, Bahnhöfen oder U-Bahnen. Wieder andere gingen mit ihren Instrumenten ins Ausland und erzählten die Geschichte der Ukraine durch Musik. Initiativen wie das seit 2014 aktive Music Battalion setzten ihre wichtige Arbeit fort und brachten Musik sowohl zu den Truppen als auch zur Zivilbevölkerung.

In Lwiw begann die Initiative Music Cultural Front mit Jazz Konzerten am Bahnhof für Geflüchtete und weitete ihr Engagement später auf Online- und Offline-Benefizkonzerte aus – sogar aus Luftschutzkellern. In Charkiw eröffnete das Kharkiv Music Fest mit einem Konzert in der U-Bahn – ein kraftvolles Symbol kulturellen Widerstands.

Da viele Jazzmusiker:innen aus verschiedenen Landesteilen in Lwiw Zuflucht fanden, entstand im Rahmen des Jazz Bez Festivals 2022 das Programm Jazz Relocation mit Künstler:innen aus Charkiw, Dnipro, Kyjiw und anderen Städten. Einige von ihnen begannen auch an der Mykola-Lysenko-Musikakademie Lwiw zu unterrichten. Der ursprünglich aus der Krim stammende und später in Kyjiw ansässige Usein Bekirov leitet nun die Jazzabteilung; Jakiv Tsvetinsky aus Dnipro und Viktor Pavelko aus Kyjiw ergänzen das Team als Dozenten.

Ehemals geschlossene Jazzclubs öffneten nach und nach wieder – in Kyjiw, Odesa, Rivne, Tschernihiw und Lwiw. Viele Festivals fanden trotz Vertreibung weiterhin statt oder kehrten gestärkt zurück. Jazz Bez in Lwiw, Art Jazz in Rivne, Jazz Kolo in Kyjiw, die Lviv Jazz Days und Bouquet Kyiv Stage kehrten mit Programmen zurück, die lokale und internationale Acts kombinierten. Besonders bemerkenswert: Bouquet Kyiv Stage etablierte sich auch international mit Winter- und Sommerausgaben in London seit 2022 sowie einer georgischen Edition in Tiflis.

Künstlerresidenzen als sichere Häfen und kreative Zentren

Internationale Künstlerresidenzen boten ukrainischen Jazzmusiker:innen im Krieg nicht nur physischen Schutz, sondern auch kreative Kontinuität und Zugang zu neuen Publikumskreisen. In Polen initiierte Katowice City of Gardens unter der Leitung von Martyna van Niewland ein spezielles Residenzprogramm für ukrainische Musiker:innen. Es bot Ressourcen, Proberäume, professionelle Kontakte und Auftrittsmöglichkeiten in der Region.

Ähnliches geschah in Schweden: Musikcentrum ÖST in Stockholm startete ein Residenzprogramm, das es ukrainischen Künstler:innen ermöglichte, Projekte zu entwickeln, mit schwedischen Musiker:innen zu arbeiten und an lokalen Festivals teilzunehmen. In Kooperation mit Stim und dem Stim Forward Fund wurden in den Jahren 2022–2023 elf Musiker:innen und Musikprofis aus der Ukraine in Schweden unterstützt, mit Förderung der Postcode Foundation. Seit 2024 wurde die Zusammenarbeit mit dem Capacity-Building-Programm Resonate UA fortgesetzt. Die erste Delegation ukrainischer Musiker:innen wird an der jazzahead! in Bremen teilnehmen und ihre Projekte dem internationalen Fachpublikum präsentieren.

Neue Plattformen und junge Generationen

Trotz der massenhaften Vertreibung, auch von Studierenden und jungen Künstler:innen, geht die Musikausbildung in der Ukraine weiter. Die Musikakademien sind weiterhin aktiv – und an der Kyjiwer Musikakademie R. Glier wurde mit Jazzclub „43“ ein neuer Treffpunkt für junge Musiker:innen gegründet.

 Eröffnung Jazzclub „43“

Eine herausragende Initiative ist das Drum Island Fest, das 2022 vom Schlagzeuger und Komponisten Dmytro Khoroshun ins Leben gerufen wurde – als Reaktion auf die vielen vertriebenen Kinder in Kyjiw. Das Festival schafft einen sicheren Raum für junge Schlagzeuger:innen und bietet heute neben Wettbewerben auch Masterclasses, Jam-Sessions und Mentoring. 2024 nahm das Team als Delegation am Überschlag Festival in Hannover teil – vermittelt durch das Ukrainische Institut. 2025 präsentiert das Festival erstmals ein internationales Line-up mit Alirio Torrealba (Venezuela) und Christin Neddens (Deutschland).

Unabhängige Communities wie Fusion Jams haben sich zu kreativen Hubs für moderne Jazzexperimente entwickelt. Dort formierte sich die Band Hyphen Dash, Saxophonist Andrii Barmalii präsentierte erstmals eigene Stücke, Gitarrist Jewhenij Puhatschow, Keyboarder Jewhenij Dubowyj und Drummer Mychajlo Halaktionow gründeten eigene Quartette. Im März 2025 feierte die Szene ihr sechsjähriges Jubiläum mit Acts wie Hyphen Dash, Yevhen Puhachov Quartet, BITLO und Aesthetic Combination – die Stimme einer mutigen neuen Generation.

Andrii Barmalii Quartet

Inspiriert vom schwedischen Jazznetzwerk KNUTPUNKT initiierte der 32 Jazz Club in Kyjiw die Gründung des Netzwerks MayDay Art für neue Jazzspielstätten in der Ukraine. Gemeinsam mit dem Ukrainischen Institut wurde 2024 eine ukrainisch-belgische Tour in vier Städten realisiert – mit vier Konzerten und zwei Masterclasses.

Widerstand an der Front

Viele Musiker:innen sind nicht nur kulturelle Botschafter, sondern aktive Verteidiger:innen ihres Landes. Einige kämpfen an der Front. So etwa Saxophonist, Komponist und Bandleader Danylo Vinarikov aus Dnipro, heute Leiter der Dnipro Big Band der Philharmonie Dnipro. Nach seiner Rückkehr von der Front gründete er 2024 ein Festival zum Gedenken an Serhii Artemov, einen gefallenen Musikerfreund. Das Ukrainische Institut veröffentlichte die Notensammlung „Serhii Artemov. In Memoriam“ mit acht seiner Kompositionen, die bei Konzerten in der Ukraine und international gespielt wurden – etwa beim NUEjazz Festival oder den Hof Jazz Nights in Deutschland sowie bei einem Tribute-Konzert in Montréal. Weitere Konzerte sind geplant.

Kultur für die Front

Seit Kriegsbeginn sammeln viele Musiker:innen Spenden oder spenden ihre Gagen für die ukrainische Armee. Eine der nachhaltigsten Initiativen ist „NaShapku“ (dt.: „Auf den Hut“) – eine wöchentliche Benefizkonzertreihe, initiiert von Radiomoderatorin Sonia Sotnyk gemeinsam mit der Stiftung Svoi. Seit 2015 wurden über 210 Konzerte veranstaltet und mehr als 6,7 Mio. UAH (ca. 160.000 €) gesammelt. Die Einnahmen flossen u. a. in medizinische Ausrüstung wie eine der größten Sammlungen von Sauerstoffkonzentratoren während der COVID-19-Pandemie und heute in medizinische Hilfe für Soldat:innen. Jeden Donnerstag versammelt sich die NaShapku-Community im Pepper’s Club in Kyjiw mit hervorragenden Jazzacts.

Internationale Partnerschaften

Seit 2022 ist die ukrainische Jazzszene ein Teil des internationalen Diskurses: Die Ukraine präsentierte erstmals einen eigenen Stand bei der jazzahead!, unterstützt vom Ukrainischen Institut. Acts wie Vadim Neselovsky, Ihor Osypov, LELEKA, GANNA und DZ’OB traten bei Showcases auf. Auch bei WOMEX gab es eine nationale Delegation mit Showcase-Künstler:innen. Seither sind ukrainische Delegationen regelmäßig bei beiden Events vertreten.

DZ’OB bei jazzahead! 2024

Ein weiterer Meilenstein war der Beitritt des Ukrainischen Instituts zum Europe Jazz Network (EJN) 2023. Seither wurde ein Verzeichnis ukrainischer Musiker:innen in der Diaspora veröffentlicht und die ukrainische Jazzszene offiziell in das EJN Jazz Panorama aufgenommen. Delegationen nehmen jährlich an der European Jazz Conference teil – eine Plattform für Austausch, neue Kooperationen und Sichtbarkeit.

Ukraine beim EJN

Beispiele erfolgreicher Kooperationen:

  • Schweden–Ukraine: Drummer Peter Danemo und Bandurist Georgi Matviiv – ein Dialog zwischen nordischer Klangästhetik und ukrainischer Tiefe.
  • Global Jazz – Ukraine: Pianist Usein Bekirov veröffentlichte das Album Free Way mit Legenden wie Bill Evans, Frank Gambale, Michael League und Dennis Chambers.
  • Belgien–Ukraine: Pianist Ivan Paduart, Gitarrist Patrick Deltenre, Bassist Ihor Zakus und Drummer Yaroslav Borys traten gemeinsam in der Ukraine auf – organisiert im Rahmen der Green Pilot Tours.
  • Deutschland–Ukraine: Die Band LELEKA mit Sängerin Viktoria Anton und Gastmusiker Maksym Berezhniuk veröffentlichte das Album RIZDVO – ukrainische Weihnachtslieder in Jazzvariationen.
  • Polen–Ukraine: Pianistin Kateryna Ziabliuk spielte mit der polnischen All-Female-Jazzband N.E. im Showcase bei jazzahead! 2024.
  • Portugal–Ukraine: Sängerin Kateryna Avdysh veröffentlichte ihr Debütalbum Always Alive, u. a. mit dem Song One Way Ticket im Duett mit Salvador Sobral (ESC-Gewinner 2017).

Medienpartnerschaften und Sichtbarkeit

2023 widmete Jazz Forum (Polen) eine ganze Ausgabe der ukrainischen Jazzszene. In Frankreich veröffentlichte Citizen Jazz das Sonderheft We Insist! in Kooperation mit Meloport und dem Ukrainischen Institut. 2024 startete das Projekt Ukrainisch-Polnische Jazzverbindungen (im Rahmen von Grace Note und JazzKultura) eine umfassende Recherche zur Jazzgeschichte beider Länder, die in Artikeln und Interviews mündete.

Interviews bei JazzKultura

Das Magazin All About Jazz startete die Reihe A Brief Guide to Ukrainian Jazz – ein internationaler Überblick über die Szene.

Fazit

Auch wenn der Krieg weitergeht und die Herausforderungen wachsen – die ukrainische Jazzszene bleibt eine lebendige Kraft des Widerstands, der Gemeinschaft und des künstlerischen Ausdrucks. Doch diese Dynamik braucht internationale Unterstützung: durch Residenzen, Bookings, Kompositionsaufträge, Bildungsprogramme und kreative Kooperationen.

Jedes Projekt, jedes Konzert, jede neue Verbindung stärkt nicht nur die Kunst, sondern auch den Überlebenswillen eines Landes – für seine Kultur, seine Freiheit, seine Stimme.

Gerade jetzt braucht der ukrainische Jazz die Welt – und die Welt braucht den Mut und die Kreativität des ukrainischen Jazz.

Lasst uns weiterspielen. Lasst uns zuhören. Lasst uns zusammenstehen.

Ausschreibung Journalist:innen-Camp beim 19. Darmstädter Jazzforum

Journalist:innen-Camp beim Darmstädter Jazzforum 2025 – Bewerbungsfrist verlängert bis 4. Juli!

24.–28. September 2025 | Jazzinstitut Darmstadt

Du interessierst dich für Musikjournalismus, beschäftigst dich mit Text, Ton oder Bild – aber Jazz war bislang nicht dein Thema?
Du bist neugierig, willst schreiben, interviewen, hinterfragen – und mit anderen über ästhetische, politische oder spirituelle Aspekte von Musik ins Gespräch kommen?

Dann bewirb dich für das Journalist:innen-Camp beim Darmstädter Jazzforum 2025!

Ausschreibung als pdf hier.

Bis zu acht angehende oder bereits aktive Kulturjournalist:innen – ob Studierende, Berufsanfänger:innen oder Quereinsteiger:innen – erhalten die Gelegenheit, das Jazzforum journalistisch zu begleiten. Mit professioneller Unterstützung der Journalistin und Kuratorin Sophie Emilie Beha entstehen Texte, Interviews, Podcastfolgen oder audiovisuelle Beiträge, die während der Tagung und im Nachgang veröffentlicht werden. Im Mittelpunkt stehen neue Themen, Perspektiven und Haltungen im Jazz und der Improvisierten Musik – aber auch der Austausch untereinander, ein neugieriger Blick auf die Szene und viel Experimentierfreude!

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Unterkunft wird gestellt, zusätzlich gibt es ein Tagegeld von 24 Euro pro Tag. Die Kosten für die Anreise mit der Bahn werden übernommen.

So bewirbst du dich:
Schick uns bis zum 4. Juli 2025 eine formlose E-Mail, in der du dich kurz vorstellst, uns sagst, warum du teilnehmen möchtest und welche Berührungspunkte du mit Musik, Kultur oder journalistischer Arbeit hast – egal ob in Studium, Ausbildung, Projekten oder privat.

Bewerbungen bitte an:
jazzforum@jazzinstitut.de

Rückfragen bitte an: bohle@jazzinstitut.de

Sophie Emilie Beha arbeitet in verschiedenen Kontexten, darunter Musik, Text, Sprache, Kuration, Improvisation, Dramaturgie und Poesie. Sie ist Autorin und Moderatorin für verschiedene öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und schreibt regelmäßig für Zeitungen und verschiedene Fachzeitschriften. Sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera moderiert sie Festivals, Konzerteinführungen, Podcasts und Podiumsdiskussionen. Sie war 2021 und ist 2025 für den Deutschen Jazzpreis nominiert. Seit 2022 wird ihre kuratorische Tätigkeit von NICA artist development gefördert.

Das Darmstädter Jazzforum findet seit 1989 alle zwei Jahre statt. Es ist eine weltweit einmalige Mischung aus Fachkongress, Konzertreihe, Workshops und Ausstellung.

Jazz Brief international

Jazz-Briefe aus aller Welt

Füller auf Büttenpapier mit handschriftlichem Text "Jazz-Brief international"Mit den Jazz-Briefen startet das Jazzinstitut Darmstadt eine neue Rubrik innerhalb seines monatlichen Newsletters. Die Idee: Perspektiven auf die aktuelle Situation des Jazz und der improvisierten Musik aus verschiedenen Regionen der Welt – verfasst von Musiker:innen, Kurator:innen, Journalist:innen oder Wissenschaftler:innen vor Ort.

Das Format ist inspiriert von der Kolumne „Brief aus …“ der Plattform nachtkritik.de, die damit regelmäßig Einblicke in Theaterlandschaften anderer Länder gibt. Unser Ziel ist es, Stimmen sichtbar zu machen, die den internationalen Diskurs über Jazz mitgestalten – und dabei ganz eigene Kontexte, Herausforderungen und Dynamiken beschreiben.

Die Jazz-Briefe erscheinen sowohl in unserem Newsletter (Deutsch/Englisch) als auch in voller Länge auf unserer Website.

Bisherige Beiträge:

Mai 2025: aus der Ukraine von Mariana Bondarenko, Leiterin der Musikabteilung des Ukrainischen Instituts

September 2025: aus Polen von Mery Zimny, Musikjournalistin und Jazz-Promoterin

Bessunger Jagdhof Open Air 2: 300 Jahre Jazz in Darmstadt mit Outline 25

Das Jazzinstitut Darmstadt ist in einem 300 Jahre alten barocken Gebäude zuhause. 1725 wurde der Bessunger Jagdhof fertig gestellt. Was Landgraf Ernst Ludwig einst als Jagdschloss errichten ließ, ist seit 1997 die Heimat der „einzigen originären Kunstform die Amerika je hervorgebracht hat“ (Jackson Pollock). Jazz im 300jährigen Kavaliershaus – Grund genug bei einem Tag der offenen Tür Bürgerinnen und Bürger der Stadtgemeinschaft diese schillernde Mischung aus barocker Bau- und improvisierter Klangkunst vorzustellen. Ab 16 Uhr finden Führungen durch das historische Gebäude und Europas größtem öffentlichen Archiv für Jazz statt.

Ab 18 Uhr tritt die Querflötistin Stephanie Wagner mit der Band Outline 25 (Stephanie Wagner | Querflöte, Deniz Alatas | Gitarre, Christoph Schöpsdau | Klavier, Udo Brenner | Kontrabass und Max Sonnabend | Schlagzeug) unter freiem Himmel auf dem Bessunger Jagdhof beim Open Air-Konzert des Fördervereins Jazz e.V. auf.

Die Nachbarn vom Restaurant „l’oxalis“ sorgen für wohltemperierte Speisen und Getränke während der Veranstaltung auf einem der schönsten Hinterhöfe, die Darmstadt zu bieten hat.

Fuzzy Dahlhaus & Krone Old Stars Orchestra

Klappernde Biergläser, grölende kartenspielende Studenten – ein normaler Dienstagabend im Krönchen. Doch plötzlich wird es ganz still, es wird geraunt und gemurmelt, wenn die  Bühne sich langsam mit dem Krone-Oldstars-Orchestra füllt, so unwirklich und aus der Zeit gefallen ist dieser Anblick in einer Studentenkneipe. Gefühlte 1000 Jahre Musikerfahrung bringen die grauen Herren mit, die sich seit Jahren Woche für Woche unter der Orchesterleitung von Horst Wittich einfinden, um Swing, Jazz und Evergreens der letzten  Jahrzehnte auf die Bühne zu bringen und sich inzwischen eine riesige Fangemeinde unter  den Darmstädter Studenten erspielt haben.