Archiv der Kategorie: JazzNews

JazzNews

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Autor der JazzNews (deutsch wie englisch): Wolfram Knauer

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JazzNews, 7. Oktober 2020

… in aller Kürze …

John Edward Hasse erinnert an den Pianisten und Sänger Ray Charles, der vor 90 Jahren geboren wurde (Wall Street Journal). — Daniel Nagel (Backstage Pro) und Georg Spindler (Mannheimer Morgen) sprechen mit Rainer Kern, dem künstlerischen Leiter des Enjoy Jazz Festivals.

Zev Feldman erzählt von der Entdeckung jüngst erstmals veröffentlichter Liveaufnahmen Thelonious Monks (Discogs). — Martin Johnson blickt auf die Geschichte des 1970er-Jahre-Labels Black Jazz Records (NPR). — Der Bassist Giorgi Kiknadze erhält den Werner Burkhardt Musikpreis (Kulturport).

Renate Feyerbacher berichtet über den Saxophonisten Tony Lakatos, der dieser Tage mit dem Hessischen Jazzpreis ausgezeichnet wurde (Feuilleton Frankfurt). Stefan Michalzik (Frankfurter Rundschau) und Norbert Krampf (FAZ) berichten ebenfalls über Tony Lakatos. — Jeff Vasishta wirft einen Blick ins Haus, in dem Dave Brubeck in Connecticut gewohnt hatte und das jetzt zum Verkauf steht (Dirt).

Reinhard Köchl spricht mit dem Pianisten Michael Wollny (Die Zeit). — Andrian Kreye spricht mit dem Pianisten Brad Mehldau (Süddeutsche Zeitung).

Sabine Leipertz erinnert an den legendären Club Onkel Pö’s  in Hamburg (NDR). Kyle Buchanan sieht die Netflix-Adaptation von August Wilsons Schalspiel “Ma Rainey’s Black Bottom” mit Viola Davis in der Hauptrolle und produziert von Denzel Washington (New York Times).

Mary Ellen Wright spricht mit dem Trompeter Wynton Marsalis vor seinem Auftritt in Mount Gretna (Lancaster Online). Giovanni Russonello hört sich neuentdeckte Aufnahmen Ella Fitzgeralds an, die unter dem Titel “Ella. The Lost Berlin Tapes 1962” veröffentlicht wurden (New York Times).

Stefan Michalzik hört den Pianisten Hans Lüdemann mit dem Trio Ivoire (Frankfurter Rundschau). Ted Gioia erinnert sich, welchen Einfluss der Autor Whitney Balliett auf seine Sicht auf den Jazz hatte (City Journal).

Accra Shepp veröffentlicht ein langes Interview mit seinem Vater, dem Saxophonisten Archie Shepp (New York Review of Books). Orla Barry blickt auf die Situation schwarzer Musiker in der klassischen Musik (The Week), während Joshua Barone lernt, dass viele klassische Orchester jüngst Werke schwarzer Komponisten in ihr Repertoire aufgenommen haben (New York Times).

Steve Provizer betrachtet Louis Armstrong als einen Vermittler zwischen den Welten der populären Unterhaltung und des Jazz (The Arts Fuse). — Andrew Gilbert spricht mit dem Saxophonisten Dayna Stephens (The Mercury News). George Varga spricht mit der Schlagzeugerin Cindy Blackman (The Columbus Dispatch).

Nachrufe:

Wir erfuhren vom Ableben der französischen Sängerin Juliette Gréco im Alter von 93 Jahren (Der SpiegelNew York Times), des Trompeters und Saxophonisten Ira Sullivan im Alter von 89 Jahren (Chicago TribuneWBGO), des Gitarristen und Sängers Sterling Magee im Alter von 84 Jahren (New York Times), des Trompeters  Steffen Mathes im Alter von 33 Jahren (Mannheimer Morgen), des Klarinettisten Laszlo Dömötör im Alter von 71 Jahren (Rheinische Post), des Saxophonisten Arlen Asher im Alter von 91 Jahren (Santa Fe New Mexican), des Journalisten und Moderators Karlheinz Drechsel im Alter von 89 Jahren (MDRTag24), sowie des österreichischen Saxophonisten Hans Salomon im Alter von 87 Jahren (Vienna OnlineORF).

Letzte Woche im Jazzinstitut

Kathrin-Preis
Ende September gaben wir die Gewinnerin des Kathrin-Preises 2021 bekannt, der nach der 2016 verstorbenen Saxophonistin Kathrin Lemke benannt mit einer einwöchigen voll-finanzierten Residenz in Darmstadt dotiert ist, bei der die Gewinnerin das von ihr der Jury vorgeschlagene Projekt ausarbeiten und realisieren kann. And the winner is: die Saxophonistin und Komponistin Luise Volkmann, die sich in ihrer Arbeit genauso auf die afro-amerikanischen Wurzeln des Jazz bezieht wie sie sich ihrer eigenen Stellung als westeuropäische Musikerin bewusst ist, und deren Musik die aktuellen Diskurse unserer Zeit aufnimmt und reflektiert (Darmstädter EchoKathrin-Preis).

Ehrendoktorwürde für Rainer E. Lotz
Der Autor, Sammler, Diskograph, Jazzforscher und Produzent Rainer E. Lotz wurde Anfang Oktober von der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Wolfram Knauer vom Jazzinstitut Darmstadt.

Neue Bücher, die wir gelesen haben
Unter den Büchern, die wir in den vergangenen Wochen lasen, war “Kleine Songs zwischen Freunden”, ein Buch über den Pianisten und Künstler John Fischer, geschrieben von Arno Fischer (siehe die Rubrik “Neue Bucher” auf der Website des Jazzinstituts).

Call for Papers: 17th Darmstadt Jazzforum
“Aus der Neuen Welt”? Eurozentrismus im Jazz
Wenn der Jazz ein Geschenk Afro-Amerikas an die Welt war, wie oft zu lesen ist, und wenn die Musik jeden, der sie spielt, dazu auffordert “sich selbst zu spielen”, also den eigenen kulturellen Background mit ins Idiom einfließen zu lassen, wie beeinflusst ein solcher Mix an Information, Haltungen und Ansätzen wohl den Diskurs über die Musik? Wenn der Jazz immer noch als Identifikationsmittel innerhalb der afro-amerikanischen Community gilt, wie gehen wir dann mit der Tatsache um, dass er mittlerweile Teil der globalen Musikindustrie geworden ist, die weniger von Community- als von kommerziellen Interessen gelenkt ist, oder mit der Tatsache, dass der Jazz von vielen nationalen oder regionalen Szenen überall auf der Welt als ein probates Idiom angenommen wurde, in dem lokale Künstler:innen ihre Emotionen ausdrücken können? “Eurozentrismus” ist ein problematischer Begriff, der oft kultureller Dominanz und dem kolonialen Erbe Europas assoziiert wird. Ist es möglich, über dieses Thema neutraler zu sprechen, als eine Art Darstellung geschichtlicher Entwicklungen, eines künstlerischen Diskurses, an dem der Jazz seit dem frühen 20sten Jahrhundert beteiligt war, nicht also in moralischen, sondern vor allem in beschreibenden Termini?

Dies sind einige der Fragen, die wir beim 17. Darmstädter Jazzforum ansprechen wolle, das wir vom 30. September bis 2. Oktober 2021 planen. Wir laden Sie ein uns Vorschläge für Referate, Panels oder künstlerische Interventionen über eines dieser Teilgebiete (oder ein ganz anderes) zuzusenden, das Ihrer/Eurer Perspektive angemessen ist. Und wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Call for Papers mit anderen potentiell Interessierten teilen, mit Kolleg:innen, Künstler:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen. Wir sind (innerhalb gewisser Grenzen) dazu in der Lage Reisespesen zu ersetzen. Die aktuelle Deadline für Vorschläge ist der 30. November 2020 (17. Darmstädter Jazzforum).